Model Y - Umweltbilanz

Hallo zusammen, hat jemand zufällig eine aktuelle „Umweltbilanz“, bzw. speziell eine Rechenformel parat anhand derer man bemessen kann ab wann ein Model Y nach Produktion und Nutzung tatsächlich „grüner“ ist als ein vergleichbarer Verbrenner? Ich habe bisher nur ein Rechenexempel bzgl. des MYP gefunden, dieses wird allerdings nicht in Relation zu anderen Fahrzeugen gesetzt oder gewertet.

Vielleicht hat sich ja schon einmal jemand mit diesem Thema beschäftigt und kann etwas sagen. Oftmals kommt ja die Diskussion auf, dass ein E-Auto so „schmutzig“ in der Produktion ist dass es das in seinem „Autoleben“ kaum aufholen kann. Das würde ich gern sofern möglich fundiert zu widerlegen wissen.

du findest einiges hier:
https://www.tesla.com/ns_videos/2021-tesla-impact-report.pdf

Allerdings nicht genau auf das Modell heruntergerechnet. Es heißt dort z.B.: „ The manufacturing process of Model 3 and Model Y currently results in slightly higher GHG emissions than an equivalent combustion engine vehicle. However, based on the global weighted average grid mix, Model 3 and Model Y have lower lifetime emissions than an equivalent ICE after driving 6,500 miles.“ (S.57)

Außerdem werden noch zwei recht interessante Aspekte hervorgehoben:
1.
die 70t CO2, die während der Lebenszeit eines Verbrenners entstehen, sind quasi irreversibel. CO2 was bei der Herstellung und dem Betrieb von E-Autos entsteht, kann in naher Zukunft durch nachhaltige Energieformen vermieden werden.
2.
Dadurch, das Teslas Mission nicht nur E-Autos sondern auch erneuerbare Energieen (Solarpanels) und Speicher umfasst, kann Tesla von sich behaupten dass durch die gebauten Solarpanels bereits mehr Strom erzeugt wurde als für die Herstellung aller Teslas und deren Stromverbrauch

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Also zusammengefasst, nach spätestens 10000km ist M3/MY besser von der Umweltbilanz, noch früher wenn man nur Ökostrom lädt (also z.B. an nahezu allen öffentlichen Ladesäulen).

Sehr interessant, aber weil größtenteils ohne Quellenangaben und direkt von Tesla für eine fundierte Diskussion nicht die beste Grundlage. Unabhängige Studien wären in der Tat sehr lesenswert, vielleicht hat da jemand einen Tipp?

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ein paar ganz erhellende Denkansätze gibt es außerdem in einem kürzlich erschienenen Video von Instadriver : Elektroauto Rohstoffe | Wieviele und welche Rohstoffe braucht ein E-Auto im Vergleich zum Verbrenner - YouTube

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  1. Eventuell können die Akkus nach ihrer Lebenszeit im Auto noch in stationären Energiespeichern verwendet werden (was auch nach signifikanter Degradation noch möglich sein dürfte).

Im Model Y gibt es zwar noch kein Standard Range Modell innerhalb Europas, dennoch würde ich hier auch drauf hinweisen, dass insgesamt die LFP Akkus darin vermutlich sogar noch besser abschneiden als die klassischen NMC/NCA Akkus im LR/P. Kein Kobalt, deutlich längere Lebensspanne und geringere Degradation.

Also so pauschal wird man die Frage nie beantworten können, zudem da auch noch andere Faktoren wie das Liefern aus Shanghai per Schiff (oder nur Transport per Bahn aus Gründheide) beachtet werden müssten.
Am Ende kommt es auf den Akkutyp primär an und vorallem auf den Strommix. Letzterer ist in Deutschland aber mit 50% eneuerbaren Energien bereits ganz gut.

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Der Bericht den ich mir gerade durchgelesen und oben kurz erwähnt hatte habe ich hier einmal angefügt. Die Seite selbst war mir bis heute unbekannt, scheint sich jedoch auf eine Spiegel-Recherche zu berufen. Klingt subjektiv ziemlich negativ, aber ist eben wie gesagt in keine Relation zu einem anderen Fahrzeug gesetzt worden.
Wie bewertet ihr das?

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Da hast du wohl recht, ich hätte tatsächlich sogar beim SR+ Model Y zugegriffen. Aus (umwelt-)technischer Sicht genauso wie aus meiner reellen Nutzung, ich finde so ein Modell fehlt hier definitiv noch.

Nun, der Artikel sagt ja eigentlich nur, das kleinere Autos besser sind, und dass das Model Y als SUV nicht die richtige Richtung ist. Und das ist ja auch nicht falsch, nur am Ende ein Vergleich von SUVs und Kleinstwagen, oder eben Äpfel mit Birnen…

ich finde der Artikel gibt gut die alten Denkmuster und Vorbehalte wieder: Aha, das Auto wiegt 2 Tonnen - das kann ja nur schlecht sein denn wir wissen ja schon immer das solche Autos viel mehr Sprit verbrauchen, dann gilt das doch hier auch.
Aha, über 500ps! Des Teufels! Da ist doch gleich jedem klar das das nur schlecht sein kann. Und soviel Energieaufwand in der Herstellung! Da kann ja unter dem Strich nichts gutes mehr bei rauskommen…

Das Niveau ist ziemlich BILDhaft imho.
Man sollte den Autoren mal erklären was Effizienz bedeutet.

