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Model 3 als Firmenwagen (Argumente, TCO, etc)

Hallo zusammen,

ich habe Ende des Jahres die Möglichkeit mir einen neuen Dienstwagen auszusuchen und bin nach viel Überlegen zu dem Schluss gekommen, dass es ein Tesla Model 3 (Dual Motor, Long Range) werden soll. Kurz zu mir und meinen Ansprüchen:

Anfang 30, ein Kind (im November 2 Jahre alt), lebe mit meiner Familie im schönen Düsseldorf, angestellt, ganz grob im Bereich Automotive.
Aktuell fahre ich einen BMW 520d Touring (Bj 2015, BLNP 60900€) aus dem Firmenpool. Ich genieße Komfort und den Platz, fahre meist gemütlich mit Tempomat, aber auch mal 180km/h, wenn die Strecke es zulässt. Liege verbrauchstechnisch so bei 6,5-7l/100km.
Ich bin beruflich ca. 50% meiner Arbeitszeit unterwegs. Grundsätzlich bin ich recht frei, was meine Reiseplanungen angeht und ich bevorzuge es bei mehr als 6h Fahrtzeit lieber die Bahn oder auch mal den Flieger zu nehmen, je nach dem was Sinn macht. Die längeren Strecken, die ich regelmäßig mit dem Auto zurücklegen muss, liegen so bei 400-500km.

Ich werde Ende des Jahres ein Budget erhalten (voraussichtlich 45k€ Brutto) und darf mir davon einen Wagen aussuchen. Entweder neu oder bis 6 Monate alt, max 3000km, min. 2 Jahre Garantie und keine privaten Vorbesitzer sind die Grundregeln. Mein Arbeitgeber kauft den Wagen dann und ich darf ihn beruflich und privat nutzen. 1%-Regelung ist hier aktiv. Ich muss den Wagen min. 4 Jahre fahren. Aktuell liege ich bei ca. 60.000km im Jahr, es werden aber wahrscheinlich zukünftig mehr werden, vllt so 100.000.
Mein Arbeitgeber entscheidet grundsätzlich im Einzelfall und mein Vorgesetzter (der nicht der Entscheider ist) hat mir schon Unterstützung zugesagt. Ich muss meine Argumente also irgendwann unserer Finanzchefin vorlegen und möchte bestmöglich gerüstet sein und mir natürlich auch nochmal wirklich klar darüber werden, ob ein EV und speziell ein Tesla M3 die richtige Wahl ist.

Warum bin ich beim TM3 angekommen?
Reichweite natürlich (ich rechne mit 450km realistischer Reichweite)
Supercharger Netzwerk
Der Platz sollte ausreichen, solange wir noch zu dritt sind
0,5%-Regelung (vllt. wird es bis Ende des Jahres ja noch 0,25%? :wink:)
In der Tiefgarage zu Hause gibt es Ladesäulen, über die Konditionen muss ich mich noch informieren

Meine Argumentation baut darauf, die Gesamtkosten nach 4 Jahren Nutzung niedriger zu haben als beim Benziner/Diesel.
Höhere Anschaffungskosten (>50k€ incl. 4000€ Umweltbonus) sollten sich über 4 Jahre ab ca. 40.000km/Jahr aufgrund der niedrigeren Unterhaltskosten (Steuern, Strom) relativieren.

Was mir noch fehlt sind belastbare TCO-Daten aus Deutschland. Alles was ich bisher aus Übersee an Daten gefunden habe ist sehr auf den individuellen Fall bezogen und meist von Leuten, die sehr viel in die Richtung Nachhaltigkeit gehen und PV-Anlagen etc haben. Auch Wartungs-/Instandhaltungskosten sind mir noch nicht klar.

Ich habe auch schon Infos zu staatlicher Förderung von Ladesäulen rausgesucht, auch beim Ladestrom kann der AG ja sparen

Gibt es hier schon Angestellte, die einen TM3 als Dienstwagen haben? Was für Argumente kann man beim AG noch vorbringen? Wie sehen bei TM3 Besitzern in DACH die TCOs aus?

