Lade-App im Ausland nicht verfügbar

Diesen Thread könnte man etwas polemischer auch „Diskrimierung aufgrund der Nationalität“ nennen:

In letzter Zeit ist mir vermehrt aufgefallen, dass bestimmte Lade-Apps für unterschiedliche Nationalitäten nicht verfügbar sind.

Fall 1:
Ich möchte an einer Ladestation von „Recharge AS“ (nicht zu verwechseln mit Shell Recharge!) in Schweden laden. Website des Anbieters: Nordens största laddnätverk för elbil | Recharge

Die App gibt es aber im deutschen App-Store nicht. Auch vor Ort in Schweden kann man sie mit einer deutschen SIM-Karte nicht runterladen.

In diesem Fall ist der Ausschluss von der offiziellen App allerdings nicht so schlimm, weil der Anbieter auch zahlreiche andere Zahlungsmöglichkeiten anbietet. Trotzdem komisch, dass so eine App nicht wenigstens für alle EU-SIM-Karten verfügbar ist.

Fall 2, drastischer:
Ich will bei e.on Drive in Dänemark an einer AC-Ladestation laden. Ich gehe auf die Seite des Anbieters. Dort steht, der Preis ist 2,95 DKK (= 0,40 EUR) pro kWh: https://www.eon.dk/privat/strom-til-din-elbil/oplad-i-netvaerk.html

Wenn ich versuche, die App runterzuladen, werde ich im App-Store zur deutschen e.on-App weitergeleitet. Dort ist der kWh-Preis an derselben Ladestation 0,54 Cent.

Das heißt, weil ich aus einem anderen (EU-)Land komme, muss ich 14 Cent mehr bezahlen!

Noch krasser ist, dass die Nutzer der dänischen App sogar in Deutschland den billigeren Preis bekommen, denn auf der dänischen e.on-Seite steht auch das hier:

"Der gleiche Preis in Dänemark und Europa

Mit Drive Lite und Drive Plus einfach durch Europa fahren und zum gleichen Preis an allen e.on-Drive-Ladestationen laden!"

Kaum zu glauben, dass es innerhalb der EU eine so deutliche Benachteiligung gibt und geben darf.

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Von welchem App-System reden wir denn hier: iOS, Android, ? ?

iOS, ein Android-Handy habe ich nicht mehr.

Jemand mit Android darf es gerne mal probieren :slight_smile:

Wenn es reproduzierbar nicht geht, werde ich e.on Dänemark mal anschreiben und fragen, wie ich als Bürger eines anderen EU-Lands an den Preis von 2,95 DKK komme. Wenn die da keine leicht nutzbare, diskriminierungsfreie Lösung anbieten, prüfe ich mal, ob und wo eine Beschwerde möglich ist.

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Dieses Problem haben leider viele, die in einem anderen Land leben bzw. unterwegs sind. Gewisse Apps sind nur im lokalen App Store/Play Store vorhanden. Manchmal kann man freundlich den „Developer“ anschreiben, und vielleicht wird dann ein weiteres Land im AppStore/Playstore freigeschaltet.

Eine Umgehung ist die Verwendung eines Android Tablets bzw. Telefons: Dort macht man ein „Sideloading“ der notwendigen Applikationen.

Ist nicht schwer, aber leider dennoch ein Umweg, den man manchmal in Kauf nehmen muß.

Ich bin kein Experte, aber ich denke, nach EU-Recht muss man unterscheiden, ob es sich um ein rein inländisches Angebot handelt, dass sich also nur an Kunden im Inland richtet.

Als jemand, der oft nach Schweden fährt, finde es z. B. sehr frustrierend, dass die schwedisch Zahlungs-App „Swish“ nicht mit ausländischen Bankkonten nutzbar ist. Die App ist dort absoluter Zahlungsstandard auch für private Zahlungen und macht den Alltag wirklich leichter. EU-rechtlich ist es aber eben keine Diskriminierung, weil es kein EU-weites Produkt ist, sondern ein nationales Zahlungssystem.

Zugang zu Ladestationen ist aber etwas anderes:

  • e.ON betreibt Lade-Infrastruktur in mehreren EU-Staaten, Recharge AS auch
  • e.on wirbt aktiv damit, dass es eine europaweite Lösung ist
  • die Zielgruppe sind E-Auto-Fahrer, und beim Autofahren ist es normal, das Grenzen überschritten werden
  • lassen ausländische E-Auto-Fahrer grundsätzlich an ihre Ladestationen (z. B. mit ausländischen Apps oder im Roaming), aber dann eben mit höheren Preisen
  • e.on leitet beim Scannen QR-Codes für die dänische App aktiv zur deutschen App weiter. Das bedeutet de facto, dass beim Preis nach Herkunft diskriminiert wird.

