Mazda 6 Fahrer fährt ein M3 für 24h

Ich weiss nicht ob dieser Bericht von Nutzen ist aber ich musste für mich selber eine Validierung machen ob ich mein aktuelles Auto (Mazda 6) durch ein M3 ersetzten kann.
Vielleicht gibt es jemand der in einer Ähnlichen Situation ist wo evtl. die eine oder andere Beobachtung hilfreich findet.

Sorry für den langen Thread und mein Deutsch das ist auch nicht so auf der Höhe…

Aktuell fahre ich einen Mazda 6 sport wagon und konnte ein Tesla M3 für 24 Stunden Probe fahren.

Während diesen Stunden wollte ich folgendes testen:

  1. Ist der Waagen im Innenraum wirklich so «laut» wie alle sagen
  2. Ist das Fahrwerk wirklich so hart im Vergleich zu meinem Mazda 6
  3. Hat es für eine 4-Köpfige Familie genügend Platz, bringe ich alles Urlaubgepäck rein
  4. Wie funktionieren die Assistenz System im Vergleich zum Mazda der auch ein Adaptiver Tempomat hat welcher ich sehr sehr oft verwende

Ich selber bin bereits mehrfach unterschiedliche Elektroautos gefahren und wusste daher wie es sich anfühlt bzgl. Beschleunigung und fahrverhalten etc.

Aber das Tesla M 3 setzt wirklich nochmals einen oben drauf. Hat von der ersten Minute Spass gemacht zu fahren mit solch einer Leichtigkeit schiebt er sein Gewicht durch die Strassen, das habe ich von einem anderen Elektroauto noch nie erlebt.

Also nun zu meinen «fragen» an das Auto und die Antworten dazu:

Nun zuerst zur Lautstärke im Innenraum. Boah ist der Laut! Also zumindest das Soundsystem :slight_smile:
Im Vergleich zum Mazda 6 sind die Innenraumgeräusche genau gleich oder vielleicht ein Tick lauter (z.B. bei 120km/h). Dies hat sich auch bestätigt als ich dann am Nachmittag mit der gesamten Family durch die Prärie fuhr. Da hat meine Frau nach einer gewissen Zeit erwähnt: «Was war nochmals das Problem mit den Innenraum Geräuschen???»
Weiter meinte sie auch, dass er eher leiser ist da sie den Motor nicht hört oder die Vibrationen nicht spürt.

Ich bin eigentlich alle drei Strassentypen bei uns abgefahren um das Fahrwerk zu «testen». Als erstes waren die Überlandstrassen dran, sprich bis 80km/h. Das Auto liegt sehr gut auf der Strasse. Viel besser als im Vergleich zum Mazda welcher sich eher ein wenig schwammig durch die kurvigen 80er Strecke bewegt. Man fühlt wie das Auto am Boden klebt und man bekommt ein gutes Gefühl, dass man mit der Strasse verbunden ist.
Auch auf der Autobahn gleitet das M3 schön vor sich hin und klar bei Brücken hört und spürt man die Orte wo die Brücke mit der Strasse verbunden wird aber das spüre und höre ich im Mazda genau gleich.
Der letzte Strassentyp ist die 30-50er Zone in der Stadt. Dort ist das M3 sehr ruhig. Die Abrollgeräusche hört man gar nicht mehr und auch über die 30er Zonen Schikanen fährt das M3 sogar ein wenig sanfter als der Mazda.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass das M3 ein strafferes Fahrwerk hat aber sich definitiv nicht härter anfühlt als in meinem Mazda.

