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München - Schweden im Model 3 SR+ Mai '21

Hallo zusammen,

nach viel interessiertem lesen, hat uns auch die Reiselust in unserem Tesla gepackt. Da wir nun dem Corona Alltag entflohen sind, wollte ich allen daheimgebliebenen einen kleinen Reisebericht geben.

Vorwort
Als wir im Januar angefangen hatten den Sommerurlaub zu planen, klang Mai noch nach einem exzellenten Plan. Juni/Juli waren beruflich geblockt, und DER Sommer (August/September) ist den Familien vorbehalten und kann daher nur sehr schwierig gebucht werden. Also 3 Wochen im Mai. Ist ja auch eh der trockenste Monat in Schweden. Temperaturen sollten auch passen. Fähren sind günstig, Unterkünfte vorhanden. Was sollte da schief gehen. Corona? Im Mai? Bis dahin sind wir doch alle geimpft… Naja, fast. Schweden lag noch 2 Wochen vor Abfahrt bei Inzidenz 400, Deutschland ist im Marathon-Lockdown. Fahren wir, oder nicht; es wird überlegt und geplant, aber am Ende entscheiden wir uns zu fahren. Die Route wird abgemildert, von 6000km auf voraussichtlich 3500km, statt 12 Unterkünften nur noch ca. 6 - alles einzelne Hütten und abgelegen. Dann wird das schon.

Also Corona-Test organisiert und am Freitag nach der Arbeit gehts los. Die erste große Tour mit unserem Iron Man (ja genau, wegen LFP Akku…).

Tag 0: München-Braunschweig

  • Distanz: 654 km
  • Verbrauch: 171 Wh/km

Am Nachmittag soll es schon mal die ersten gut 600km bis zu den Schwiegereltern gehen. Die Route ist bekannt, aber mit einem kurzem Abstecher zum Flughafen (Corona Test), wird die Distanz bis Münchberg-Nord doch etwas weit. Also doch schon in Hilpoltstein raus? Nein, schauen wir doch mal was der LFP Akku so kann. Und so schafft der kleine doch tatsächlich die 316 km, bei 144 Wh/km Durchschnittsverbrauch.


Bei Durchschnittstempo um die 100, mal mehr, mal weniger, und halb bei 15C und Sonne, halb bei 6C und Regen bin ich damit durchaus zufrieden. 350 km sollten da im (wirklichen) Sommer auch bei regulärer Fahrweise drin sein. Und so gehts nach bekanntem Lade-peak um 166kW und Mittelwert von 113kW auch schon nach 17 min weiter.


Übrigens wird der Akku auch bei „langsamer“ Fahrweise, Regen und nur 6C Außentemperatur warm genug zum schnellen Laden.

Weiter gehts über den „alten“ Standort Nempitz (16 min Laden) zum brandneuen Supercharger in Irxleben. 12x V3 - also wiederum mit 165kW Peak geladen.

Dieses mal aber 23 min und von 6% auf 75%, sonst können wir den Akku bis zum nächsten Morgen nicht mehr per Schuko voll machen.

In Summe haben wir also 56min bei drei Ladestops gestanden - in Anbetracht dessen dass wir dann auch mit 50% SOC angekommen sind völlig ok bei über 6 Std. reiner Fahrzeit.

Morgen gehts weiter nach Malmö…

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Sehr nice! Unbedingt weiter schreiben :slight_smile:

Tag 1: Braunschweig-Malmö

  • Distanz: 338 km
  • Verbrauch: 145 Wh/km

Über Nacht hat der Tesla genüsslich an 13A wieder den Akku aufgefüllt, und so gehts um 9:00 mit 100% SOC auf Richtung Rostock. In weiser Voraussicht haben wir nämlich den Weg durch Dänemark umgegangen, und direkt eine Fähre von Rostock nach Trelleborg gebucht. Entspannt geht es heute 50/50 über Land und über Autobahn. Nachdem wir es über die Grenze nach Mecklenburg-Vorpommern geschafft hatten, haben wir es entspannt angehen lassen, und den Supercharger in Wismar liegen lassen. Interessehalber haben ich nach ca. 2 Std. mal in Scan my Tesla geschaut, der Akku war bei knapp 27C, und das obwohl er morgens ca. 10C hatte, und wir keinen Supercharger angesteuert hatten. Der Akku kommt also auch auf Temperatur wenn man einfach um die 100 km/h über Land fährt, ohne aktive Vorklimatisierung, JoJo fahren und sonstiges.


