Model 3 Performance - nach nur 3 Jahren "schwere Mängel" beim Pickerl!?

Hallo,

Ich habe meine eLEONORE (Model 3 Performance) jetzt seit 3 Jahren und musste nun erstmals das Pickerl erneuern. Mangels TESLA-Werkstätte in Vorarlberg habe ich dies beim ÖAMTC machen lassen.

Zu meiner Überraschung wurden leichte und schwere Mängel festgestellt!

Die leichten Mängel sind korrodierte Bremstrommeln und Bremsscheiben hinten und angerostete Drehstäbe, Führungs- und Dreieckslenker, Aufhängsarme vorne oben.
Der schwere Mangel sind korrodierte Bremstrommeln und Bremsscheiben vorne.

Ist es „normal“ das bei einem Tesla nach 3 Jahren die originalen Bremstrommeln und Bremsscheiben korrodiert und Aufhängungsteile angerostet sind?
Das hatte ich noch bei keinem neuen Fahrzeug.

Martin

Es ist normal an E Auto das die Bremse korrodieren… Da man wenig bremst.
Deshalb sollte man öfter mit der Motorbremse bremsen.

Servus,

Korrosion an Fahrwerksteilen ist vollkommen normal. Jedes Bauteil, welches nicht ausreichend geschützt oder veredelt ist, wird früher oder später korrodieren. Das trifft alle Hersteller gleich, bei Tesla sogar etwas geringer weil das Fahrzeug zu großen Teilen verkapselt ist am Unterboden.

Zur Bremsanlage:

Das ist hauptsächlich ein Problem bei Elektroautos aufgrund der Rekuperation. Hier muss man sich schon ein wenig selbst um die Bremsen kümmern, sonst verkommen sie regelrecht. Also ab und zu eine gepflegte Vollbremsung wäre wirklich angebracht.

Meine Bremsen sehen nach 1 1/2 Jahren am Performance aus wie Neu, ich achte aber auch auf den Zustand der Bremsen und vorallem nach einer Fahrt im Schnee oder im Regen muss man einen Blick darauf werfen.

Jetzt bleibt dir eigentlich nur mehr die Möglichkeit, die Bremsscheiben abdrehen zu lassen und neue Beläge zu montieren, eventuell auf Dritthersteller-Ware setzen oder die teure Ware bei Tesla einkaufen.

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Du meinst vermutlich man sollte öfter mit der Bremsanlage bremsen und nicht mit der Motorbremse (Rekuperation).

D.h. Es ist normal das Bremsanlagen von Tesla nach 3 Jahren defekt sind, wenn man nicht regelmäßig unnötig mit der Bremsanlage bremst? Ist das die Meinung von Tesla oder habe ich eine Chance bezüglich Garantie?

Martin

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Auf Garantie hast du keine Chance.
Aber eventuell ist das Problem mit einer Reihe kräftiger Bremsungen (aus höherer Geschwindigkeit) aus der Welt geschafft. Ich habe vor dem TÜV so eine Reihe Bremsungen gemacht, da mir subjektiv die Bremsscheiben nicht so gut aussahen und bin erst danach zum TÜV gefahren.
Resultat: keine Beanstandungen und neue Plakette ohne jeden Mangel.

P.S. Die Wiedervorführung würde ich eher bei einer anderen Prüfstelle machen. Dein Prüfer scheint mit seiner Korrosionsdiagnose etwas hysterisch zu sein.

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Danke für den Tip.
Das werde ich machen.
Ich dachte die Prüfer beim ÖAMTC wissen, dass Bremsscheiben bei E-Autos anders aussehen, wie bei Verbrennern … habe mich anscheinend getäuscht.

Ich dachte auch nicht das KFZ-Fachleute den Flugrost auf den Bremsscheiben als schweren Mangel bezeichnen und und wenn man ein paar Mal kräftig bremst ein KFZ-Fachmann keinen Mangel an der Technik mehr feststellen kann.
Die Bremswerte wurden jedenfalls nicht bemängelt, sondern nur die „Optik“ und dann ist das ein „schwerer Mangel“?

Martin

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Korrekt das ist so normal und betrifft nicht nur Tesla, sondern auch VW und co.
Du solltest spätestens 2 Wochen vor der Prüfung dir angewöhnen auf Autobahnen kurz vor der Abfahrt in N zu schalten und das herunterbremsen immer manuell zu machen. Die korrodierten Bremsen bekommst du damit meist wieder in Ordnung, wenn es zu spät ist natürlich nicht mehr.
Dann kannst du die abdrehen lassen oder austauschen.

Danke für den Tip.

Ich dachte die §57a Überprüfung wäre eine technische Überprüfung und keine Überprüfung auf schwere „optische“ Mängel. Wenn man mit ein paar mal Bremsen einen Fehler beheben kann, liegt - aus meiner Sicht - ja kein wirklicher, technischer Mangel an der Bremsanlage vor.

Na ja. Man lernt auch nach dem 6. neuen Auto nicht aus …

Martin

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Laut Titel handelt es sich hier um einen Performance. Der hat eine besonders leistungsstarke Bremsanlage, die man natürlich auch mal ab und zu bestimmungsgemäß gebrauchen sollte. Bei den LR-Modellen tritt das Problem viel seltener auf.

Ich hab mir dazu im Trackmode ein Profil angelegt, welches 0% Rekuperation erlaubt, aber Traktionskontrolle und Allradverteiltung Standard bleibt.