Als ich das erste mal den Kofferraum öffnete bekam ich schon einen kleinen Schock. Die Öffnung des M3 ist schon sehr sehr klein im Vergleich zum Mazda 6, phuu. Da lässt sich definitiv keinen Kühlschrank transportieren was im Mazda 6 wohl möglich wäre.
Aber bis anhin haben wir eigentlich kaum sperrige Gegenstände transportiert. Unsere Söhne sind ein Jahr und drei Jahre alt. Sprich Kinderwaagen ist so ein Thema welcher auch im Mazda 6 rund die Hälfte des Kofferraums einnimmt.
Nun also Kinderwaagen in das M3 und phu der Kofferraum war schon fast voll (2/3). Nun aber im M3 hat man ja unter dem Kofferraum nochmals ein riesen Fach was im Mazda fehlt und vorne im Frunk hat auch nochmals eine ordentlich Tasche platz. Dies führt dazu, dass ich ins M3 genau gleich viel reinkriege wie in den Mazda sofern es Taschen und keine Koffern sind. Aber da wir sehr oft mit dem Auto in die Ferien fahren haben wir eh nur Taschen und somit lassen sich diese auf die unterschiedlichen Gepäckräume gut verteilen.
Auch der Platz für die Kids auf der hinteren Reihe mit ihren zwei Kindersitzen ist leicht grösser als beim Mazda. Und durch das Glasdach macht es den Raum gleich viel grösser. Beide Jungs haben es geliebt oben rauszuschauen vor allem der Kleine in seinem Maxi Cosi welcher normalerweise nur an den Dachhimmel des Mazdas schauen kann und nun Bäume und Häuser bei der Fahrt beobachten kann.

Ich liebe den Adaptiven Tempomat in meinem Mazda 6. Die Taste um den ein und auszuschalten ist bereits schon ein wenig abgewetzt und wohl die Taste welche am meisten benutzt wird. Nur leider geht dieser nur bis 30km/h runter und ab da muss man selber bremsen / fahren was mich natürlich auch nervt.
Im M3 geht dieser ja bis zum Stillstand runter und das Auto fährt ja dann auch selber wieder an -> Genial! Das alles funktioniert sehr gut ABER ich hatte leider auch schon 2-3 Phantom Messungen von Hindernissen wodurch der Waagen kurzzeitig bremste. Das ist unangenehm und kann der Mazda aktuell besser. Habe die beiden Autos auf meinem Arbeitsweg (Stadt Autobahn, Überland, Stadt) getestet und weiss wie der Mazda sich dort verhält. Leider hat eben das M3 an zwei Orten leicht gebremst obwohl nichts da war was mich schon stört aber hoffentlich mit einem verbesserten Algorithmus per Software behoben werden kann.

Der Autopilot funktioniert sehr gut. Auf der Autobahn ist das für mich eine extrem Wertvolle Funktion. Auch die «Armablage» rechts und links ist perfekt. So kann ich das Lenkrad mit meiner rechten Hand unten halten. Alleine dieses halten des Lenkrades genügt, dass der Autopilot meine Anwesenheit spürt, perfekt.
Spurwechsel mit dem Autopiloten funktioniert auch gut, wenn man den Trick raus hat :wink:

Kurz zusammengefasst habe ich kaum Bedenken, dass unser Mazda 6 mit unseren aktuellen Anforderungen durch ein M3 ersetzt werden kann. Natürlich haben wir auch mit dem Model Y geliebäugelt doch der kommt ja wohl erst in 2-3 Jahren und ich will nicht erst dann auf ein Elektroauto umsteigen. Klar gibt es alternativen, Kia oder ähnliches welche aber aktuell nicht liefern können daher ist wohl die Kaufentscheidung gefallen :slight_smile:

Falls ihr fragen habt oder evtl. ein ähnliches Auto wie ein Mazda 6 fährt und noch genaueres wissen wollt nur zu

Super Bericht! Danke für das Teilen

Vielen Dank! Gut geschrieben!

Tolle Analyse. Bin 10 Jahre lang (2005-2015) Mazda 6 (BJ 2005) gefahren. Das Auto war Preis Leistung topp. Der neue Mazda 6 war das leider nicht mehr, war nicht mehr so schön quadratisch und auch deutlich teurer, weswegen wir 2015 auf nen Skoda Oktavia (BJ 2015) gewechselt sind.

