Impressum / Datenschutz Forumsregeln
TFF FORUM TFF E.V. SUPERCHARGE-ME
TFF Forum

Neue Photovoltaikanlage 2021! Größe? Speicher? Überschussladen? Wirtschaftlichkeit?

Hallo liebe Foristinnen und Foristen,

seit der Bestellung meines Model 3 im Juli 2020 bin ich nahezu täglich hier im Forum unterwegs und erfreue mich an der Vielfalt von Informationen, welche man zum Auto, zur E-Mobilität sowie zu allen weiteren Themen in Bezug auf nachhaltige Energie finden kann.

Über eine PV-Anlage habe ich schon öfters nachgedacht. Allerdings sind diese Gedanken erst mit der Anschaffung des Tesla´s intensiver geworden. Ich habe mich hier im Forum erst einmal einige Tage durch den Thread „PV komplizierter als gedacht…“ gelesen. Bin einigen Links gefolgt und habe versucht mir ein gewisses Grundwissen über verschiedene Seiten im Internet anzueignen.

Im November habe ich mich über das Landratsamt bei einer kostenslosen Energieberatung angemeldet, diese soll wohl erst ab Mitte Januar 2021 stattfinden (aktuell mit Coronaregeln unwahrscheinlich).

Normalerweise wäre für mich der nächste Schritt, den örtlichen Solateur zu kontaktieren. Allerdings bin ich mir bei einigen Fragen noch derart unsicher, dass ich so nicht in ein „Beratungsgespräch“ gehen möchte.

Meine Situation:
Zweifamilienwohnhaus (Frau, Mann, Kind im 1. OG, Opa und Oma im EG)
Meine angrenzende Scheune hat ein Süddach mit ca. 110 qm Fläche und ca. 45° Neigung. Diese habe ich auch für die PV-Anlage gedacht.
Das Hausdach ist nach Osten/Westen ausgerichtet.
Da wir (Frau,Mann,Kind) erst im März 2020 eingezogen sind, habe ich einen hochgerechneten Verbrauch für das komplette Haus von ca. 3800 kWh ohne Tesla. Mit Tesla bei 12.000 km im Jahr dann ungefähr 5.800 kWh.

Jetzt ergeben sich für mich folgende Fragen:

  1. Smartmeter:
    Die Abrechnung zwischen den Großeltern und meiner Familie lief bisher auf Grundlage des bisherigen Verbrauchs von Opa und Oma als sie noch alleine im Haus wohnten, 2330 kWh.
    Da ab 7kWp ein Smartmeter zur Pflicht wird; Kann ich damit die Verbraucher im Haus lokalisieren, sprich eine anständige Abrechnung zwischen 1. OG und EG aufstellen ohne dass man mit Schätzwerten arbeiten muss? Oder bleibt da doch nur die klassische Variante mit mehreren Zwischenzählern?

  2. Größe der PV-Anlage, Speicherlösung:
    Ich habe hier und in anderen Foren in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit vielfach die Aussage gelesen, „Dach vollmachen“ und „Speicher ist unwirtschaftlich“.
    Mein Bauchgefühl sagt mir auch genau das. Allerdings bin ich mir nicht sicher ob diese Aussagen, welche teilweise über ein Jahr alt sind jetzt immer noch gelten, da die Einspeisevergütung im Januar ja nurnoch bei 7,93 Cent/kWh liegt (bei Anlagen über 10kWp).
    Auserdem baut dieses monatliche sinken der Einspeisevergütung einen gewissen Druck auf möglichst schnell ans Netz zu gehen. Die Aussage, dass die monatlichen Senkungen den Preisverfall der Kosten (PV) entspricht, kann ich kaum glauben.
    Würde ich das Dach voll machen, komme ich auf ca. 18kWp. Beim Eigenverbrauch weiß ich nicht wirklich was realistisch ist. Man findet Werte von 12% bis 35% im Internet bei Anlagen ohne Speicher.
    Wie verhält sich das Problem mit der maximalen Einspeisung von 70% der max. Leistung? Sollte man im Sommer wirklich nur 12% selbst verbrauchen können, verpuffen ~15% Leistung einfach?

