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Neubau Wohnanlage München Starkstrom nicht möglich

Servus an alle Münchner und die es werden wollen. Bei Anfrage zu einem 11kW Starkstromanschluss ind der Tiefgarage für eine noch nicht im Bau befindliche Anlage bekommt man folgende Aussage:

Das Thema Starkstromanschluß gestaltet sich nach genauer Recherche und der aktuellen Rechtssprechung als derzeit unlösbare Aufgabe. Nach Auskunft der Stadtwerke kann keine ausreichend hohe Anschlußleistung gewährleistet werden, um einen einwandfreien, schwankungsfreien Betrieb zu gewährleisten. Das Müchner Stromnetz ist für die massenhafte Installation von Ladestationen in Häusern schlichtweg überhaupt nicht bzw. nur unzureichend gewappnet.

Eine für die Förderung der Elektromobilität krasse Schlappe kann man das aktuelle Urteil des LG München (AZ 36 S 2041/15) bezeichnen. Hier stuft das Gericht die Installation einer Anschlußdose als durch die WEG zustimmungspflichtige bauliche Veränderung ein, was in unserem Fall bedeutet, dass ALLE Käufer zustimmen müssten. In diesem Fall ist es ziemlich sicher, dass weitere Käufer einen derartigen Anschluß verlangen, was aber das Netz gar nicht hergibt. Was wir anbieten können ist eine mit 16A abgesicherte 230V Dose am Stellplatz. Eine halbe Ladung dürfte beim Tesla so in der Nacht funktionieren.

Armes Deutschland / Bayern / München

3,7 kW ist besser als nichts und solltest Du nehmen!
Immerhin kannst du damit in 12h ca. 44kWh (ca. 200 km) „tanken“ und ohne Reichweitenverlust vorheizen.
Und wer fährt schon jeden(!) Tag 200 km?

Unbedingt nachhaken und sicherstellen, dass die Steckdose dauerhaft (!) mit 16A belastbar ist, also auch über 10 und mehr Stunden hinweg. Schuko ist ja standardmässig mit 16A spezifiziert, allerdings halten billige Dosen und nicht fachmännische Installationen das kaum über längere Zeit hinweg aus.

Ebenfalls brauchst du einen passenden Adapter wenn du die volle Leistung nutzen möchtest, da Tesla seinen Schuko-Aufsatz (wohlwissentlich) auf 13A begrenzt.

Wenn der Bauträger den Anschluss nicht bereitstellen kann, dann rate ich Dir bei einem anderen Bauträger zu kaufen. Bin selber Projektentwickler (allerdings in Berlin und nicht in München, also keine Konkurrenz). Wenn der Projektentwickler will, kann er die Voraussetzungen schaffen.

Das Urteil des LG München kann ich nicht nachvollziehen, in meinen Augen gilt § 21 Abs. 5 Nr. 6 WEG nicht nur für die Herstellung eines allgemein notwendigen Mindeststandards, sondern dem Wortlaut nach für die Zustimmung zu Maßnahmen die zur Errichtung „eines Energieversorgungsanschlusses zugunsten eines Wohnungseigentümers erforderlich sind“.

Frage ist halt, ob jemand das Thema vor den BGH bringt und ob der BGH überhaupt die Notwendigkeit einer alpgemeingültigen Entscheidung sieht. Zumindest im Bereich des Bauplanungsrechts drückt sich der BGH ja gerne mit dem Hinweis auf den Einzelfall ohne allgemeine Relevanz.

Gruß Mathie

Ich gehe davon aus, dass diese „230 V Dose“ vor der tatsächlichen Verwendung dann natürlich entfernt wird und eine 3,7 kW Wand-Ladestation an das Kabel angeschlossen wird :wink:

Wenn man Sonntag abend 200km zum Arbeitsplatz fahren will, muss man am Wochenende sparen. So wird EMobilität aktiv ausgebremst, und das auch noch von einem Stromerzeuger.

Kann man vielleicht die beiden Nachbarstellplätze ebenfalls mit 16 A ausstatten, natürlich auf den anderen Phasen?
Dann könntest du dir, solange die den nicht benötigen und du gut mit ihnen auskommst 11 kW genehmigen.

Einen Adapter von 3x CEE blau bzw. Schuko auf CEE rot kriegt man hin…

München hat in 90km Umkreis 6 Supercharger in jede erdenkliche Richtung. Ein 200km großes Supercharger-Loch findet sich in Deutschland nicht mehr. In den verbliebenen Löchern sind keine Ballungsräume, wo man aufgrund hoher Zahlen möglicher zukünftiger E-Fahrzeuge einen Starkstromanschluss verweigert bekommt.

