München - Schottland im Model 3 SR+ September ‘22

Hallo zusammen,

Nachdem ich letztes Jahr im Mai von unserer ersten größeren Rundreise im Tesla durch Schweden berichtet hatte (München - Schweden im Model 3 SR+ Mai '21), ging es anschließend noch auf weitere Langstrecken nach Kroatien, Österreich und Dänemark. Letztere allerdings ohne Berichterstattung hier im Forum. Die Fahrten haben allesamt wunderbar und ohne Komplikationen funktioniert und so soll auch der nächste Urlaub wieder voll-elektrisch und im Tesla stattfinden. Dieses mal jedoch wieder mit Bericht im Forum - ich hoffe es ist wieder für den einen oder anderen interessant.

Als Reiseziel haben wir uns dieses Mal Schottland ausgesucht. Fix waren 4 AirBnBs und ein Hotel gefunden - 14 Tage Reisedauer sollen es werden. Verbunden wird das ganze dann noch mit Besuchen bei der Familie sowie einer Hochzeit - die Fahrt muss sich ja lohnen.

Nachdem die Unterkünfte und damit die Route steht habe ich die lokalen Supercharger gesucht und überraschend wenig gefunden. Klar, die Hauptverkehrswege sind gut versorgt, aber je abgelegener und kleiner die Orte werden, desto dünner wird das Netz. Also mal lokal gesucht und den Anbieter ChargePlaceScotland (https://chargeplacescotland.org) gefunden. Die scheinen jede Menge AC und 50kW DC Ladeplätze zu haben - einige auch direkt bei unseren Unterkünften. Um nicht auf Mobilfunk angewiesen zu sein, haben wir sicherheitshalber die NFC Karte bestellt, und die wurde auch relativ fix geliefert.

Außerdem haben wir noch den Tesla UK Adapter sowie ein UK->Schuko Adapter inkl. Verlängerungskabel für den „Notfall“ dabei und werden wohl auch einiges an den Unterkünften laden können.

Los gehts am Mittwoch 14.09 Richtung Verwandtschaft und am Sonntag gehts dann auf die Fähre in Amsterdam um dann am Montag in Newcastle anzulanden.

Wie beim letzten Mal auch will ich sowohl ein paar technische Aspekte sowie die Ladeinfrastruktur belichten, aber auch kurze Einblicke in Landschaft und Urlaub geben. Falls euch etwas besonders interessiert (oder auch nicht) - könnt ihr es ja gerne schreiben.

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Mutig aber ich wüsche dir ganz viel Spaß und immer ein wenig Ladung im Auto :slight_smile:

Hört sich nach einem guten Plan an.
Gute Reise und gute Erholung.
Bin gespannt, was du berichtest. :slight_smile:

Voller Erwartung!
Dann brauchen wir vielleicht nächstes Jahr den Wagen nicht in Edinburgh stehen lassen und die Hostel-Bus-Touren buchen :wink:

Viel Spaß…

Gute Fahrt und einen schönen Urlaub. Ich freue mich auf den Bericht, besonders natürlich die „technischen Aspekte sowie die Ladeinfrastruktur“. Vorab schon mal vielen Dank für den Link zu ChargePlaceScotland.
Uns zieht es auch immer wieder auf die Insel (gute Freunde in Edinburgh und Thurso), bisher aber immer im Diesel. Der nächste Besuch wird ein Elektroabenteuer. :slight_smile:

Schottland unser Lieblingsreiseland… da wollen wir mit dem Wohnwagen hin, waren da schon drei mal, aber jeweils mit Verbrenner… alle Infos sind nun wertvoll… :wink: :grin:

Dass es einen parallelthread gibt, weißt du?

Da sind einige Tips und so drinnen

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Viel Spaß und schön berichten!

Wir waren in August in Schottland, der UMC-Adapter hat uns sehr gute Dienste geleistet. ChargePlaceScotland hatte ich im Vorfeld hier als heißen Tipp gelesen, die App ließ sich aber nicht installieren und am Ende habe ich darauf gepfiffen (und nicht vermisst). A propos App: Wer meint, in Deutschland gäbe es bezüglich Mobilfunk nur Empfangsinseln, war noch nicht in Schottland.

Nicht-Tesla Ladeinfrastruktur habe ich in GB nirgends verwendet
(Halt, stimmt nicht: Einmal habe ich testweise ein paar Prozent am Besucherzentrum der Glenturret Destillerie (Empfehlung!) geladen, da waren vier kostenlose Ladepunkte (die vollen mit Model 3 möglichen 11 kW habe ich bekommen);
in Schottland selber nicht mal das - wir durften, vorher geklärt, beim Hotel laden (mit max 7 Ampere, darüber flog immer die Sicherung).