Welches Baujahr hat dein Mazda 6? Hätte nie gedacht dass der Vergleich in Punkto Platz nicht deutlich zum Mazda 6 ausfällt.

danke euch

Ich habe ein Mazda 2015 Revolution mit AWD welcher dadurch noch weniger Platz im Kofferraum hat als der „normale“ Mazda 6.
Wenn man alles rechnet (Frunk und den Platz unter dem Kofferraum) ist der Kofferraum Verlust vom Mazda 6 zum M3 rund 10% und das verkrafte ich :wink:

Ich finde den Kofferraum auch sehr großzügig, wenn nicht diese kleine Klappe wäre. Aber ohne gäbe es nicht das tolle Glasdach und für alles Größere „bald“ die Möglichkeit auf eine AHK :slight_smile:

Bye Thomas

@gekoch „sehr gut ABER ich hatte leider auch schon 2-3 Phantom Messungen von Hindernissen wodurch der Waagen kurzzeitig bremste.“… vermute da hat der Autopilot ziemlich weit voraus eine Gefahr erkennt und kurz abgebremst… erlebe dies immer wieder, dass er ein abbiegendes Auto welches ca. 100m entfernt ist als Gefahr erkannt und dann abbremst… oder es erkennt ein Auto weiter vorne, welches in einer Kolone stark abbremst und dann bremmst es auch schon mal… meistens waren diese „Phantom“-Bremsungen im nachhinein für mich doch noch erklärbar…

Danke für den Bericht, da passt ja mein Vergleich hervorragend rein. Ich bin bisher unsere 2014er Mazda-3-Limousine gefahren, die mir allerdings nicht selbst gehört hat. Der Schlitten hat Vollausstattung und damit ursprünglich knapp unter 40.000 Euro Listenpreis.

Den fand ich schon richtig leise im Vergleich zu älteren Fahrzeugen, jetzt mit Winterreifen ist er aber deutlich nerviger als mein M3P.
Der Kofferraum und auch die Öffnung ist beim Mazda 3 Limousine kleiner als beim Model 3, allerdings ist letzteres von der Länge auch eher mit dem Mazda 6 vergleichbar und da kenne ich die Maße vom Kofferraum der Limousine nicht.

Beim Mazda lassen sich die Sitze nur per Zughebel vom Kofferraum aus umklappen. Bis ich von Einbruchversuchen beim Model 3 gelesen habe, hatte ich mich gefragt wer auf so eine umständliche Lösung kommt :laughing:
Aber interessant, dass ein japanisches Fahrzeug in der Hinsicht ausgerüstet ist und ein amerikanisches nicht. Die Hebel nehmen allerdings den bei der Limousine eh schon knappen Platz unnötig weg und wären für Elon Musk sicher keine akzeptable Lösung.

Beim Tempomaten hat mich beim Mazda auch das 30er Limit genervt, das hat der Tesla ohne AP allerdings ebenfalls. Schlimmer fand ich, dass der Mazda nur sehr verzögert reagiert hat, wenn vor mir jemand gebremst hat oder wenn einer kurz vor dir einschert.

Den Innenraum fand ich beim Mazda schon besser als bei den meisten deutschen Autos, weil er schlicht und gleichzeitig modern ist. Im Model 3 fühlt man sich noch wohler, nur das Lenkrad könnte etwas edler und technisch verspielter sein für meinen Geschmack.

Das Soundsystem vom Tesla ist wesentlich besser als der BOSE-Sound im Mazda. Gut gefallen hat mir das HUD im Mazda, während die Trägheit vom Navi eine Zumutung war, zumal es beim Drücken des Startknopf komplett neu gestartet und eine zuvor nicht vollständig eingegebene Adresse wieder vergessen hat. Da ist der Tesla so viel besser und deshalb verstehe ich auch die Kritik nicht, dass der Bildschirm in der Mitte die Sicherheit gefährden soll. Mich hat das umständliche Navi in den meisten Verbrennerfahrzeugen mehr gefährdet als der zentrale Bildschirm im Model 3.

