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Ladeverluste

Ich beabsichtige zunächst über Schuko zu laden, die ist in meiner Garage bereits vorhanden. Ferner reichen mir die 11km/h Ladeleistung über nacht für meine tägliche Strecke. Ich habe nun in einigen Threads gelesen, dass die Ladeverluste bei Schuko höher sein sollen. Zudem stellt sich mir für die Kalkulation die generelle Frage wieviele (brutto) kWh ich benötige um die angezeigte (netto) Ladung im Akku zu erhalten.

Meine Frage wäre: Hab ihr bestätigte Werte (separater Zähler) für den Ladeverlust für beide Szenarien Schuko/CEE16?

Sorry, falls das Thema schon irgendwo beantwortet ist.

Gruß,
Sedna

Ich lade über die 230V 10A Dose in der Schweiz und habe die letzten Tage mit seperatem Zähler gemessen und dann mittels Teslalog geschaut was „im Auto“ ankommt. Ich würde sagen der Verlust ist schon recht hoch, zwischn 20 und 23%.

Leider habe ich keine Vergleichswerte zu CEE16 mit 16A 3 Phasig.

Das hängt u.a. stark von der Temperatur ab. Wir haben hier seit 1 Woche immer Temperaturen um die -10 Grad. Da braucht das Laden über Schuko schon mal 30-45 Minuten nur um die Batterie soweit vorzuwärmen, dass Laden überhaupt geht. Im Sommer gibt es diese ‚Verluste‘ selbstverständlich nicht. Und sie sind primär nicht von der Art der Ladung abhängig…

Neben Ladeverlusten wäre noch zu berücksichtigen,
das langsameres Laden dem Akku schadet.
Hier im Forum ist irgendwo eine Vorlesung eines
Akku-Professors verlinkt. Das wesentliche Fazit ist,
dass sich Akku-Abnutzung hauptsächlich aus den
2 Faktoren „falsche Temperatur“ und Ladezeit
zusammensetzt. Da der Tesla Akku den ersten Faktor
recht gut ausgleicht, kann man wohl grob sagen,
dass Deine Akku-Lebensdauer etwas mit dem Kehrwert
der Ladezeit zu tun hat. Wohlgemerkt der LadeZEIT,
nicht der Anzahl Ladezyklen oder der geladenen Energie.

auch ohne technisches Wissen sollte man sich fragen ob es gut ist jede Nacht den Wagen 10 Stunden oder länger mit Schuko vor sich hinkokeln zu lassen statt mit 11kw eine oder zwei Stunden nachzuladen und dann die Batterie in Ruhe zu lassen. Hin und wieder kann man das machen aber als Dauerzustand? Bauchgefühl :sunglasses:

edit: zu langsam :smiley:

Das ist Quatsch! Lagsames Laden ist eher gut für den TESLA Akku! Bin immer wieder erstaunt was für „Experten“ sich hier zu Wort melden. Das Model S sorgt für eine optimale Ladestrategie unabhängig davon ob ich über Schuko, Typ2 11 oder 22kw oder am Supercharger lade! Aber grundsätzlich ist langsameres Laden bis 50%-70% SOC und entladen nicht unter 20% die optimale Strategie zur Pflege der Batterie…

Nun, offensichtlich gibt es erwiesenermaßen ein zu schnell bei der Ladung, von zu langsam habe ich nich nichts gehört:

desy.de/aktuelles/news_suche … e3a&nl=zjd

Hoffe allerdings, das Tesla dieses zu schnell durch die Steuerung der Ladung verhindert.

Bauchgefühl bei komplexen chemisch-physikalischen Vorgängen kann jedenfalls oft daneben liegen…

Gruß Mathie

Das dachte ich früher auch.
Guck Dir bitte die Vorlesung an und sage mir, ob Du dann immer noch
meiner damaligen Meinung bist.


youtube.com/watch?v=pxP0Cu00sZs

Falls Du mich damit beleidigen willst: Ich habe mich nicht als Experte gemeldet,
sondern klar und deutlich auf einen top-Experten verwiesen.
Bitte lerne zu unterscheiden.

@cko - nein ich wollte und will dich nicht beleidigen!
Aber leider hast du unrecht und der Professor wird zumindest falsch zitiert. Er spricht 1. nicht über den AKKU des Model S und 2. über die maximale sinnvolle Ladeleistung. Wenn du zu TESLA fährst und mit den Technikern im SEC sprichst wird dir - wenn möglich - langsames laden empfohlen. Meine Batteries liegt nach 70 TSD km und typischer Ladung zu Hause mit 5KW (7Amp / 3 Phasen) im oberen Drittel der weltweit vergleichbaren Batterien…

Im von mir verlinkten thread wird das diskutiert.
Leute, die wie ich die Vorlesung gehört haben, haben ihn ebenfalls wie ich verstanden.

Da ich an einer langen Akku-Lebensdauer sehr interessiert bin,
würde ich mich freuen, wenn Du Dir die Vorlesung mal anhörst
und mir dann sagst, ob Du (genau wie ich damals) zu dem Schluss
kommst, dass nicht das schnelle Laden ansich schädlich ist,
sondern nur die dabei entstehende hohe Temperatur und dass
bei optimal geregelter Temperatur tatsächlich eine langsame Ladung
schlechter als eine schnelle Ladung ist.

