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Klimaschutz, Umweltschutz, CO2 allgemein

Ich habe gerade ein Werbeplakat für das Greenwashing Projekt „CO2 ausgleichen“ von Shell gesehen. Ich kannte das Projekt vorher nicht.
Falls ein Verbrenner Fahrer mal behauptet das damit sein Sprit sauber ist, habe ich mal eben eine Argumentationshilfe gerechnet:

CO2 Ausstoss pro Liter Benzin 2,37 kg
CO2 Ausstoss pro Liter Diesel 2,65 kg
Quelle Helmholz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V.

Volkswirtschaftlicher Schaden laut Umweltbundesamt durch 1 kg CO2 - 0,18 Euro

Das heisst jeder Liter Benzin verursacht, nur bei seiner Verbrennung, einen volkswirtschaftlichen Schaden von 0,42 Euro (Diesel 0,47 Euro).

Shell versucht das durch 0,01 Euro pro Liter auszugleichen.
Also wenn das kein Greenwashing ist.

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Das ist ein guter Punkt.
Denke keiner vermisst die Wegwerfverpackung, die Plastiktüten oder die Kohlezechen. Wenn man das Argument so verkauft sind viele sicherlich eher bereit das Leben umzustellen.

Ich glaube mit Thesen wie „Wir dürfen nicht Fliegen oder Fleisch essen“ oder „Insekten anstatt Steak“ erschreckt man die Leute und macht sich Feinde bei der Mehrheit der Bevölkerung (inkl. mir).
Dabei sind viele sicherlich bereit sind ihren Beitrag zu leisten, aber man sollte nicht von oben herab „Sprit auf 2 Euro, Fleischsteuer, Flugverbot etc.“ fordern.

Z.B. anstatt Flugverkehr zu besteuern kann doch gerne eine Alternative mit der Bahn angeboten werden (Nachtzüge, Schnellzüge, preiswert und bequem…)

Und Millionen (ach Millarden, so wie meine Eltern auch) wollen nichts lieber als in entwickelte Industrienationen ziehen. :smiley:
Es ist schon paradox, dass meine Eltern den über-hipster Lifestyle gepflegt haben (Second hand, Kein Auto, wenig Fleisch, kein Plastik, kein Fast food, nur Bio, nur Vollkorn)… und nichts lieber wollten als in den schönen Westen mit Autos, Konsum und McDonalds. :smiley:

Ich will damit ausdrücken wie stark die menschliche Sehnsucht nach dem westlichen Lifestyle ist. Darauf freiwillig zu verzichten ist fast unmöglich (gerade für die, die nicht in dem Überfluss aufgewachsen sind). Keine Person in einem dritten Welt land würde auf Fleisch oder Fliegen freiwillig verzichten. Diese Verzichtslogik wird das Problem nicht lösen mMn.

Natürlich sollte man Müll trennen und man muss nicht unbedingt Schneekanonen am Berg aufstellen.
Aber Auto und Flugzeug abzugeben um wie in Bangladesch zu leben ist mMn unrealistisch.
Mir gefällt die Argumentation von tornado7. Mit moralischem Verzicht bekommt man die Mehrheit nicht, mit „coolen und angenehmen“ Substituten schon.
Wenn bei Umweltschutz weniger über Verzicht und mehr über angenehme Alternativen argumentiert wird, würde es viel helfen.
Ist ja wie beim Tesla, es ist eben kein Verzichts E-Mobil und darum erfolgreich.

Ja damit könnten sich viele wie ich sicherlich anfreunden. Wenn nicht in dem Rahmen von Verbot, Verzicht etc. gedacht wird sondern gute Alternativen aufgezeigt werden.
Wobei Degrowth natürlich wieder leicht nach Verzicht klingt, aber daran wollen wir uns nicht aufhängen :smiley: .

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Das „Dumme“ ist nur, dass es mittlerweile soweit ist, dass wir zunehmenden Verpackungsmüll erzeugen, mehr Energie verbrauchen, auch durch Server-Farmen unserer IT-Lebenswelt.

Daher sind auch die „Zwänge“ und Stellhebel etwas zu ändern, von mal zu mal größer. Wie will man sonst jemanden der mit zunehmender Geschwindigkeit warnen, wenn man kurz vor einer rapiden Kaltverformung steht, wenn nicht mit einem lauten Ruf?