Kein Anspruch auf Vollständigkeit an dieser Stelle, also gerne alles kommentieren :stuck_out_tongue:

Fahrverbote: mit einem BEV bist du bestmöglich gerüstet, sei es ob temporäre Fahrverbote aufgrund von Smog oder regional begrenzte kommen

bei 400.000km sind die Servicekosten bei einem Diesel(Steuerkette, Zahnriemen etc) nicht zu unterschätzen - und die Abgasreinungsanlagen, Turbos, DSG werden eher nicht solange durchhalten- das kann deutlich fünfstellig bedeuten
(ein Bekannter hat mir kürzlich die Preise einiger Ersatzteile neuer gängiger Mercedesmodelle genannt)

beim M3 AWD hast du als Argument den Allrad den nicht jeder Mitbewerber hat, die Bremsanlage ist für 240tkm+ konzipiert
als Argument Tesla gegenüber anderen BEV - am flexibelsten beim Laden, und so ziemlich am schnellsten, außerdem hat sonst keiner soviel Erfahrung mit Akkus mit hoher Km-Leistung und laut Aussage eines deutschen Akkuherstellers sind die M3-Akkus für sehr hohe Km-Leistungen gut

Vorklimatisierung, nicht verschwitzen, besser für Konzentration und Gesundheit
einfacher zu fahren, Sicherheit (aktiv durch Assistenten und passiv-top Bewertung bei Crashtests)

Würdest du ein LR RWD nehmen, wenn das bis dahin wieder auftaucht?

Denke schon, das hatte etwas mehr Reichweite, oder?
Wobei ich Allrad schon ganz nett finde… Kommt im Endeffekt auf den Preis und Mehrwert des jeweiligen Modells an.

Bei den hohen Jahresfahrleistungen muss man auf jeden Fall erwähnen, dass Du dann ziemlich viel Zeit an Superchargern verbringen musst. Wenn Du die Zeit dort sinnvoll verbringen kannst ist alles in Ordnung. Ansonsten benötigt Dein Nutzungsprofil sehr viel Enthusiasmus für Elektromobilität :smiley:

Die Richtung deiner Denke ist voll o.k. Ich fahre selbst seit mehreren Jahren MS beruflich und eines ist klar, die Gesamtkosten sind niedriger als bei Verbrennern. Beim M3 müsste es noch niedriger sein, da die Anschaffungskosten anders sind.
Was aber auch sehr wichtig ist, man ist weniger gestresst, wahrscheinlich durch das vibrationsfreie harmonische Fahren. Vor allem nach längeren Strecken ist man nicht so ermüdet.
Sicher ist aber auch, dass man durch die Ladepausen , die aber überschaubar sind, besser planen sollte. Nur finde ich ist es egal, ob man e-mails oder Telefonate im Büro/Auto beantwortet. Nicht zuletzt die positive Vorbildwirkung auf andere (noch verbrennerfahrende) Kollegen.

Eben nicht. Er schreibt doch, dass die Langstrecken bei 400 bis 500 km liegen und er zu Hause laden kann, also mit 100% starten kann. Da reicht zwischendurch ein SuC-Stopp. Und mit den V3-SuC wird es noch komfortabler sein als heute.

EDIT: es reicht also 1 Stopp auf so einer Strecke, auch im Winter.

Bei 130 km/h liegt die reichweite bei knappen 400 km. Nicht 450. Wenn du so 150 fährst, dann sind es so 350 km. Nur um deine Erwartungen in den richtigen Rahmen zu rücken.

Also ich hab ne Fahrleistung von > 50k im Jahr und fahre jeden Tag zwischen 200 und 300 km. Ich musste vielleicht 2 mal an den SuC. Der Rest von Zuhause oder am Ort des Geschehens und ich hab nur ein Model S 75 D.

