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Ladeempfehlung für LiFePo4 Akkus ( China Model )

Hallo,

ich möchte euch meine Erfahrungen mit den neuen Akkus, wie sie auch im China M3 verbaut sind mitteilen.

Seit sechs Jahren vertreibe ich Heimspeicher für Solaranlagen und
beziehe dazu Palettenweise Lithium Ionen Eisen Phosphat- Akkus…
Dazu war es mir immer ein Anliegen, meinen Kunden die Akkus richtig zu dimensionieren, damit sie möglichst viel Freude damit haben.

Zuerst viel mir auf, alle Akkus wurden mit 70% SoC angeliefert.
Das bedeutet, zur Lagerung auf 70% laden und gut.
Ein Hundertprozentiges aufladen kann ich nicht empfehlen und wird bei unseren Heimspeicher niemals erreicht.
Die Obergrenze ist bei 88% eingestellt, die Untergrenze bei 28%.

Durch dieses „Nutzungsfenster“ von ca. 30 - 90% ist man sehr vorsichtig unterwegs, kann aber durchaus 2-3x so viele Ladezyklen als bei 10-100% erreichen.

Auch ich lese meine Akkus aus und habe nach so langer Zeit ( 6 Jahre ) gerade mal 2% Degeneration bekommen.
Geladen wurde mit max. 0,3 C , genauso Entladen.

Natürlich ist gerade das Entladen mit so wenig Leistung bei einen Elektroauto nicht möglich.
Das Aufladen an den SuC ist für die heutigen Akkus nicht so der Burner… Verstehe darum auch nicht dieses Freudengeschrei wenn neue Ladebestzeiten erreicht werden…

Meine ganz klare Empfehlung für diesen Akku-Typ.
Kein SuC, kein 100% Aufladen, kein unter 30% Entladen und im Winter moderates Beschleunigen, wenn der Akku noch kalt ist.

Natürlich stellt das BMS im Auto die Grenzen, jedoch ist ein Akkupflege vor diesen Grenzen.
Wer sein Auto nicht weiter verkaufen möchte, ist damit gut unterwegs.
Das Elon Musk eine Empfehlung für 100% Aufladen twitterte, kann ich nicht verstehen und hatte vermutlich mit seinen Softwarebugs zu tun, oder das Auto erreicht deutlich weniger als 100%
Es ist mir klar, dass der angezeigte SoC im Auto nur die nutzbaren Kapazität darstellt, trotzdem würde ich niemals mein Auto auf drei Prozent entladen, wenn ich dazwischen an der AB 30% nachladen könnte.

Ich bin mit meinem MX noch ohne die neuen Lithium-Eisen-Akkus
unterwegs, aber auch hier halte ich mich an die 30-90% Regel und wenn ich das Auto nicht brauche, steht es mit 70% in der Garage…
Ist doch nicht schwer oder? 30-70-90!

Was meint Ihr? Hab ich was vergessen?
Gruß Michael

PS. Für das adaptierte Laden mit Solarstrom erstelle ich ein neues Thema, sobald ich dafür Zeit habe.

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die Akkus werden so schnell billiger, dass die in 10 Jahren nicht mehr viel Wert sind, …egal in ob die noch 95% oder 85% Kapazität haben…
meine Empfelung deshalb, E-Autos eigentlich nur für Vielfahrer sinnvoll (>40000km im Jahr)
nicht über den Akku nachdenken, einfach zwischenduch mal auf 100% laden, nicht ewig mit 100% stehen lassen und auch manchmal auf 0% fahren…

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Du kennst also die Zusammensetzung der neuen China Akkus?
Das wäre mal interessant zu erfahren wie die aussieht, wenn du schreibst „Das Elon Musk eine Empfehlung für 100% Aufladen twitterte“
Das wird von Tesla ganz klar empfohlen einmal die Woche sollte man dieses sogar tun.
Das du mehr als Tesla weißt, wage ich doch sehr schwer zu glauben und die haben sicherlich mehr Erfahrung als du.

Du kannst diene Akkus nicht mit deren vergleichen.

MMn. Kommt diese Empfehlung aus dem „Problem“ das LiFePo Akkus keine Lineare Spannungskurve haben und das BMS beim diesen Akkutyp viel stärker aus dem Tritt kommt wenn nicht regelmäßig ein 100% Abgleich gemacht wird.