Es sagt sich leicht, dass wir sanfte Lösungen brauchen, aber wie sanft ist „sanft genug“ und wo muss Konsequenz her? Ist es langsam genug für die Kohlekumpel, die sich mit dem Kohleausstieg einen andern Job suchen müssen, ist das fair denen gegenüber? Ist es fair gegenüber den Ingenieuren in der Motor- und Getriebeentwicklung, dass deren Aufgaben zusammengekürzt werden?

Ist es dem Kunden fair gegenüber, eine hohe Verbrauchssteuer auf sehr CO2-lastige Produkte aufzuschlagen?

Aber ein Aspekt ist sehr richtig: Viele Menschen wollen dahin, wovon wir dringend weg müssen.

Man merkt in den USA, dass Klimaschutz und Co einfach kaum eine Rolle spielen bei vielen Menschen, sollte Trump Gewinnen hätte das gravierende Folgen für die Bereitschaft in anderen Ländern mehr für CO2 zu tun.
Heute sind die USA aus dem Pariser Abkommen ausgetreten…

Ja, das ist wirklich bitter. Rund 50% der Amerikaner glauben offensichtlich die Lügen ihres aktuellen Präsidenten. Für die Zukunft unseres Planeten wäre eine 2. Ära Trump wirklich eine Katastrophe, auch wenn Biden da selbst auch nicht besonders ambitioniert und interessiert gewirkt hat.

Daher finde ich auch, dass es hier manchmal zu hoch her geht… Ich weiß ich hatte früher auch andere Maßstäbe aber das bringt alles nichts wenn man sich selbst zu sehr maßregelt und andere ballern es mit beiden Händen zum Fenster raus.
Egal wo, jeder hat seine eigene Vorstellung und das ist auch okay so… Auch unter Tesla Fahrer gibt es Liebe zu Tieren (was nicht schlimm ist) aber eben den persönlichen CO2 Fußabdruck deutlich beeinflusst.

Und jetzt soll man jemand seine Haustiere madig machen wenn in den USA die Leute mit Pick Up Trucks fahren ? Das passt nicht zusammen.

Dann hoffen wir doch mal, dass sich da drüben die EV Pickups schnell durchsetzen…:wink:

Da sind Kinder aber deutlich schlimmer! Für meinen Teil habe ich die CO2 Diskussion beendet. Es bringt nichts, wenn man grundlegende Themen aus pseudoethischen Gründen nicht ansprechen darf.

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Klar, EV Pickups sind weniger schlimm als Verbrenner V8 kein Zweifel… Sind halt wieder Anwendungen wo es sehr sehr aufwändig wird, wegen Anhängelast und co… Schon mal in den USA gesehen was die da mit ihren Pickups alles so ziehen und das über längere Strecken. Bleibt spannend.

Aktuell könnte es ja so sein, dass Biden doch noch gewinnen könnte wenn er die 6 Wahlmänner aus Arizona bekommt. Da ist es sehr sehr eng. Aber auch Biden wird nicht plötzlich ein grünes Amerika formen und allen den Pickup verbieten und den Fleisch Konsum reduzieren.

In den USA sind ebenfalls viele Menschen sehr übergewichtig und beanspruchen sehr viele Ressourcen für sich selbst. Da stellen sich dann viele eben die Frage, in wie weit das dann die Menschen dazu bringt selbst bereit zu sein noch mehr zu machen.

Für mich führt kein Weg mehr daran vorbei massiv in EEs zu investieren und den einzelnen nur noch per Geldbeutel in die Verantwortung zu ziehen. Wir müssen massiv aufforsten und Holz als Baustoff nutzen und somit CO2 für viele Jahrzehnte zu speichern. Auch CO2 „Filter“ werden benötigt werden, ohne diese Maschinen wird es kaum machbar sein, das Problem über den Einzelnen zu lösen…

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Mit Verboten macht man einen oder mehr Schritte rückwärts. Das funktioniert nicht.

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Es wäre ja schon ein großer Fortschritt, wenn der Präsident des Landes mit den meisten Emissionen den menschengemachten Klimawandel nicht leugnet. Eine große Mehrheit hat eh keine Ahnung und plappert nur nach. Da würde allein eine korrekte Kommunikation der Fakten schon viel helfen.

