Mehrwertsteuerkosten bei Firmenwagen?

Hallo zusammen,

Ich wusste nicht wo ich das ganze am Besten reinschreiben soll, jetzt habe ich es mal direkt unter Model 3 geparkt.

In den nächsten Monaten steht ein neuer Firmenwagen an, diesen würde ich mit 0,25 % Regel nehmen wenn wir irgendwie ein Model 3 finanziert bekommen. Leasing ist leider zu unattraktiv …

Jetzt meinte mein Arbeitgeber dass hier noch versteckte Kosten auf uns zukommen da zwar die 0,25 % stimmen, die Bemessungsgrundlage für die Mehrwertsteuer aber nach wie vor 1 % sein soll. Ich kann mir nicht erklären wo hier überhaupt eine Mehrwertsteuer zu tragen kommt ? Kann hier jemand Licht ins dunkel bringen ?

Lg Mike

Moin!
Unbedingt auch andere Leasing-Firmen anfragen. Die Konditionen sind dabei nicht wirklich anders.

Für den MA ist nur die so genannte 0,25er Regelung relevant, entspricht in soweit also dem Verbrenner mit günstigem Preis. Dabei zählt natürlich der brutto Listenpreis vor allen Nachlässen.

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Auf den Geldwerten Vorteil wird auch Umsatzsteuer fällig, die der Arbeitgeber abführt.

Beispiel:
Tesla UVP 50000 €
Geldwerten Vorteil 1% = 500 €
Umsatzsteuer darin 19% 79,83 €

Geldwerten Vorteil 0,25% = 125 €
Umsatzsteuer bleibt aber trotzdem bei 79,83 €

Die Vergünstigungen gelten also nur für Einkommenssteuer und Sozialabgaben, nicht aber für die Umsatzsteuer. Für den Arbeitgeber liegt der Vorteil also nur bei den geringeren Sozialabgaben, im Verhältnis eher uninteressant und für diesen insgesamt eher teurer als ein normaler Verbrenner. Hinzu kommt das Problem mit dem aufwendigen Laden zu Hause oder dem teuren Laden unterwegs. Als Arbeitgeber muss man das wollen, kostet mehr und hat wesentlich mehr Aufwand.

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Ich steh auf dem Schlauch, die Umsatzsteuer kann der Arbeitgeber doch verrechnen

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Nein, ein Dienstwagen ist ein Sachbezug und der unterliegt der Umsatzsteuer. Das ist quasi wie ein Verkauf an den Mitarbeiter, auch wenn die 1% Regelung eher eine fiktive Abrechnung ist.

Ein Dienstwagen ist oft gar nicht so viel günstiger wenn dieser ein Privatfahrzeug ersetzt und man diesen als Unternehmer selbst bezahlen muss.

Ich weiß gerade nicht ob ich verlinken darf, aber hier vielleicht mal eine Erklärung dazu:

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Ok, das erklärt einiges, Dankeschön. :slight_smile:

Laut der Beispielrechnung 375€ zu Versteuern weniger sind nur ein paar € Sozialabgaben

Weniger Sozialabgabe= teurer :thinking:

Bei anderen Anbietern bin ich dabei, bei Tesla nein.

Das ist richtig, wollen muß man……aber mehr Aufwand???
Der Arbeitgeber kann vielleicht auch die Möglichkeit bieten am Arbeitsplatz zu laden, ist dann für den MA kostenlos, da kein Geldwerter Vorteil mehr.
Abgesehen von der Einsparung der KFZ Steuer, den geringeren laufenden Kosten……

War ein Firmenwagen vorher, bleibt ein Firmenwagen. Ändert sich also nichts, außer, daß es für den MA und auch für den Arbeitgeber günstiger wird.

Edit: @Hafenmeister
Dein Arbeitgeber hat bestimmt einen Steuerberater. Die können da problemlos eine Beispielberechnung machen. Kann er ja mal nachfragen. Dann wisst Ihr es genau.

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Moin!
Für den Arbeitgeber sind die Vollkosten (TCO) interessant, also die Summe aller Ausgaben.

Bei meinem Arbeitgeber sind jetzt schon diverse Modelle durchgerechnet worden, der Verbrenner verliert durchgängig. Selbst solche Massenmodelle wie Ford Focus verlieren gegen einen ID3 mit 77kWh dabei, wenn auch nur sehr knapp je nach Leasinggeber.

Das teure und komplizierte am BEV sind die Köpfe der Vorgesetzten.

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Du sparst ein wenig an den Sozialabgaben, hast dafür in der Regel aber höhere Kosten bei der Umsatzsteuer sowie der Anschaffung. Wir können z.B. bei VW im Großkundenvertrag Fahrzeuge bestellen. Gerade jetzt bekommen wir noch einen Golf 8 eHybrid, da Leasingrate 100 €, der ID3 hätte bei 245 € netto gelegen, obwohl nur 4000 € teurer. Den Kostenvorteil hole ich nirgends mehr rein.

