Model Y 2022 LR nach 5000 km Erfahrungsbericht

Hallo, ich will mich kurz vorstellen. Ich bin 61 Jahre alt, lebe in Bayern auf dem Land. Vor 1 Jahr hat mich eine Autofahrerin von der Harley geholt, was zu einem Polytrauma meinerseits mit 1/4 Jahr Klinikaufenthalt geführt hat. Das Motorradfahren hab ich danach nach 45 Jahren aus pragmatischen Erwägungen aufgegeben und das Problem auf der höheren Ebene durch Ersatz der Harley durch einen Tesla kompensiert.:grin:
Vorher habe ich mich wie die meisten durch Probefahrten, Internetrecherche usw. schlau gemacht, die Möglichkeiten sind da ja unendlich.
Ich möchte nach 5000 km die Erkenntnisse eines eher pragmatischen Tesla Users zum besten geben.
-warum Y und nicht 3: ich habe ein Enkelkind und zwei 92-jährige Eltern, die öfter gefahren werden wollen, da ist der Y nach Prüfung sehr viel kommoder. Auch kann ich meine 190 cm nach 3 Wirbelfrakturen deutlich bequemer reinfalten. Sitzposition und - komfort sind perfekt.
Die Farbe ist weiß, erstens wirds immer heißer, zweitens find ich 2000 € für ne Farbe grotesk (ist 30 € wert)
Long Range macht auf Langstrecken schneller, das Auto beschleunigt bei Bedarf auch so alles aus, wenn (selten) nötig. In der Praxis fahr ich meistens auf „chilled“
19-Zollfelgen reichen, kosten nix und haben die höchste Reichweite. Die Hankooks, die drauf sind, sind ok.
Ich habe noch einen Chinesen, der freundliche Tesla-Mann hat dazu geraten und das Auto war nach 6 Wochen schon da.
Die Qualität hat mich beeindruckt, ich habe keinerlei Mangel gefunden und 2 Verwandte, die bei BMW arbeiten, davon einer in der Karosserieentwicklung, haben zu ihrem Leidwesen auch nix gefunden.:grin:
Als Zubehör hab ich bisher nur Fuß- und Kofferraummatten drin.
Zu den gemachten Erfahrungen: ich bin in 8 Wochen gut 5000 km gefahren, einerseits zur Arbeit hin und zurück (ca 18 km Landstraße) ansonsten oft 200 -300 km/ Tag auf der Autobahn. Dabei lasse ich ihn mit 130 km dahinrollen. Das Fassungsvermögen ist über alle Zweifel erhaben und mein anderes Auto ist ein (altes Modell) Land Rover Defender 110. das Auto schluckt alles.
Ich hab die niedrigste Stufe des Autopiloten drin, das wird erst mal so bleiben. Entspannender als den AP, der mich durch die Notwendigkeit, ständig am Lenkrad zu wackeln, nervt finde ich den Abstandstempomat, der sehr zuverlässig agiert und im Stau anhält und wieder anfährt. Nerven tut dabei die gelegentliche Neigung zu Phantombremsungen und die „Schreckhaftigkeit“ sobald der Vordermann auf einer anderen Spur 3 mm in meine Spur ragt. Auch das betuliche Gasgeben, wenn der Vordermann beschleunigt erinnert arg an die Fahrweise meines 92-jährigen Vaters, bevor wir ihn überreden konnten, das Autofahren sein zu lassen. Vom autonomen Fahren ist das Auto jedenfalls noch weit entfernt. Ist mir aber nicht wirklich wichtig, da es mit dem Tempomat sehr kommod ist.
Die Bedienung des Autos ist überragend einfach: am Anfang in Ruhe alles konfigurieren und möglichst viel auf Automatik stellen und dann nie wieder anlangen. Der Rest geht mit der sehr guten Sprachsteuerung problemlos.
Witzigerweise habe ich vor 2 Wochen einen elektrischen Volvo Probe gefahren und erst nach 10 km gemerkt, dass der einen 2. Bildschirm vor dem Lenkrad hat, der Mittelschirm reicht völlig, Autos mit Panoramaschirmen nerven mich eher durch das Übermaß an Informationen.
Wer mit iPhones gut zurecht kommt wird das reduzierte Interieur mögen - Geschmacksache- mir taugts.
Dank erweiterter Konnektivität mit dank Spotify unendlicher Kinderliedauswahl, Glasdach und reichlichem Raumangebot fährt mein ursprünglich Auto-verschmähendes Enkelkind endlich gerne Auto.
Auch die betagten Eltern fahren gerne Tesla.
Das Laden ist bis jetzt an der Steckdose problemlos, PV und Wallbox werden erst nächste Woche installiert. SuC- laden ist eine rasche und angenehme Sache, das gelegentliche aufsuchen öffentlicher Ladesäulen zeigt mir die leidvollen Erfahrungen von Nicht-Teslafahren, da die Säulen häufig nicht übers Smartphone anzusteuern sind oder durch allfällige längst vollgeladene Hybridfahrzeuge blockiert sind. Dem wäre durch eine gesetzlich vorgeschriebene Strafgebühr von 1€/ min Nichtladen nach 5 Karenzminuten leicht abzuhelfen, wird also in Deutschland so rasch nicht kommen.:grin:
Hauptproblem ist, das meine Verbrenner nur noch stehen und mittelfristig verkauft werden müssen.

