@ Leto
Vielleicht kann man schon mal festhalten, dass die Typ2-Säulen-Situation in Deutschland derzeit keinen Beitrag zur Elektromobilisierung leistet. So masochistisch, sich diesen Zirkus anzutun plus Vertrauen in die Ladbarkeit ihres Autos an einer solchen Säule zu fassen, haben die wenigsten „normalen“ Autofahrer. Wenn ich bei einer Tankstelle im Vorhinein nicht weiß, ob die Säule Sprit liefert oder nicht oder vielleicht nicht an diesem Tag, dann fahr ich dort nicht hin. Und wenn ich mit zehn verschiedenen „Währungen“ (Ladekarten) in Deutschland dort Strom tanken muss, dann lass ich es auch sein.
Es müssen ladetechnisch also mindestens zwei Voraussetzungen erfüllt sein, damit den Menschen die Angst vor dem E-Auto auf längeren Strecken genommen wird:
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Die Sicherheit, einen Ladepunkt zu haben, der funktioniert, muss gewährleistet sein! Dies ist die wichtigste Voraussetzung überhaupt, weil nur dadurch die Reichweitenangst bewältigt werden kann.
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Um massentauglich zu sein, ist die Schnelligkeit der Ladung wichtig.
Das DSN bietet auf jeden Fall die Sicherheit, nicht mit technischen Problemen am Ladepunkt konfrontiert zu werden und deshalb sicher laden zu können. Damit ist Punkt 1 erfüllt.
Voraussetzung 2 bedarf näherer Betrachtung. Welche Autos gibt es denn bisher, die eine hohe Gleichstromladung vertragen? Model S als einziges. Die Zoe ist bei wesentlich kleinerer Batterie zumindest 44 kWh wechselstromfähig. Ein einheitliches Ladesteckerkonzept gibt es nicht. Renault, Tesla, die Japaner und VW haben jeweils andere an Bord. VW scheitert ja schon an der 3-Phasigkeit.
Nun hat sich die EU auf Typ2 verständigt. Frankreich schert bereits aus. Typ2 ist aber nur bei den Veränderungen, die Tesla dem Stecker angedeihen ließ, in Deinem Sinne schnellgleichstromladefähig. Eine DSK erfüllt im Moment für alle Autos bis auf Roadster, Model S und Zoe die Grenze der Ladefähigkeit. Um diese Grenze mit Gleichstrom für zukünftige Autos nach oben zu verschieben, gibt es zwei Wege. Entweder man lässt die Autoindustrie weiter munter gegeneinander arbeiten, und schaut, wer sich letztlich durchsetzt, und im Moment wirkt dies ja noch zugunsten der deutschen Industrie, die so weiter Verbrenner verkauft, weil deren E-Autos nicht langstreckentauglich sind, oder man macht als EU Gesetzgeber Nägel mit Köpfen und gibt verbindlich sowohl Stecker als auch zu erfüllende Ladeleistungen vor. Letzteres hat dann aber auch Auswirkungen auf die Größe der Batterie und den Preis der Wagen. Dann wird die Industrie sagen, so teure Autos bauen wir nicht, die verkaufen sich nicht in der Masse.
Wir haben ja überhaupt nur deshalb etwas Bewegung im Markt, weil Elon Musk die anderen vor sich hertreibt. Für Deine Forderung nach hoher Gleichstromladeleistung gibt es also bislang keine Autos, vom Model S abgesehen. Und dort wartet Tesla nicht auf die anderen, sondern geht seinen eigenen SC-Weg.
Dass das DSN nicht das Ende der Fahnenstange ist und man SC ähnliche Ladepunkte an den Autobahnen braucht, ist auch klar. Aber zumindest ist jede DSK, die neu aufgestellt wird, ein sicherer Ladepunkt mehr auf der Landkarte, der funktioniert.
Schreib Du doch mal, was Du dir konkret vorstellst, wie obige Problematik gelöst werden sollte? Gesetzgeberische Verpflichtung, was auf EU Ebene vermutlich schon an Deutschland scheitern wird, so lange nicht Herr „SolcheAutosbrauchenwirnicht!“ im Spreebogen anruft und „ja“ sagt, oder dem Spiel der Industrie weiter zusehen und abwarten, was dabei heraus kommt?