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So sehe ich das auch :+1:t2: Einen festen Richtwert bzgl. der Amortisierung des CO2-Verbrauchs scheint es aber nicht zu geben. Von 10-150tkm scheint jede Quelle/Studie zu einem anderen Ergebnis zu kommen, wobei da das Erstellungsdatum eine große Rolle zu spielen scheint aufgrund des schnellen technologischen Fortschritts.

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Ich fand das gut (Tabelle 12 um zum Wesentlichen zu kommen):

Mit Quellen. Fazit: kommt drauf an, wie sauber der Strom ist, aber schon unter 50000km.
Geht aber natürlich nicht um Tesla sondern allgemein.

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Dann nimm halt die korrigierte Schwedenstudie. Findeste in google. Das waren die die am Anfang geschätzt haben von 100.000 km bis es sich rentiert, dass ist das was im Stammtischgespräch immer zur Runde kommt. Kaum einer hat es jedoch mitbekommen, dass die Studienersteller sich aufgrund falscher Berechnungen selbst korrigieren mussten und dann auf 40tkm korrigierten. Inzwischen ist dank neuer Akkutechnologie der CO2 Rucksack noch niedriger.

Kannst ja das Video dir mal ansehen. Der gute Harald hat Jahre gegen E-Autos gewettert und musst nu seine Meinung auch ändern.

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Die mit Abstand seriösesten Studie zu der Umweltverträglichkeit von eAutos im Vergleich zu Verbrennern ist wohl die der Yale University.

Die haben sehr umfangreich alles zusammengetragen von den Rohstoffen bis zum Recycling, über die gesamte Lebensdauer der Fahrezeuge.

Das Ergebnis war, dass die eAutos 81% weniger umweltschädlich sind.

Eine Formel zum Nachrechnen kann es dafür natürlich nicht geben.

Einfach mal Googeln.
Die Studie selbst kann man auch lesen, jedoch braucht man dafür wohl ein paar Tage.

Die Ergebnisse sind aber eindeutig:

und selbst die Bild hat es verstanden:

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VDI-Studie: Ökobilanz von Pkws mit verschiedenen Antriebssystemen | VDI

Vielleicht hier eine etwas andere Quelle aus 2020, die es vielleicht etwas unbelasteter betrachten könnte als Automobilhersteller oder Autozeitschriften…

Grüße!

m
Meiner Meinung nach gibt es keine Formel die ein Auto rechnen kann. Beim Elektroauto wird immer die Batterie hinzugezogen und selten Erden und beim Verbrenner wird ab Tankstelle gerechnet aber, dass das Öl aus der ganzen Welt kommt und hierher transportiert werden muss und die verschiedenen Pumpstationen und Raffinerien Strom ohne Ende brauchen wird nicht mit einbezogen. Außerdem werden bei der Ölförderung jedes Jahr 147 Milliarden Nebengas in Kubikmeter verbrannt. Seltene Erden braucht man auch als Zusatz fürs Öl/Benzin oder für die Schmierung im Motor, der Beschichtung diverser Teile. Diese Liste könnte man unendlich weiterführen Egal welches Video oder Beitrag man anschaut es fehlt immer irgendetwas.

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Ich weiß nicht wer die VDI Studie gemacht und wer die bezahlt hat.

Wenn aber beim Ergebnis immer noch raus kommt, dass Verbrenner für die Umwelt besser ein können, frage ich mich welche Daten hier ausgewertet wurden.

Yale ist eine der größten und ältesten Univeristäten der USA, die auch sehr stark mit Umweltthemen beschäftig ist.

Wenn die richtig Aufwand betreiben, um die Antriebskonzepte zu vergleichen, sehe ich keinen Grund, warum da etwas unrealistisch, parteiisch oder schlicht falsch sein sollte.

Im gegensatz zu sehr vielen Studien, die von der Automobilindustrie oder den Ölkonzernen finanziert wurden.

Davon wurde ja bei vielen nachgewiesen, was die alles „vergessen“ oder verdreht haben, um die Verbrenner besser aussehen zu lassen.

Ein beliebter Trick ist es z. Bsp. die gesamte Lieferkette vor der Tankstelle zu vergessen.
Da werden Ölbohrungen, Fracking, Öltanker, Pipelines, Raffinerien usw. einfach mal vergessen und nur das CO2 beim Verbrennen von fertigem Benzin eingerechnet.

Beim Strom wird natürlich nicht berücksichtig, dass viele auch Solarzellen auf den Dach, oder auf dem Carport haben.

Kommt immer darauf an, wer die Studie bezahlt hat.

ja, das vom VDI ist etwas älter und ich weiß wirklich nicht, ob da wirklich alles berücksichtigt ist bzw. ob die Zahlen da so richtig oder noch gültig sind. Schwieriges Thema…

P.S: das Fazit ist auch mehr als fragwürdig

Ich finde das Thema absolut nicht schwierig.

Die eAutos sind eindeutig besser und die Zukunft.

Wer da jetzt wie viele Prozente wofür rechnet, ist mir egal.

Man darf nur nicht die Märchen der Öl- und Automobil-Lobby glauben.

Und die Technik von Verbrennern, sowie eAutos sind schon lange mein Beruf, also weiß ich genau wovon ich spreche.

Wer es genauer wissen will kann gerne mal hier rein schauen:

Da werden die Methoden der Öl-Lobby sehr genau erklärt und man findet viele Parallelen, zu den Aktionen der letzten Jahre.

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