Modell Y Bestellung stornieren oder nicht?

Wenn es um den reinen Kostenfaktor geht, hängt das mMn von zu vielen Faktoren ab, als dass man da eine allgemeine Aussage treffen könnte. Die Mehrheit hier vertritt ja eher die Ansicht, dass BEV in jedem Fall günstiger ist/sein wird. Das ist aber einfach von zu vielen subjektiven Faktoren abhängig, die du dir nur für dich selbst ausrechnen kannst.

Maßgeblich ist natürlich, für welchen Preis du durchschnittlich laden kannst/können wirst und der Kraftstoffpreis. Ich habe es z.B. mal für mich individuell durchgerechnet und da wird mich das Model Y wahrscheinlich mehr kosten, als mein bisheriges Fahrzeug (ja auch mit THG Quote und der wegfallenden KFZ Steuer von in meinem Fall 36 €/Jahr und jährlichem Servicekosten etc.). Aber wir sprechen da eben auch nicht über vergleichbare Fahrzeugklassen. Außerdem kann man das auch immer nur mit den Preisen der Vergangenheit/Gegenwart errechnen - niemand kann seriös vorhersehen, was der Ladestrom in 1-2 Jahren kostet oder eben der Kraftstoff.

Ich halte an meiner Bestellung fest, weil ich einfach Bock auf Elektro und insbesondere riesige Vorfreude auf einen Tesla habe. Ob mich das im Jahr jetzt 200 Euro (300/400/500) mehr oder weniger kostet, ist mir einfach egal. Wenn ich was spare, super. Wenn ich drauflege- auch ok, kann ich mir in so einem überschaubaren Rahmen leisten. Daher wäre mein Tipp, entscheide nicht nur rational nach Geldbeutel, sondern mach worauf du Lust hast.

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Da möchte ich dir widersprechen. Maßgeblich sind nicht die Ladekosten. Die sind sowieso im Verbrenner Vergleich noch günstig. Selbst wenn du nur SuC lädst.

Maßgeblich sind meiner Meinung die laufenden Betriebskosten und der Wiederverkauf/Wertverlust.

Wie ich schon schrieb, der Wertverlust wird dir durch die Bafa negiert und eher springt hinterher ein Benefit raus.

Der Wiederverkauf wird ebenfalls einen deutlich höheren wie bei Verbrennern üblichen Preis erzielen. Der Sog aus den nordischen Ländern etc. wird nicht abebben.

Also wird man am Fahrzeug selbst kaum Abschläge hinnehmen. Solange die Finanzierung nicht zu günstig gewählt wurde. Die Laufleistung ist beim Elektro eher zweitrangig. Man gibt die Fahrzeuge lieber früher ab, grade bei Tesla vielleicht meiner Meinung nach bevor die erste Garantie wegfällt. Gutes Verkaufsargument immer, volle Restgarantie.

Eine Rate von 500-700€ im Monat wird den Verlust darstellen. Ggf. keine Anzahlung leisten oder nur die Bafa aufwenden.

Weitere Kosten neben Versicherung? Reifen halten trotz der Leistung lange. Ich habe schwere Füße und bin schnell unterwegs.

Verschleißteile gibt es sonst keine.
Bremsen werden eher nicht genutzt.
Der Rest wäre Garantie und wenn man über die erste Stufe raus fährt sollte man vorher über einen guten End of Warranty Check nachdenken. Das kann sich lohnen. Mir scheint, das Auto ist recht schwer und es gibt ein paar nicht gut konstruierte Teile die frühzeitig die Grätsche machen. Wenn das vorher nochmal ausgetauscht wurde - Tesla Garantie greift - hat man bis 120.000/160.000 Km keine Kosten. Außer man fährt ihn kaputt.

Mit grob 20 Kilowattstunden auf 100 Kilometer Verbrauch haben wir derzeit ca. 14 Euro/70 Cent am Suc.

Das stellt meines Erachtens die derzeitige mittelfristige Preisentwicklung bereits dar.
Die anderen Schnellladeranbieter sind so bis 89 Cent dabei.
Große Sprünge haben wir jetzt bekommen.
Ich denke in Richtung 1€ pro Kilowattstunde wird’s noch gehen. Vermutlich nicht mehr dieses Jahr. Aber vorstellbar wenn der ganze Mist auf der Welt weiter so andauert und wir keine Lösungen finden, wird die Kilowattstunde sich ungefähr so einpendeln.