So sind wir dann direkt bis nach Rostock an den Hafen gefahren. Erneut knapp 300km mit einer Ladung, Durchschnittsverbrauch 139 Wh/km und von 100% auf 16% - es wären also ca. 350km drin gewesen. Aber da wir nicht genau wussten ob der Charger vor Ort funktioniert, wollten wir lieber noch etwas Puffer haben.

Im Hafenbereich gibt es jedoch einen kostenlosen 50kW EON Lader, den wir nach kurzer Verirrung am kostenpflichtigen AC Lader gefunden haben. Angesteckt, auf „Start“ geklickt, und schon laufen 42kW (bei 125A Limit am Charger das Maximum bei ca. 350V Batteriespannung) in den Akku.

Bis zur Abfahrt zum Terminal schaffen wir es so wieder auf 79% SOC zu kommen. Beim Check-in wird der Corona-Test kontrolliert, ansonsten nichts Außergewöhnliches. Außer uns sind nur ca. 30 andere Autos und ein Wohnmobil am Kai, alles andere ist voll mit LKWs. Mit ca. 30 min Verspätung kommen wir dann an Board, allerdings ist das Ganze doch etwas enger als mir lieb ist.

Wir kommen gegen 22:30 in Trelleborg an, hier hat der Zoll allerdings schon Feierabend und so geht es ohne weitere Kontrolle direkt auf die Autobahn Richtung Malmö. Nach ca. 30 km und einer halben Stunde Fahrzeit kommen wir beim Hotel an. Laut Auskunft der Rezeption können wir direkt in der Tiefgarage laden, kein Problem (Spoiler Alarm: doch ein Problem). Naja, wir sind Hunde-müde und so verlassen wir uns (ohne Übersetzung der Schilder) auf die Aussage der Rezeption darauf, und stecken ein.

Wir genießen noch kurz die schöne Aussicht über Malmö aus dem wirklich schönen Zimmer, und freue uns dass bisher alles so einfach geklappt hat.

Morgen gehts dann weiter nach Hunnebostrand an der Westküste.

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Oh Mist - vermieteter Parkplatz…?

Auf dem Schild dahinter steht auf jeden Fall „vermiteter bzw. gemieteter Platz“. Könnte auch vom Hotel gemietet sein aber so wie sich es anhört war das nicht der Fall :smiley:

Ich bin auch mal gespannt so corona will fahre ich im September auch nach schweden zur Family. Da ist es doch sehr schön zu hören was der MiC alles kann.

Sehr interessanter Bericht, ich kenne die Fähre Rostock-Trelleborg und fand sie unsäglich lahm. Man musss ja eine Stunde vor Abfahrt am Hafen sein, das hieß für uns um 4 Uhr morgens aufstehen, dann warten am Hafen und wie du schon gezeigt hast ist es sehr eng wo die Autos stehen. Dann ist einer Familie die Katze dort ausgebüchst und die Frau wurde richtig panisch, bis sie kurz vor Ankunft doch wieder auftauchte.
Du konntest die Wartezeit mit aufladen wenigstens sinnvoll nutzen :+1:

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Ich fahre die zweite Juni Woche hoch, daher ist der Beitrag Gold. Wenngleich ich halb Panik fahre, wenn ich sehe wie wenig Platz auf der Fähre ist. Wird eine TT-Line Fähre sein.