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Gefällt mir gut, dein Bericht. Gut zusammengefasst!

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Vielen Dank! Jeden einzelnen Satz kann ich nachvollziehen und bestätigen.
(Außer meiner Entscheidung für Blau :flushed:)

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Gut geschrieben, fast schon ein verlorener Kolumnist :grinning:

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So ging es mir auch 2015/16, bis 2017 dann nur noch elektrische Autos auf dem Hof standen!

Keinen Hub-Knall-Zerschüttler mehr!

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Finde ich gut, da sehe ich mich auch. :wink:
Sehr schöner Bericht. Irre Laufleistung. Ich habe seit November gerade mal 4300 km geschafft. :grin:
Manchmal schiele ich etwas neidisch zum Model Y, obwohl mir das Model 3 eigentlich immer gut reicht. Letztes Jahr gab es ja noch einen richtigen Preisunterschied zwischen den Modellen.
Wünsche allzeit gute Fahrt!

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Wirklich schöner Bericht,
und viel Positives, da man hier fast neurotisch das Negative liest… Ich freue mich auf das MY LR (in Blau = was tut man nicht alles…)
VG

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Rein ästhetisch finde ich den 3er hübscher. Die Entscheidung für das Model Y war rein vernunftbetont bei uns.

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100% Zustimmung, meine Frau sagt immer "der Bucklige’ wenn sie einen Y sieht :sweat_smile:

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Vielen Dank für den super interessanten Bericht… ich warte noch auf mein MYLR in Weiß/Schwarz/20“ und solche Berichte steigern die Vorfreude enorm :wink:

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Danke für den interessanten Bericht. Interessant ist aber auch, was du nicht erwähnst, deinen Verbrauch :D. Da sieht man, dass du etwas andere Schwerpunkte bei der Bewertung des Autos setzt.

Was das Design betrifft. Wäre es mir primär darum gegangen wäre es (in der Preisklasse) wohl eher ein Enyaq 80 Sportline geworden. Den Y hole ich mir nicht wegen, sondern trotz seines Designs. Nur ist eben jenes Design hauptverwantwortlich für die (in der Preisklasse) exzellente Effizienz des Autos, was für mich mit meinen 160km Arbeitsweg am Tag, davon 80% Autobahn, die Wahl sehr einfach gemacht hat.

VG!

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So unterschiedlich sind Geschmäcker.
„Buckelig“ mag sein, aber ich finde das Heck und dessen Seitenlinie einfach harmonischer und schlüssiger beim Model Y.
Richtig schööön sind beide nicht unbedingt, lässt sich aber gut aushalten.
Form follows function.

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Hallo Madmac,

Deine Erfahrungen können wir als Teslanewbies mit einem Y exakt so beschreiben und bestätigen. Der Y ist ein extrem gelungenes, äußerst bequemes Reise- und Transportgerät mit dem Hang zur Spontanbremsung und der Fähigkeit hartgesottene Verbrennerfans zur Verzweiflung und manchmal sogar zum Antriebssystemwechsel zu bringen.

Selbst der Schrauber unseres Vertrauens - eingefleischter Turbodieselfahrer - ist seit einer Probefahrt mit unserem Y am Überlegen :smiley:

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Wirklich ein sehr nett geschriebener und informativer Bericht, der würde so mancher Autozeitung gut zu Gesicht stehen :+1:

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Verbrauch: ich brauche regelhaft weniger als das Auto prognostiziert. Range anxiety ist rasch kein Thema mehr. Es ist halt anders als beim Verbrennungsmotor: bei stop and go erstaunlich sparsam. Ansonsten: je mehr man drauf tritt, desto mehr braucht man. Die Aerodynamik nicht durch zu große Räder zu stören ist jedenfalls sinnvoll. Die Fenster sollte man auch bis allenfalls 50 km/h offen fahren, sonst ist bei Hitze die Benutzung der Klimaanlage sparsamer. Die Radkappen habe ich entfernt, da die Felgen dahinter verdrecken und nicht zu reinigen sind. Einen Verbrauchsanstieg hab ich dadurch nicht messen können, spielt wohl erst bei sehr hohen Geschwindigkeiten eine messbare Rolle. Ich fahr aber praktisch nie schneller als 130 km/h, was mich beim Tesla weniger stört als bei manchem Verbrenner. Es macht ja auf Langstrecken auch nicht wirklich schneller.

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Ich mag das Tesla Design wegen seiner eher klassischen Schlichtheit ohne Asiaten-Grinsefratze eigentlich sehr gerne. Insbesondere den 3er finde ich recht elegant. Witzig, dass europäisches Design jetzt eher von einer amerikanischen Firma vertreten wird.

