M3 Gebrauchtwagenpreise verstehen

Hallo zusammen,

überlege aktuell ein M3 SR+ zu kaufen und habe deswegen auch mal bei Mobile bzgl. Gebrauchten geschaut. Jedoch kann ich das aktuelle Marktverhalten nicht nachvollziehen, auf Mobile werden EZ 2021 SR Modelle mit >10k km zum Teil für mehr als den Listenpreis von Tesla angeboten? Ist das ein Scam, wer kauft ältere Fzg. und noch über Liste? Welche Logik versteckt sich dahinter?

Vielen Dank für Aufklärung.

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Die werden ins Ausland verkauft - vorzugsweise Skandinavien. Dort sind die Preise der Neuwagen deutlich höher als bei uns.
Deshalb funktioniert das.

Nicht verrückt machen lassen. Diese Angebote sind für Ausländer attraktiv, da dort andere Preise bzw. Steuern gelten bis zu einem gewissem Alter und km-Stand.

Hier wurde eine ähnliche Frage beantwortet:

https://tff-forum.de/t/gebrauchtpreise/124109?u=lau-tt

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Aber das Ding ist auch, es gibt kein Modell unter Liste. Gibt es einfach noch keinen Gebrauchtwagenmarkt oder ist die Nachfrage schlicht so hoch. Schnelle Lieferung wichtiger usw.? Vor allem, wenn ich einen Neuen kaufe, schiebe ich die 6k Prämie ein und verkaufe nach der Haltedauer wieder für Liste, ist ein interessantes Geschäftsmodell^^ Schon eine verrückte Tesla Welt :slight_smile:

Edit: Danke Lau-tt das erklärt obige Frage

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Korrekt da leben glaub ich schon einige davon und arbeiten nicht mehr :smile:

Die Nachfrage bestimmt halt den Preis. So funktioniert Marktwirtschaft. Gruss Chris

Ich bin keiner der da jetzt groß rumheult, aber man muss sich natürlich darüber im Klaren sein dass die Förderung und der Abverkauf von E-Autos der Allgemeinheit schadet. Außerdem wird dadurch verhindert dass sich schnell ein Gebrauchtmarkt für E-Autos in Deutschland bildet wo auch Leute mit geringerem Einkommen zugreifen.

Vor Jahren schon hat Elon Musk angekündigt, das Teslas künfitg „appreciating assets“ werden würden, zu Deutsch wertsteigernde Geldanlagen. Warum? Er sah das damals noch als etwas schneller realisierbar an, dass das angekündigte Full Self-Driving Realität würde, womit Teslas dann in Zeiten, wo der Besitzer das Auto gerade nicht braucht, es als selbstfahrendes Auto sich auf die Suche nach zahlenden Fahrgästen macht, und somit dem Besitzer womöglich nicht nur das Auto finanziert, sondern gar den Lebensunterhalt einfährt. Um die 100 000 US$ hat Musk für einen wirklich selbst fahrenden Tesla anvisiert!

Nun hat sich FSD auch für Musk als weit komplexeres Thema herausgestellt, als er ursprünglich angenommen hatte, doch bleiben Teslas dank früher regelmäßigen, derzeit eher sporadischen Updates stets aktuell bezüglich Betriebssystem, Batterie Management, Klimatisierung, Antrieb und Infotainment. Zusätzlich haben gebrauchte Teslas den unbestreitbaren Vorteil, sofort verfügbar zu sein, nicht mit Wartezeiten wie derzeit bei den LR Model 3 von bis zu einem halben Jahr.
Doch in der Tat ist der Auslandsabsatz der Haupt-Preistreiber derzeit…

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Kannst du den Schaden an der Allgemeinheit mal bitte vorrechnen oder zumindest aufzeigen?

Der einzige Schaden entsteht tatsächlich beim dänischen Staat durch geminderte Steuereinnahmen.

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Interessanter Ansatz. Schon mal darüber nachgedacht, dass jeder Tesla-Käufer wesentlich mehr an MwSt an den deutschen Staat entrichtet hat, als er mit der tollen Innovationsprämie zurück erhält? Ausserdem sollte globales Denken dabei helfen, die Klimaziele zu erreichen. Ist doch im Endeffekt wurscht, wo der Tesla fährt----von mir aus in Timbuktu. Hauptsache er fährt und ein Verbrenner steht. Gruss Chris

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Danke. Endlich mal keine Stammtischparole und Förderneid

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Zunächst einmal sind mir die Angriffe und Geheule egal, zumal ich diese Praxis ja selbst nutze und plane meinen Tesla bald ins Ausland zu verkaufen. Soll ich also auf mich selbst neidisch sein? Gerne lasse ich mir erklären wie das geht. Aber gut, zurück zum Thema: Das dachte ich anfangs auch, aber man muss das Ganze zu Ende denken. Unter Experten ist umumstritten dass der Staat in der Summe Geld verloren geht. Zwar stimmt es dass die MwSt oft höher sind (nicht immer!) als der Umweltbonus, aber die meisten Leute die jetzt E-Autos kaufen würden würden sowieso einen Neuwagen kaufen oder leasen. Die Nachfrage von E-Autos wird nicht aus dem nichts geschaffen, sondern von Verbrennern abgelenkt. Das ist logisch und sogar erwünscht, denn der Verkauf von Verbrennern soll ja reduziert werden. Auf der anderen Seite sind die Skandinavier, die meisten von Ihnen würden auch ohne den subventionierten Export aus Deutschland E-Autos kaufen. Sicherlich, für ein paar wenige sind die paar Tausend € ausschlaggebend, aber für die meisten ist das eben kein ausschlaggebender Faktor.