  3. Überschussladen:
    Ich würde gerne meinen Tesla mit Überschussstrom laden. Ich konnte hier im Forum schon Threads finden mit den enstprechenden Wallboxen (Zappi, Open WB etc.). Allerdings gibt es wohl auch eine Möglichkeit mit „dummen“ Wallboxen. Verstehe aber nicht genau wie das funktionieren kann. Ich habe die Heidelberg Home Eco installiert. Sowie ich das verstanden habe, kann man bei einem Überschuss diesen an die Wallbox schicken. Macht das der Smartmeter, der Wechselrichter oder brauche ich da doch auch noch eine intelligente Steuereinheit? Dann wäre aber wohl gleich eine entsprechende Wallbox (Zappi, Open WB) sinnvoller?

  4. Heizung der Zukunft:
    Wir haben aktuell eine Ölheizung welche das Haus heizt. Über kurz oder lang wird diese natürlich ersetzt werden müssen. Mein Hintergedanke bei einer großen PV Anlage wäre, das Haus zukünftig mit eine Wärmepumpe und ggf. einem Pufferspeicher zu heizen. Übersehe ich da irgendwas in meiner Logik oder müsste ich jetzt schon weitere Komponenten berücksichtigen?

  5. Laufende Kosten (Versicherung, Steuerberater, Wartung etc.):
    Wie hoch sind die Betriebskosten tatsächlich? Auch hier findet man Richtwerte von 0,75% bis 5% je Jahr. Vor allem die steuerliche Seite kann ich schwer einschätzen. Das würde ich gerne einem Steuerbüro in Auftrag geben da ich mich in diesem Gebiet nicht auskenne.

Die Fülle der Möglichkeiten und die Komplexität des ganzen Themas haben meine Euphorie tatsächlich etwas gebremst. Die Wirtschaftlichkeit der Anlage ist mir wichtig. Ich finde es aber enorm schwer eine anständige Berechnung zu erstellen bei den ganzen vorgenannten Variablen.
Ich hoffe ihr könnt mir mit Euren Erfahrungen etwas weiterhelfen, vielen Dank :slight_smile:

1 Like

e3DC sagt dir schon etwas?
Ich bin hoch zufrieden damit - auch mit der Wallbox von ihnen!

2 Like

Überlege dir einfach mal folgendes Szenario:

Du installierst deine PV-Anlage auf dem Dach deines Nebengebäudes und einen relativ kleinen Speicher. Mit der Anlage gehst du aber nicht ans Netz (d.h. du speist nichts ein!). Dafür versuchst du deinen Eigenstromverbrauch relativ hoch zu schrauben:

  • Wärmepumpe als alleinige Heizung wird nicht funktionieren. Sie verbraucht am meisten Strom, wenn vom Dach am wenigsten kommt.
  • Du könntest aber dafür den Strom nutzen um einen großen Pufferspeicher mittels Heizstab zu füllen.
  • Vorrangig wird aber dein Akku geladen, von dem du dann nachts leben kannst.
  • Und dann lädst du deinen Tesla mit dem Überschuss. Ob dann der Heizstab oder der Tesla Priorität haben, musst du dann aber selbst entscheiden.

Warum ich mittlerweile so denke? Du schreibst, dass du eine Einspeisevergütung von 7,93 Ct/kWh bekommst. Deine Anlage erwirtschaftet im Jahr gerade mal 1.500 € (18 kWp entsprechend ca. 18.000 kWh/a à 7,93 Ct).
Mit einer Eigenverbrauchsanlage (d.h. PV-Anlage, wo du Eigenverbrauch hast und den übeschüssigen Strom einspeist) kommst du dann vielleicht auf eine Autarkie von 30 bis 50 %. Das heißt, du speist nur 50 bis 70 % deines erzeugten Stroms ein. Da reduziert sich die Einspeisvergütung auf 1.000 €. Und auf den selbst verbrauchten Strom bezahlst du dann noch EEG-Umlage.
Und dann hast du noch zusätzlich den ganzen Kram mit den Steuern. Ich schätze, dass bei deinem Vorhaben im Jahr vielleicht unter dem Strich 700 € für dich bleiben. Rentiert sich der ganze Aufwand, den du hast für die „paar Kröten“? Aus diesem Grund würde ich mir wirklich eine Anlage ohne Netzanbindung und ohne Einspeisung überlegen.

