Was Du hier beschreibst ist das Problem mit Baumharz. Es klebt unheimlich stark und wenn es nach längerer Standzeit in der Sonne richtig eingebrannt ist, kann es auch bleibende Schäden hinterlassen. Man bekommt es sehr schwer wieder weg. Hierfür gibt es spezielle Baumharzentferner.
Diese sind aber auch sehr lösemittelhaltig und mit Vorsicht zu geniessen, da sie den Lack schädigen können.
Die Keramikversiegelung dient als Lackschutz und hilft hier insofern dass das Baumharz zwar ebenfalls auf der Versiegelung klebt, sich aber wesentlich einfacher abwaschen lässt. Ein Hochdruckreiniger wird hier nicht ausreichen, aber eine normale Fahrzeugwäsche von Hand reicht meistens aus um das Baumharz wieder weg zu bekommen. Ausserdem bietet die Versiegelung eine Schutzwirkung damit das Baumharz den Lack nicht beschädigen kann.
Es ist allerdings anzuraten nicht unter Bäumen zu parken, sollte es möglich sein.
Allgemein kann man sagen dass, sollte irgend etwas auf einen versiegelten Lack kommen, was die Struktur bzw. die Beschaffenheit des Lackes angreift und beschädigt, diese eventuelle Beschädigung nur an der Versiegelung stattfindet. Auch eine Keramikversiegelung ist nicht unzerstörbar. Allerdings bietet sie den stärksten Lackschutz den es zur Zeit auf dem Markt gibt.
Ich nehme als Veranschaulichung gerne das Bsp. mit den zwei Bratpfannen. Man nehme zwei Pfannen, wobei die eine beschichtet ist und die andere unbeschichtet und brate darin je ein Ei…
Sollte es zu dem unwahrscheinlichen Fall kommen dass z.b. Vogelkot über einen längeren Zeitraum mit Hilfe starker Sonneneinstrahlung eine Beschädigung hinterlässt, so ist diese Beschädigung in der Versiegelung und beschädigt nicht den Lack.
Heute sind Lacke von ihrer Beschaffenheit anders als vor 20Jahren. Die heutigen Wasserbasis Lacke sind anfälliger auf Umwelteinflüsse. Dann kommt erschwerend hinzu dass die Autohersteller versuchen zu sparen und die Lacke immer dünner aufgetragen werden.
Ich fertige bei jedem Fahrzeug ein Lackprotokoll an. Dabei werden an vielen unterschiedlichen Stellen die Schichtdicken auf dem Blech gemessen.
Gerade beim Model 3 habe ich erschreckende Ergebnisse feststellen müssen. Bei europäischen Fahrzeugen liegt die Lackdicke incl. Grundierung, Basislack und Klarlack bei ca. 130 - 190mü.
wobei der Klarlack die dickste Schicht ist da sie als „Schutzschicht“ dient und dem Lack seinen typischen Glanz verleiht.
Ich habe mehrere Model 3 vermessen. Die weissen sind hier bis jetzt die schlimmsten mit Schichtdicken von teilweise 58 - 60mü!!! (nicht alle Stellen sind so extrem dünn lackiert)
Genau deswegen sehe ich es als absolut lohnenswert an sein Model 3 beschichten zu lassen. Die Problematik liegt darin dass man sich im laufe der Zeit immer irgendwelche Beschädigungen in den Lack holt. Sei es durch Waschkratzer, durch das Salz im Winter, durch eingebrannten Vogelkot, Baumharz etc.
Wenn diese Beschädigungen sehr tief gehen, muss man, um sie zu beseitigen mit Schleifpolituren arbeiten. Diese Polituren tragen viel Material ab, sprich Klarlack. Wenn der Lack jetzt ab Werk schon sehr dünn ist und hier noch mit Schleifpolituren gearbeitet werden muss um die Beschädigungen zu beseitigen, wird der Lack natürlich immer dünner.
Über die Jahre gesehen wird es also nicht möglich sein, den Lack eines Model 3 oft mit dieser Methode zu polieren da man irgendwann den Lack „durchpoliert“ und dann muss lackiert werden. Man kann den Lack dann nicht mehr retten.
Wenn der Lack beschichtet ist, bietet die Keramische Versiegelung also gerade bei solch dünn lackierten Fahrzeugen wie einem Tesla einen lohnenswerten Schutz, der sich auf jeden Fall auszahlen wird.
Eine Keramische Versiegelung kann über die Jahre auch erneuert werden. Sollte die Versiegelung durch Waschkratzer oder anderweitig beschädigt, geschwächt oder einfach über den langen Zeitraum hinweg verschlissen sein, kann man diese entfernen und neu auftragen. Ebenfalls besteht die Möglichkeit eine bestehende Versiegelung aufzufrischen.