Wenn ich so einen Wagen hätte würde ich immer 30-90 fahren und nur vor einer längeren Reise auf 100% laden.

Irgendwie finde ich ist diese Aussage nicht korrekt bitte aber um Aufklärung wenn ich falsch liege .

1 Ladezyklus ist doch 0-100%
Demnach wäre 30-90% 0.6 Zyklen

Wenn ein Akku mit z.b. 1000 Zyklen angegeben ist heißt das 1000 mal von 0-100%
wenn du jetzt immer nur von 30-90 % lädst heißt das das du deine max Zyklen nach 1666,66 Ladevorgängen erreicht hast was im Endeffekt doch egal wäre außer das 666 mal mehr Anstöpseln .

Hallo BBB,

bei 30-90% Laden, kannst du insgesamt mehr Energie im Akku umsetzten… Also nicht beispielsweise 1000 x 0-100% , sondern 10000 x 30-90%.

@MichaelT
Ich empfinde das von dir diskutierte Thema unter dem allgemeinen Titel „Ladeempfehlung für LiFePo4 Akkus ( China Model )“ als etwas problematisch, weil du hier ja keine generelle (alltägliche) Ladeempfehlung gibst, sondern beschreibst, wie man den Akku möglichst (sehr) schonend behandeln kann.

Die Empfehlung zu geben „kein SuC“ oder „moderates Beschleunigen“ ist doch im Alltag (je nach Fahrprofil) gar nicht umzusetzen, und einen Tesla kauft man sich doch auch nicht, um damit nur in jeder Situation und immer nur „moderat zu beschleunigen“.

Wie gesagt, keine Kritik an den Hinweisen zur möglichst schonenden Akkubehandlung (Schnellladung und extreme SoC-Stände sind für keinen Akku gut, völlig klar und richtig, das sehe ich ganz genau so), aber für ganz praktikabel im Sinne von in der Rubrik „Essentials“ halte ich sie nicht bzw. würde zumindest die Überschrift eher anpassen in „Ladeempfehlung zur möglichst schonenden Behandlung von LiFEPo4 Akkus“ (o.ä.).

Der LFP-Akku hat ja an sich schon eine höhere Zyklenfestigkeit als die NCA/NMC Akkus - da steckt er auch mal höhere und niedrigere Ladestände im E-Auto gut weg und ist dann vermutlich immer noch weit bis über das eigentliche Autoleben hinaus mit niedriger Degradation verwendbar.

Die Empfehlung hin und wieder auf 100% zu laden kam übrigens nicht von Musk, sondern von Tesla China auf einem Weibo-Account (so was wie Twitter dort). Und die wurde deshalb gegeben, weil die LFP-Akkus nur bei 100% Ladung wieder ihre genaue Ladeschlussspannung kennen lernen und somit das BMS die Kapazität trotz flacher Spannungskurve wieder besser abschätzen kann. In der Praxis muss man das nicht oft machen (ich mache das vielleicht alle paar Wochen mal vor einer längeren Fahrt beim SR+ mit LFP), aber es dient eben dazu das BMS zu kalibrieren, damit die richtigen Werte angezeigt werden und es weiß, wo beim Akku oben und unten ist.

Was mich noch interessieren würde ist, wie du auf den Hinweis „nicht unter 30% entladen“ kommst? Das mag bei NCA/NMC Zellen zutreffen, aber LFP hat doch bei bspw. 25% kaum eine andere Spannung als bei bspw. 90% (Bild), das ist sehr verschieden zu NCA/NMC Zellen (Bild). Sprich den Akku dürfte das nicht sonderlich stressen, auch nicht 20% oder auch 10% - denn nach unten hat Tesla beim LFP-Akku sowieso einen recht großen Puffer einprogrammiert, sodass hier kaum ein Spannungsunterschied im Vergleich zu höheren Ladeständen besteht.

Wie gesagt, bitte nicht falsch verstehen, die Tipps sind zur besonders schonenden Behandlung vollkommen richtig, nur für den „durchschnittlichen“ Model 3 Fahrer wohl eher weniger relevant.

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