Viele Grüße
Roland

3 Like

Hallo,
Ich habe bei mir eine pv Anlage mit 6,1 kwp und Stromspeicher im April letzten Jahres aufs Haus gesetzt und vorletzten Monat auf 9,9 kwp erweitert.
Mein Ergebnis war/ist das die 6.1 kwp zu wenig waren und der 7kw Speicher zu klein ist.
Pv Akku ist was für Technikverliebte und rechnet sich wahrscheinlich nur wenn er lange hält.
Würde ich mit meinem jetzigen Wissen und Gesetzen neu planen wäre ich bei bis 30 kwp voll eindecken und Speicher vorsehen aber nicht kaufen.

2 Like

…das mit der EEG-Umlage ist bei Anlagen unter 30kWp „Geschichte“.

1 Like

Ich habe seit 15 Jahren PV auf diversen Dächern.
Meine Empfehlung (gerade vor dem Hintergrund „e-Auto“…WP und zwei Familien in einem Haus.

  1. mach alle drei Dachflächen voll, das ergibt auch ohne Speicher einen höhere Autarkie und Du hast Luft für andere Verbraucher.
  2. Smartmeter hilft Dir nicht bai der Aufteilung der beiden Wohneinheiten.
    Nimm einen amtlichen Hauptzähler (sofern ihr „intern“ abrechnen wollt reichen einfache Unterzähler)
  3. Nutze die Möglichkeiten der EEG-Novelle … bis 30kWp fällt keine EEG-Umlage an. Du könntest den erzeugten Strom auch deinen Schwiegereltern verkaufen (aber wer macht das schon)
  4. Speicher hilft den Eigenverbrauch zu erhöhen (Einspeisen ist nur der „Notfall“). Eine sinnvolle Speichergrößen ist kalkulierbar. Jahresverbrauch in MWh = Speichergrößen in kWh …Rechne alle zukünftigen Verbraucher ein (WP, Auto) und nimm den Verbrauch der beiden Wohnungen.
  5. Überschuss laden ist eine schöne Sache…wenn tagsüber das Auto zu Hause ist :wink:
  6. Betriebskosten: ich habe ca. 100€ pro Jahr für eine sehr gute „Vollkasko“Versicherung.

VG

4 Like

…sagt wer? Selbstverständlich kann sie das, vorausgesetzt du hast eine Flächenheizung wo mit max. 40 Grad Vorlauftemperatur gefahren wird.

1 Like

Drei Dächer, also Ausrichtung Ost, Süd, West ist perfekt. So voll machen wie es geht! Gilt nach wie vor.
Wo wohnst du? Speicher sind rational gesehen unwirtschaftlich - wenn man es mit Emotionen füllt kann ich die Entscheidung dazu nachvollziehen. Solltest du aber in Niedersachsen wohnen, werden aktuell 40 % der Speicherkosten gefördert.

Deine Grundgedanken sind genau richtig mMn. Zum Thema Überschussladen würde ich mir mal folgendes näher ansehen: EV-AutoCharge - EV-AutoCharge (ev-autocharge.com)

Dein Heizungsgedanke macht absolut Sinn. Wärmpumpen werden aktuell auch gefördert - macht das Vorhaben aber heute bereits deutlich teurer :wink:

Ich selber möchte auch PV, inkl. Speicher (da in Niedersachsen) anschaffen. Haben aber nicht so viel Dachfläche wie du (Dein Luxusproblem ;-)!!!). Wir haben eine Gasheizung - 10 Jahre alt. Läuft gut, hab mir trotzdem mal ein Angebot geholt zum Them Wärmepumpe (warte noch auf das Angebot).

