Impressum / Datenschutz Forumsregeln
TFF FORUM TFF E.V. SUPERCHARGE-ME
TFF Forum

Ladestrom drosseln

Hab mein M3 noch nicht bekommen, deshalb kann ich nicht selber testen.

Man kann doch den Ladestrom im M3 über die Reduzierung der Ampere selber drosseln. D.h. auch wenn ich an einer 11 kW Wallbox hänge, kann ich mich mit nur 8 Amp auf ca. 5,5 kW runterdrosseln? Bleibt diese Einstellung mit 8 Amp dann gespeichert oder muss ich das bei jedem Ladebeginn wieder neu einstellen.

Hintergrund meiner Frage ist, dass wenn man die vollen 11 kW über einen längeren Zeitraum zieht, man die übliche Netzbereitstellung von 4 kW deutlich überschreitet und der Netzbetreiber dann berechtigt ist, eine erhöhte Netzbereitstellungsgebühr zu verlangen. Spätestens mit der Umstellung auf Smartmeter wissen die das dann ganz genau, wie viel jeder wirklich aus dem Netz zieht und dann werden lauter Nachzahlungen einflattern.

Also wenn man die volle Leistung für Ladung über Nacht eh nicht braucht, warum nicht drosseln.

Beim Model S merkt sich das Fahrzeug schon ewig die letzte eingestellte Ladeleistung für den Ladestandort. Wird beim Model 3 sicherlich auch so sein.

Ich drossle auch ab und zu den Ladestrom, einfach um sanfter zu laden und weiß daher, dass die Einstellung der Ampere im Model 3 erhalten bleibt. Wenn es dann doch mal schneller gehen soll, darf man allerdings auch nicht vergessen, den Wert auch wieder zu erhöhen! Das ist mir auch schon mal passiert.

Zur Netzbelastung: Selbst 11KW ziehen weniger Strom als mein Durchlauferhitzer zur Warmwasserbereitung mit 21KW.

Soll jetzt keine Kritik an deinem Waschverhalten sein, das ist sicher super, aber ich bin mir relativ sicher dass dein Durchlauferhitzer für Warmwasser nicht jeweils mehrere Stunden am Stück läuft. Die Wallbox fürs Auto aber entsprechend doch gelegentlich auch länger.

Das Stichwort „Netzbelastung“ bedeutet an der Stelle dass dein Haus zwar mit (ich erfinde jetzt Zahlen für Beispiele, nicht wundern, Stadtwerke-Mitarbeiter bitte einfach in die Faust beißen jetzt) maximal 64A angeschlossen ist, das aber nicht bedeutet dass das Netz bei dir in der Straße darauf angelegt ist dass jedes Haus gleichzeitig mit dem Maximum was es könnte dauerhaft auch den Strom abnimmt.
Das Konzept heißt „over-provisioning“ und kommt bei nicht dauerhaft genutzter Architektur so gut wie überall zu tragen.

Die Straßen einer Stadt sind nicht drauf angelegt dass alle Anwohner dort gleichzeitig durch wollen, oder dort parken wollen.
Die Wasserwerke haben keine Pumpen (oder unter den Straßen die entsprechenden Rohrquerschnitte) die es erlauben würden dass ein großteil aller Wasserhähne in einem Gebiet gleichzeitig aufgedreht werden können, und trotzdem jeder soviel bekommt wie sonst.
Bei Internetleitungen ist das dementsprechend auch so. Wenn zum Beispiel alle Telekom-DSL-Kunden versuchen würden ihre volle Bandbreite gleichzeitig als Download zu bekommen, dann wäre der Ofen an den großen Knotenpunkten erstmal aus.

Beim Strom läuft das meistens so dass du eine Handvoll 16A und ein paar 32A Sicherungen in deinem Haus hast, die alle zusammen schon „größer“ sind als die Außenanbindung vom Haus. Da hängen dann (jetzt wieder auf die Faust beißen, erfundene Zahlen) halt 200 Häuser an einem Trafo bzw einer Umspannstation. Wenn ein Haus soviel abnimmt wie es selbst maximal über den Hausanschluss kann, würde der Trafo mit 40-50 Häusern schon an seinem Limit sein.
Dadurch dass aber jeder Anwohner nur selten viel Strom abnimmt wenn es alle anderen auch genau gleichzeitig tun (Durchlauferhitzer über den Tag verteilt, mit Peaks morgens und abends wenn viele zuhause sind, oder vor allem fiesen Spitzen bei Halbzeiten von Meisterschafts-Finalspielen) kommt der Trafo im Regelbetrieb nur auf einen Bruchteil der theoretisch „alle-zusammen-maximal - Auslastung“.

