M3 Ladetechnik NICHT bidirektional / für V2G ausgelegt

Ingineerix MISST doch eindeutig die Dioden aus. Guckt euch doch seine zwei Videos an, er geht wirklich sehr ins Detail.

ok, ich hatte das 2. Video nicht gesehen und bin vom Schaltplan ausgegangen, vielleicht sollte er den dann auch mal aktualisieren.
Im 2. Video ist ja auch eindeutig zu erkennen das die Bauteile keine weiteren Steuerleitungen haben und dementsprechend nur Dioden sein können.

Übrigens interessant das Tesla die Leistungsdioden als SMD ausgelegt hat…gibt dann schöne Spannungsrisse in den Lötpads bei so einer großen Platine wenn der Tesla das Oldtimer-Alter erreicht hat. Obwohl auch egal, die heutigen Autos überleben eh keine 30 Jahre mehr :laughing:

Leistungshalbleiter lackiert man nicht - da will man keinen zusätzlichen Wärmewiderstand…

Alles hier zu sehen:

youtu.be/lXokJEzXwaI

und

youtube.com/watch?v=lXokJEzXwaI&t=2s

Die Chips sind auch markiert (SiD600, inkl. QR-Code bei 3:41 für die Dioden, und SiM99 inkl. QR Code bei 4:10), anscheinend gelasert in das Metallgehäuse. Den QR-Code habe ich nicht decodiert, im 1. Video; im 2. Video werden die Bauteile durchgemessen.

Es soll sich allerdings um einen Lader der Mitte/Ende 2018 gebaut worden ist, handeln.

Von Sandy Munroes Videos geht andererseits ja auch schon hervor, dass das Batterypack intern zw. M3 und MY „ident“ aber verbessert ist - und wir alle wissen, das bei Tesla ständig running changes kommen, da wird nicht unnötig auf den Modelwechsel zu Jahresende gewartet.

Wenn die alten Bauteile aufgebraucht sind, wird das in der Basisfunktion idente, aber verbesserte Einzeilteil gleich ins nächste vom Band laufende Auto eingebaut (einige davon hat Sandy bzgl Mechanik und NVH auch gezeigt, wo es keinen Sinn macht, das M3 aktuell andere Teile nutzt als M3, er es aber mit seinem frühen M3 vergleichen hat…

Es ist also nicht komplett ausgeschlossen, dass das MY und aktuell produzierte M3 bi-direktionale Ladetechnik haben, aber jeder der sein M3 schon seit ~1 Jahr hat, wird das wohl noch nicht haben. D.h. Tesla kann nicht über Nacht 1 Mio Fahrzeuge als virtuellen Energiespeicher zur Netzstabilisierung aktivieren - nur ein paar 10 000 :wink:

Mir ist schon klar das man die Kühlfläche von den Dioden nicht lackiert :laughing:
Ich hatte wie gesagt nur das 1. Video gesehen wo die Platine von oben gezeigt wurde.

Bei den da vorherrschenden Spannungen ist das obligatorisch. Die Kühlflächen natürlich nicht.

In den Kommentaren vom Follow-Up Video von Ingineerix hat der ursprüngliche Reporter Marco Gaxiola ja schon zugegeben, dass er bei der Analyse einen Fehler gemacht hat.

Marco Gaxiola war ja genau derjenige, der im Electrek Bericht als Quelle für die Bidirektionalität zitiert wurde. War also einfach mal wieder ein Schnellschuss und leider keine neuere Hardware.

youtu.be/UkRk2OQI7RE

So funktioniert der Regelenergiemarkt nicht. Das ist um einiges komplexer, du dürftest dein Auto u.A. nicht mehr bewegen wenn du da dran teilnehmen wollen würdest, es gibt aber noch einige weitere Hürden. Den Autoakku als eine persönliche Erweiterung einer Powerwall einzusetzen, erscheint mir deutlich realistischer als Einsatzgebiet.

Zur Netzstabilisierung sind Autoakkus komplett ungeeignet. Das geht nur mit stationären Akkus (es gibt ausser Akkus natürlich noch diverse andere Möglichkeiten das Netz zu stabilisieren). Vereinfacht gesagt MUSS man Regelenergie vorhalten können, der Preis dafür wird vorab an einer Börse gehandelt. Fährt dann das Auto wenn die Regelenergie gerade gebraucht wird zahlt man Strafe. Das ist für beide Seiten unplanbar, dazu kommen diverse andere Probleme. Zum Beispiel ist es nicht egal wo das Netz stabilisiert werden muss usw. Den Regelenergiegedanken kann man getrost vergessen für Akkus die in Fahrzeugen verbaut sind. Der Markt dafür ist ganz anders strukturiert.
E Autos können dann laden wenn viel Strom im Netz ist, das macht der Tesla ja schon so(Einstellung „geplante Abfahrt“, dann läd er zu den günstigsten Zeiten meist kurz nach 0 Uhr). Rückspeisung analog zu Powerwall ist auch einfach, fänd ich sehr gut. Das hat aber alles nix mit Regelenergie zu tun die für den Netzbetreiber sinnvoll wäre :wink:.

Dann muß sich der Regelenergiemarkt eben anpassen, nichts ist in Stein gemeißelt, wenn es sinnvoll ist, warum denn nicht?
Die Welt dreht sich nicht für/um die Netzbetreiber.

