M3 als Dienstwagen - Erfahrungswerte gesucht!

Hallo zusammen,

nachdem mir hier im Forum schon bei der Argumentation pro M3 als Dienstwagen geholfen wurde, gilt es noch ein paar Skeptiker in meinen Reihen zu überzeugen. Ich schiele auf das M3LR AWD ohne FSD.

Im Wesentlichen gibt es Zweifel an der Praktikabilität.

Nochmal kurz zum Hintergrund:
Ich lebe und arbeite in Düsseldorf, bin aber beruflich ca. 50% der Zeit im europäischen Raum unterwegs. Ich betreue primär einen Kunden im Raum Stuttgart, den ich mit dem Auto aufsuche, einen in München (meist per ICE) und einen in Skandinavien (leider Flieger). In allen Fällen bin ich meist mit einem Kollegen vor Ort, bin also dort nicht zwingend auf ein Auto angewiesen. Wenn doch, miete ich halt eins.
Ich muss zudem ab und zu zu unserem Standort in Frankreich, da fahre ich auch immer mit dem Auto hin.
Selbstverständlich gibt es für alle Regeln Ausnahmen, aber im Wesentlichen versuche ich alles über 5h Autofahren am Stück zu vermeiden und nehme dann lieber z.B. die Bahn. Mein Arbeitgeber lässt mich hier auch flexibel und selbstständig meine Dienstreisen planen.

Folgende Strecken stehen also mehr oder weniger regelmäßig auf dem Plan:

  • Düsseldorf - Frankreich (Stunde vor Paris): ca. 425km pro Strecke mit dem 5er Diesel, vmtl ca. 450km mit dem Tesla (wegen Ladestop)
  • Düsseldorf - Stuttgart: ca. 420km pro Strecke mit dem Diesel, vmtl ca. gleiche Strecke mit dem Tesla (Stopp am SuC Wiesbaden)

Und klar, muss man auch mal woanders hin fahren, vllt auch mal weiter weg, aber das sind eher seltene Ausnahmen.
In meiner Tiefgarage gibt es einen kostenlosen Lader und auch sonst ist Düsseldorf da ja nicht am schlechtesten aufgestellt, weswegen ich davon ausgehe, dass ich morgens mit vollem (80-90%) Akku meine Reisen antreten könnte.

Mich würde nun interessieren was für Erfahrungen die Außendienstler hier im Forum so gemacht haben/machen:

  1. Wie hat sich die Planung eurer Dienstreisen verändert? Investiert ihr mehr Zeit in die Planung?
  2. Wie haben sich die Reisen verändert? Seid ihr aufgrund von Ladepausen länger unterwegs? Wie viel ca in %? Seid ihr entspannter wegen Autopilot?
  3. Wie sehen die Kosten aus? Welche Lademöglichkeiten nutzt ihr? Was für Aufwände hat euer Arbeitgeber deswegen (Anmeldungen, Abos, Abrechnungen…)?
  4. Was sind die blödesten Situationen, in denen ihr mit eurem M3 gesteckt habt (die man als AG als Risiko auslegen könnte)?
  5. Was nervt euch? Wo seht ihr (gravierende) Probleme? Was für Risiken seht ihr (Reichweitenangst, Lader-Suche, Warteschlangen, technische Probleme/Inkompatibilitäten…)?

Ich brauche ehrlichgesagt nochmal ein bisschen Motivation, ob ich das Thema weiter verfolgen soll, da ich dieses „rechnerische“ Überzeugen ein wenig ermüdend finde. Wenn ich den 5er gegen einen 0,5%-fähigen Wagen eintausche, spare ich gut 2,5k€/Jahr; das ist ein wichtiger Faktor für mich, allen Idealismus in Ehren. Die Frage, die sich mir nun stellt ist, ob ich weiter Aufwände betreibe um meinen Chef zu überzeugen, oder ob ich sage, scheiss drauf, nen PHEV darf ich fahren, der kostet mich das gleiche (zwar die Firma ca. 16k€ mehr über die 4 Jahre, die ich den Wagen fahren muss), dann ist es halt so.

Vielen Dank und beste Grüße

Minimal… ich versuche über 70% Akku zu haben bevor ich eine längere Strecke fahre… Falls ich in der Früh 15-20 min am SUC hänge und währenddessen einen „good morning coffee“ trinke, ist es mir auch recht.

ne… meine längste Strecke beruflich sind einfach 200km… Theoretisch könnte ich die mit vollem Akku hin und zurückfahren… wie gesagt 15-20 min mal Laden juckt mich auch nicht wirklich. man gewöhnt sich dran… Toilleten Gang, Kaffee und weiter gehts…
Vorsicht: Tesla fahren macht dick! Die ganzen SuC sind meist direkt neben McDonalds :frowning:

Der Autopilot ist sehr geil. wenn ich um 6 Uhr Morgens losfahren muss und den AP viel nutze, komme ich sehr viel entspannter am Ziel an…

Ich bekomme 50€ pro Monat (steuerfrei), da ich nicht am Stromzähler des AG lade… vom Arbeitgeber habe ich aber trotzdem eine Maingau Karte bekommen… für die Lader in der Stadt… Ansonsten lade ich natürlich am SUC bei Langstrecke.