2 Like

…und bei Häuser ohne Flächenheizung gibt es Niedrigsttemperatur Heizkörper …moderne, speziell für Altbau gedachte, WP können bis zu 50Grad Vorlauf effizient sein …einfach Mal schon diesen Winter den Vorlauf auf 50Grad begrenzen, dann siehst Du ob das reicht…

2 Like

Die Frage vielmehr ist doch welchen Wärmebedarf das Haus hat sprich wie gut es gedämmt ist. Als grobe Ermittlung kann der bisherige Verbrauch an Heizöl herhalten.
Bei einem schlecht isolierten Haus wäre ich vorsichtig mit WP.

1 Like

Daß man den selbst verbrauchten Strom nicht mehr kaufen muss hast du aber nicht aufgeführt. Die Einspeisevergütung ist ja nicht mehr der Bringer sondern der Eigenverbrauch. Und da wird es ja mit großem Stromverbrauch erst interessant. Erst recht, wenn man z.B. sein Fahrzeug tagsüber Zuhause laden kann.

1 Like

Ich empfehle hierzu auf folgende Threads:

2 Like

Ich empfehle auch:
Prio 1: maximale Dachfläche nutzen
Prio 2: in Kombination mit einem Heimspeicher (sofern Du das Geld locker hast)

Letzteres hatte ich bisher immer abgelehnt, da die Speicherpreise noch überteuert sind. Allerdings relativiert sich dies, wenn man die Steuervorteile mit betrachtet.
Zu beachten ist, dass Du den Speicher abschreiben kannst, sofern Du diesen in Kombination mit einer neuen PV-Anlage erwirbst. Rüstest Du später nach, hast Du die Möglichkeit nicht mehr (zumindest meines Wissens).

Sehr gute Infos dazu habe ich hier gefunden:

Ach ja, eine Elektronikversicherung liegt bei ca. 100 € im Jahr. Weitere laufende Kosten sollten erstmal nicht anfallen. Alle 10 Jahre könnte mal ein Wechselrichter versagen. Hier ggf. auf die Garantie achten (früher lag die Spanne bei 5 - 10 Jahren Garantie, je nach Hersteller und Modell). Die letzte meiner 9 Anlagen habe ich 2012 gebaut :kissing_closed_eyes:

2 Like

Oder noch ein zweites e Auto kaufen!!!
Wenn du tagsüber nicht laden kannst Zuhause.
Dann abwechselnd fahren.
Gemeinsam mit einem Auto ist die kWh am billigsten zu bekommen. Erst Recht in Deutschland. :sunglasses::grin:

Sofern Du einen Gasanschluss hast wäre darüber hinaus vielleicht auch noch eine Wasserstoffheizung eine Überlegung wert.
Google dazu mal Vitovalor oder Bluegen.

1 Like

Nicht nur das. Auch durch den Wegfall der anteiligen EEG Umlage des Eigenverbrauchs von Anlagen bis 30 kWp betrifft das ja auch den gespeicherten Strom.
Wir haben uns vor zwei Jahren für eine PW 2 entschieden, jedoch nicht aus wirtschaftlichen Gründen. Die bisherige PV Anlage hat 12,8 kWp. Mit der PW haben wir nur noch 20% des Stroms aus dem Netz bezogen.


Nun haben wir noch das Ostdach mit knapp 16 kWp mit PV belegt. Trotzdem werden wir vorerst keine weitere PW anschaffen, da diese trotz Erweiterung der PV nicht ausgelastet werden würde.

1 Like

Und die 70% Regelung sollte sich durch das ostwest Dach erledigt haben…

Oder halt eine Abschalteinrichtung verbauen lassen. Die Kosten hierfür können sich leicht rechnen, wenn der zusätzliche Ertrag sinnvoll Verwendung findet.

Zum Thema heizen solltest Du unbedingt einen Energieberater fragen. Eine Wärmepumpe macht nur bei einem Niedrigenergiehaus Sinn. Wenn Du Öl ablösen willst dann solltest Du unbedingt Pelletheizungen prüfen. Wie gesagt: Berater fragen und ausrechnen lassen.

1 Like

Die hat sich eh erledigt, da sie doch bei der EEG Novelle 21 raus geflogen ist.