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Das kann er schon rein aus technischen Gründen nur sehr bedingt. Regelenergie muss planbar/vorhaltbar sein sonst brechen die Netze zusammen :wink:.

Das geht nur im Schwarm von einem Regelleistungsanbieter zentral organisiert, der evtl. noch andere Regelleistungskraftwerke wie z.B. BHKWs vorhält. Alternative wäre eine hohe Redundanz vorzuhalten?

Es gibt diese Schwarmnetzkraftwerke z.B. Next Kraftwerke, Grundbedingung fester Netzanschluss, Planbarkeit, mind. 400kWh. Es gibt 3 verschiedene Arten von Regelenergie. Man MUSS Regelenergie grundsätzlich vorhalten, Ausfallsicherheit garantieren über eine Absicherung von zusätzlicher Kapazität usw. es ist nicht so trivial wie man denken möge. Zudem wird entgegen vieler Annahmen gar nicht so viel Regelenergie benötigt, das kein Markt. Die großen Regelenergieakkus die in Deutschland betrieben werden sind mit Ach und Krach in der schwarzen Null, meistens fahren sie Verluste ein.
Regelenergie kann aber vieles sein was elektrische Leistung aufnehmen oder abgeben kann. Wirtschaftlich sind eher Prozesse die eh schon stattfinden wie z.B. ein Stahlwerk(die schmelzen meist nur Nachts weil da der Strom billig ist). Ein Akku im Auto wäre theoretisch bezahlt und könnten mit so einer Zweitnutzung wirtschaftlich sein, nur Autos fahren rum und ohne Planbarkeit funktionierts nicht. Powerwalls wären schon eher geeignet wenn die Kapa nicht so klein wäre. Anbieter wie NEXT brauchen so 20% für ihre Dienstleistungen, da machen kleine Akkus keinen Sinn.

Next Kraftwerke geht es wohl ganz gut, weil sie beim Leistungspreis fast alle anderen Anbieter unterbieten können und dann beim Arbeitspreis richtig abkassieren?

Klar ist, das ein Schwarm von 1mio 11kw Autos keine 11GW planbar macht, aber 1GW würde mich nicht überraschen.

Im Schwarm muss nicht alles bis auf das letzte Watt durchgeplant sein, das ist einfach ein anderer Weg.

Es ist vollkommen wurscht, wenn einer ungeplant ausfällt und dafür 2 andere einspringen.

Genau! Es fahren ja auch Leute extra zur Tanke wenn der Sprit nur ein paar Cent runter geht :wink:

Danke für den Hinweis, habe das Ursprungsposting angepasst und auf Deinen Beitrag mit dem Link zum Video verwiesen!

Gruß Mathie

Ihr vergesst dabei nur eines:

Wo soll denn die elektrische Energie herkommen? Die Autos produzieren keine elektrische Energie, also wird Tesla auch keine Zulassung zum Spotmarkt bekommen (es sei denn, sie haben genügend installierte Solardächer, was ich bezweifle).

Also wenn kein Markt da ist erübrigt sich das alles und bislang ist es ja mehr als hypothetisch.
Und der Ertrag müsste schon so sein, das ich mir über 10 Jahre davon einen neuen Akku kaufen kann.

Wir vergessen da gar nichts, es geht um Regelleistung, da ist es erst Mal egal wo die Energie herkommt. (Das wäre so etwas wie der Tesla-Batteriepuffer in Australien, nur als verteiltes System.)

Und ich will auch nicht, das jedes Auto einzeln am Sportmarkt ist, Tesla träte als Akteur auf.
Wie sie die nötigen Nachweise erbringen wäre mir egal.

Da Du schon den Großspeicher in Australien erwähnst: den betreibt der Energieversorger selbst, so weit ich weiß, und das ist in D natürlich genauso möglich und wird ja auch schon gemacht (weniger Mit Batterien, dafür mit Pumpspeichhern).

Und damit das funktioniert, braucht es stationäre Batterien, so wie die Firma Sonnen das macht. Die haben eine genügend große Basis an privaten PV Anlagen mit Speichern zu einem virtuellen Kraftwerk zusammengeschaltet und deshalb auch die Zulassung zum Spotmarkt erhalten.

Daher bleibe ich dabei:

Mit mobilen Autobatterien wird das nichts.
Aber das ist nur meine Meinung dazu.

Ich sag ja nicht das es undenkbar wäre, aber der europäische Regelenergiemarkt gibt so was nicht her, da wären zig Löcher zu bohren auf EU Ebene, technische sowie regulatorische, aber wie gesagt das wichtigste ist, es gibt gar keinen so großen Bedarf, auch in Zukunft nicht. Dazu gibt es einige Studien, der Gedanke das mehr Solar und Windstrom mehr Regelenergie erfordert ist nicht richtig. Wer die Gelegenheit hat mal mit echten Insidern zu sprechen wird sicher genau das zu hören bekommen.

Wie gesagt das Auto als Erweiterung des Hausspeichers zu nutzen, wäre klasse, das macht Sinn und ist einfach. Ideale Anwendung wäre nachts günstigen Ökostrom ins Auto zu laden und damit entweder zu fahren(was wir ja heute alle schon tun) oder eben ins Haus rückzuspeisen. Das wäre eine Netzentlastung, fördert den nächtlichen Ökostromverbrauch und hilft der eigenen Stromrechnung(wenn man Stundenbasiert abrechnet z.B. mit aWATTar).