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Mit Server-Wärme heizen?

Ich suche gerade nach alternativen Heizmethoden für Brauchwasser und Heizung.

Mir ist dann Server- und Computer-Wärme eingefallen. Hat da jemand Erfahrungen?

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Hast Du ein Rechenzentrum? Sonst würde ich das vergessen… :wink:

Ohhh…das geht sich im privaten Bereich i.d.R. nicht aus. Was kannst Du denn über die cooling requirements (BTU/hour) und Airflow (CFM) der angedachten Systeme sagen ? Daraus kann man im Umkehrschluss ja errechnen, mit welchem Energieeintrag Du für Deine Aktion rechnen kannst. Wenn man da nicht ein paar voll ausgebaute Racks stehen hat, die selber zwischen 2 und 16kW im Stand ziehen, kommt da kaum etwas zustande…meine Meinung…

Kommt darauf an wie groß deine Bude ist, wieviele Außenwände, heizende Nachbarn, usw.

Geht aber grundsätzlich. Hab schon drei Winter mit GPUs geheizt.

Das kommt ganz auf die Umstände an was möglich bzw sinnvoll ist.
In Innsbruck z.b. wurde ein Holzhaus (Bürogebäude) so konstruiert dass es rein mit der darin produzierten Abwärme(EDV, Menschen, Kaffeemaschine etc) beheizt wird.
Bei Bedarf werden einige Computer auch nachts eingeschaltet um für genügend Wärme zu sorgen.
Mit Ausnahme des Lüftungssystems(Wärmerückgewinnung) ist ansonsten kein extriger Wärmeerzeuger vorhanden.

Ich war mal zur Besichtigung in einem Passivhaus. Der Keller mit Büro wurde nur durch die Abwärme der Rechner und Menschen „geheizt“.
Ich vermute, dass die kontrollierte Wohnraumlüftung da auch einen kleinen Beitrag dazu geleistet hat in dem sie die Warme Luft gleichmäßig im Haus verteilt.
Heizleistung beim Passivhaus: 10W / m²

IMHO geht es um Systeme, die „durchlaufen“ müssen, was im privaten Bereich erstmal weniger der Fall ist. Einen Computer als Heizung zu benutzen und ihn ggf. durchlaufen zu lassen, damit es funktioniert, halte ich für einen ganz fatalen und falschen Ansatz. Im Privaten Bereich gibt es kaum Komponenten, die dafür ausgelegt sind - sie werden durch einen Betrieb in der vorgeschlagenen Weise vorfristig in den Defekt laufen und ersetzt werden, mit fatalen Folgen für die Nachhaltigkeit. Computer werden aus relevanten und seltenen Rohstoffen gebaut.

Es ist OK, das zu nutzen, was ohnehin anfällt - das finde ich gut. Alles andere ist erstmal der falsche Weg. Der Strom für dann durchlaufende Komponenten ist ja ebenfalls einzurechnen…

Wenn man WW benötigt, kauft man sich eine WW Wärmepumpe. Mit zB 200l Speicher. Die nutzt die vorhandene Abwärme und mindert so den Strombezug.
Allerdings lohnt sich das nur wenn man eh eine WP anschaffen möchte.
Wenn man gezielt nur die Abwärme exclusiv nutzen möchte erfordert das schon ein paar Zahlen.

Wir haben vor Jahren eine WWWP in den Heizungsraum gestellt und das WW im Sommer nur darüber erzeugt. Die Heizung war aus.
Dann flog die Ölheizung raus und die WWWP blieb, denn die war sparsam. Dazu kam eine Luft/Luft WP zu Heizung/Kühlung von Haus und Büro.

Ich stelle mir das so vor:

Ein Server- oder Supercomputer-Betreiber (via Grid Computing) stellt bei uns ein paar Serverracks/Computer in den Keller/Heizungsraum, ich zahle einmalig Betrag X (etwa in Höhe einer Heizung/WP), der Betreiber zahlt den Strom und ich nutze die Abwärme für WW und Heizung.

Schnelles Internet wäre wohl auch noch so eine Grundvoraussetzung.

Ich weiss aber natürlich nicht, ob das für Serverbetreiber etc. finanziell interessant sein könnte.

Genau so soll es ja sein.

Es geht um den privaten Bereich.