Sind wir mal ehrlich, welcher Verbrenner kann bei 400 PS zu Teslapreisen besessen und bezahlt werden?

Nichts was daherkommt in diesen Bereichen (und ich habe schon entsprechende Porsches, Mercedes bewegt) kommt ansatzweise auf diese niedrigen Kosten.

Selbst ein 3 Liter Diesel hat, bei der notwendigen sportlichen Fahrweise um mit einem Elektroauto mithalten zu können, einen Kraftstoffverbrauch ebenfalls um die 20€ auf 100 Kilometer. 10-12 Liter Diesel kann man da auf Langstrecke durchhauen.
Derzeit liegen die Elektroautos also sogar bei den gestiegenen Preisen noch deutlich drunter.
Wer seinen Gasfuss wegen den Preisen zügelt und den 3 Liter Diesel mit 7 Litern auf 100 Kilometer bewegt, Respekt - der wird aber den Tesla auch eher mit 14-16 Kilowattstunden bewegen. Also im Kraftstoffvergleich geht sich das nicht deutlich aus.

Selbst wenn der TE nur an den SuC fährt, was ich bei günstigeren Alternativen nicht raten würde, ist er noch günstiger unterwegs.

Also verstehe ich das Gejammer nicht.

Kurze Rechenidee:
Die 45.000€ für den angepeilten Verbrenner sind weg. Wenn der 2-3 Jahre gemolken wurde, in dem Bereich war der auch nicht neu, steht da vielleicht ein A6 mit dann über 200.000/250.000 Kilometern. Runter gewirtschaftet. Wenn der noch 20.000€ bringt, muss er gut in Schuss sein und viel Liebe bekommen haben.
In der Zeit hat er aber massiv Steuer gekostet.
Mindesten drei fette Inspektionen mit reichlich Verschleissteilen. Einmal mindestens Bremsen mit Belägen rundum. Einmal Beläge zusätzlich. Öl für den Monstermotor. Also ich denke mal rund 5.000€ Verschleisskosten.

Also grob 20.000€ Verlust am Fahrzeug. 5.000€ Wartung oder fahren und beten und nix machen. Wer das so betreibt und mit dem Auto Geld verdient, verdient wahrscheinlich doch nicht genug.
Den das ist meist deutlich teurer aber unkalkulierbarer. Die Ausgaben für sowas sind eh immer im falschen Moment. Daher habe ich früher 2-3 Jahre geleased und weg damit bevor der Ärger anfängt.

Ich denke, selbst wenn wir den Verlust am Fahrzeug mal außer Acht lassen, rechnet sich der Verbrenner weder bei den Kraftstoffpreisen noch bei den Ausgaben für den Verschleiß oder die Steuer. Bei der Versicherung sind die Elektros auch bisher für mich immer noch günstiger im Unterhalt.

Je mehr man fährt, um so billiger wird’s. Klingt Schizophren aber ist so. Wir reisen seit dem viel mehr. Natürlich Coronbedingt auf den Geschmack gekommen. Öfter weg wie früher nur mal 2 längere Reisen im Jahr in die Ferne.
Aber ich fahre auch viel mehr beruflich. Was sich auch wieder positiv auf meine Zahlen auswirkt. Ich also mehr Aufträge erledigt bekomme und die Provision besser wird. Das Auto ist das ideale Büroauto. Ich kann darin arbeiten, telefonieren und mich ausruhen und entspannen zwischen zwei Terminen.

Das Risiko der reduzierteren Bafa, ok. Die steigenden Ladekosten habe ich an der Zapfsäule beim Sprit auch. Also kein Argument.

Die Verschleisskosten hängen einem hier beim Verbrenner wie ein Müllstein um den Hals.

All das tausche ich gegen 1/2/3 elektrische Jahre ein. Ohne großes Risiko. Tolles Fahrgefühl und in der heutigen hektischen unberechenbaren Zeit mit einem festen finanziellen Aufwand jeden Monat den ich endlich kalkulieren kann.