Ich sehe das als Arbeitgeber sogar umgekehrt. Laden mit Ladekarte = einfach,
Laden bei Tesla = kompliziert. Verstehen wird das jetzt nur derjenige, der auf der
anderen Seite sitzt. In der Regel haben meine Mitarbeiter eine DKV Tankkarte. Wir bekommen die Rechnung und alles ist gut. Bei Superchargern sind das alles Einzelrechnungen, die womöglich noch an den Mitarbeiter gehen und wo man die Rechnungsanschrift irgendwie basteln muss.

Mehr Aufwand? Anschaffung Ladestationen, passende Parkplätze etc. Das Problem haben wir hier auch. Wir müssen buddeln und das bei Miete… Der Geldwerte Vorteil fällt nur weg wenn es ein Privatfahrzeug ist, das laden zahlt dann aber der Arbeitgeber. KFZ Steuer stimme ich dir zu, geringere laufende Kosten…bei den Paketen zwischen 1-20 € im Monat für Service, eher weniger.

Die Aussage halte ich nach diversen Angeboten auf dem Tisch für falsch. Ich kenne mich mit den Privatkonditionen aber auch nicht so aus.

Ansonsten bin ich auch voll bei E-Fahrzeugen und wir machen das auch. Nur den günstiger Teil Suche ich noch. Früher war es egal wenn der Mitarbeiter bei Shell tanken ging anstatt bei einer günstigen Tankstelle. Heute wird das bei Ionity, Aral etc. ohne Verträge schon komisch…

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gut auf den Punkt gebracht.
Als AG kann ich nur sagen, ein besseres Motivationsmittel als einen Firmenwagen zur Privatnutzung mit dem günstigen geldwerten Vorteil gibt es nicht., um den AN zu motivieren.
Die Mehrwertsteuer für den Sachbezug in Höhe von einem % ist aus AG-Sicht vernachlässigbar, da ja sofort die MWSt. des Fahrzeuges gezogen wird, ob beim Kaufpreis oder der Leasingrate oder -sonderzahlung. Das gleiche gilt ja für alle anderen Kosten, die das Fahrzeug verursacht und mit Mehrwertsteuer beaufschlagt sind.

Kompliziert ist nur im Moment die Problematik Laden des Firmenwagens beim AN zu Hause an der privaten Wallbox. Hier sind Lösungen aktuell entweder teuer oder bieten Fallstricke.
Ich würde hier der Einfachheit halber einen Betrag x auf das Bruttogehalt aufschlagen, um das private Laden abzugelten.
Schliesslich ist das E-Auto ohnehin im Unterhalt günstiger.
Aussage gilt natürlich für D.

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Dem AN einfach eine Firmenkreditkarte geben. Dann wird direkt über das Firmenkonto abgerechnet.
Oder im Account die Firmen Rechnungsadresse anlegen wenn man keine Firmenkreditkarte hat oder haben möchte. Dann tritt der AN in Vorleistung und kann die Rechnungen erstattet bekommen.

Es ist noch schlimmer!
Man bekommt überhaupt keine Rechnung. Man muss sie sich selbst holen. Und zwar einzeln und recht umständlich. Das ist für Unternehmen ein riesiger und sehr unlustiger Aufwand.

ja, haben wir auch so. Ist aber nicht einfacher als vorher, kostet extra Zeit der Mitarbeiter und extra Buchungsposten. Ich erstatte mir z.B. einfach nur die Pauschale von 70 EUR, da mir das Thema mit Laden zu Hause an PV zu kompliziert wurde. Ohne weiteren Netzanschluss und nur mit extra Zähler stellt sich dort derzeit noch die Frage, zu welcher Summe der Arbeitgeber dann den Strom erstatten kann. Da würde ich dann Gewinn mit machen, den ich aber extra Versteuern müsste…

jo, bei Tesla ist dies ein Problem. Könnte man auch weiter machen. Ich stand 4 Stunden in Düsseldorf bei einem Problem, wo es bei VW immer Leihfahrzeuge gibt. An dem Tag habe ich sämtliche Geldwerten Vorteile verbrannt. Bei Tesla als Dienstfahrzeugen habe ich echt noch ein Problem, auch wenn ich meinen derzeit gegen nichts anderes mehr tauschen wollen würde.