Service Center ist 80km von mir entfernt und diese fahre ich während der Arbeitszeit an. Oft gibt es keinen Leihwagen…

gerade mit den Auslieferungsmängeln (2x Service Center 1x Tesla Partner Werkstatt für Lackierarbeiten) ging das dem AG schon ein wenig auf die Nerven :stuck_out_tongue:

Reichweiten Angst sehe ich nicht… ich war mit meinem schon in Italien, ging super gut…

Was mich sehr angekotzt hat, unter Zeitdruck musste ich mich „ANSTELLEN“ mit meinem M3 am Supercharger… von 7 Stalls waren nur 2 umgebaut für Model3… die waren beide belegt… vor mir hat bereits auch ein m3 gewartet… habe dann 21 Minuten warten müssen, bis ich überhaupt zum laden gekommen bin. Und dann mit 45KW zu laden… denn die beiden umgebauten Model3 Stalls haben sich A und B Zuleitung geteilt…

Ich denke auch dass leider immer mehr Teslas (vor allem Model3) kommen als Supercharger… mal schauen wie Sie das hinbekommen.

Ladesuche und Reichweiten Angst habe ich keine.

Grüße

Hi,

ich fahre einen M3LR AWR als Dienstauto und kann dir sagen, dass es keinerlei Einschränkungen auf weiteren Strecken gibt. Täglich pendle ich ca. 120km, zusätzlich bin ich noch im Außendienst in ganz Deutschland + benachbartes Ausland im Jahr hab eine Gesamtfahrleistung von ca. 40.000km.
Trotzdem gibt es auch bei mir ein paar Negativpunkte:

  • Chef hat mir bei der Bestellung versprochen, dass ich eine Ladesäule auf dem Firmenparkplatz bekomme, leider ist allerdings unser Hausanschluss am Limit und bietet nicht mal mehr 11 kW. Selbst über die „Übergangslösung“ Schukodose musste ich auf 8A reduzieren da sonst eine Phase komplett raus fliegt. Auf meinen Vorschlag gegen Abrechnung zuhause zu laden hat er sich bis jetzt nicht eingelassen.
    Somit lade ich aktuell zu 80% an öffentlichen Säulen und reiche diese Rechnungen mit meinen Reisekostenabrechnungen ein.
  • Unser Fuhrparkleiter ist offensichtlich Bildzeitungsleser oder zumindest auf diesem Nieveau, es vergeht kein Tag an dem er nicht an E Autos rummeckert. Wobei er sich auch täglich wundert, dass das Auto noch nicht abgebrannt, der Akku defekt oder ich einfach nur liegen geblieben bin.
    Das argumentieren hab ich aufgegeben.

Was die Ausstattung angeht, meiner ist leider nackig, ich hatte auch in den paar Wochen bestellt, als nicht mal der AP dabei war bzw kostenfrei nachgeliefert wurde. Den AP vermisse ich wirklich und hoffe ihn noch nachrüsten zu dürfen, die FSD Option benötige ich nicht wirklich.
ca. 5% der Kunden die das Fahrzeug sehen meinen ihr müsst aber Geld haben, 95% sind sehr interessiert und begeistert.
Reale Reichweite im Sommer mit 100% gestartet sind ca. 400-450km

Kurzer Hinweis: Der SuC Wiesbaden hat - glaube ich - KEIN CCS! … geht also nicht mit M3.

also, als erstes würde ich dir empfehlen den M3 auf jeden Fall mit FSD zu nehmen, gerade auf Langstrecken ist das ein sehr entspanntes Fahren. Ich fahre auch sehr oft Langstrecke, >80% davon mit FSD. wenn ich nach einer langen Tour heim komme bin ich lange nicht mehr so ko wie vorher.

Grundsätzlich:
man muss sich auf ein E-Auto einlassen. Das Handling ist anders als mit einem Verbrenner, was aber nicht unbedingt schlechter bedeuten muss. Eine gewisse Begeisterung für die neue Technik, insbesondere die grandiose Umsetzung in den Teslas hilft dabei.
Das was ich ggf. an zusätzlicher Zeit für Laden und erhöhten Planungsaufwand, zwecks Laden einsetze, wird für mich durch höheren Fahrkomfort, leise, ohne Vibrationen, die abartige Agilität und den bei mir doch heftigen Kostenvorteil mehr als wett gemacht.
Wenn du häufig die gleichen Langstrecken fährst, relativiert sich das mit dem erhöhten Planungs- und Zeitaufwand. Spätestens nach der dritten Fahrt weißt du ja wo die besten Lademöglichkeiten sind.

  • Aktuell, kann man als Langstrecken E-Fahrzeug nur einen Tesla guten Gewissens empfehlen, einfach deswegen, weil die Ladeinfrastruktur mit den Superchargern nahezu perfekt ist.
    Habe hier mal eine Dienstreise von mir protokolliert, dann weist du was ich meine: youtube.com/watch?v=o2msir6Ny_U&t=1241s
    Habe allerdings gerade eine 3-tägige 1800 km Geschäftsreise hinter mir, bei der ich auch an einigen öffentlichen Chargern geladen habe, man spürt schon, dass die Funktionalität inzwischen immer besser wird.