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Das ist ja genau der Punkt den ich meine. Es ist viel zu individuell, als dass man da so pauschale Aussagen treffen kann. Da hängt einfach für eine Betrachtung über die nächsten 3-5 Jahre einiges an der Glaskugel. Nur dieses immer wiederholte narrativ „BEV immer günstiger als Verbrenner“ sehe ich in dieser Absolutheit eben nicht mehr. Und für mich persönlich gerechnet wird das Model Y eben deutlich teurer als der bestehende PKW. Selbstverständlich - wie erwähnt - ist mein Verbrenner in einer komplett anderen Fahrzeugklassen und hat nicht annähernd eine vergleichbare Leistung. Aber ich muss ja vergleichen mit dem, was ich habe, nicht mit dem, was dem Model Y gleichkommt. Dadurch werden einige Kosten, allen voran die Versicherung, sich geradezu vervielfachen- auch ein Satz neue Reifen dürfte für den Y dann locker mal 2-2,5 mal so viel Kosten.

Im Ergebnis kann ich viele der von dir genannten Faktoren gut nachvollziehen, bleibe aber dabei, dass da jeder für sich selbst entscheiden muss und dabei natürlich nicht unwichtig die Frage ist „Schau ich mir aufs Geld oder hab ich einfach Bock auf XYZ?“.

Und ich hab richtig Bock drauf! :slight_smile:

Ich bin seit 02/19 elektrisch.
Ich fahre viele Kilometer. In der Stadt. Über Land. Autobahn. Jedes Jahr.
Ich habe viele Fahrzeuge gefahren. Auch großvolumige Verbrenner namhafter Hersteller im Premiumsegment.

Das ist somit kein Blick in die Glaskugel.

Die Energiepreise werden die von mir beschrieben Ausgaben für Betrieb und Unterhalt eines Verbrenners niemals erreichen, da parallel auch die Kraftstoffkosten steigen werden. Das ist also kein Argument.

Der Wertverlust findet in der Form eines Verbrenner ebenfalls nicht statt. Selbst wenn wir mal die Bafa Geschenke und die guten Absatzmöglichkeiten für gebrauchte Tesla beiseite lassen.
Selbst wenn du den Verbrenner wenig fährst ist er nach 3 Jahren deutlich weniger wert. Fährst du ihn viel, verliert er noch mehr. Allerdings ist’s hier wie beim Elektro. Die großen Geschäftslimos sind irgendwann relativ stabil und haben jenseits von 200.000 Kilometern noch einen Markt in einem 5stelligen Bereich. Ich kenne die armen Seelen sie sich dann so einen A8 vors Haus stellen. Groschengrab.

Der Vorteil, sowohl privat aber vor allem wegen Geschäft ist - die Aufwendungen für die nächsten 1/2/3 Jahre sind in einer sehr genauen Breite ausrechen und darstellbar.

Das würde ich mich mit einem Verbrenner nach Ablauf der Garantie so nicht trauen. Wenn er dann jenseits der 100.000 einschwenkt und noch durchhalten muss.

Auch wenn du einen neuen Mercedes abholst kannst du die nächste Inspektion bei meinen Laufleistungen schon vereinbaren. Und die ersten 500€ - 700€ bereit legen.

Beim Tesla nutze ich die Zeit ohne Werkstattbesuche und den Wegfall vom ganzen organisatorischen Aufwand z. B. um mich über günstige Lademöglichkeiten zu informieren und mein Streckenprofil entsprechend zu optimieren um Tesla eben keine 70 Cent in den Rachen zu werfen. Den das Ladenetz haben wir mit aufgebaut und bezahlt. Jetzt werden wir mit unserem eigenen Geld zur Kasse gebeten. Das mag ich nicht.

Wie eingangs oben erwähnt hoffe ich, dass Tesla nicht einfach nur wie viele Konzerne zu gierig wird sondern bereits die nächsten Monate Strompreiserhöhungen jetzt schon eingepreist hat. So war es bisher schon bei mir zweimal. Den letzten oder die zwei letzten Monate bei einer neuen Spirale wurde SuC wieder interessant. Aber das ist keine Basis bei mir für Kundentreue.