Im Gegensatz zu Sedna habe ich in meiner geplanten Garage 32A zur Verfügung,
frage mich aber, ob die ca. 3000 Euro Mehrkosten für einen Doppellader
und eine 32A Wallbox gegenüber einer 16A CEE Dose durch eine um > 3000 Euro
längere Akku-Lebensdauer ausgeglichen werden.

Das mit der langen Ladezeit stimmt schon, wenn der Akku mit Balancing wirklich 100 % voll geladen wird. Denn dann wird der Akku sehr lange auf hoher Spannung gehalten, was sehr ungesund ist. Bei Tesla wird aber der Akku nur im Range-Modus bis 100 % geladen.

Wenn der wirklich täglich nur etwa 120 km Reichweite braucht dann sollte er normalerweise das Ladelimit auf 60-70 % setzen. Dann bleibt der Akku immer im optimalen Bereich um 50 %. Dann wird der Akku länger halten als wenn man ihn mit hohem Strom lädt.

Es zählt das Integral unter der Kurve Zellenspannung vs. Zeit. Parameter dieser Kurve ist die Temperatur. Also je länger bei hoher Zellenspannung und hoher Temperatur geladen wird je schlechter für den Akku. Es ist auch für die Chemie des Tesla Akkus schlecht zu schnell, jenseits 1-2 C zu laden, das kommt aber wegen der Größe nicht mal am SuC vor und ist bei damit 3-22 kW irrelevant.

Ihr (ich hatte den Vortrag mal hier verlinkt) habt also alle irgendwie Recht und Unrecht :mrgreen:

Schuko voll laden ist schlechter als 22kW für das MS weil der Akku bei 3kW deutlich länger bei hoher Zellenspannung geladen wird. Das Integral ist also größer und damit treten mehr parasitäre Effekte im Elektrolyt auf. Immer vorausgesetzt man fährt anschließend gleich los.

Zudem verbraucht der Lader (bzw. die Lader) im MS Leistung die nicht proportional zur Ladeleistung ist sondern eher konstant wenn in Betrieb. Da der Lader viel länger in Betrieb ist wenn langsam geladen wird steigt der „Verlust“ zwangsweise an bei langsamer Ladung und kommt schon fast in den Bereich der Leistung die in der Batterie ankommt, siehe die oben angesprochen 20% und mehr.

Ideal ist also möglichst nicht bis volle Zellenspannung laden, wenn aber doch dann schnell (11 oder 22 kW) und gleich losfahren um das Integral unter der Kurve zu minimieren. SuCs reduzieren bei hoher Zellenspannung von selbst die Ladeleistung. Wer nur 3kW laden kann sollte zumindest anschließend direkt losfahren.

Die Zellchemie von Tesla ist aber ziemlich unempfindlich, viel sollte das nicht ausmachen. Noch dazu wird der Temperatur Parameter durch aktive Heizung und Kühlung kontrolliert, macht den Effekt nochmal kleiner.

Genau so ist es.
Sehr schön und verständlich zusammengefasst, Leto!

Danke Leto, wirklich schön erklärt.
da war mein Bauchgefühl der komplexen chemisch-physikalischen Vorgänge doch richtig :sunglasses:

Wir brauchen uns wenig Gedanken um die Akkus zu machen - ist ja mein Credo seit ich das MS habe: Fahren und Laden (am besten täglich). Das freut die Chemie in den Zellen, die arbeitet gerne. Nicht voll und nicht leer stehen lassen - das ist der ganze Zauber… :mrgreen:

du mit deinen praktischen Vorschlägen Friedhelm. Wenn wir uns danach richten würden hätten wir ja nix mehr zum diskutieren :wink:

Weiter OT: Ihr habt ja offenbar viel Zeit, ich muss arbeiten :mrgreen:

Die Techniker bei Tesla sind alle nett, ich würde ihnen jetzt aber nicht unbedingt unterstellen, dass sie sich mit den technischen Feinheiten des Fahrzeugs oder gar der Batterie auskennen. Im Wesentlichen tauschen sie Bauteile nach Anleitung aus.

Wo kann man das denn vergleichen?

Ja, die 50-70% und die 20% tragen zur Lebensdauer bei, nicht die Ladeleistung in dem Fenster. Allerdings verschwendet es Strom wenn Du 5kW lädst obwohl Du 22kW kannst weil die Lader mehr Strom brauchen. Und wenn Du von 70% auf 100% lädst ist es besser für den Akku das mit 22kW zu tun und dann sofort loszufahren um ihn möglichst kurz bei hoher Zellenspannung zu halten. Wenn Du so eigenen PV- statt Netzstrom nutzen kannst ist das mit dem unnötigen Mehrverbrauch natürlich kein Argument.

Aber 30% nachladen bei 5 kW dauert bestimmt 5 Stunden und bei 22kW wäre Dein MS nur 1 Stunde im Zellenspannungsbereich > 70% SoC wenn Du mal voll losfahren willst.

„Leider“ sind meiner Erfahrung nach die Teslarati in den SeCs nur wenig firm in den technologischen Grundlagen und erzählen auch manchmal halb verstandenes oder schlicht Unsinn, wohl weil es uns Männern oft schwer fällt „ich weiß es nicht“ zu sagen :smiling_imp:

Meine Daten nach 20000 km mit hauptsächlich täglichem Schuko-laden. Laden bis max 80%, ausnahmsweise mehr. Fahren bis selten unter 20%.
Bei Tachostand 100 km ergaben 100% 407 km Reichweite. Nun bei 20000 km ergeben 100% immernoch 400 km. Berechneter Verlust 1,78%.