Mit dem M3 an die Riviera, 2500 km

Unser M3 ist ein LR 2021 mit 18 Zoll und Aerocaps. Ausgangspunkt der Reise war Weiden i. d. Oberpfalz, Bayern. Von dort aus ging es nach Sotto il Monte, Nähe Monza. Erster und einziger Ladestop war Lindau, zu Aldi, eigentlich im Glauben, nunmehr zahlen zu müssen. Der 60 KW Lader war aber zu meiner Freude noch gratis, ein Mc’Donalds in der Nähe für menschliche Bedürfnisse aller Art, bis dahin immerhin 380 km gefahren.
Nach einer Stunde und 58 Kwh ging es weiter, das erste Stück Autobahn in Österreich ist nicht mautpflichtig, man will wohl den Verkehr in Bregenz begrenzen. Für die Schweiz hatten wir die Vignette, es ging Richtung Chur und dann über den Splügenpass. Dort konnte man die Ladeprozente purzeln sehen, erfreulicherweise kam viel bergab wieder zurück, mit der Rekuperation konnte man selbst die Passstraße bergab auf aktives Bremsen verzichten.
Man sollte bei der Planung aber schon achten, dass nicht am Ende der Strecke mit ziemlich leerer Batterie noch ein Pass lauert, sonst kommt man schlicht nicht hoch und dann hilft es nichts, dass man später hätte rekuperieren können.
Über Chiavenna ging es dann am Comer See entlang zum Zwischenziel. Am nächsten Tag sind wir nach Mailand, der M3 hat uns nur zur Bahn gebracht, die Tickets waren für uns drei einfach zusammen unter 10 €, da wollte ich mir den Großstadtstress nicht antun.
Am Folgetag war Quartiewechsel angesagt, zuvor wollten wir uns noch die Rennstrecke in Monza anschauen. Über die EnBW App einen Lader ganz in der Nähe gesucht, Ladeanmeldung über die App hat geklappt, so hatten wir gleich unseren Parkplatz. Am 22 Kw Lader lädt der Wagen aber leider nur mit 7 Kw, hier besteht Verbessungspotential, so daß ein weiterer Ladestop unumgänglich war. Da ließ ich es bequem angehen und nahme den SUC in Dorno, dierkt am Autobahnrastplatz auf der A7. Auf jeder Autobahnseite sind ein paar Lader, das Restaurant ist über der Autobahn und von beiden Seiten zugänglich. In Italien ist das Laden derzeit etwas billiger als bei uns, 52 Cent/Kwh. Letztlich haben wir länger gebraucht als der Tesla gebraucht hätte, nach 40 Kwh ging es weiter, danach auf Landstraße. Sehr schön, aber es dauert schon deutlich länger. Der Unterschied ist deutlich größer als etwa in Frankreich wo man auf den Nationalstraßen auch sehr gut vorankommt.
Ziel war Imperia, das mit ausreichender Ladung erreicht wurde, der Verbrauch lag im Mischbetrieb, Autobahn 120 km/h mit Tempomat, Landstraße eben das Legale, bei ziemlich genau 15 Kwh, das ist schon sehr ordentlich.
In Imperia war unser Quartier auf einer Anhöhe, nur über eine schmale Straße mit seitlichen Mauern zu erreichen. Hier hat der Tesla offen gestanden genervt, da er auf Dauerwarnton ging, weil einfach streckenweise nur insgesamt 10 cm „Luft“ zur Verfügung stand. Der Dauerton hilft aber nicht, ist meines Wissens aber leider nicht abschaltbar. Ein ähnliches Problem hat man an den Mautstationen. Fährt man so eng ran, dass man auch zum Automaten kommt, geht der Tesla auf Dauerwarnung. Läßt man sich davon beeindrucken und hält mehr Abstand, hat man Probleme, die Mautstion zu bedienen. Dass der Wagen bei weniger als 30 cm den Abstand nicht mehr anzeigt macht das Ganze nicht besser, auch wenn ich verstehe, dass Tesla hier nicht haften will, sollte es zu einer Kollision mit einem Hindernis kommen.
Wegen der engen Auffahrt haben wir den Wagen von dort aus nicht mehr als nötig benutzt, wollten aber nach Monaco. Laut App sollte man dort laden können, einen SuC gibt es dort nicht. Leider bin ich in Imperia nicht vorher zum dortigen SuC gefahren, weil der von uns aus in der anderen Richtung lag. An sich wäre die Planung wieder gewesen, dass wir das Laden mit dem Parken verbinden. Über die EnBW-App ließ sich die Ladesäule aber nicht starten, unser Ladestand war bei 16%. Ich wollte dann zurück, denn eigentlich hätten wir noch weiter gewollt, aber dann würden wir keinesfalls mehr ohne Nachladen zum SuC kommen.