So oder so sind die Ladepreise günstiger wie vergleichbare Verbrenner.
Mit Leuten die jetzt vom VW Konzern oder einem Mittelklassealltagsauto wechseln und relativ überschaubare Kilometer gefahren sind, ist meine bisherige Erfahrung, kann man über Zahlen aber eh nicht reden. Die haben getankt wenn’s notwendig war. Sind in die Werkstatt wenn Zeit war. Haben den Wertverlust akzeptiert wenn sie ein neues Auto wollten. Die sehen oft Sorgen die keine sind aber haben nicht die Vorstellungskraft Chancen zu erkennen und sich in die Materie reinzudenken. Die Mehrzahl ist auch zu bequem um sich außerhalb des SuC ne Alternative zu suchen die nur halb so teuer ist.
Die Welt kann man ist erster Linie nir bei sich selbst beginnen zu ändern. Und ich freue mich schon, wenn überhaupt Fragen gestellt werden. Den Ehrgeiz zu überzeugen habe ich auch. Aber in den Dimensionen muss das eh jeder mit sich selbst ausmachen.
Wer aber die Chancen nicht sehen mag, sich in Anbetracht des Investments wegen geschenktem Bafageld weniger sorgt und dann nicht Strom gegen Kraftstoff rechnen bzw. akzeptieren mag, das es auch bei 1€ pro Kilowattstunde noch ein guter Deal ist, dem kann man nicht helfen. Der ist in den Grundzügen schon beratungsresistent und hat wahrscheinlich eher auch wegen der Prämie gekauft. Aber an den paar Euro weniger und etwas mehr Verbrauchskosten sollte man es nicht scheitern lassen, viele Schritte zurück machen und sich einen alten Stinker holen. In 3-5 Jahren werden sich da die Wertverluste vermutlich stärker auswirken wie man heute einkalkuliert.

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Die zitierte Passage und weitere Sätze deines Beitrages finde ich irgendwie nicht so toll, klingt überheblich in meinen Ohren, weil du Leuten mit anderen Erfahrungswerten direkt mal Beratungsresistenz und Unverständnis unterstellst. Die kleine Schelle Richtung Fahrern von VW Konzern PKWs oder Mittelklassealltagsautos tut dann sein Übriges, dass ich mit dir nicht weiter diskutieren möchte, da mir eine solche „Diskussionskultur“ nicht gefällt.

Aber wir driften ab. Zur Frage stornieren oder nicht finden der Threadersteller hier eine große Auswahl an tollen Argumenten und Punkten, die er berücksichtigen kann.

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@badman: Danke für deine beiden langen und wirklich weiterführenden Beiträge hier. Sehr überlegt und gut geschrieben!

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Ist vermutlich etwas früh, um bereits einen zuverlässigen Auslieferungstermin zu bekommen. Ich denke, Du hast noch Zeit und im Zweifel einfach storniern, wenn die der tatsächliche Termin nicht gefällt.

Habe selbst dieses Jahr einen Y und einen 3 bestellt. Hier die Ausliferungsterminralley (so aus dem Kopf)

MY: Beim Bestellen September 22 → Oktober → Dezember → Februar 23 → Oktober → November > August → September → am 10.09 bekommen

M3: Beim Bestellen Mai 23 → April 23 → Juni 23 → März 23 - > Februar 23 → Januar 23 → Dezember 22 → November 22 → Oktober 22 (aktueller Stand!)

Tesla Auslieferungs-Kasino (ALK :wink: )

Danke für deinen Einwurf. Ich nehm mir das zu Herzen.

Sind halt leider negative Erfahrungswerte im beruflichen und privaten Umfeld. Auch wenn man öffentlich unterwegs ist, bekommt man da Gegenwind.

Es ist wohl ungünstig Frust durchgeschlagen.

Es war keineswegs überheblich gemeint noch wollte ich herabwürdigen was andere Erfahrungen betrifft.

Mea Culpa.

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Danke für all die tollen Antworten. Bin jetzt wieder auf der Spur Model Y😉

Nun bin ich gerade in Norwegen, Urlaub machen und neben den vielen Teslas sieht man auch sehr viele eTron. Als 2020 er Baujahr gibt es die für ca. 70k. Wäre vielleicht auch ne Überlegung wert. Ließe sich dann drei Jahre lang abschreiben und dann verkaufen :face_with_peeking_eye: