Leasingübertrag von GmbH auf Privat möglich?

Hallo zusammen, habe das Forum durchsucht aber nichts hierzu gefunden.

Wir haben seit Juli einen Tesla Y als Firmenwagen in der GmbH meiner Frau. Jetzt sind leider zwei Hauptkunden meiner Frau insolvent gegangen und wir können aktuell noch nicht absehen inwiefern es die GmbH meiner Frau möglicherweise auch in die Insolvenz treibt. Das wird sich wohl in den nächsten 4-6 Monaten rausstellen. Aktuell sind wir noch positiver Hoffung, aber müssen uns natürlich auf den worst case entsprechend vorbereiten.

Bevor ich bei Tesla anfrage und direkt schlafende Hunde wecke: Gibt es die Möglichkeit für mich als Privatperson den Leasingvertrag der GmbH zu übernehmen? Von der Bonität und meinen Einkünften sollte es grundsätzlich keinerlei Probleme geben. Aber ist es überhaupt möglich einen Leasingvertrag von Firma auf Privat zu gleichen Konditionen zu übertragen? Was passiert mit der BAFA Prämie? Die Mindesthaltedauer wurde ja nicht eingehalten. Aber fällt das mir als Privatperson auf den Fuß und ich muss sie dann zurückzahlen als neuer Fahrzeughalter? Oder wäre das eine reine Forderung gegenüber der Firma, da diese ja die BAFA Prämie bekommen hat und als GmbH eine juristische Person und nicht an meine Frau gebunden ist.

Danke und Gruß an alle hier.

Hallo,

hatte vor Kurzem auch die Not, dass ich den Firmen-BMW i3 ein halbes Jahr vor Ende der Laufzeit abgeben wolte, weil der Nachfolger BAFA-bedingt noch im August zugelassen werden musste.

Habe jemand gesucht und gefunden, der den Vertrag übernimmt. War dann auch ein Unternehmer, lt. Leasingbank hätte es aber auch auf privat funktioniert.

Am Ende hat es geklappt, aber es war ein zähes Unterfangen mit der BMW-Bank. Hat sich ca 10 Wochen hingezogen… :grimacing:

Hoffe und wünsche euch, dass es bei Tesla besser läuft.

madmax

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Welchen Vorteil versprichst du dir davon das Auto Privat zu übernehmen?
Lass es mit in die Insolvenz oder vermiete das Fahrzeug einfach an dich weiter. Wenn ein günstiges Fahrzeug aber eine Auswirkung auf eine GmbH hat, ist das die falsche Gesellschaftsform für euch.

Bafa müsstest zu zurückzahlen wenn weniger als 1 Jahr.

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Ja, man kann durchaus über die Gesellschaftsform reden, das hat hiermit allerdings recht wenig zu tun. Die GmbH wird sicherlich nicht an den Leasingzahlungen insolvent gehen, sondern wie oben erwähnt wenn dann an großen unvorhersehbaren Schwierigkeiten mit zwei Großkunden.

Was ich mir davon verspreche das Auto privat zu übernehmen? Günstige Leasingraten. Wir haben eine Anzahlung geleistet und insofern aktuell sehr gute Raten. Wenn im worst case die Firma insolvent geht, müssen wir das Auto selbstverständlich früher oder später zurückgeben. Wenn ich mir dann privat einen neuen Tesla Y hole (wir sind ja sehr zufrieden und brauchen als Familie natürlich ein Auto), dann wird wieder neue Anzahlung fällig oder aber die Finanzierungsraten sind sehr hoch.

Wer müsste denn die Bafa zurückzahlen? Die Firma, weil sie es weniger als 1 Jahr gehalten hat? Oder ich als neuer Leasingnehmer, der ja nichts dafür kann wie lange die Firma das Auto hatte.

Die Bafa müsste die Firma zurückzahlen.
Wenn du den Leasingvertrag übernimmst, wirst du aber auch die Anzahlung der GmbH ausgleichen müssen. Ich denke aber, dass die Leasing gar keine Übernahme von gewerblich auf privat zulassen wird. Anonsten ist das was du möchtest eine versteckte Gewinnausschüttung. Das würde ich sein lassen.

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Interessanter Punkt mit der Gewinnausschüttung. Inwiefern muss ich denn die Anzahlung der GmbH ausgleichen? Müsste das die GmbH verlangen? Weil Tesla kann es ja eigentlich egal sein, da sie das Geld schonmal bekommen haben und natürlich jetzt keine zweite Anzahlung verlangen können.

Aktuell ist die Anzahlung eine Rückstellung in der GmbH. In dem Moment wo das Leasing endet, würde diese aufgelöst. Wenn das Fahrzeug dann günstig an dich geht, ist das entweder ein Geldwerter Vorteil oder wenn es gesellschaftlich vernlasst ist, eine verdeckte Gewinnausschüttung. Das ist ein rein steuerliches Thema. Mit viel Glück fällt es auch nicht auf, aber wir würden das dann alle so machen…

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Spannend, daran hatte ich noch gar nicht gedacht. Danke dir! Habe jetzt mal eine Mail an TFS geschickt ob es denn überhaupt theoretisch möglich ist.

Ganz wichtig: Die BAFA-Prämie ist an den Halter gebunden, nicht an den Leasingnehmer. Es ist also möglich, dass das Auto weiterhin auf die GmbH zugelassen ist, auch wenn sich diese im Insolvenzverfahren befindet, Du aber der Leasingnehmer bist. Sollte dann die Liquidation der GmbH abgeschlossen sein, ist die Frist ohnehin rum (das dauert lange).

Ob Du das Leasing privat übernehmen kannst, musst Du mit dem Leasinggeber klären. Normalerweise sollte der da begeistert zustimmen, weil er von einem Leasingnehmer im Insolvenzverfahren möglicherweise keine vollständigen Leasingraten mehr erhält. Der Leasinggeber hat bei Dir größere Chancen, an sein Geld zu kommen.

Alternativ kannst Du natürlich auch den Leasinggeber da völlig raushalten und die Raten einfach privat bezahlen, die Rechnungen aber weiter in der insolventen GmbH buchen. Du hast dann Forderungen gegen die insolvente GmbH, die Du möglicherweise sogar zu einem geringen Prozentsatz aus der Insolvenzmasse zurückerhältst. Da Ihr das Auto weiter nutzen könnt, hast du hier keinen Nachteil, Deine Frau muss die private Nutzung nur weiter versteuern.

Off-topic: Deine Frau sollte sich frühzeitig von einem Steuerberater mit Schwerpunkt Insolvenzrecht beraten lassen, vielleicht ist ja auch eine Liquidation ohne Insolvenz möglich. Wichtig ist auch, die Antragstellung nicht zu verschleppen, Antragspflicht besteht schon dann, wenn absehbar ist, dass es zu einer Insolvenz kommen wird.

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Geh bitte zu einem Steuerberater und kläre das mit diesem ab. Grade in Verbindung mit einer drohenden Insolvenz sehe ich hier erhebliches Potenzial für Ärger mit dem Finanzamt oder auch einem Insolvenzverwalter/-gericht. Was du willst ist alles machbar, aber macht es ordentlich, denn grade wenn die GmbH pleite geht wird bestimmt irgendjemand ganz genau hinschauen.

Bei einer GmbH, von der der Ehemann der Gesellschafterin selbst schon eine Insolvenz für möglich hält? Genau so eher nicht- wieso erklärt dir auch dein Steuerberater.

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Dasss das Geld weg ist, ist klar, aber dafür nutzt er auch das Auto.

Es geht nicht um das Geld, was weg ist. Es geht darum, das grade bei solchen Themen online gerne die kreativsten oder haarsträubendsten Tipps gegeben werden, deren Befolgung Konsequenzen haben kann und man sich deshalb seriöse Beratung im Vorfeld holen sollte- gerade wenn eine Insolvenz droht.

Aber egal, muss jeder selber wissen.

Du hast meinen Beitrag sicher nicht zu Ende gelesen:

Doch doch, das hatte ich schon- aber ich gehe darauf jetzt auch nicht nochmal ein. Wie dem auch sei, tut hier ja nichts zur Sache und alle sind sich einig, dass am besten eine Beratung durch den Steuerberater erfolgt, bevor man waghalsige Manöver durchführt.

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