Oder anders formuliert:
Ich will am Ort des Anbieters (Dänemark) eine Dienstleistung in Anspruch nehmen. Ich muss 14 Cent mehr bezahlen als dänische Nutzer am selben Ort.

Siehe auch die Website der Europäischen Verbraucherzentrale:

"Ein Klick auf die Website und plötzlich geht es nicht mehr weiter, weil der Zugriff aus einem anderen EU-Land blockiert wurde? Oder die Seite springt automatisch zur deutschen Version, obwohl die italienische mehr Auswahl hat?
Solche automatischen Weiterleitungen sind verboten

Beispiel:
Maren möchte in einem kroatischen Online-Shop einen neuen Kaffeevollautomaten bestellen. Doch sobald sie die Seite aufruft, wird sie ohne ihr Zutun auf die deutsche Version des Shops umgeleitet – mit weniger Auswahl und höheren Preisen. Das ist nicht erlaubt."

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Ist das nicht bei Streaming-Diensten Standard, begründet wird es dort mit Lizenzen (vor allem die Einschränkung der Sprachen nervt).

Ja, bei Streaming-Diensten ist die „Diskriminierung“ nach EU-Recht erlaubt. Ich würde in Deutschland zum Beispiel gerne ViaPlay nutzen (aus Skandinavien). Das geht aber nicht. Hier liegt es halt am Urheberrecht, das oft nur für bestimmte Länder gilt.

e.on darf mir aber gerne erklären, ob ihre Ladestationen ein Strom-Streaming-Dienst mit Urheberrecht sind. Oder ein nationales Zahlungssystem. :smiley:

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Ich habe schon 2020 von e.ON CZ eine Teschechische app direkt per Mail bekommen, weil ich nicht direkt runterladen konnte (geht nur mit Android). Die hatten aber kein Problem mit ein Vertrag zu zusenden damit ich wirklich unterschreibe… und seit dem habe ich Zugang zu günstigeren Preisen in CZ (brauche aber nicht mehr)

Das ist alles Diskriminierung.
Ich befürchte die sind aber trotzdem fine raus, nach dem Motto: Krediktarte , 2€/kWh zahlt jeder, egal aus welchem Land…

Es liegt am AppStore. Nach EU Recht muss Apple aber nun mehr als den eigene AppStore auf dem Telephon erlauben. Sprich wenn die Ladeanbieter eigene AppStores aufmachen und diese unter iOS verfügbar machen kann man auch deren Apps runterladen. Vorher sollte man ihnen natürlich schreiben, dass sie bitte keine Localbeschränkung einführen.

Warum genau? Andere Lade-Apps sind auch (mindestens) EU-weit im AppStore verfügbar. Wenn ein Wille da wäre, ginge es also.

Und die Diskriminierung, mit der deutschen App 14 Cent mehr zu bezahlen, als mit der dänischen, rechtfertigt das auch nicht. Oder dass die dänischen App-Nutzer sogar in Deutschland bei eon den niedrigeren Preis bekommen. Da steht man dann in Deutschland irgendwo am e.on-Schnelllader, und der Nachbar mit dem dänischen Kennzeichen zahlt weniger, obwohl beide die offizielle e.on-App nutzen.

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Das ist mehr ein Problem mit den AppStore / Play Store.

Es gibt kein Differenz zwischen:

  • nicht schauen ein App für Ausländern in Suchenresultate (aber sie können das App benutzen)
  • oder Ausländern können, für das Regelungen, nicht benutzen…

Ich verstehe dass normalerweise ich keine App für parking bezahlen in Valencia sehen möchte. Aber von Zeit zu Zeit brauche ich das Auto dort lassen…

Glücklich in Android kann man viele Konten, auch von andere Länder, verbunden haben…

Hier ist die Antwort von eon Dänemark:

"Hallo ***,

danke für deine Anfrage. E.ON Drive Dänemark ist nur für dänische Kunden, dänische E-Mail-Adressen und Telefonnummern.

Wir können es nicht ermöglichen, dass alle EU-Bürger die dänische App herunterladen können.

Der deutsche Preis ist so viel höher, weil E.ON Deutschland einen deutschen Stromanbieter hat.

Viele Grüße"

(Antwort frei von mir aus dem Dänischen übersetzt).