Wir waren allerdings nur überwiegend in der näheren Umgebung unterwegs. Die längste Tagestour war ein Roundtrip von St. Fillans (Hotel) über Fort William, Inverness und Aviemore zurück zum Hotel, gesamt gerade mal 275 Meilen (443 km). Ich dachte erst, ich müsste da in Aviemore am SuC zwischenladen, war aber am Ende nicht erforderlich (Abfahrt SoC 94%, Ankunft am Hotel mit 4%). Ich liebe die Effizienz meines roten Einhorns… natürlich liegt das auch an den sehr verbrauchsfreundlichen Geschwindigkeitslimits dort.

Schottland (und auch vorher die englischen Midlands = Yorkshire Dales) ist schon toll, sehr angenehmes Völkchen dort. Aber als passionierte Norwegenfahrer wurden wir landschaftlich nicht unbedingt von den Socken gerissen. Nicht falsch verstehen: Sollte man unbedingt mal gesehen haben! Nur, so schnell werden wir nicht wieder nach GB fahren. Dann eher mal nach Irland :wink:

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Sehr schön!
Ich liebe Reiseberichte!

Ich wünsche euch eine schöne und gute Reise und ganz viel Spaß!
Für King Charles III. kommt ihr ja leider ein paar Tage zu spät.
Ich habe seine Ankunft in Edinburgh kurz live im Web gesehen und finde die städtische Architektur sehr interessant.
Die Landschaft ist natürlich eine echte Augenweide.
Lasst Glencoe nicht aus!
Über Fotos freuen wir uns natürlich auch! :laughing:
:+1:t2:

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Bei so viel Interesse schreibt es sich doch gleich noch viel leichter🥳 Die ersten Tage waren allerdings mit Rest-Arbeit, privaten Veranstaltungen und vielen Fahrten etwas stressig, sodass ich erst jetzt dazu komme - die nächsten Tage kommt der Rest aber schnell dazu.

Mittwoch 14.09.2022
Strecke: München → Braunschweig
Entfernung: 618 km
Fahrzeit: 6:05 (5:28 Fahrzeit + 0:32 Ladezeit)
Verbrauch: 170 Wh/km

Heute ging es endlich los! Nach langer Planung und viel Arbeit steht jetzt endlich mal wieder ein Tesla Roadtrip an. Unseren Frühjahres-Urlaub haben wir in Kanada mit einem Verbrenner verbracht, und da sind wir jetzt doch sehr froh dass es jetzt wieder voll-elektrisch voran geht.

Unser Streitwagen ist ein blauer Tesla Model 3 SR+ 55kWh (Friday) von 09/21 mit (zu Beginn) rund 17.000 km. Software zum Start ist 2022.20.8.

Die erste Etappe kennen wir relativ gut, denn es sind die gut 600 km von München nach Braunschweig zu unseren Eltern. Wir haben geplant die ersten Tage bei den Schwiegereltern zu verbringen, von wo aus wir weiter zu einer Hochzeit nach Weeze fahren. Von da gehts dann durch die Niederlande nach Amsterdam auf die Fähre Richtung Newcastle upon Tyne und von da weiter nach Schottland.

Aber zurück zum Anfang. Wir starten die Reise mit fast vollem Akku (99%) aus der heimischen Garage, allerdings ohne den Akku oder den Innenraum vorzuklimatisieren. Bei 18°C innen, und fast 28°C außen auch nicht weiter notwendig. Auf die 600 km größtenteils entlang der A9 gibt es wirklich viele Supercharger und weitere sind noch im Bau. Meistens fahren wir die Strecke im Sommer mit 2, im Winter auch mal mit 3 Stops.

Der Akku kommt bei sommerlichem Wetter wirklich gut auf Temperatur, hier ist das Temperaturprofil über die ganze Strecke. Die „Wohlfühl 35°C“ sind nach ca. 40 min erreicht und vor jedem Supercharger muss der Tesla nur kurz vorheizen.

Das spart natürlich auch jede Menge Energie im Vergleich zum Winter. Ich habe mal im Vergleich diese Fahrt (September, 13-27°C, Durchschnitt 18°C, 2 Ladestopps) und eine Fahrt Ende Dezember letzten Jahres (ca. 0°C, 3 Stopps, identische Strecke) gegenübergestellt. Einmal läuft die Akku-Heizung lediglich 8% der Zeit, einmal mehr als 40%.

