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Mehrwertsteuersenkung ab 01.07.20

„Nach § 16 Abs. 1 UStG ist die Steuer, soweit nicht § 20 gilt, nach vereinbarten Entgelten zu berechnen. Nach § 13 Abs. 1 UStG entsteht die Steuer bei der Berechnung der Steuer nach vereinbarten Entgelten mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums, in dem die Leistungen ausgeführt worden sind.“

Damit knüpft das Umsatzsteuerrecht an den Zeitpunkt der Leistung an und nicht an den Zeitpunkt der Bezahlung (Vereinnahmung). Damit folgt das Umsatzsteuerrecht für den Regelfall den allgemeinen Bilanzierungsvorschriften, wonach ein Umsatz gebucht wird, wenn der Aufwand (Sollausgabe) bzw. der Ertrag (Solleinnahme) entsteht.

Die für mich einzige Frage bleibt der Zeitpunkt der Leistung. Evtl betrachtet Tesla die Übergabe des Fahrzeugbriefes als Zeitpunkt der Leistungserbringung. Dem würde ich mich aber nicht anschließen wollen, da die Autos für viele noch auf dem Schiff sind. Daher erachte ich die Schlüsselübergabe als den für die MwSt gültigen Stichtag, der auch völlig losgelöst von einer Zulassung wäre.

Tesla kann dies auch nicht einfach anders handhaben, dafür gibt es ja das UStG. Auch sollte es keine Motivation von Tesla geben, hier dem Kunden nicht entgegen zu kommen, die MwSt ist für Tesla ein durchlaufender Posten zum Staat, kostet also dem Staat Geld, nicht aber Tesla.

19% MwSt vom Kunden verlangen und anschließend 16% MwSt abführen geht ja nun auch nicht, oder ?

Bei Vorauszahlungen ist aber der Zahlungszeitpunkt maßgeblich und da man, außer bei Finanzierung und Leasing über Tesla, immer im Voraus bezahlen muss, ist hier tatsächlich der Zahlungszeitpunkt entscheidend.

Nach § 14c UStG ist der Steuerbetrag abzuführen, der auf der Rechnung ausgewiesen ist, auch wenn zu viel Steuer ausgewiesen wird. Also den Kunden mehr abknöpfen, als man an das Finanzamt abführt, darf man nicht. Macht man es doch, ist das mindestens Steuerhinterziehung, eventuell sogar Steuerbetrug (der härter bestraft wird).

Für meine Taycanbestellung habe ich schon die Bestätigung vom Porsche-Händler, daß der Auslieferungszeitpunkt (bzw. der Tag der finalen Rechnung ein paar Tage vorher) gilt. Wie auch immer, der Leistungszeitpunkt ist sicher nicht der Moment der Bestellung. Da erzählt Tesla Unsinn.
Dem Händler ist das auch egal, den interessiert nur der Nettobetrag.

Wo soll das im Gesetz stehen?

Bei der letzten MwSt Erhöhung zum 1.1.2007 (16% auf 19%) gab es Praxishinweise vom BMF. Demnach mussten Anzahlungen in 2006 im Nachhinein mit der erhöhten MwSt von 19% neu berechnet werden, wenn die Leistung selbst erst in 2007 erbracht wurde.

https://rsw.beck.de/cms/?toc=BC.390&docid=190025

Ein weiterer sehr hilfreicher Link mit Infos von damals (2006/2007) ist

https://www.ghv-guetestelle.de/media/kalte_mehrwertsteuer.pdf

Was damals für die Erhöhung galt, sollte jetzt auch für die Reduzierung der MwSt gelten.

Aber es stimmt, bei all dem Rechtskram sollte man die Freude auf den neuen Wagen nicht verlieren. :laughing:

Hallo zusammen,

anbei ein vielleicht hilfreicher Beitrag von haufe
haufe.de/steuern/gesetzgebu … 17790.html

Ich verstehe das eigentlich so, dass die Steuer dann berechnet/festgesetzt wird am Zeitpunkt der Leistungserbringung bzw. in dem Fall wenn das Fahrzeug übergeben wurde. Denke der freundlicher Steuerberater hilft einem bei der Klärung …

Die Steuerverwaltung hat dazu eine Verwaltungsanweisung, auf die sich jeder Steuerbürger unmittelbar berufen kann, d.h. für Finanzbeamte ist das verbindlich.
Im UStAE (Umsatzsteueranwendungserlaß) heißt es in 12.1 Abs 3 zu § 12 Abs 1 und 2 UStG:

" Bei einer Änderung der Steuersätze sind die neuen Steuersätze auf Umsätze anzuwenden, die von dem Inkrafttreten der jeweiligen Änderungsvorschrift an bewirkt werden. Auf den Zeitpunkt der Vereinnahmung des Entgelts kommt es für die Frage, welchem Steuersatz eine Leistung oder Teilleistung unterliegt, ebenso wenig an wie auf den Zeitpunkt der Rechnungserteilung. Auch in den Fällen der Istversteuerung (§20UStG) und der Istversteuerung von Anzahlungen (§13 Abs 1 Nr 1 a Satz 4 UStG) ist entscheidend, wann der Umsatz bewirkt wird. Das gilt unabhängig davon, wann die Steuer nach §13 Abs 1 Nr 1 UStG entsteht." Zitat Ende

Es ist in kurz also immer die Lieferung/der Gefahrenübergang für den Steuersatz maßgebend.