Mein Fazit: Die versuchen ja nicht mal, zu verschleiern, dass sie unterschiedliche EU-Bürger unterschiedlich behandeln. Der Preis fürs Laden sollte sich danach richten, wo ich lade (in Dänemark mit günstigem dänischen Strom oder in Deutschland mit teurerem deutschen Strom) und nicht danach, wo ich herkomme.

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man könnte zurückschreiben, so wie du es beschereibst:

zusätzliche Hinweis zur Diskriminierung hinzufügen.
Ich habe nichts dagegen, wenn die in der DE App dänische Preise in an DK Stationen und DE Preise an DE Stationen verlangen. Aber in der DK App (wahrscheinlich) günstigeren Preis an DE Ladestationen anbieten ist eine Diskriminierung, den „teurer deutscher Strom“ ist genauso teuer, egal in welcher App.

Die einschlägige Rechtsnorm wäre wohl auch hier die AFIR

Art 5 Nr 5

Mobility service providers shall not apply any extra charges for cross-border e-roaming.

Genau das ist doch der Fall: Dänische Kunden bekommen europaweit den dänischen Preis. Ich verstehe den Frust aber im Wesentlichen ist das doch wie mit deutschem Handy in Europa zu telefonieren: ich zahle halt europaweit den Preis, den mein (deutscher) Vertrag vorsieht (inkl. Roaming).

Richtig, es ist aber nicht verboten, eine Dänische SIM Karte zu kaufen und zu dänischen Konditoren in Dänemark zu telefonieren…
E.ON erlaubt es aber nicht.

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Grade damit (Dänische Sim-Karte) habe ich persönlich viel Ärger gehabt: die bekommt man in DK nur mit einer dänischen Sozialversicherungsnummer und wer die nicht hat, kann nur Prepaid bekommen.

Ich will den Thread nicht weiter de-railen, aber so ärgerlich das ist, es ist zumindest in meinen Augen nichts völlig Unerwartetes. Grade bei Clever, E.On & Co. ist es oft so, dass die Ladetarife an Heim-Stromverträge gekoppelt sind, weil es da spezielle Steuervorteile gibt, die nur für dänische Steuerzahler gelten.

Die Antwort ist ein klares „Jein“.

Handy-Roaming fällt halt unter die EU-Roamingverordnung. Das ist also wieder eigenständig geregelt.

Streaming ist genauso eigenständig geregelt (wegen des Urheberrechts).

Ebenso sind nationale Zahlungssysteme eigenständig geregelt (siehe oben mein Beispiel mit Swish).

Für das Laden von E-Autos gibt es meines Wissens keinen eigenen EU-Rechtsrahmen, weshalb es unter die Geoblocking-Verordnung fallen müsste.

Ich frage wie gesagt beim Europäischen Verbraucherzentrum nach und halte euch auf dem Laufenden.

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Ich habe gerade ausprobiert, mein E.ON DE Account kann in DE, CZ, DK an E.ON laden, aber nicht in Rumänien?! WTF?!
Ich muss mal meinen E.ON CZ Account wieder ausgraben :slight_smile:

EDIT: E.ON CZ apk über SideLoad installiert.
in RO und DK kann ich damit nicht laden?!
Dafür aber in DE, für 13 CZK/kWh ~ 53 cent/kWh (günstiger als 61c/kWh DE Preis) :person_facepalming:

EDIT2: anscheinend kann man bei einigen Stationen in DK mit EasyPark zahlen.
Z.B. in Kliplev E.ON 3,99DKK, UNO-X 3.25DKK.
Für Q8 kann man Swisscharge nehmen, 3.45DKK

EDIT3: biggest Fail seitens E.ON: ich habe nun die EON.DK App installiert (über SideLoad). Überraschung: selbe Preise wie EasyPark bzw. Swisscharge: Q8 3.45 DKK/kWh bzw. E.ON 3.99 DKK/kWh. Also macht euch keinen Stress

P.S. jetzt weiß ich womit ich in 2 Wochen in DK laden werde (bin mit WoWa unterwges, nicht alles SuC haben Durchfahrtstalls)

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Ja, ich weiß, dass Roaming bei E.ON DK möglich ist. Ich erwarte aber, dass mir der Anbieter direkt Zugang zu seinem Angebot gewährt, und zwar zu den gleichen Konditionen wie dänischen Kunden (2,95 kWh / 0,40 EUR).

Es kann nicht sein, dass die Preise in jeder „nationalen“ App für dieselben Standorte uneinheitlich sind, das ist doch totales Preischaos bei denen.

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