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Design ist ja eh immer so eine Sache. Ich schaue mir mein Model 3 immernoch gerne an und finde das Design super. Das Model Y gefällt mir aber mittlerweile ähnlich gut. Am Anfang war ich da noch unsicher. Der Mensch ist ja in der Lage, seinen Geschmack anzupassen. Ich denke in der Zukunft wird man eher noch „aerodynamische“ Designs sehen und weniger große und aggressive Kühlergrill-Ausschnitte. Vielleicht geht Tesla ja als Design-Pionier in die Geschichte ein. :wink:
Nur eines weiß ich sicher: Die neuen BMW Nieren werden niemals irgendjemandem gut gefallen. :smiley:

Da fällt mir ein - ich hatte letztens ein Statement eines (in Deutschland lebenden) amerikanischen Youtubers (NALF) gesehen, wonach wir Deutschen eher Kombis und Hatchbacks attraktiv finden. Junge Leute kaufen sich einen Golf GTI und finden den ernsthaft schick - konnte er nicht begreifen. Die Amerikaner finden das eher hässlich, da gilt eher die Limousinenform als schön. Es hängt also stark davon ab, wo man aufgewachsen ist und mit welchen Idealen man groß geworden ist.

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Hallo Madmac,
vielen Dank für deinen gut geschriebenen und Interessanten Erfahrungsbericht!
Ich fand den Bericht sehr Interessant, da wir auch ein Model Y als LR bestellt haben.
-In weiß, und 19-Zoll, -beides witziger weise -aus den selben Gründen…
Auch sind wir in etwa im gleichen Alter. Nur bei Eltern und Enkelkindern ziehe ich den kürzeren :slightly_smiling_face:. Und noch eines: du hast 5000 Km „Vorsprung“, und bereits einen Tesla vor der Türe! :wink:
Eigentlich müsste ich mich erst einmal hier im Forum richtig vorstellen, wenn ich nur wüsste an welcher Stell :face_with_monocle: :smiling_face:

Eigentlich bin ich zu diesem Forum gekommen -„wie Maria zu ihrem Kind“…
Ich bin einer dieser Opel Ampera Fahrer, und habe dieses Fahrzeug im Jahr 2011 bestellt, zu einer Zeit, in der man mich diesbezüglich „noch schräg angeschaut hat“…
Laden am Arbeitsplatz, oder Supercharger -waren noch fremd.
Ja, er ist (logischerweise) auf einem anderen technischen Stand, aber wie ich finde qualitativ auch 1A, kein Wunder, kostete er zum damaligen Zeitpunkt schon 50.000 €.

Und, was mache ich denn gerade hier?
Nun, ich muss wohl meine Frau mit meinem E-Fahrzeug angesteckt haben, so dass sie sich nun zum kauf eines Tesla Model Y entschlossen hat.
Aber sie interessiert sich „nur für das eigentliche Fahrzeug“. Das „kleingedruckte“ liegt ihr noch fern, und Foren durchackern ist auch nicht ihr Ding :grinning:.
Darum stöbere ich stellvertretend für meine Frau in dieses Forum. Ich bin ja mehr als „nur“ interessiert…!
Für mich ist es eine Fundgrube, und ich bin allen dankbar, die zu diesem Forum etwas beitragen, und somit mein Wissen bereichern!

Madmac“: du sprichst von den oft blockierten Ladesäulen, und wünscht dir diesbezüglich eine Strafgebühr in Deutschland. -Aber so wie ich es verstanden habe gibt es doch auch in Deutschland eine sogenannte „Blockierungsgebühr“, die pro Minute €0,50, und bei einer 100 % Belegung €1,00 pro Minute kosten soll, oder sehe ich das falsch?
Euch allen allzeit gute Fahrt!

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Bei den tesla superchargern gibts eine Blockierungsgebühr. Und - oh Wunder- die Superchargernenutzung ist bisher immer eine angenehme Erfahrung. Jede Säule wird prompt geräumt, wenn fertig. In München z. B. Die 11 kw-Säulen, die mein Auto bequem für 3 h laden würden, während ich mein Enkelkind hüte: regelhaft parken da 3 - 4 Hybridfahrzeuge, die längst voll geladen sind und nur den praktischen Parkplatz nutzen. Ist mir bis jetzt egal, nehm ich halt den SuC auf dem Heimweg, auf Fernfahrten oder im Urlaub würde es mich nerven. Ich meine, die Nutzung der öffentlichen Säulen wäre wesentlich effektiver bei rücksichtsvollerer Nutzung. Rücksicht erreicht man aber wesentlich besser durch Strafen, da die früher übliche gesellschaftliche Ahndung nicht mehr existiert.

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Toller und sachlicher Bericht, dem kann ich mich nur anschließen. Fahre nun seit Februar ( 6000 km) die gleiche Konfiguration und mein RR Velar wird nicht mehr bewegt.

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