Was man im Moment auch nicht vergessen darf:

Eine Beibehaltung des Bruttopreises kann die BAFA-Förderung „versehentlich“ streichen.

Gegenüber der BAFA muss nämlich nachgewiesen werden, dass der Hersteller netto mindestens in Höhe seines Anteils unter dem dort hinterlegten Basisnettolistenpreis geblieben ist. Beim (nackten) Tesla 3 wären das 39990 EUR, auf der Rechnung dürfen daher nicht mehr wie 36990 EUR stehen.

Wenn Tesla jetzt aber den Bruttopreis beibehält, wäre das ein Nettopreis von 37922,41 EUR und damit nicht mindestens 3000 EUR unter Basisnettlistenpreis und damit keine Förderung.

Umgekehrt, wenn Tesla den Basislistennettopreis erhöht, sind wir über den 40000 EUR und es gibt nicht mehr die volle Förderung. Also man muss hier wohl höllisch aufpassen gerade.

(gilt nicht nur für Tesla sondern für alle geförderten E-Autos)

Oder Tesla erhöht nur den Nettopreis (Brutto bleibt gleich) bei M3 LR und P und somit behält Tesla etwas mehr Geld ein (bei AWD und P, wo sowieso das meiste Geld verdient wird) und ist immer noch Förderungsfähig, da der SR+ unter 40,000 bleibt.

Ich bin mir fast sicher, dass es so sein wird.

vermute ich auch :slight_smile:

Im Übrigen ist steht nun der September als Liefermonat da :cry:

Beim SR+ ist aber nicht mehr viel mit „Nettopreis erhöhen“. Wenn sie den um mehr als 9 EUR erhöhen, ist der SR+ nicht mehr voll förderbar (die 40000-Grenze gilt auf Nettopreis)

Und wie läuft das dann in der Praxis ab? Ich bestelle jetzt und bekomme von Tesla eine Rechnung vor dem 1.7. also noch mit 19% MWST. Dann wird mir der Wagen im Juli übergeben. Muss mir dann Tesla im Nachhinein eine Rechnung über 16% MWST ausstellen und mir den zuviel bezahlten Betrag zurück überweisen?

Aber Massen an Bestandsfahrzeugen

Und da niemand genau weiß, was Tesla treibt und wenn man die 16% MWST mitnehmen möchte ist man auf der sicheren Seite, wenn man mit der Bestellung bis dahin wartet, bis Tesla bei der Bestellung alles richtig ausweist.
Ich glaube auch nicht dass Tesla beim Grundmodell den Netto VK auf über 40.000€ hebt, aber die Vergangenheit hat gezeigt, dass man sich da nie sicher sein kann.

Dazu: Ich habe extra noch gewartet und Samstagabend, d.h. nachdem sich der Nebel etwas gelichtet hatte und eindeutiger war, dass das Ziel ist die 6.000 Euro ab dem 04.06. zu zahlen bestellt. Das über den Neuwagenkonfigurator mit Liefertermin August.

Vor 2h habe ich eine email mit dem Übergabetermin 27.06. bekommen :open_mouth:

Mit ist nun an verschiedenen Fronten nicht klar was das für mich bedeutet.

Zunächst wollte ich gerne einen „wirklichen“ Neuwagen und nicht einen, der schon Wochen irgendwo rumstand und begrabbelt wurde. Aufgrund des Liefertermins muss ich aber davon ausgehen, oder?
Ansonsten: wie würde ich denn feststellen können ob mir einer der Grand Venus zugeteilt wurde?

Zur BAFA und MWSt: Ich habe Privatkundenleasing über Tesla angegeben. Nach meinem bisherigen Verständnis erfolgt die Berechnung der Leasingraten auf Nettobeträgen, die dann jeweils mit MWSt erhoben werden (d.h. 16% oder 19% hätten nur für die von 01.07. bis 31.12.2020 gezahlten Raten eine Bedeutung). Von daher dachte ich bislang, die MWST hätte für mich nur eine untergeordnete Bedeutung. Dies würde bedeuten, dass die MWST zwischen Tesla und der Tesla Bank (oder Santander oder wer auch immer das ausführt) belastet (Tesla) und in Abzug gebracht wird (Bank), von daher egal für mich ob 16% oder 19%.

Wenn es aber so ist, dass der Bruttopreis des Wagens das zugrundeliegende Darlehen widerspiegelt, dann sieht es natürlich anders aus, d.h. dann würde das ganze für mich teurer als wenn ich es ab dem 01.07. abhole.

Könnt Ihr mir Licht ins Dunkel bringen?

Nein, das müssen sie nicht. Sie können auch die 19% einziehen und müssen diese selbstverständlich vollständig an die Finanzkasse weiterleiten.

Also bitte, wir sind doch hier keine Bananenrepublik…

Ich bin Endkunde und will den Wagen nicht gewerblich kaufen.

Mir wurden vor einer Woche die Papiere eines Fahrzeugs geschickt, das am 20.12.2019 produziert wurde. Ohne Kommentar, wo sich das Fahrzeug während der ganzen Zeit aufgehalten hat. km-Stand angeblich 100, keine Vorbesitzer eingetragen.

solange kein vorbesitzer eingetragen ist und es wirklich ein modell 2020 ist sehe ich das nicht kritisch. war bei zwei meiner vws auch so.