Am Ende führt die Subvention also dafür, dass die Käufer des Neuwagens in DE gewinnen, weil sie ihr Auto ohne Verlust nach 6 Monaten weiter verkaufen können. Die Skandinavier gewinnen, weil sie ein fast neues Auto so günstig bekommen dass es sich lohnt auf den teureren Neuwagen zu verzichten. Verlierer ist der deutsche Staat, der deutlich weniger einnimmt als es eigentlich sein sollte und die Gebrauchtwagenkäufer aus DE, weil eben kein vernünftiger Gebrauchtmarkt zustande kommt wo man E-Autos deutlich günstiger kaufen kann als wenn man einen Neuwagen kauft.

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Ich hätte ohne Subventionen weder ein E-Auto noch einen Neuwagen gekauft

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Ich auch nicht. Damit sind wir aber in der Unterzahl.

Ihr denkt hier nur an Tesla, denkt endlich mal grösser, es geht nicht um Tesla bei diesem Modell, es geht um die deutsche Automobilindustrie und - zulieferindustrie und natürlich den deutschen Staat.

Jedes verkaufte Fahrzeug, das 6 Monate in DE zugelassen ist (was zufälligerweise die Haltedauer für die Bafa beträgt), führt zur UST Zurechnung in DE. Hier verliert das EU Ausland mit jedem nach 6 Monaten in dieses EU Ausland verkaufte Fahrzeug.

Auch wenn es derzeit noch nichtbdanach ausschaut, sind die deutschen Hersteller volumenmässig deutlich besser aufgestellt als allw anderen. Der MEB wird in zig deutschen und tw nichtdeutschen Typen eingesetzt werden. Dazu muss allerdings das BEV durchbrechen, was es dank der Förderung tut.

Bafa ist eine gut getarnte Förderung für die deutsche Industrie, die Leute dahinter sehen die Volkswirtschaft und die steuerliche Seite im Ganzen und vor allem langfristig.

Jeder der sich mit Förderungsdesign im EU Raum rumschlägt, weiss wie schwer es ist eine zulässige Förderung auf die Beine zu stellen. Bestes Negativbeispiel ist die deutsche Autobahnmaut, da reichte die Bevorzugung der deutschen Autofahrer und weg waren die Milliarden.

Die Bafa nutzt geschickt die Ziele der EU (Energieunabhängigkeit nicht Klimaschutz) und hat es geschafft trotzdem den deutschen Staat zu bevorzugen.

Dass Tesla davon profitiert ist kalkuliertes Trittbrettfahren.

Also hört mit dem Jammern auf, dass der deutsche Staat betrogen wird, der reibt sich nämlich grad die Hände mit jedem in Deutschland und nicht in Dänemark verkauften BEV, die anteilsmässig immer mehr auch aus Deutschland kommen.

Langfristig denken und rechnen, dann lässt auch der Förderneid etwas nach.

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…zu Ende denken…

Nachdem das Model 3 verkauft wurde, an dem der Staat in der Regel Umsatzsteuer verdient hat, muss ja wieder ein Fahrzeug gekauft werden. Evtl. wieder ein neues Model 3, an dem wieder USt verdient wird usw.

Und ich hätte ohne Förderung auch keinen Neuwagen mit Umsatzsteuer gekauft… Also wird der Gebrauchtwagenkäufer animiert einen Neuwagen inkl. USt zu kaufen :wink:

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Ja, und in Zukunft Model Y aus DE, dann verdient der deutsche Staat und das Land Brandenburg und die Kommunen…

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Ich denke, das wird nur ein vorübergehendes Phänomen sein, solange keine Sättigung eintritt und sich die grenzüberschreitende Arbitrage noch lohnt. Danach wird sich über kurz oder lang auch ein Gebrauchtwagenmarkt etablieren. Der technische Fortschritt spricht m.E. auch dafür, dass dann die älteren Gebrauchten deutlich günstiger werden. Solange dieser Normalzustand nicht erreicht ist (und die Förderung weiter läuft), lohnen sich bestimmt auch weiter die kurzen Haltedauern.

Sorge macht mir eher das Thema Recycling. Habe gehört, dass die aktuellen Kapazitäten bei Weitem nicht ausreichen.

Naja, hoffen wir mal, dass wir noch ein paar Jahre Zeit haben, das Recycling aufzubauen, meiner ist hoffentlich frühestens in 20 Jahren dran. Wenn man damit Geld verdient, wird sich sicher jemand finden. Abgesehen davon wird man sich in 20 Jahren dann die Frage stellen, ob Recycling oder Weiterverwendung, der Akku ist ja nicht kaputt, er hat nur weniger Leistung (für einen Akku eines Hauses völlig irrelevant) und weniger Kapazität (auch egal, wenn der Preis stimmt, stationär ist die Energie- und Leistungsdichte nicht die dominante Randbedingung sondern der Preis pro kWh und die Standverluste.

Wie man ja schön bei den PV-Panels sieht, wurde da das Recycling anfangs auch aufgebauscht, jetzt wo die ersten größeren Anlagen schon mehr als 30 Jahre auf dem Buckel haben, kommt trotzdem keiner auf die Idee, die abzureißen, wenn sie immer noch 70% der anfängliche Nettoleistung liefern.

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