Heute führt der erste Stint von München nach Münchberg Nord, ca. 280 km und 2:30. Der Verkehr war völlig in Ordnung und so sind wir nach dem Stadtverkehr in München größtenteils mit 130 km/h gefahren.

In Münchberg Nord gibt es zum Glück seid einiger Zeit ein V3 Gleichrichter mit 4 Stalls, der die bestehenden V2 Stalls sehr gut erweitert. Der Ladestop lag bei 13 min von 13% → 58%, wurde allerdings durch Power-Sharing ausgebremst. Es lud ein Model S als ich ankam, kurz danach kamen ein Model 3 und ein Model Y. Scheinbar reicht das um einen V3 Gleichrichter auszureizen aus, wir haben nachdem das Model Y angesteckt hatte nur noch ca. 95kW statt der vorherigen 120kW. Man hätte natürlich an einen freien V2 umstecken können, aber wir wollten ja eh bald los und so hat es sich nicht mehr gelohnt.

Weiter ging es zum nächsten Supercharger nähe Schkeuditz (Leipzig Flughafen). Die zweite Etappe waren etwa 150km und 1:20h. Wir sind wiederum die meiste Zeit mit Tempomat 130 km/h gefahren - für uns ein guter Kompromiss aus Reiszeit und ökologischen/ökonomischen Interessen. In Schkeuditz haben wir dann in 19 min von 16% → 77% aufgeladen.

Letze Etappe bis Braunschweig sind dann nochmal knapp 190 km die wir in 1:39 bewältigt haben. Da wir heute das erste Mal die Chance auf eine <6h Zeit hatten, haben wir es auch am Ende darauf angelegt mit längeren Passagen 150 km/h, aber wir hatten dafür schon zu wenig ambitioniert auf den ersten Etappen vorgelegt sodass am Ende doch 6:05 auf der Uhr standen - trotzdem eine super Zeit!

Am Ziel angekommen gabs dann erstmal frischen Strom über CEE rot → CEE blau → UMC (12A) und nach kurzen 20 Stunden war der Akku dann am nächsten Tag auch wieder voll. Da wir sowieso erst am Samstag weiter wollen, kein Problem.

Parallel gibt es über WLAN auch gleich noch ein Software Update auf 2022.24.1 und damit Tesla Vision AP - Tempomat ohne Radar also, mit den damit einhergehenden Vorraussetzungen (zB Fernlichtassistent ein). Wir werden sehen wie gut das funktioniert - genug Gelegenheiten zum Testen sollte es ja geben. Software Update auf 2022.28.2 steht dann auch noch an, aber dafür hatten wir keine Zeit mehr.

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Samstag 17.09.2022
Strecke: Braunschweig → Weeze
Entfernung: 470 km
Fahrzeit: 5:37 (5:07 Fahrzeit + 0:30 (Schnell-)Ladezeit)
Verbrauch: 172 Wh/km

Heute ging es auf die letzte „Zwischenetappe“ bevor es endlich Richtung Schottland und in den Urlaub geht. Trotzdem ist jetzt auch das letzte Meeting erledigt, und die letzte Mail geschrieben - da kommt schon etwas Vorfreude auf!

Die letzte Etappe führt uns von Braunschweig nach Weeze zu einer Hochzeit - die Angaben zu den Fahrzeiten und Entfernungen beinhalten aber auch noch das hin- und hergefahre vor Ort. Aufgrund von einer „Baustelle“ am Haus der Schwiegereltern konnte wir denn Akku nicht mehr ganz voll machen und auch nicht vorkonditionieren. Sollte aber kein Problem sein, der geplante Supercharger Lippetal liegt in idealer Entfernung von ca. 250 km.

Nach einer kühlen Nacht hat der Akku am Morgen lediglich ca. 12°C. Auf den nächsten 1:45 erhitzt sich der Akku dann auf ca. 29°C über die passiven Möglichkeiten (Wärme aus Leistungselektronik, Motoren, Innenwiderstand vom Akku selbst, …) des Octovalves. Und das bei um die 12°C Außentemperatur und Regen. Lediglich auf den letzten 18 min wird die aktive Akkuheizung aktiviert um auf die erforderlichen 40.5°C Zelltemperatur zu kommen.