-> Auch mit 3,7kW ist man in der Lage, nach dem Sonntagsausflug mobil zu sein. Ein DeC am Ausflugsziel entspannt die Lage.

Nicht vergessen, wir reden hier vom Tesla Model S. Mit den „anderen“ E-Autos mit Batterie <40kWh sind 200km Reichweite ja der Normalfall.

Folgendes noch zur Anmerkung:
Vom Bundesverkehrsministerium wurde München zu einer von bundesweit acht Modellregionen für Elektromobilität erklärt. Als der Energieexperte vor Ort hatten die SWM für die erste Projektphase die Projektleitung übernommen.

Im Rahmen der Modellregion Elektromobilität München haben die SWM bei der Erprobung von Elektrofahrzeugen und dem Aufbau einer entsprechenden Ladeinfrastruktur mit namhaften Partnern kooperiert, um neben dem umweltfreundlichen öffentlichen Nahverkehr nun auch den Individualverkehr klimafreundlicher zu gestalten.

Die SWM übernahmen die Projektleitung für folgende Projekte:
„Drive eCharged“ mit BMW und Siemens
„eFlott“ mit Audi und der Technischen Universität München
Praxiserprobung eines Hybridbusses mit Dieselmotor und seriellem Antrieb sowie Vergleich dreier Hybridbuskonzepte in Zusammenarbeit mit der Münchner Verkehrsgesellschaft mbH (MVG)
Nachhaltiges kommunales Elektromobilitätskonzept mit Aufbau bedarfsgerechter Lade-Infrastruktur

Durch die Gründung eines Beirats aus Vertretern von Industrie, Handwerk, Referaten der Landeshauptstadt München, wissenschaftlichen Einrichtungen und Technischer Universität München wurde sichergestellt, dass in der Modellregion München ein Netzwerk für Elektromobilität entsteht, das auch nach Abschluss einzelner Projekte bzw. Förderungen die Elektromobilität weiter voranbringen wird. Während der Gesamtprojektlaufzeit wurden 60 E-Pkw und drei Hybridbusse (von denen einer gefördert wurde) eingesetzt.

Modellregion heißt wohl, dass alles nur im Maßstab 1:100 umgesetzt wird :imp:

Hättest du für mich bitte den Namen des Mitarbeiters der SWM der diese Aussage getätigt hat
Danke
Gruß Marcus

Oh, ich glaube jetzt wird es interessant. :slight_smile:

Wofür zahlen wir bitte den exorbitant hohen Netzbeitrag, wenn argumentiert wird, das Netz sei zu schwach - bitte von den eingenommenen Netzentgelten verstärken und nicht die Managergehälter außer Landes schaffen :smiley: :smiley:

Ich hab die Lösung.
Bei uns im Nord-Osten gibt es genug Wohnungen und genug Strom - der auch noch hochprozentig grün ist.
Super Natur und und und.
P.s. An Arbeit mangelt es ein wenig.
Aber das ist ja nur ein Schwachpunkt.

Im Ernst. Die Landbevölkerung wird wieder steigen. Weil man dort Energie günstig herstellen kann.
Und der Arbeitsweg wird mit L5 zurück gelegt.

Grüße Martin

Es ist schon traurig für München.

Es ist wohl schlicht Fakt, dass die massenhafte Installation von unbeschränkten 11kW-Steckdosen in Privatgaragen das Stromnetz in den Städten überfordern wird.
Aber es gibt ja Abhilfe: Lademanagementsysteme. Die werden wohl in dicht besiedelten Gebieten unverzichtbar werden, wenn das Elektroauto endlich den Durchbruch schafft.

Sicherlich werden die Netzbetreiber auch die Verteilnetze noch etwas aufrüsten müssen.

Jepp
die Feinheiten sind:…unbeschränkten…Lademanagementsysteme
Und was das Aufrüsten der Netze betrifft… für Geld geht alles. Aber wenn der Netzbetreiber mit einer Summe x kommt dann ist es schnell vorbei mit der Liebe zum Elektroauto und den grünen Gedanken…

Fakt ist mal folgendes: Bevor gebaut wird kommt es nach Angabe des Leistungsbedarfs zur Netzverträglichkeits Prüfung.
Selbst wenn ich in einen Mietshaus wohne und mein Zählerstrang nur auf 25 A abgesichert ist dann ist es Problenmlos möglich neben der Leitung in den Keller und zu meiner WaMa und Trockner noch eine Leitung zu meinem Kfz Stellplatz zu legen. Und mit ein bisschen Lastmanagement in meinem Stromkreis wird es sicher möglich sein zu 90% des Tages über eine 11 KW Wallbox problemlos mein e Auto zu laden.