Ich glaube wir unterschätzen häufig, wie schnell sich das Blatt tatsächlich wenden kann! :seedling:

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Weißt Du @pepe ich bin seit fast 20 Jahren im PV Bereich tätig, habe mein Bau-Ing Studium der Gebäude Energie „gewidmet“ und jedes Jahr anhand von leichten Zuwächsen Jahr für Jahr die Hoffnung gehabt dass es vorwärts geht, dann kam die das exponentielle Wachstum im PV Sektor bis 8GWp und jeder dachte sich, jetzt ist es durch, nun gibt es kein Halten mehr (Deutschland) Aber was ist passiert? Vollbremsung und Absturz des Marktes auf einen Bruchteil der Zubauraten.
Seit dem dümpelt man so rum und freut sich über ein paar neue Anlagen. Für einen nachhaltigen Klimaschutz brauchen wir aber nicht 4GWp sondern 15-20GWp im Jahr wenn der Wind auch in diesem Maße wächst.

Ich persönlich habe auf jeden Fall die letzten 20 Jahre sehr viel Energie investiert um direkt und indirekt CO2 zu reduzieren Menschen mit auf die Reise zu nehmen Verhaltensweisen zu überdenken und PV Anlagen zu bauen, aber auch BEVs zu fahren. Ich habe so oft gesehen oder gedacht, jetzt geht es los, Pariser Klimaabkommen hier Kyoto da… Und welche Richtung kennt der CO2 Ausstoß?

Ich für meinen Teil verlange nun von anderen was ab, denn es bringt nichts wenn ein kleiner Anteil sich zu sehr verbiegen. Das heißt nicht, dass ich keinen Klimaschutz mehr betreiben will, aber ich werde auf jeden Fall hier und da die Zügel jetzt deutlich lockerer lassen.

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So lange wie du bin ich definitiv nicht am Thema Klimaschutz dran. Im Gegenteil, bin da eher ein Spätzünder, einen nicht unwesentlichen Anteil daran hat Elon Musk. Unter anderem mit der Beschäftigung mit Tesla und Teslas Mission ist mir erst das ganze Ausmaß der Klimakatastrophe klar geworden. Dafür habe ich in den letzten 5 Jahren viel nachholt. :wink:

Aktuelle gibt es aber auch schon verdammt viel wirklich gute Literatur. Und gerade die Psychologists4Future haben mir geholfen vieles zu verstehen. Dazu gehört auch zu verstehen, wie Big Oil den Diskurs verdreht hat, z.B. mit Konzepten wie dem CO2-Fußabdruck. Damit wird den wenigen, die ein Schuldgefühl haben (das eigentlich alle haben sollten) suggeriert sie wären alleine schuld, während die Mehrheit das Thema Klimaschutz weiterhin getrost ignorieren kann und sich damit auch nicht psychisch belasten. Das sind ziemlich fiese Methoden, weil sie genau jene trifft, die eigentlich Gutes tun wollen.

Insoferne finde ich es sogar sehr gut, wenn du sagst, dass du dich nicht mehr zu sehr verbiegen möchtest. Das schadet nur dir und bringt dem Klimaschutz wenig. Es braucht Menschen wie dich, die etwas tun, öffentlich Stellung nehmen und etwas am System ändern.

Die Klimakatastrophe muss systemisch gelöst werden, nicht (nur) individuell.

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Der pers. CO2-Fußabdruck ist jedoch kein „Konstrukt“ der Öl-Lobby, sondern ein persönlich zu ermittelnder Wert, der je nach Lebensstandard variiert und den man beeinflussen kann.

Der Bundesdurchschnitt liegt eben bei 9…11t CO2/Jahr - was entweder nicht bewusst ist oder wie bei andern Dingen, es einfach ignoriert wird.

Das kann jeder beim Umweltbundesamt gern für sich ausprobieren:

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Ich bin ja im Ehrenamt auch noch tätig für mehr PV in Baden Württemberg, habe mir auch hier viel Zeit genommen Menschen für das Passivhaus zu begeistern, Dächer voll zu belegen, konnte das auch bei einigen Forumsmitgliedern erreichen, einer hat dadurch fast 500kWp gebaut, wegen und vor allem mit anderen Anbietern vermutlich gar keine PV Anlage. Was aber hier oft passiert, ist normal, es wird oft reflexartig in Deckung gegangen um man macht sich dann auch noch lustig über Passivhäuser, anstelle dass man zumindest versucht andere zu begeistern wenn man es schon selbst nicht gemacht hat, oder Baustoffe und und und…

Vor einer Weile hat hier einer ja geschrieben dass er wegen meiner Infos sich für ein PH entschieden hat etc… aber das dauert alles viel zu lange…

Ich halte es daher nun mal ganz grob so… wenn der Rest sich die nächsten 20 Jahre an gutem Klimaschutz orientiert so wie ich das grob getan habe, bin ich wieder vollgas dabei :slight_smile:

Vor allem wird es verharmlost: 25€/t - macht bei 11t gerade mal 275€ - so schlimm kann das ja nicht sein.
Und jede Wette: Die Mehrheit würde auch bei 250€/t lieber die Steuer zahlen als das verhalten ändern.