Der Plot zeigt auch ganz deutlich woher die ca. 2-4 kW Heizleistung kommen - zumindest zum Teil - aus dem hinteren Motor der in diesem Scenario zur Wärmeerzeugung bewusst in einem ineffizienten Modus gefahren wird. Wie viel noch zusätzlich aus der Wärmepumpe kommt, kann ich leider schlecht sehen da ja weder der „Ineffizienz“-Teil der Motoren noch der WP Teil für Innenraum bzw. Sonstiges ausgewiesen wird. Aber zumindest sieht man deutlich dass die Motoren in der aktuellen Firmware noch zum aufheizen genutzt werden.

Der erste Ladestopp am Supercharger Lippetal war nach der perfekten Vorkonditionierung auch ziemlich nah dran an der aktuell perfekten Ladekurve (Plateau 167kW bis 10% und dann langsam runter bis 110kW bei 50%). Geladen wurde von 3% → 80% in lediglich 22 min. Wir haben deutlich mehr geladen als für die verbliebenen 145 km benötigt, aber bei einer Hochzeit und ohne fixe Lademöglichkeit will man ja nicht mit leerem Akku ankommen.

Anschließend ging es weiter und wir haben einen ungeplanten Stopp eingefügt - nicht fürs Auto aber für die Blase. Wenn man aber schon da steht, kann man ja auch gleich etwas laden. Leider stand am 350kW Lader schon eine Zoe (sicher sinnvoll) und so gab es nur einen 50kW Triple-Charger.

Während der kurzen Bio-Pause inkl. Zwischen-Snack konnten wir so aber trotzdem immerhin von 50% → 60% laden und damit den Puffer noch etwas weiter ausbauen. Interessant waren noch zwei Beobachtungen:

  1. Der Tesla beschwert sich anscheinend (neuerdings?!) wenn man ohne Vorkonditionierung an einen HPC fährt - super sinnvoll um die Möglichkeiten auch in der breiten Masse bekannt zu machen.

  1. Tesla zeigt anscheinend neuerdings bei DC Ladungen auch die Input-Power an, und nicht mehr die Leistung die in den Akku geht. Ursprünglich war es bei AC Laden so, dass die Eingangsleistung (also zB 16A * 230V * 3 Phasen = 11kW) angezeigt wurde, auch wenn womöglich 7kW davon in die Akkuheizung flossen, und lediglich 3-4kW in das aufladen des Akkus. Beim DC Laden war es jedoch bisher so, dass auch die tatsächlich in den Akku gehende Leistung angezeigt wurde, und nicht das was von der Ladestation beim Auto ankommt.

Nach der wirklich schönen Trauung ging es dann zur nahegelegenen Party-Location am Tierpark-Weeze. Dort hatte ich schon von einer Ladesäule gelesen und so war es dann auch. Also auch hier direkt wieder angeschlossen - wer weiß wie es nachher beim Hotel aussieht. In der guten Stunde vom Empfang sind so auch gleich wieder 10kWh hinzugekommen sodass wir jetzt wieder von 38% → 58% geladen waren. Abends bei der Party konnten wir dann nicht mehr laden (mussten wir auch nicht…) da der Parkplatz wohl offiziell nur während der Tierpark-Öffnungszeiten zugänglich ist.

Von hier ging es Zwischendurch zum Hotel für einen kurzen Power-Nap. Wenn der Mensch eine Pause hat, darf es dem Tesla natürlich auch nicht schlecht gehen. Also kurzerhand mal nach den regionalen Köstlichkeiten gesucht und auch direkt mehrere Ladesäulen im Umkreis gefunden. Auch direkt am Hotel-Parkplatz (gelber Pfeil) baut die Stadt eine neue Ladesäule, wird allerdings leider erst in ein paar Wochen eröffnet. Dann ist es aber wirklich praktisch weil man die Säule wohl sowohl vom zeitweise gebührenpflichtigen öffentlichen Parkplatz, aber auch vom Hotel-Parkplatz nutzen kann.

Die 2:15 an der Ladesäule auf dem naheliegenden Parkplatz reichen trotzdem gut aus um den Akku von 53% → 98% aufzufüllen. Nach einer weiteren Fahrt zur Party-Location und zurück am Abend bleiben damit noch ca. 85% für den nächsten Tag. Mehr als genug!