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Genau meine Erfahrungen. Wir haben durch gute Erfahrungen einen VAG-Fuhrpark mit GroKu-Vertrag und mein Fahrzeug ist der einzige Tesla. Niemals würde ich aktuell auf die Idee kommen ein Model 3 einem Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen, denn selbst mein nun zweites Model 3 musste einige Male (100 km eine Stecke) zum SC und Leihwagen gab es nur ein einziges Mal. Rechnungen sind grundsätzlich auf meine Privatanschrift ausgestellt, zum Glück sind seit letzter Woche endlich mal die Superchargeraufladungen korrekt auf die Firmenadresse erstellt worden. Das Layout hat sich auch geändert, scheinbar hat es Tesla verstanden, denn es war extrem mühsam jede Aufladung zum Advisor bezüglich einer Korrektur zu schicken… Die Änderung hat dann auch immer Monate auf sich Warten lassen. Eine Sammelrechnung wie bei ENBW monatlich automatisiert via Mail wäre perfekt. Alle unsere Mitarbeiter mit BEV oder Hybriden haben einen ID-Charger Pro und rechnen ganz normal mit der Firma ab. Ansonsten haben die Mitarbeiter eine ENBW-Karte um im Notfall mal unterwegs zu laden. Zu 90 Prozent kommt das nicht vor, aber man muss trotzdem das Ganze beobachten. Siehe Preiserhöhung bei ENBW. Bei den DKV-Tankkarten hat es uns nie gejuckt. Nur wenn jemand mal bei 1 €/kwh bei Ionity lädt wird einem schon schlecht. Solche krassen Schwankungen gibt es bei den konventionellen Treibstoffen nicht.
Wir haben ID3, eGolfs, eTron, eUps und GTEs, Verbrenner und den riesen Vorteil, dass unsere sehr gute VW-Werkstatt keinen KM vom Standort entfernt ist. Die Fahrzeuge werden bei Wartungen, Rückrufen, Updates usw. einfach geholt und gebracht. Sollte es länger dauern wird direkt ein kostenloser Mietwagen zur Verfügung gestellt. Diese Einfachheit werde ich wie oben beschrieben zum gegenwärtigen Zeitpunkt nie verändern, denn wer kann seinen Mitarbeiter beispielsweise wegen Sensor-Problemen mehrfach einen Tag auf Reise schicken? Ich mag das Model 3 sehr, aber in einem Firmenumfeld würde ich es aktuell definitiv nicht einsetzen und bin auch am überlegen ob ich auf ein Model Y oder doch auf den ID4 GTX umsteigen. Klar, mache ich mit dem VW auch sehr viele Abstriche, aber es gibt auch Vorteile.

Grüße

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Wir hatten das Thema bei uns auch (kleine GmbH, erster Firmenwagen und dann noch ein Tesla).
Wenn ich es richtig verstanden habe, ist in deinem Fall die Umsatzsteuer auf den geldwerten Vorteil gemeint, welcher leider tatsächlich nach wie vor mit den vollen 1% gerechnet werden muss. Nur für den Arbeitnehmer gilt die Ermäßigung auf 0,25%.

Habe mal versucht, den ganzen Wirrwarr detaillierter und mit Beispielrechnung aufzuschreiben:

(Punkt „Kosten für den Arbeitgeber“ weiter unten).

Hi Wastl,

Vielen Dank für deine Beispielrechnung! Die hat mir sehr geholfen.

Wie sind denn die Kosten des AG abzusetzen, wenn der AN den Firmenwagen nahezu ausschließlich privat nutzt? Oder ist das bei der 1%-Regelung irrelevant?

Eine Beispielrechnung für den Vergleich zwischen Gehaltserhöhung und Firmenwagenleasing E-Auto würde mich ebenfalls interessieren - allerdings aus Sicht des AG.

Vielen Dank und weiterhin gute Fahrt!

Weltweit vertretender IT-Berater mit 270.000 Mitarbeitern. Regelung für mich in Deutschland:

Tesla SuC-Rechnungen: In die Felder Vorname, Nachname die Firma und den eigenen vollen Namen eintragen. Runterladen, mit Reisekostenabrechnung einreichen. Habe seit dem neuen MS sowieso kaum noch Bedarf für Langstreckenladen.

Alle anderen Ladestationen: Zwei unserer drei Tankkarten haben mittlerweile auch eine Ladefunktion. Eine geht immer.

Zuhause: Angebot der Firma ist Pauschale oder Installation einer Ladestation mit Abrechnung über einen Dienstleister. Schweineteuer. Habe mir eine Ladestation mit separatem Zähler auf eigene Kosten installieren lassen und rechne halbjährlich „Fuel“ über die Reisekostenabrechnung ab. kWh-Preis ist mein privater Arbeitspreis, ohne Weiterverrechnung des Grundpreises. Kopie der privaten letzten Stromrechnung dazu, fertig.

Wo ist das Problem?

Wie sind denn die Kosten des AG abzusetzen, wenn der AN den Firmenwagen nahezu ausschließlich privat nutzt? Oder ist das bei der 1%-Regelung irrelevant?

Bei der 1%-Versteuerung ist das tatsächlich irrelevant und wird daher von Kritikern gerne als Lücke im System gesehen, weil der Firmenwagen damit zum „Add-On“ verkommt und der Angestellt den ja eigentlich gar nicht braucht, um seinem Beruf nachzukommen.

Eine Beispielrechnung für den Vergleich zwischen Gehaltserhöhung und Firmenwagenleasing E-Auto würde mich ebenfalls interessieren - allerdings aus Sicht des AG.

Eine detaillierte Rechnung habe ich noch nicht aufgemacht, aber unterm Strich zahlt ein AG sicherlich (deutlich) weniger für ein Auto als Lohnerhöhung als wenn er dem AN 500,- Euro netto mehr Lohn überweisen will.