Der größte Unterschied ist das Fahren. Der Mazda 3 in der Sport-Ausstattung liegt schon auch gut auf der Straße und das Fahren über 200 km/h stellt einen vor keine Herausforderung, allerdings finde ich ihn vom Fahrwerk spürbar schlechter. Damit meine ich gar nicht die Straßenlage, da kommt eh kaum einer an E-Autos ran, sondern mein M3P absorbiert trotz 20-Zoll-Rädern die Schläge auf schlechten Straßen besser. Du hast beim Tesla zwar auch ein deutliches Feedback von der Straße, der Dämpfer verhärtet aber nicht wie beim Mazda. Das hat mich echt positiv überrascht, da hatte ich die Befürchtung meinen Mitfahrern ggf zuviel zumuten zu müssen.

Ich brauche nicht zu erwähnen, dass man beim Verbrenner entweder sparsam fahren konnte und dann trotz 150 PS gar nichts nach vorne passierte, wenn man mal schnell überholen wollte oder man fuhr relativ hochtourig und etwas lauter, dafür aber dann mit einer Beschleunigung die wieder Spaß gemacht hat.
Beim Model 3 liegen die PS jederzeit voll an, egal wie sparsam man gerade fährt und das ist einfach nur genial :slight_smile:

Wir waren letztes WE bei strahlendem Sonnenschein auf der Autobahn unterwegs. Rechte Spur, Sonne von links. Jedes Auto, was uns überholte (und das waren viele, weil die Autobahn voll war und ich entspannt mit 100 gefahren bin) hat einen klar umrissenen Schatten vor uns auf die rechte Fahrspur geworfen. Jedes mal, aber wirklich jedes einzelne mal (!), hat der AP kurz abgebremst, wenn der Schatten auftauchte. So nach einem dutzend Kopfnickern geht einem das dann schon auf die Nerven. Da muss Tesla echt noch was verbessern…

Da wird Tesla auch nachbessern. Dies war bei den Model X/S nicht anders und nach jeden Update wurden die Autos besser.

Jetzt fahren viele M3 durch Europa und nehmen alles mit den Sensoren und Kameras auf. Wer mal in den USA war, das ist mit uns nicht zu vergleichen.

Also Geduld, aber schön geschrieben und freut mich, das nun auch das Model 3 bei uns langsam angekommen ist.

Jep das Soundsystem ist um Welten besser im M3. Habe ja auch das Bose Premium System aber eben daran ist wohl nur der Preis premium…

Das HUD vermisse ich nicht dafür wie du sagst sind auch die gesamten Menus und die Karte sehr smooth im M3 was einfach viel einfacher ist alles zu bedienen etc.

Danke für den schönen Bericht! Das mit der Geräuschkulisse… es hängt sicherlich auch viel von den Reifen ab, siehe Tests von Björn Nyland.

„Schräg“ hat 78! DB bei 110km/h gemessen das ist schon heftig, ich weiß aber nicht welche Reifen er drauf hatte

youtube.com/watch?v=7reNEIt8xu8 ca Minute 8:55

Zum Vergleich habe ich durch Zufall gerade mal die Liste gefunden, scheinen aber nur Verbrenner zu sein…
auto-decibel-db.com/index_kmh.html

Schräg hat mit einem Handy gemessen, der Vergleich dieser Werte mit der Tabelle ist absurd.

Teslabjörn ist da für mich die Instanz… in diesem Video: https://www.youtube.com/watch?v=4TmxoYcQp6Q testet er den LR Performance mit kleineren 19" Winterreifen, da ist es schon nicht mehr so schlimm wie mit den 20" Nokian R3. In Summe leiser als z.B. der Hyundai Ioniq mit 16" Nokian R3.

Aber sicherlich: Es wäre noch Luft nach oben. Vielleicht testet er ja bald auch mal ein 18" LR AWD. (Und vielleicht sollte man das in einem passenderen Thread weiterführen)

Hier geht es weiter:

Bye Thomas