Laden nach Kurzstrecken

Hallo,

Tesla empfiehlt ja nach jeder Fahrt wieder an die Ladestation anzuschliessen.
Damit meint man sicher Lademöglichkeiten zu Hause./ Firma.

Nun fahre ich oft nur mit meinem M Y LR nur 4-60 km.
Mir erscheint es fragwürdig den Ladeprozess für solche Kuzstrecken täglich wieder zu starten.
Das sind doch immer wieder Ladecyclen, von denen ja auch theoretisch nicht beliebig viele verfügbar sein sollen.

Wie denkt Ihr über das Ladethema bei Kurzstrecken?

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Ich stecke meinen immer an, so wie es Tesla empfiehlt. Ein Ladecyklus ist 0 - 100%, somit sind 10% nur ein Zentel Zyklus.

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Ein Ladezyklus ist immer von 0 bis 100%. Ob das in ein, zwei, drei oder x Ladevorgängen passiert ist egal.

Kann das richtig sein ?

Wenn ich danach nie auf 100 % lade, würde ich ja nie einen Ladezyklus erreichen.

Wenn du 10 mal nur 10% Lädst hat’s du auch 100%

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dann scheint es slso eigentlich egal zu sein, ob ich nur 10 % oder rationell einmalig bis 80 % auflade.
Anders ausgedrückt, statt täglich lade ich ein mal pro Woche zu Hause, wenn keine Langstrecken anstehen.
Warum aber empfiehlt Tesla den permanenten Ladeverbund?

Vorheizen aus der Wallbox, Ausgleich von Ladeverlusten etc. Es ist einfach komfortabler.

falls etwas schief geht hat das Auto Strom und kann ihn sich nehmen. ist das Auto nicht angesteckt, geht dies nicht.

das ist für 90% der Leute die auf ihr Auto acht geben vollkommen egal, und da reicht es auch einmal die Woche auf 80% zu laden. Es ist nur einfacher für den Hersteller es so zu empfehlen für die anderen 10% die alles verchecken.
Steht die karre z.b. mit 5% irgendwo herum und der Besitzer stirbt, kommt ins Krankenhaus oder was auch immer und das Auto steht dann eine Woche später mit 0% herum. dann beginnt die Brick protection. Die hält aber auch nur ein paar Wochen, dann stibt der Akku vor sich hin und am Ende stehen 12.000€ Schaden auf der Uhr…

Für solche Fälle ist es gut das die Karre immer Strom bekommt.

Einfacherer Fall:
12V Batterie stirbt und muss nun jeden Nacht 15x nachgeladen werden. Das kostet dann ca 5kWh pro Nacht. Hat das Auto bloß 10% und steht auf den Hof ohne angesteckt zu sein, geht morgens plötzlich die Tür nicht mehr auf, die App reagiert nicht mehr, Auto tot. Abschlepper blab bla… Jede Menge Zirkus für nichts.
Wäre die Karre angesteckt gewesen, würde die 12V aus der Wallbox nachgeladen werden und man würde mit der Meldung „12V System muss gewartet werden“ morgens begrüßt werden. Dann macht man nen Service Termin und bekommt ne neue Batterie. Ohne wilden Abschlepper Zirkus.

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Wie andere schon geschrieben haben gilt ein Ladezyklus immer dann als vollzogen, wenn quasi einmal die maximal verfügbare Batteriekapazität „durchgelaufen“ ist. Wenn man sich aber über Zyklen von verschiedenen Batterien informiert, sieht man, dass dann noch extrem viele Faktorn hinzukommen wie maximaler und minimaler Batteriestand, Temperatur, depth of discharge (wie viele Prozent du jeweils nimmst, also die Höhe deiner Strombezüge vom geladenen Wert, bis zu dem, wo du wieder lädst) alter und Lagerladung. Diese Faktoren können die Zyklenfestigkeit erheblichst beinflussen. Somit ist es möglich, die Angabe der z.B. 500 Zyklen bis 80% der Ursprungskapazität vom Hersteller zu über- und unterschreiten.

Ich bin kein Batterieexperte, aber ein paar Recherchen haben ergeben, dass man mit einigen best-practices durchaus die Lebensdauer von Li-Ion Akkus erhöhen kann. Einiges davon sollte das BMS Regeln.