@ gablandy
Ich erwarte immer noch eine Antwort

Gruß
Marcus

Von den Stadtwerken gibt es wohl unterschiedliche Aussagen:
Eine Dame namens Göbb sagt: Alles kein Problem
Der Bauträger hat aber mit den Herren Richter und Werburg gesprochen, die technische Probleme sehen.
Aus meiner Sicht hat der Bauträger verpennt, den er hätte ja ein paar Ladeplätze vorsehen können. Jetzt gibt es eben schon Pläne und Käufer, deswegen darf jetzt ohne WEG Beschluss nix mehr passieren, auch wenns noch gar nicht gebaut ist. Da aber noch nicht alle Wohnungen verkauft sind kann auch noch keinen WEG Beschluss geben. Nach Bauträger müssten alle 15 Stellplätze mit 11w ausgerüstet werden, was einen eigenen Trafo im Haus mit deutlichen Mehrkosten bedeuten würde. Die SWM haben natürlich ein Lastmanagement bis zum Zähler, dürfen aber privat nix anbieten. Leider ist rechtlich alles auf Verhinderung ausgelegt.

In der beschriebenen Sache bitte an den Technologieberater der HWK München, Dr. Christl wenden. Es gibt positive Erfahrungen mit vergleichbaren Projekten.

@ gablandy
Danke für die Ausführung. Den Netzbetreibern wird in solchen Fällen gerne ein „Verhindern“ unterstellt, was aber meiner Erfahrung nur in sehr seltenen Fällen der Wahrheit entspricht.
In den allermeisten Fällen ist es einfach eine Mischung aus Vergessen, Unwissenheit und Preisdruck durch die Bauträger.
Meiner persönlichen Meinung nach sind die Bauträger blöd. Was kostet es bei dem Bauvolumen mehr, wenn die Leistung um einige Wallboxen erhöht wird und zusätzlich zu jedem Stellplatz eine Stromleitung mit eingeplant wird. Das ist „Kleingeld“ die durch geschickte Werbung sich zig mal bezahlt macht.

Beim jetzigen Fall würde ich dir aus eigener Erfahrung empfehlen, dem Bauträger bzw dem Maklervertrieb ganz hart das Messer auf die Brust zu setzen. Notartermin und damit Kauf nur wenn von deinem Zähler zum Stellplatz eine geeignete Zuleitung mit verbaut wird.

Ich wette das wirkt Wunder und geht dann doch zufällig irgendwie… wie gesagt Erfahrung

Gruß Marcus
Der kein Mitarbeiter der SWM ist, nicht an den SWM beteiligt ist, …
Aber ich habe öfters mit den SWM durch meine Mieter zu tun und habe die Erfahrung gemacht, dass die Jungs und Mädels ganz in Ordnung sind und stets versuchen zu helfen.
Und einige Mitarbeiter der SWM kenn ich ganz gut :wink:
Und ich hasse es wenn jemanden der schwarze Peter zugeschoben wird und er eigentlich nichts dafür kann .

Ich habe gerade eine ähnliche Diskussion mit meiner Hausverwaltung in München. Allerdings steht das Gebäude bereits seit 10 Jahren. Von den SWM kommt wohl negatives Feedback, wenn Hausverwaltungen anfragen. Meine Hausverwaltung hat auch gesagt bekommen, dass der bestehende Hausanschluss nicht ausreicht (3 x 100A für 15 Wohnungen). Ich persönlich sehe da kein Problem, da auch in naher Zukunft keine 15 Elektroautos gleichzeitig laden werden. Dann müsste allerdings ein Lastmanagement her.
Das wahre Problem scheint zu sein - wie ich gehört habe - dass die SWM über Jahrzehnte versäumt haben ihre Netzinfrastruktur dem doch nicht ganz unerheblichen Wachstum in München anzupassen.

Übrigens niemals das Wort Starkstrom in den Mund nehmen. Das ist ein Drehstromanschluss, der äquivalent zu 3 Steckdosen ist. Wenn eine Steckdose möglich ist, dann sollte auch problemlos ein Drehstromanschluss möglich sein.