In Menton haben wir nochmals unser Glück probiert, laut Ladesäule hätte alles gepasst, der Tesla lud aber nicht, also wieder weitergefahren. In San Remo noch einmal unser Glück versucht, doch die Ladesäule war in einem Parkhaus, in dem das Internet und damit auch die App nicht funktionierte. Raus kamen wir auch kaum, Ausfahrt nicht ausgeschildert, alles sehr eng, die Kasse zwei Stockwerke höher. Danach wollten wir nur noch laden, keine Experimente, also Imperia SuC, mit 3 % kamen wir an, ich hätte die Ladesäule umarmen können.
Auch in Italien hatten wir Probleme mit der EnBW App, man muss den Vorgaben der Säule nachkommen, auch wenn die App etwas anderes vorgibt, dann funktioniert es. Auf diese Weise hat das Laden den Rest des Urlaubs gepasst und wir konnten die Rückreise mit 97% antreten.
Diesmal war die Rückfahrt an einem Tag geplant, also über 900 km. Geladen, an sich zu früh, wieder in Dorno, diesmal auf der anderen Seite, weil man sich schon auskannte. Auch dort, aber bald gefahren war ein MS mit Wohnwagen. Für den war praktisch, dass man auf der Seite Richtung Schweiz an der Ladesäule vorbeifuhr und dann stehen blieb. So brauchte er seinen Wohnwagen nicht einmal abhängen!.
Von Dornot aus ging es über die Schweizer Autobahn und den St. Bernadino bis zum SuC in Bregenz, der lediglich 46 Cent/Kwh kostet, viele Ladeplätze bietet und eine Lounge aufweist, so dass man eine Toilette, Schatten und ggf. kleine Snacks vom Automaten hat. Ich habe mich kurz hingelegt und wir haben auf 97 % geladen.
Der Tesla hat dann sofort einen weiteren Stop vorgeschlagen, ohne Nachladen kämen wir nicht zum Ziel, dann Meldung Tempo max. 115 km/h, um Ziel zu erreichen, ich blieb bei Tempomat 120 km/h, wo es erlaubt war. Über München ging es dann nach Hause, trotz aller Warnungen kamen wir nach 390 km mit 12 % Restladung an. Gedauert hat die Fahrt 11,5 Stunden, davon sind 1,5 Stunden Ladezeit, Verbrauch auch zurück lediglich 15 Kwh, in Italien bei den Ausflügen sogar noch weniger, 13 Kwh.
Alles in allem ein gelungener Urlaub, doch habe ich mir jetzt für EnBW auch noch die Ladekarte bestellt. Und ich würde das nächste Mal an einem „sicheren“ Standort so viel laden, dass ich zu meinem Ausflugsziel und zurück komme. Kann ich dann vor Ort das Parken mit dem Laden verbinden, dann gut und sogar billiger als am SuC, wenn nicht geht aber nicht gleich die Panik um. Das Auto selbst hat sich als absolut langstreckentauglich erwiesen, der Tempomat sich aber als mehrfach als gefährlich. Zum Thema „Phantombremsungen“ gibt es ja einen eigenen Bereich. Bei uns wurde jedenfalls immer wieder mal der Schatten einer Brücke oder ein Wechsel in der Fahrbahnfarbe als Hindernis erkannt und zumindest verzögert. Da ist noch viel Verbesserungspotential.

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Sehr schön, hab es mal in die Rubrik „Reiseberichte“ verschoben.

danke für Deinen Report.

Wir fahren zweimal im Jahr über die Alpen an die französische Riviera. Letzter Ladehalt ist Dorno, dort auf 80% SoC, so dass wir die Ligurischen SuC links liegenlassen können. Denn sowohl Varazze als auch Imperia kosten bei An- und Abfahrt richtig Zeit. So schön es ist, durch den Yachthafen von Varazze zu schlendern, da fahr ich ohne Not und beim Streckemachen nicht mehr hin.

btw, die

kann man im Menu stummschalten. Gehörte zu den ersten Dingen, die ich im M3 de- und nie wieder aktiviert habe (akustische Navi-Führung ebenso).

s.

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