  • Batterieladung zwischen 20%-80% halten, während gilt, dass je kleiner der Unterschied zwischen den extremen, desto besser
  • Batterie nicht extremer Kälte/Hitze aussetzen, schon gar nicht während Ladevorgang
  • Sehr hohe Ladeströme vermeiden
  • Batterie nie Tiefenentladen, nur bei notwendigkeit bis 100% laden
  • Bei Längeren Standzeiten die Batterie zwischen 40%-60% lagern
  • Je kleiner die Entladungstiefe, desto weniger Belastung für die Batterie.
  • Leichte Abweichungen für LFP aber im Grunde genommen ähnlich.

Dass EV-Hersteller ein paar dieser Punkte bewusst nicht ganz einhalten liegt daran, dass zwischen Langlebigkeit, Auslastung des Ladenetzwerkes und Benutzerfreundlichkeit ein Kompromiss gemacht wird, letztere 2 Gründe sicher auch wegen Umsatzgedanken.

Auf deine Frage zurückkommend würde dies folgendes Bedeuten. Vereinfachen wir und gehen davon aus, dass man mit dem MY LR mit LG Batterien realistisch mit allem drum und dran ca. 40km pro 10% fahren können.

Dabei kommst du auf eine Entladetiefe auf nur etwa 1-15% pro gefahrenem Tag. Demnach könntest du zumindest in der Theorie, wenn du dauerhaft immer zwischen 40%-60% Ladezustand bleibst, ein sehr langes Batterieleben erreichen. Daher macht es tatsächlich Sinn, wie Tesla sagt, immer ein wenig aufzutoppen.

Demgegenüber sehe ich aber praktische Nachteile und wenn ich Leute im Supermarkt sehe, die für 15 Minuten am 11kw laden, finde ich das dann auch etwas Fragwürdig.

Persönlich würd ich vielleicht so ab 10%-20% zum idealen Ladelimit einstecken, aber nicht unbedingt nach 4 km Fahrt. Was ich aber in deinem Fall nicht tun würde ist, das Fahrzeug immer bis 80% oder gar 100% laden, kurz fahren und sofort wieder laden. Bei so wenig km reichen 60% tops völlig aus und du bist safe. Wenns doch mal weiter gehen soll brauchts ja nur nachts davor ein Swipe in der App.

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Ich finde die Fragen berechtigt, da es zu überlegen ist, welche Strategie trägt längstens zur Aufrechterhaltung einer hohen Batteriekapazität bei und andererseits welche Strategie nutzt dem Fahrzeughersteller mehr.
Ist es für den Hersteller besser, wenn die Batterie schlapp wird (kurz) vor oder (kurz) nach der Garantiezeit?! Die (Lade-)Strategie des Auto-Herstellers muss nicht unbedingt mit der Strategie des Fahrzeugbesitzers identisch bzw. Interessengleich sein.

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Hier mal meine Degradation:


und da mein Ladeverhalten:

Früher hat Tesla empfohlen, im Alltag nicht höher als 90% zu gehen, aktuell empfehlen sie 80%.
Daran halte ich mich weitgehend, wenn ich nicht mal ein volles Auto brauche.
Ich halte mich da mehr oder weniger an die Tesla Empfehlungen, wer soll es denn besser wissen als die und die werden eher übervorsichtig sein als dass sie tausende von Akkudefekten riskieren, die sie dann auf Garantie ersetzen müssten…
Im Alltag lasse ich ihn selten unter 20% kommen, auf Langstrecke fahre ich ihn bis auf 3% runter.
Auto ist ein Base Performance von 8/2019.

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Dieser Post fasst es eigentlich ganz gut zusammen:

Es macht durchaus Sinn, dass Auto auch für wenige % Nachladung anzustecken, da

flache Ladezyklen

sinnvoll sind.
Also 5x 10% laden ist besser als 1x 50%.

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Vielen Dank für die sehr struktuierte Zusammenfassung.
Einen grossen Teil der Empfehlungen praktziere ich.
Durch Deine Darstellung werde ich für den Regionalbereich meinen unteren Ladeeinstieg von bisher 10 % auf 20 % erhöhen und statt bis 80% auf 60% Ladevolumen beschränken.
Bei geplanter Langstrecke lade ich weiterhin auf 100 % und plane den Abfahrtszeitpunkt um die Batterien zu konditionieren.
Bei längeren Abwesenheiten ( Flug/Bahnreisen) bleibt der Y mit Ladebegrenzung 60% in der Garage am Netz.