Ich weiß nicht woher du kommst aber ich habe da Glück, dass die Fähre eigentlich sau gut passt. Ich fahre den Tag über von Stuttgart nach Rostock um dann über Nacht mit der Fähre nach Trelleborg zu fahren. Da ist man dann mehr oder weniger gut ausgeschlafen zum weiterfahren :smiley:

Also ich bin bisher 2 mal mit StenaLine gefahren und da gibt es keinerlei Platzprobleme an Board :smiley: Die Fähren ( und das ist bei TT Line sicherlich auch so) haben eigentlich zwei große Decks wo Fahrzeuge parken können. Ich hatte noch nie Probleme und ich war schon auf komplett ausgebuchten Fähren. Das auf dem Bild wird mit Sicherheit „nur“ der Bereich sein der Fähre der nicht überdacht ist.

Ich würde mir da nicht zu viel Sorgen machen.

PS: Schau einfach mal auf Youtube. Da gibt es eigentlich mehr als genug Videos vom Boarding und man sieht gut wie viel Platz da eigentlich ist

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Komme aus Hamburg, und wenn man die Fähre für 8 Uhr morgens nimmt, muss man schon sehr früh los, da die Fähre ja 7 Stunden braucht. Man ist ja auch nicht genau 1 Stunde vor Abgahrt da, sondern eher 2 Stunden. Waren dann auch erst abends im Ferienhaus in Schweden.

Okay ja in dem Fall kann es dann schon sehr lange sein. Gerade wenn man die Zeit nicht durch schlafen rumkriegt.

Ihr seid noch nie Corsica Ferries gefahren. Die schichten die Autos mehr auf- als nebeneinander :scream::scream::scream:

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Alptraum. Ich habe Fähren bisher gemieden wo es nur ging.

Tag 2: Malmö-Hunnebostrand

  • Distanz: 421 km
  • Verbrauch: ca. 170 Wh/km

Nach einer erholsamen Nacht sind wir dann zu diesem schönen Panorama aufgewacht.


In der App noch schnell den Tesla gecheckt - super hat wie geplant auf 96% geladen. Jetzt packt uns aber doch noch die Neugier - was hießen denn jetzt eigentlich die Schilder von gestern an dem Parkplatz? Direkt hinter dem Parkplatz steht tatsächlich „Vermieter Parkplatz“ und an dem geschlossenen Tor steht so viel wie „Nah heranfahren um das Tor zu öffnen“. Hmm, also doch mal lieber noch Umparken, Auto ist ja auch fast voll geladen. Doch leider hängt am Scheibenwischer schon ein Ticket. Ganze 800 SEK. Naja, da muss uns das Hotel wohl entgegenkommen. Wie sich rausstellt geben sie zwar zu den falschen Parkplatz empfohlen zu haben, können aber leider nichts machen. Wir wollen uns nicht gleich schon den Urlaub vermiesen, also packen wir unsere Sachen und fahren los, heute gehts nach Hunnebostrand.

Wir kommen gut voran, unser erster Stop heute ist der Supercharger in Varberg. Ein brandneuer V3 Supercharger, gerade frisch asphaltiert.


Da wir mit 17% angekommen sind, kommen wir nur auf etwa 150 kW, aber die typische Ladekurve mit über 100 kW bis etwa 50% erreichen wir trotz moderater Fahrweise.

Und so laden wir in 17 min knapp 29 kWh (102 kW im Mittel) nach und fahren mit 70% SOC weiter. Gerade genug Zeit um unsere erste Wanderung bei Åsa rauszusuchen. Immer wieder beeindruckend wie man bei den üblichen 80 km/h Landstraßentempo sogar Richtung 100 Wh/km Verbrauch kommt. Jedenfalls finden wir einen schönen Parkplatz direkt am Meer.


Da ist der ganze Trubel vom Morgen doch ganz schnell wieder vergessen! Auch das Wetter ist heute wundervoll, das soll in den nächsten Tagen leider noch anders werden - wir werden es sehen.

Nach der Wanderung machen wir uns auf den Weg zu unserer Hütte für die nächsten 3 Nächte in Hunnebostrand. Auf dem Weg besorgen wir uns noch was zu essen, und genießen die Mahlzeit bei schönem Sonnenschein am Supercharger in Uddevalla. Echt entspannend im Tesla bei einer schönen Folge bei Netflix gemütlich zu essen während der Tesla wieder die Elektronen-Vorräte füllt.