Und spätestens im Sommer hast Du dann zuätzliche Stromkosten für die Klimatisierung. Wobei selbst ein einziges Rack wohl selbst im Winter schon zuviel überschüssige Hitze erzeugen wird, Du du selber gar nicht verbraucht bekommst, die also mit zuätzlicher Energie wegklimatisiert werden muß.
Wenn man sich auf ein dutzend Pizza-Server oder Blades pro Haushalt/Heizungskeller beschränken würde, müssen die Wartungstechniker in monatlichen Intervallen bei zig verschiedenen Haushalten klingeln, um dann jeweils im Keller ihre Wartungsarbeiten durchzuführen.
Die Idee find ich ja auch irgendwie cool. Vielleicht sollten aber Rechenzentren besser ans Fernwärmenetz angeschlossen werden :slight_smile:

Das wäre noch besser, stimmt! Warum macht man das nicht?

Mich würde auch mal interessieren, wie viel Abwärme bei Supermärkten durch Kühlregale entsteht. Es sollen doch bald Wohnungen über Supermärkten gebaut werden. Da könnte man die Abwärme doch auch nutzen. Aber vermutlich ist das zu wenig Abwärme, die da entsteht.

Die Abwärme wird genutzt, um den Markt z.B. zu heizen.

Video zu Lidl: https://youtu.be/wGdiZFM7vlc

Mir ist neulich dieser Artikel über den Weg gelaufen:

„Cloud & Heat hat schon eine Reihenhaussiedlung mit Servern als Wärmequellen ausgestattet, quasi ein dezentral und modular aufgebautes Rechenzentrum: Im Heizungskeller steht statt der branchenüblichen Gasbrennwerttherme je ein Serverrack. Hier hilft die Verteilung der Rechenlast auf die Server, die Wärmebereitstellung für die Haushalte zu optimieren.“

vdi-nachrichten.com/Fokus/V … rgiequelle

Ich habe mit der o.g. Firma nichts zu tun, wir betreiben allerdings als Provider in Hamburg selbst 2 Rechenzentren und dafür wäre es nicht geeignet, da die schnelle und absolut redundante Internetanbindung, Klimatisierung und Stromversorgung in so einem Fall schwer zu realisieren ist. Ich stelle mir auch den 24x7 Zutritt schwierig vor :laughing:
Als Rechenknechte aber vielleicht ne coole Idee.

Da hab ich vorher noch nie drüber nachgedacht, das frag ich mich auch…

Genau sowas in der Art macht Roland ja schon:
ihr-bäcker-schüren.de/Energiekonzept.htm
(die Forensoftware kommt wohl mit Umlauten in der Url nicht klar)

Nicht ganz in dem grossen Stil aber so ähnlich ist das bei mir seit 2 Jahren in Planung… ich komm nur nicht mit der Fertigstellung hinterher :frowning: Unser Warmwasser wird mit einer Luft-Wärmepumpe gemacht. Die steht im Keller und ist gleichzeitig auch Entfeuchtung für die Wäsche. Das klappt 1A. Jedoch freut auch die sich über warme Luft. Im Sommer sieht man das sehr gut. Von 40 auf 62 Grad schafft sie da in gut 2 Stunden im Wärmepumpenbetrieb. Am Anfang hats so um die 18 - 20 Grad im Keller, danach nur noch 13 oder 14… Im Winter wenn der Keller generell nur 10 Grad hat oder weniger braucht das Teil fast ne Stunde länger zum heizen.

Da ich im Raum nebenbei aber derzeit mein Flugsimulator fertig baue und dieser wohl einiges an Wärme produzieren wird habe ich schon mal vorgesehen dass die 2 Rechner da drin mit Wasser gekühlt werden. Das warme Wasser wird diagonal in den anderen Raum gepumpt wo auch die Wärmepumpe ist. Dort nen grossen Radiator an die Wand und schon kann ich die Abwärme von den PC nutzen um die Luft im Boiler-Raum zu wärmen :smiley: Aus Erfahrung weiss ich dass ich auf etwa 40 Grad Wassertemperatur kommen werde, das sollte also vor allem im Winter reichen um da zumindest die Effizienz des Gerätes etwas zu verbessern :smiley:

Noch besser wäre es wenn es wassergekühlte Beamer gäbe… aber wenn die Abwärme der Rechner schon mal im anderen Raum ist dann ist das mal ein Anfang… :laughing: Vielleicht bringts auch gar nix, dann was wenigstens ein witziges Projekt :smiley:

Wieso entfeuchtet die Wärmepumpe? Ist das immer so?

Glaube ja… sie nimmt ja die Luft aus der Umgebung. Funktioniert als Wäschetrockner nicht schlecht. Und dabei entzieht sie auch Feuchtigkeit aus der Luft. Zumindest unser Boiler macht das… dachte dass das alle machen?

Keine Ahnung. Deswegen meine Frage. :slight_smile:

Wäre dann auch allgemein zur Entfeuchtung von Kellerräumen interessant.

Finde es gut, dass sich hier einige Gedanken über so etwas machen. Nur so geht es.