Bei Tesla als Dienstwagen bedenke aber bitte auch die katastrophale Servicesituation. Wenn alles gut funktioniert ist es toll, aber wehe wenn nicht.
Hoffe Dein Weg zum nächsten Servicecenter ist nicht allzu weit.

Ich fahre inzwischen ein SR+ als Firmenwagen.
Soviel mehr Zeit als sonst braucht man am SuC nicht. (Man muss eh mal zum kleinen/großen Geschäft, oder hat Hunger)
Und bis dahin meckert die APP schon, dass man weiterfahren soll.
Betriebskosten halten sich derzeit sehr sehr gut. (~75€ für 5000km, aber noch free SuC)

Service ist natürlich eine Katastrophe, mein Chef war nicht begeistert wusste dann aber warum ich die Abwicklung übernehmen wollte… :laughing:
Zurzeit ist meiner ein Pilotprojekt, ich hoffe das ich nach 3-5 Jahren wieder einen bekomme. :open_mouth: :unamused:

Ich fahre seid Feb. 2019 ein Model S als Dienstwagen. Typische Strecken sind bei mir morgens ca. 250 km in die Zentrale und abends oder am nächsten Tag wieder zurück. Öfter auch 230 km zum Flughafen München, da parken und laden, Dienstreise per Flugzeug und am nächsten oder übernächsten Tag wieder zurück.

Privat bereits mehrmals Langstrecken zu fünft mit der Familie, darunter ein 1.600 km Trip (800 km hin am Samstag und 800 km zurück am Sonntag). Alles völlig problemlos, das Laden an den Superchargern ist einfach und schnell.

Was ich als sehr angenehm empfinde, ist der Wallcharger zuhause. Das Auto ist damit immer geladen und einsatzbereit.

Die Betriebskosten liegen deutlich unter meinem vorherigen Dienstwagen, besonders durch das Free Supercharging.

Mein Fazit: das beste Auto, das ich jemals hatte. Null Probleme und ein geniales Fahrgefühl. Als Dienstwagen uneingeschränkt zu empfehlen.

Ich denke, das Model 3 wird gleich gut sein, bei deutlich geringeren Anschaffungskosten. Auf die 0.5 % Regelung (inkl. Fahrt zur Arbeitsstätte) nicht vergessen.

Ich fahre einen M3 als Geschäftswagen und spare - bei ca. 28000 km, viel Langstrecke - ca. 4000 Euro/Jahr. Das bei Fahrleistungen eines Sportwagens. Frage beantwortet?

Das sind alles Themen über die wir nicht sprechen dürfen!
Das wollen die deutsche Industrie und Medien nicht! :laughing:

Steuern brauche ich z.b. nicht zahlen, da mein Eigenanteil höher liegt. Wars mir aber wert, da ich sonst einen Passat Diesel bekommen hätte. :unamused:

1 Like

Hab ein M3 LR als Firmenwagen, obwohl ich nur 15k km pro Jahr fahre. Warum? Es passt zu unserer Firma. Zukunftsgewandt, innovativ und eben momentan noch etwas abseits vom Mainstream. Ich wollte einfach keinen Explosionsmotor mehr fahren, auch wenn mich Fahrverbote nun nicht direkt abschrecken. Messe dem Laden keine grosse Bedeutung zu, v.a. wenn Du zuhause laden kannst. Das ist alles komplett stressfrei!
Ich muss aber auch dazusagen, dass ich einer derjenigen bin, die überhaupt kein Problem hatten - weder bei der Übergabe, noch später. Ich bin also nicht in den „Genuss“ der Servicehölle gekommen. Was man da so hört von wegen „kein tekefonischer Kontakt“, „Termine erst in 8 Wochen“, „Ersatzteile nicht lieferbar, wie Scheiben etc“… würde mich das ohne meiner perfekte Erfahrung bisher etwas abschrecken. Zumal einem der iPace gerade nachgeworfen wird. Und so schlecht ist der auch nicht.