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Ja, absolut richtig - die Gewohnheit bestimmt das eigene verhalten.

Daher ist jeder Anfang, weniger zu verbrauchen, bewusster zu konsumieren, bedachter mit Energie umzugehen und sich regionaler zu orientieren, ein Schritt in die richtige Richtung.

Und da fängt es beim Auto an, wo auch (ich werde gern dafür angegriffen) hybride Lösungen helfen können, es geht über’s Haus, wie es OSE beschreibt, bis in die ganz privaten Bereiche wie Ernährung, Lifestyle, Gadgets, Reisen, usw.

Nur die Fokusierung auf einen Aspekt, also diesen zu reduzieren, bringt nicht viel - es sind alle Bereiche, die ausschließlich in den Industrie- und aufstrebenden Nationen betrifft. Der Energie und Ressourcenhunger führt zu dem, was uns nun global in Gefahr bringt.

Wir können nur national handeln aber müssen global denken.

BTW - mir ist aufgefallen, das das UBA die Berechnung scheinbar leicht angepasst hat.

Mir war jedenfalls so, als wenn bis vor kurzem sowohl „Haus“ also auch „Auto“ bei „0t/a“ lagen, wenn man erneuerbare Energie verwendet.

Dem ist nun nicht mehr so - ich vermute man möchte hier einen fairen Anteil an den Herstellkosten einpreisen? Man kann das jedenfalls nicht wesentlich beeinflussen (außer über die m²/Person).

Der Bereich Ernährung kommt mir aber etwas zu viel vor (und man kommt schon mit veganer-minimal-Einstellung auf 1t/a) - wenn man aber die Gegenrechnung aufmacht und mal zusammenzählt was man kauft (ich würde uns als Durchschnitt bezeichnen) und die footprints (z.b. mit den ifeu-Daten für Nahruungsmittel siehe anderen Thread) errechnet, kommt wesentlich weniger zusammen.

Ich/wir haben schon alles auf minimal-Werte gedrückt (also Wohnen, Mobilität, keine Flug/Hotel/Kreuzfahrtreisen, Konsum auf minimal-niveau) und trotzdem kommt das hier heraus:FireShot Capture 063 - Meine CO2-Bilanz_ Mein Ergebnis - CO2-Rechner des Umweltbundesamtes_ - uba.co2-rechner.de

Ich würde gerne überall auf 0,0x kommen, nur fehlt es an Optionen - außer „Vermeidung bei anderen“ fällt mir nichts mehr ein.

Selbst mit größten Einschränkungen, Ökostrom, BEV, kommt man auf 4,11t also etwas mehr als die Hälfte des Durchschnitts. Wo soll jetzt die nächste Halbierung herkommen? Zumal das Thema Ökostrom je nach Betrachtung auch immer nicht soooo einfach ist.

Doch ist es, und das habe ich hier bereits erwähnt:

Natürlich ist die Betrachtung des eigenen CO2-Fußabdrucks durchaus sinnvoll, um zu verstehen, wo der eigene Anteil ist. Aber das Problem ist, dass es auf ein fieses Framing der Öl-Multis zurück geht, ganz nach dem Mottto: „Du hast es selbst in der Hand“.

Und genau das stimmt nicht. Man kann derzeit gar nicht so leben, dass man keinen viel zu hohen THG-Fußabdruck hat. Es ist ein systemisches Problem, dass der einzelne nicht lösen kann.

Das hat wohl auch M3-75 erkannt:

Und genau das ist das Problem. Big Oil sieht es gerne, wenn sich ein paar Umweltschützer schlecht fühlen, wenn sie den eigenen Fußabdruck betrachten, weil solange sich nichts grundlegendes ändert machen die weiter Gewinne auf Kosten unserer Zukunft.

Ich will damit nicht behaupten, dass es nicht eine gute Sache ist, den eigenen Fußabdruck zu verringern. Aber seid euch auch der Manipulation bewusst.

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