Trotz ungewöhnlicher Ladekurve haben wir nach dem Essen mit 80% SOC locker genug für den restlichen Weg sowie die nächsten Tage und auch den Rückweg zum nächsten Supercharger - an der Hütte gibt es nämlich leider keine Lademöglichkeit. Unsere AirBnB Hosts hätten sicherlich was organisieren können, aber bei der hohen Dichte an Superchargern kommen wir auch gut ohne aus.

An der wirklich schönen Unterkunft angekommen ziehen wir erstmal ein Zwischenfazit.


Nach 1402 km haben wir einen Durchschnittsverbrauch von 162 Wh/km. In Anbetracht des durchwachsenen Wetters (von 5-18C und Regen-Trocken) geht der Wert völlig in Ordnung. Dadurch mussten wir bisher auch gerade mal 5 Supercharger ansteuern, in einer Welt mit noch mehr Destination-Chargern hätten uns sogar 3 Stops gereicht. Trotzdem haben wir bisher gerade mal 97 min geladen. Im Urlaub auf 1400 km und 3 Tage Reisezeit ist das für mich wirklich keine Einschränkung!

Die nächsten Tage werden wir uns voraussichtlich mehr bewegen als das Auto, aber danach gehts weiter nach Karlstad.

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Hach Schweden… da erinnere ich mich gerne an unseren Roadtrip mit dem Cabrio 2008 und z.B. die schöne Hütte bei Valdemarsvik:

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Super… Freue mich mehr zu lesen

Toller Bericht vielen Dank freue mich auf die Fortsetzung… Wäre toll, wenn Du naxh der Reise Deine route und Ziele teilst… Möchten auch eine Skandinavien Tour machen.

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Bitte weiter so :clap:t4: :smiley:

Tag 3&4: Hunnebostrand

  • Distanz: 31 km
  • Verbrauch: 196 Wh/km (65%->53% SOC)

Zwei wirklich schöne Tage gehen zu Ende. Wir waren wandern und hatten einen wundervollen Sonnenuntergang.


Die ca. 10 Fahrten mit jeweils nur wenigen km Strecke sind natürlich nicht die Paradedisziplin für niedrigste Verbräuche, aber mit knapp 200 Wh/km komme ich in so einer Zeit gut klar. Wir hatten extra ein paar Prozente mehr eingeplant sodass wir morgen noch mit guten 30% beim nächsten Supercharger ankommen sollten.

Leider war das Wetter heute nicht mehr so schön, und auch morgen soll es regnen, stürmen und nur noch 2C kalt werden.


Immerhin hat man so mal Zeit sich die ganze Parameter in Scan my Tesla mal in Ruhe anzuschauen. Interessant finde ich vor allem, dass sich die vom BMS erkannte Akkukapazität nun vollständig stabilisiert hat.

Aktuell vermeldet das BMS wieder 54.6 kWh für den gesamten Akku, wovon abzüglich des 5.5 kWh Puffers unter 0% noch 49.1 kWh zwischen 0 und 100% verbleiben. Damit ergibt sich aktuell wieder eine angezeigte Reichweite von 410 km (=54,6 kWh / 0,133 kWh/km). Auch die Trendkurve sieht nach dem Einbruch im Januar nun wieder deutlich besser aus. Es fehlt nur noch eine halbe kWh Kapazität, wobei die nach nun ca. 7000 km auch schon real weg sein könnte.

Es sieht also wirklich so aus als hätte Tesla die Kalibrierung des Akkus nun im Griff. Und wenn man sich nun tatsächlich darauf verlassen kann, kann man den Akku auch regelmäßig bis auf 0% runter fahren - denn ab da warten ja noch ca. 5 kWh oder konservativ gerechnete 25 km Reichweite.

Morgen gehts dann weiter nach Karlstad.

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Sehr schöner Bericht. Vielen Dank dafür.

Sind die Bilder alle von der Scan My Tesla App? Oder ist das noch eine andere`?