Das kann ich bestätigen. Allerdings kommt es sehr auf die Verkehrsverhältnisse an. Auf meinen häufigen Fahrten zwischen Köln/Bonn und Rhein-Main liegt mein Verbrauch deutlich darunter, selbst wenn ich ab- und zu mal auf 200 beschleunige (was zugegebenermaßen kaum Zeitgewinn bedeutet). Das geht aber z.B. auf der A3 zwischen Köln und Frankfurt sowieso nur für wenige Sekunden, die erreichbare „Dauergeschwindigkeit“ liegt eher unter 120 km/h. Auf diese Weise komme ich dann auch ca. 400 km mit einer Ladung.

Ich finde Deinen Gedankengang aber sehr gut und würde Dir aufgrund meiner Erfahrungen mit dem Model 3 auf jeden Fall zuraten, vor allem, da Du ja vor Ort eine Lademöglichkeit hast. Eine wirkliche TCO-Betrachtung kann aber auch ich nicht liefern, da ich das Auto direkt aus dem Hausnetz ohne eigenen Zähler lade. Außerdem habe ich 9 Monate freies Supercharging, was die TCO-Betrachtung für Dich noch weniger aussagekräftig machen würde, denn bei Neuwagen gibt es über das Empfehlungsprogramm beim Model 3 ja momentan nur noch die kilometerbasierte freie SuC-Nutzung.

Mein Model 3 läuft bei mir auch als Geschäftswagen, da ich selbstständig bin, und auch da hat man ja aufgrund der 0,5%-Regelung deutliche Vorteile.

Hier mal die Sicht als Arbeitgeber: ich habe mir als Firmenwagen das M3 LR gegönnt und liebe den Wagen, aber meinen Mitarbeitern möchte ich den nicht empfehlen.

Gründe:
Das Leasingangebot, das wir erhalten habe, ist ein Witz, weshalb wir den Wagen finanzieren, die Kommunikation generell eher chaotisch.
Tesla übernimmt für das M3 die Zulassung nicht, was wieder zusätzlicher Aufwand für das Backoffice ist.
Der Abholungsort in Düsseldorf ist… speziell.
Und ganz wichtig: die Berichte über Reparaturzeiten und fehlende Ersatzteile sind extrem verunsichernd, wenn man zwingend mobil sein muss.

In NRW gibt es noch 4000 Euro Förderung, wenn du 80% in NRW fährst.

Ja, ich habe mir dieses Förderprogramm angesehen, aber es wird für die allermeisten Endnutzer kaum attraktiv sein. Man muss ein Fahrtenbuch führen, um die Quote von 80% Nutzung in NRW nachzuweisen. Wird das Fahrzeug geleased oder gemietet, muss der Vertrag eine Mindestlaufzeit von 5 Jahren haben. Es sind nur gewerblich genutzte Fahrzeuge förderungswürdig.

Gerade der Punkt, das Fahrzeug zu 80% in NRW einzusetzen, macht das Angebot für mich aber unmöglich, denn ich wohne zwar in NRW, nutze das Auto aber hin zu meinen Kunden, die häufig außerhalb NRW liegen. Und die meisten Kilometer fallen natürlich auf diesen Langstreckenfahrten an. Unternehmen in Randgebieten von NRW werden hier klar benachteiligt, denn da ist es sehr wahrscheinlich, dass man bei vielen Fahrten die Grenzen des Bundeslandes überschreitet. Das Land kann natürlich die Regeln für Förderungen festlegen, wie es will, aber das ist doch eine deutliche Diskriminierung aufgrund der geographischen Lage. Da ist wohl etwas nicht wirklich durchdacht worden - für einige mag es ja trotzdem passen.

Danke schon mal an alle für den vielen Input. Wie gesagt, wird mein AG den Wagen kaufen, nicht leasen.

Gibt es schon Details zu Wartungskosten auf 6 oder 12 Monate?