Damit ein paar mal die Autobahn rauf und runter und die Sache ist erledigt.

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Ja. Klingt blöd, ist aber eigentlich gut so. It’s not a bug, it’s a feature.
Warum? Weil Tesla (und natürlich mittlerweile auch andere Marken) so stark rekuperieren können, dass die Bremsen eigentlich nie benutzt werden, solange man nicht extrem sportlich fährt oder ständig Vollbremsungen vollführt. Das ist eigentlich super, weil sehr energieeffizient und >eigentlich< auch toll, weil sich die Bremsen nicht abnutzen und somit nicht getauscht werden müssen.

Der Nachteil ist allerdings, dass sich der Nutzer selbst um die logischen Folgeerscheinungen kümmern muss. Wenn ich mit nem Polo drei Jahre lang nicht bremse, sehen die Bremsen auch übel aus - das kommt aber nicht vor. Daher den Tipps folgen und ab und an hart bremsen (oder in N bremsen), ab und an einen Blick auf die Bremsscheiben (vielleicht analog dem Ölstand prüfen früher) und Flugrost zeitnah „wegbremsen“.

Technisch finde ich das schon in Ordnung, wenn es ein Prüfer bemängelt. Ohne es komplett zu reinigen kann man schwer sehen, wie fortgeschritten der Rost ist. Und auch viel vorhandener, noch ungefährlicher Rost kann im entscheidenden Moment, wenn es bspw. für eine Vollbremsung benötigt wird, zu einer deutlichen Senkung der Bremskraft führen. Ob es dann schon „schwere“ Mängel sind - dafür müssten wir jetzt natürlich die Trommeln und Scheiben genau sehen. Nutzt aber nix, wie beim Schiedsrichtiger - was er sagt, muss man hinnehmen :slight_smile:

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Ich schalte ab und zu (alle 2-3 Wochen mal) während der Fahrt auf „Neutral“ und bremse dann mehr oder weniger kräftig, z.B. am Berg. Ist auch echt interessant wie schnell das Auto dann ohne Reku wird, da merkt man erstmal welche Power die „wegbremst“.

Die Bremsen sehen aus wie am ersten Tag, obwohl ich Straßenparker bin + das Auto alles abbekommt (Sand, „Schnee“, Regen).

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Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen - einfach gelegentlich bei der Autobahnabfahrt auf N stellen und normal abbremsen, insbesondere wenn es eine Regenfahrt ist. Und insbesondere dann natürlich, wenn bei euch im Winter die Straßen gestreut werden.

Bei mir in Norddeutschland fällt Winter immer öfter aus, also habe ich einfach gelegentlich mal wie oben beschrieben gebremst. Hauptuntersuchung vor einem Monat komplett ohne Mängel bestanden (Model 3 LR RWD).

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Wie oft wird das denn noch durchgekaut?

Dass Bremsscheiben wegen der Rekuperation und die vorderen oberen Querlenker Probleme machen bei der ersten TÜV Untersuchung („Pickerl“ in A) ist nun wirklich nichts Neues mehr.

Deshalb lasse ich beides prüfen und gegebenenfalls beheben BEVOR ich im Dezember dahin muss… :stuck_out_tongue_winking_eye:

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Wundere eigentlich nur ich mich, dass der Tesla gar keine Bremstrommeln hat?

Ich vermute da steht einfach Bremstrommeln/Bremsscheiben weil das Standard-Dokument da nicht unterscheidet (macht auch kein Sinn).

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Die bemängelung ist komplett korrekt wenn das tragbild entsprechend ist. Das ist kein optischer mangel sondern sicherheitsrelevant.

Da hilft nur andere Beläge und freibremsen.

Wenn es schon zu heftig ist dann müssen die scheiben auch neu.

Wurde hier schon mehrfach diskutiert.

E auto bremse braucht eben etwas mehr aufmerksamheit. Das ist leider so.

Wenn man sie aber gut behandelt hält sie ewig.

Bernhard

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Es gibt Firmen die drehen Bremsscheiben am Auto ab - hier ein Beispiel, da sind auch Videos drinnen wie das gemacht wird. (Disclaimer - das ist ein Google Fund ich kenne diese Firma nicht)

Bremsen-Doc

Das ist eine hervorragende Idee!
Den Track Mode habe ich bisher erst einmal angewendet … und vor 3 Jahren konnte man noch keine Profile anlegen.

Martin

Also moderne Heizanlagen und Umwälzpumpen laufen auch meist nur im Winter … und haben heutzutage eine Automatik drinnen, dass sie alle paar Wochen eine kurze Zeit laufen um zu vermeiden, dass sie „anrosten“ und dann bei Beginn der Heizperiode nicht funktionieren.

Wenn also EV’s heutzutage kaum mehr die (Notfall)-Bremsanlage benötigen, dann wäre es doch sinnvoll, wenn diese Fahrzeuge von regelmäßig und unaufgefordert manchmal mit der Bremse statt mit der Reku bremsen …

… es geht dabei ja nicht nur um glänzende Bremsscheiben beim TÜV, sondern auch um Sicherheit: Eine Bremsscheibe mit Flugrost hat sicher nicht die gleiche Verzögerung wie eine glänzende Bremsscheibe und wenn man nach langer Zeit eine Notfall-Bremsung durchführen muss, kann dieser Flugrost eventuell den Unterschied ausmachen.

Martin

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