  • Die Kostenfrage ist nicht so leicht zu beantworten, weil jeder seinen persönlichen Lademix hat, der die Kosten bestimmt. Je öfter du am Privat- oder Firmenanschluss, idealer Weise mit PV Anlage, oder gar an kostenlosen Chargern laden kannst umso günstiger wird es. Aber 0,5% Eigenanteil sind ja auch schon ein Wort.
    Die Einsparung für den Kundendienst ist jedoch erheblich, ich bin nun seit 42.000 km ohne einen SeC Besuch unterwegs. (einziges Ersatzteil, eine Radkappe, die wohl schon bei der Übergabe nicht richtig gesessen hat)

  • mich hat die Langstreckentauglichkeit so begeistert, dass ich im Sommer mit dem M3 gleich in die Türkei gefahren bin.

  • blöde Situationen hatte ich bisher keine, im Gegenteil, man findet in Innenstädten oft leichter einen Parkplatz, wenn man an einer Ladesäule parkt und gleich wieder lädt. (Wenn nicht Verbrenner die Ladesäule blockieren - das ist dann ein Aspekt der nervt!)

Alles in allem kann ich das M3 wärmstens empfehlen, auch wenn man bedenkt, das aufgrund des Klimawahns die Kosten für Verbrenner in der nächsten Zeit sicher steigen werden.

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also ich fahre mein Model3 seit einem Jahr - aufgrund Corona sind es nur 30.000km geworden. Kurzes Feedback:
1.450km in 13 Stunden mit Pause sind kein Thema, locker möglich.
Supercharger + ENBW Hypercharger lassen einen die Kiste wie nen Diesel fahren
habe kein FSD - hätte es aber gern, weil man dann automatischen Spurwechsel hat und Autobahnkreuze automatisch fahren, aber geht auch ohne, beim nächsten ist es aber am Start

Fazit: Bis auf die geringe Durchladehöhe im Kofferraum beim Einladen ist es einfach das geilste Auto. Bin vorher Mercedes V Klasse und GLC gefahren und möchte nicht wieder zurück. Bei nem EQV könnte ich schwach werden, aber auf Supercharger verzichten - neee, danke :slight_smile:

Ich freu mich aufs Model Y

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Hallo,

ich fahre seit dem 01.07.2020 ein Model 3 als Dienstwagen.
Es ist ein richtig tolles Auto. Mein Partner hat sich jetzt auch ein E-Auto bestellt und wartet drauf.
In dem 1/2 Jahr habe ich ca. 22tkm abgespult - (< 700€). Richtig gutes Argument gegenüber gegenüber meinem alten Verbrenner. (> 1600€)

Meine Frage jetzt hier ist, wie rechnet ihr den Privat geladenen Strom mit der Firma ab?
Ich habe einen geeichten Stromzähler vor die Wallbox installiert.

In den 6 Monaten habe ich zuhause laut Zähler 1008kWh geladen.
Tarif 0,268€ /kW inkl. MwSt

Wie schreibe ich jetzt eine konforme Quittung oder ähnliches an die Firma?

Habt ihr ein Muster PDF? oder Ähnliches?

Vielen Dank.

Das ist ja etwas, was Du letztlich mit Deinem Arbeitgeber besprechen musst. Zumal steuerliche Beratung in einem Forum schlichtweg nicht erlaubt ist. Aber mal so allgemein gesprochen: Bei einem Firmenwagen trägt der Arbeitgeber die Anschaffungs- und Betriebskosten. Im Gegenzug versteuert der Arbeitnehmer einen geldwerten Vorteil. Der wird entweder pauschal über die Ein-Prozent-Methode (beim Elektroauto werden zum Glück nur noch 25 Prozent des Listenpreises als Grundlage genommen) oder per Fahrtenbuch ermittelt.

Bei einem Verbrenner würde man zum Firmenwagen eine Tankkarte dazu bekommen, denn das Tanken geht auf die Firma. Bei einem Elektroauto müsstest Du also eine Ladekarte (oder ggf. mehrere Ladekarten) bekommen. Der Umstand, dass jemand eine eigene Tankstelle mit eigener Ölbohrinsel (also eine eigene Wallbox, im Extremfall mit eigener PV-Anlage auf dem Dach) nutzt und den Strom privat bezahlt, passt da erst mal nicht ins System. Die Buchhaltung des Arbeitgebers wird da auch ein Problem mit haben, weil die Umsatzsteuer komplett verloren geht.

Wenn ich mich richtig erinnere, gibt es die Möglichkeit, für solche Zwecke die Nutzung der privaten Wallbox extern abzurechnen, und dafür Rechnungen mit ausgewiesener Umsatzsteuer zu erhalten, die direkt auf den Arbeitgeber ausgestellt sind. Wie das genau funktioniert, weiß ich allerdings nicht. Vielleicht kann hier jemand etwas dazu schreiben.

Matthias