Weil Wallboxen oder andere Dauer-Großverbraucher aber mitunter stundenlang Strom brauchen heben diese den Gesamtdurchschnitt an, und werden dann zum Kostenfaktor weil der Siedlungstrafo in seiner Kapazität erweitert werden muss.

Ja - das Model 3 merkt sich für jeden Standpunkt den eingestellten Strom - du musst das nur einmal einstellen - ab dann wird dort immer so geladen - super :slight_smile:

Für jeden Standpunkt ? Wie geht das denn? GPS?

Ja, das Model 3 hat einen GPS-Empfänger eingebaut. Unglaublich, aber wahr :wink:

Kann man machen, ist aber meiner Meinung nach nicht vonnöten. Mein Setup erlaubt eine Ladeleistung von ca. 7,6 kW. Die Batterie hat 75 kWh, somit lade ich mit AC bei gerade mal etwa 0,1 C. Selbst mit 75 kW Ladeleistung hätte die Batterie kein Problem, so gesehen wird der geringere Strom hier keinen Vorteil bringen.

Im Gegenteil ist es sogar so, dass der Wagen während des Ladens nicht einschläft, was unabhängig von der Ladeleistung etwa 300 W benötigt. Wenn Du mit geringer Leistung lädst, fallen diese 300 W stärker ins Gewicht.

Im Winter macht es erst recht Sinn, mit hohem Ladestrom zu laden, da dann zunächst die Batterie erwärmt werden muss. Ich habe es letzten Winter selbst erlebt, dass zu Beginn des Ladevorgangs zunächst nur 12 der eingestellten 32 A gezogen wurden, und das bei einem Reichweitengewinn von 0 km/h. Wenn der Strom hier zu niedrig eingestellt ist, kommt es im Extremfall dazu, dass überhaupt nicht mehr geladen wird.

Meine Absicht zur Drosselung des Ladestroms, z.B. mit 8 Amp auf 5,5 kW kommt nur daher, um meine Netzbereitstellung nicht zu stark zu überschreiten. Mit 5,5 kW Ladung in der Nacht liege ich dann nur 2 kW drüber und die Sache ist mit ein paar hundert € getan. Ich will eine Rechnung des Netzbetreibers von mehreren 1000€ vermeiden.

Einschränkungen durch den Netzbetreiber sind ein legitimer Grund, das hatte ich übersehen.

Sind solche Einschränkungen verbreitet? Ich hatte mich vorab bei meinem Energieversorger informiert, und da hat man mir sinngemäß gesagt, ich könne so viel Strom verballern, wie ich lustig bin bzw. was die Hausabsicherung hergibt. In meinem Fall sind das 2x 120 V @ 200 A, also max. 48 kW.

In Österreich ist das soweit ich weiss überall so. In Wien hab ich standardmäßig 4 kW. Für 11 kW zusätzliche Bereitstellung, würde der Netzbetreiber flotte € 3.100,-- kassieren.

:open_mouth: Dann musst Du ja schon aufpassen, wenn Du nur den Backofen und einen Wasserkocher gleichzeitig betreibst. Oder bezieht sich Deine Aussage auf eine einzelne Steckdose? Sorry, ich bin noch auf dem Stand, dass Häuser mit 3x 63A abgesichert werden und man die auch auslasten darf. Allein ein handelsüblicher Durchlauferhitzer zieht unter Vollast ja schon 18-27 kW.

Das ist genau der Punkt. Ein Haushalt hat hier standardmäßig eine Netzbereitstellung von 4 kW. Das gilt auch für ein ganzes Haus. Der eigentliche Zugang zum Haus ist natürlich für weit höhere Leistungen ausgelegt. Bitte, vielleicht gibts hier auch einen Elektrospezialisten, der mich korrigieren kann.

Jedenfalls zahlt man für jedes kW mehr an Bereitstellung ca. € 235 plus Mwst. Siehe meine obige Rechnung.