Also teile ich mit Dir die Meinung, dass bei kurzen Strecken von 4-60 km nicht generell nachgeladen wird, solange die Batterie noch über20 % anzeigt.

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Ich stell mir den Teilladehub (50-60%) im Vergleich zum Vollhub (0-100%) immer so vor:

Man bläst einen leeren Luftballon komplett auf, das stretcht die Gummi Hülle natürlich enorm von Minimum auf Maximum, wie ein Gummiband das man von Minimum auf Maximum zieht, das stresst das Material maximal. Besser ist es häufiger immer nur ein wenig zu ziehen, eben einen Teilladehub.

Ich habe eine Wallbox, in der Regel schließ ich das Auto mit 20% an und lade bis 80%, das ist für mich dann der beste Kompromiss aus Akku Alterung vs Lade Alterung (OBC, Stecker/ Buchse Verriegelung, Hochvoltschütze, Relais in Wallbox, etc.)

Der LG 5L steht bei meinem MY LR aus 09/22 mit 18tkm nun bei 525 km Rated Range , das ist immer noch im Bereich des Neuwertes, also kann es so falsch nicht sein.

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Bei mir haben die kleineren Hübe (bis 75-80%) eine Verschlechterung von -15 km innerhalb 1,5 Monate gebracht.

Das sind aber dann BMS Fehler, es gibt zig Studien die zeigen, dass ein Teilladehub mit geringem Ladestrom für die Zellen am schonendsten ist. Das gilt für NMC und LFP.

Für NMC gilt dann zusätzlich über 80% Ladung ist nicht gut, da es zu einer Art mikrocrack in den Zellen kommt, stell es dir vor wie den Luftballon den du immer ein wenig zu weit aufpustest.

Für LFP ist mein Stand: hoher Ladestrom sollte vermieden werden, auf 100% würde ich den auch nicht ohne Not aufladen.

Mein LFP PV-Speicher steht auf 90-10% Lade/-Entladelimit.

Hier im Forum wird gern erzählt, dass 100% bei LFP kein Problem sind, das glaube ich so pauschal nicht. (Beruht in meinen Augen auf der Fehlinterpretation, dass das BMS aufgrund der flachen LFP Entladespannungskurve ab und an 100% zur Kalibrierung benötigt.)

Hast du einen LFP oder NMC Akku?

NMC weil MYLR aus 06/2023. Lange Zeit (bis Feb. 24) blieb ziemlich stabil bei 525 km, in der Zeit wo DC laden überwiegend war! Ab Jan. 24 nur AC laden, 4x bis 90% ansonsten kleinere Hübe um die 15%-25% auf einmal geladen. Dann zuletzt vor eingen Tagen auf 100% geladen und kamm 510 km, wobei dieser Wert seit dem stabil geblieben ist, auch wenn ich bis 65% oder 75% usw. lade. Nach umrechnen kommt in etwa 510 km immer raus, was ca. -15 km für etwa 1,5 Monate Verlust ergibt!

Selbst kleinste Ladehübe sind für den Alterungsprozess des Akkus irrelevant. Stichwort Rekuperation, das Auto lädt bei normaler Fahrweise dauernd bzw. immer sukzessive minimal nach.
Vielleicht hast du ja die falschen Socken getragen und es lag daran?

Alle Tage wieder :rofl:

Siehe: Wenigfahrer: Tesla auf 80% laden oder konstant auf gleichem Niveau halten? - #10 von znq

Kann hier vermutlich bald zu. :hear_no_evil:

Das Problem, dass ich mit dem dauernden Kurzhubladen habe, ist, dass das Auto gar nicht mehr weiß, wie weit es mit der Tankfüllung kommt.

Mein M3 lade ich erst, wenn SoC unter 20% ist und dann auf 80% hoch (wenn ich eine längere Strecke fahre, dann auch mal auf 95%).

Die angegebene Restreichweite passt so sehr genau.

Daher habe ich auch kein Problem damit, wenn das Navi einen SuC Stop einplant, an dem ich mit 5% ankomme, weil ich weiß, dass das hinkommt.

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