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Sonntag 18.09.2022
Strecke: Weeze → IJmuiden (Amsterdam)
Entfernung: 205 km
Fahrzeit: 2:38 (Fahrzeit)
Verbrauch: 151 Wh/km

Nachdem jetzt auch der letzte offizielle Termin abgehakt ist, gehts heute endlich los in den Urlaub Richtung Schottland. Nach einem leckeren Frühstück im Hotel, gehts auf Richtung Amsterdam. Die Fähre geht heute um 17:30 - und so wollen wir den Tag noch für einen Kurzbesuch in Amsterdam nutzen. Los gehts mit 86% im Akku, das sollte reichen um von hier bis zur Fähre und in UK zum ersten SUC zu kommen, aber wenn alles nach Plan läuft können wir auch beim Parken in Amsterdam laden.

Amsterdam bietet nämlich ein umfassendes Park & Ride Angebot an. Wir entscheiden uns für das P&R Parkhaus an der ArenA (Stadion von Ajax Amsterdam). Hier gibt es sehr viele Parkplätze, ca. 20 AC Ladesäulen sowie eine super Infrastrukturanbindung durch die Metro. Diese fährt alle 12 min und braucht lediglich 20 min in die Innenstadt. Dafür bezahlt man 1€ Parkgebühr + 5.50€ für 2 Personen in die Innenstadt und zurück - ein super Modell um die Innenstadt zu entlasten.


Während wir uns das leider sehr verregnete Amsterdam anschauen und noch ein paar Snacks für die Überfahrt besorgen, lädt der Tesla in der Zwischenzeit von 36% → 84%.

Gestärkt gehts weiter nach IJmuiden zum DFDS Fährterminal. Die King Seaways wartet schon auf uns und so können wir nach kurzer Ticket und Pass-Kontrolle auch direkt aufs Schiff. Der Parkplatz ist perfekt am Ende der Hebe-Fläche mit ausreichend Platz in alle Richtungen. Insgesamt wirken die Mitarbeiter eher entspannt was das parken angeht - eine angenehme Überraschung.



(Das Tesla Navi weiß immer sehr genau wo man ist - zumindest vorerst…)

Leider hat sich das Wetter nicht zum besseren gewendet und so verschwinden wir nach kurzer Schiffsbesichtigung aufs Zimmer und nutzen die Zeit für das schreiben eines Reiseberichts :blush: Nach einer Nacht auf dem Schiff werden wir morgen früh gegen 9:15 Ortszeit in Newcastle upon Tyne anlanden und dann von dort Richtung Schottland fahren.

Kurzes Zwischenfazit bis hierher. Bis jetzt haben wir insgesamt 1.303 km gemacht und dafür 209 kWh verbraucht - also 161 Wh/km. Ich gehe davon aus, dass der Wert in Großbritannien bei niedrigeren Geschwindigkeiten und ganz in Ruhe eher noch nach unten gehen wird. Aber insgesamt trotzdem ein super Wert, insbesondere wenn man bedenkt, dass wir einen großen Teil der Strecke mit >130 km/h gemacht haben.

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Da waren wir auch - wirklich sehr empfehlenswert!

Freut euch in GB schon mal über die dort schon wirklich sehr gut funktionierende Schildererkennung!

Montag 19.09.2022
Strecke: Newcastle → Edinburgh
Entfernung: 207 km
Fahrzeit: 2:58 (2:43 Fahrzeit + 0:15 Ladezeit)
Verbrauch: 148 Wh/km

Leider war der Überfahrt nach Newcastle sehr rau, sodass wir die Nacht mehr wach als schlafend verbracht haben. Aber nach knapp 15 Stunden „Schiffschaukel“ geht die Sonne auf und die letzte Stunde auf der Fähre können wir dann mit schöner Aussicht von Deck auf blauen Himmel + Sonne, die nicht mehr ganz so raue See und die näher kommende britische Küste verbringen.


Kurz darauf begeben wir uns zum Auto, und ich beginne mich mental darauf einzustellen von nun an auf der falschen Fahrbahn-Seite zu fahren. Der Tesla ist anscheinend noch nicht bereit, zeigt den Standort noch in IJmuiden an und auch die Scheinwerfer sind noch auf Rechtsverkehr eingestellt (bin sehr gespannt ob sich das noch ändert - dazu gibts ja unterschiedliche Berichte).

Dass das Navi einen Moment braucht um nach einer etwas längeren Fährüberfahrt wieder den neuen Standort zu ermitteln kennen wir ja schon aus unseren letzten Urlauben, z.B. im letzten Schweden Urlaub. Heute dauert es allerdings unangenehm lange, sodass wir nach 20 min auf einem Rastplatz kurz anhalten um den Tesla abzuschalten und kurz „schlafen“ lassen. Nach 10 min gehts weiter, allerdings laut Tesla Navi immer noch in den Niederlanden. Nach weiteren 20 min ohne Besserung rufen wir dann beim Tesla-Service an. Zu meiner Überraschung geht nach nichtmal 2 min jemand dran, der sich auch direkt auf das Fahrzeug schaltet und sehen kann dass das GPS-Modul mehrere Satelliten sieht, jedoch nicht fixt. Er sagt wir sollen das Auto nochmal eine halbe Stunde stehen lassen - das Problem soll sich dann von selbst lösen.


Wir überlassen die Navigation also weiter Google Maps auf dem Handy, und das Tesla Navi versucht verzweifelt uns über das IJssel-Meer zu lotsen. Das Tesla Navi lassen wir aber an, denn es hat auch in den Niederlanden einen Supercharger angepeilt und so läuft zumindest die Vorkonditionierung des Akkus - nicht perfekt da nicht die ganze Zeit, aber zumindest kommt etwas Wärme in den Akku.

Gestartet sind wir heute morgen mit 71% SoC an der Fähre, bis Edinburgh sind es knapp 200 km. Das ginge also auch ohne Ladestopp, aber da wir noch etwas um und durch die Stadt fahren wollen, hatten wir noch einen Stopp am SuC Adderstone eingeplant. Außerdem haben wir aufgrund des Seegangs auch Abendbrot und Frühstück ausgelassen, und so ist der Ladestopp eine willkommene Gelegenheit um dies nachzuholen.

Trotz nicht idealer Akkutemperatur gibt es immerhin gut 100 kW bei 45% SoC, und in 15 min gehts bis auf 84%. Leider hat der Tesla auch nach dem Ladestopp noch immer nicht die richtige Position, aber wir müssen auch aktuell nur der A1 weiter folgen, das geht auch ohne Navi. Wie man aus der Karte entnehmen kann, hat sich die Position dann zu unserer großen Überraschung doch noch kurz vor Edinburgh aktualisiert und auf einmal geht wieder alles.

Jetzt gehen wir erstmal die Stadt erkunden und sind beeindruckt von den vielen historischen und sehr schönen Gebäuden. Ganz klischeehaft gibt es an vielen Ecken der Altstadt auch Dudelsack-Spieler und Folklore-Gesang. Ein schöner Start nach Schottland, aber wir sind auch froh dass wir in den nächsten Tagen eher aufs Land und in die Natur kommen.


(Ross Fountain vor Edinburgh Castle)

(St. Gilles Cathedral)

(Blick auf die Altstadt über East Princes Street Gardens)

Nach der Tour durch die Stadt gehts mit dem Tesla zum Hotel. Wir haben im „The Scholar“ ein Zimmer gebucht, was anscheinend während des Semesters ein Studentenhotel ist, aber außerhalb der Lehrzeit auch an Touristen vermietet wird. Das Hotel wurde anscheinend vor nicht all zu langer Zeit renoviert und die Zimmer sind wirklich schön gemacht. Insbesondere haben wir das Hotel aber ausgewählt weil es eine Ladestation gibt. Nach kurzer Nachfrage an der Rezeption wird klar dass es sich dabei um insgesamt 12 öffentliche Ladepunkte 2 min vom Hotel handelt.


Jetzt kommt auch direkt zum ersten Mal die ChargePlaceScottland Karte zum Einsatz - die Ladepunkte gehören nämlich zu dem Netzwerk. Wenn man sich die Karte mal anschaut sind die Standorte wirklich sehr gut verteilt, allerdings ist das Preismodell genau so divers wie die Standorte. Dieser Standort ist z.B. kostenlos, viele AC Ladepunkte liegen bei 0.24 Pfund/kWh ohne Zeitbegrenzung, 50 kW Triplecharger kosten häufig 0.30 Pfund/kWh + 1.50 Pfund Aktivierungsgebühr + 1.50 Pfund nach X Stunden. Es gibt jedoch auch viele weiter Optionen, z.B. mit einer Höchstgebühr. Unübersichtlich aber trotzdem eigentlich immer sehr fair.

Insbesondere nachdem Tesla die Preise gerade in Europa massiv erhöht hat (UK z.B. größtenteils 0.67 Pfund/kWh), ist es schön dass wir bei ChargePlaceScottland im Schnitt bei unter 0.30 €/kWh liegen.

Hier gehts jetzt über Nacht von 47% → 100%, wobei interessant zu sehen ist, dass der Tesla durch Sentry Mode immer wieder etwas Energie verbraucht und dann alle ungefähr 3 Stunden wieder nachlädt.

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