Mit den analogen Zählern weiss der Netzbetreiber aber natürlich gar nicht, wieviel ein Netzanschluss maximal gesamt zieht, der zählt ja nur die kWh. Ausser man ist so freundlich und meldet sich freiwillig. Aber mit den kommenden digitalen Smartmetern werden Durchschnittswerte in 15 min-Blöcken gemessen und gleich weitergeleitet. Und dann ist jeder Anschluss ziemlich gläsern. Zumindest ist das mein Wissensstand. Kann das jemand bestätigen.

Ist das aktuell so ein österreichisches Ding? Als ich vorhin danach gesucht hatte, bin ich immer nur auf österreichische Seiten bzw. Netzbetreiber gestoßen.
Gewerblich ist das in Deutschland auch so, daß man für höhere Peak-Belastungen mehr Grundgebühr bezahlen muß.

Für Private hab ich sowas in DE noch nicht gehört.
Hier gilt wohl eher die Regel:

  • 11kW Anschlüsse müssen gemeldet werden, 22kW Anschlüsse müssen genehmigt werden.

@condo: Reicht die Überschreitung von z.B. 4kW schon für einen einzigen 15min Block? Oder nur für sounsoviel Stunden im Jahr? 15min fände ich krass, dann muß man beim Duschen (mit Durchlauferhitzer) und Kochen schon ziemlich aufpassen.
Ansonsten hat dennish die Problematik sehr gut beschrieben.

An Deiner Stelle würde ich erstmal gucken, ob nicht vielleicht sogar einphasiges Laden mit 3,7kW über Nacht ausreicht. Mehr braucht man im normalen Alltag doch eh fast nie, wenn man nicht mehr als 200km am Tag pendelt.

Smartmeter kann man in Österreich ohne Gründe verweigern :wink:

Zumindest in Österreich: Beim „alten“ Zähler wird die Netzbereitstellung aus dem Jahresverbrauch errechnet - wenn man da über längere Zeit drüber ist muss man nachzahlen… Da ist es also von diesem Standpunkt her egal ob du 10 Stunden mit einem kW lädst oder eine Stunde mit 10kW. Beim Smart Meter kann dass dann anders sein - weiß ich noch nicht - das wird nun zumindest diskutiert. Bei den EVUs müssen ja Posten bezahlt werden! Aber da wird es die Wenigverbraucher am meisten treffen, die halt eine halbe Stunde kochen und dann eigentlich viel Leistung für wenig Jahresverbrauch haben. Ich werde erst mal den OPT-OUT in Anspruch nehmen und mir das ansehen.
In meinem Haus sind 2 Durchlauferhitzer die auch gleichzeitig verwendet werden - also max ~48kW hab aber trotzdem „nur“ 7,5kW Anschlussleistung.
Bei mir startet die Ladung um 1:00 nachts mit 11kW - da ist das Netz sicher fit das aufzunehmen. Den Startzeitpunkt speichert sich Tesla auch zum Standort.
LG Joe

Na ja ganz beipflichten kann ich dennish nicht. Ich duche zwar nur ~10 Minuten aber das machen alle aus meinem Haus nacheinander am Morgen und oder am Abend. Und diese Zeitspanne ist in der gesamten Straße sehr ähnlich. Das heißt die ganzen Großverbraucher laufen dann doch wieder sehr gleichzeitig. Eine Stunde morgens und eine Stunde abends… Dann summieren sich die Leistungen doch wieder sehr stark auf.

@prodatron: Ob die gemessene Überschreitung von 4 kW in einem 15min-Block schon für den Netzbetreiber reicht, weiss ich nicht. Hab dazu bis jetzt nicht wirklich was gefunden. Wenn man einmal für mehr Netzbereitstellung gezahlt hat (einmalige Gebühr) kann man sich aber auch bei tatsächlich geringerer Nutzung wieder zurückstufen lassen, allerdings erst nach nachgewiesenen 3 Jahren mit geringerer Nutzung, also total fair (Sarkasmus off)

In Deutschland kann es umgekehrt sein. Je höher die Spitzenlast, desto geringer die Stromrechnung: youtu.be/AVwaDvv45rQ

:blush: :unamused:
Es ist immer lustiger bzw. peinlicher in diesem Land zu wohnen :slight_smile: