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Kein korrekter GPS Fix nach Fährüberfahrt

AP2 90D FL 03/2017.
SeC meinte er sieht mind. 6 Satelliten, macht aber keinen Fix.
Was sind Broadcast-Ephemeriden?
Interessante Aussage von der Hotline:„Wir können das GPS nicht aus der Ferne neu initialisieren aus Sicherheitsgründen.“

Ephemeriden sind die genauen Satelittenflugbahnen für die nächsten x Stunden. Die GPS-Empfänger haben nur die geplante Flugbahn in Hardware gespeichert. Die Satelitten fliegen aber innerhalb eines x km2 großen Bereiches.

Zur Ortsbestimmung muss aber die exakte Possition des Sat am Himmel bekannt sein. Die Satelitten übertragen diese Bahndaten in ihrem Signal an die GPS Empfänger. Das dauert aber einige Zeit. Die ersten GPS-Empfänger benötigten Minuten bis zum ersten „Fix“. Heute will keiner mehr so lange warten - einschalten und die Possition muss stimmen.

Aus diesem Grund werden die Ephemeriden z.B. über das Internet in die Empfänger vorgeladen. Wenn da jetzt Müll drin steht, kommt der o.g. Versatz zustande.

Warum die Hotine nicht neu initialisieren will (Ephemeriden Datei löschen) ist komisch. Es dauert dann eben einige Minuten bis die Position wieder stimmt - aber die stimmt ja jetzt auch schon nicht.

Du hast den ublox M8L drin, der braucht für Positionsupdates das Triggersignal des Odometers (ABS Sensor). Könnte sein, dass da irgendwas hakt.

Bahndaten und Uhrkorrektionen, denn Dein GPS Receiver rechnet die Entfernung zum Satelliten über Laufzeitmessung.

Ja, denn da hängt auch der AP mit dran.

Der AP nutzt die Koppelnavigation des Receivers. Bei der Initialisierung werden nicht nur die Ephemeriden zurückgesetzt, da hängen auch die ganzen Navigationsfilter dran.

Ich frag mich gerade, woher du das alles weisst, GalileoHH?

Schon mal das Fahrzeug komplett ausgeschaltet (über Einstellungen und dann 2-5 min. warten, bis man ein Klicken der Relais hört und erst dann wieder die Bremse zum Anschalten betätigen, dazwischen keine Tür auf etc.)?

@600SL
Nein. Das ist der Punkt „komplett ausschalten/stromlos machen“ am Ende in den Einstellungen?
Da wurde mir damals erzählt, den solle ich nur drücken, wenn nachm „Unfall das Auto aufm Dach liegt“ weil es danach nicht so einfach wieder eingeschaltet werden kann…
Hatte schon den schweren Verdacht, dass dies Quark ist, allerdings ist jetzt auch nicht der richtige Moment das Gegenteil zu beweisen. Wenn ich das Auto hier im Ferienhaus in „middle of nowhere“ komplett abschiesse verschlechtert sich meine Situation signifikant.
Aber danke an alle für die aufschlussreichen Kommentare. Ich geniesse jetzt einen erholsamen Sonntag, warte auf einen Rückruf des SeC Aarhus am Montag und plane dann einen Tagesausflug dahin im Laufe der Woche.
Meine Hoffnungen/Ängste:
• Das Problem lässt sich vor Ort schnell und einfach lösen
• Es ist kein Hardwaredefekt bei dem Teile getauscht werden müssen (die sicher nicht lagernd sind)
• Ich muss nicht ein zweites Mal die 180 km (einfach) dort hinfahren
• Ich kann den Heimweg nach Hause nächsten Samstag (1322 km…) mit voll funtionsfähigem Auto bewältigen…

Ich weiß nicht, wo Dein Auto gerade steht (ich habe mal Hirtshals genommen) und ich bin auch nicht im Büro, deshalb nur ein Skyplot auf dem Handy.

In Hirtshals am Strand müsstest Du aktuell 39 Satelliten „sehen“ davon 5 Chinesen und sogar ein seltener Japaner schaut über den Pol. Insgesamt 32 Satelliten, die Dein Tesla kann.

Die 6 Satelliten, die man Dir im SeC genannt hat, reichen zwar, wären extrem wenig.

Was ich versuchen würde: Fahr mal an den Strand, suche eine Stelle, an der man gute Sicht nach Ost, Süd und West hat, mach nen Reset des Centerscreen und warte 20 min. Wenn Du dann ein Stück fährst und es immer noch nicht geht, kann Dir nur das SeC helfen.

Alles wieder gut. Heute über Nacht ist das Auto mal in sich gegangen und das Ergebnis dieser Selbstfindung war, dass der GPS Fix nun wieder stimmt. Manchmal braucht alles eben einfach seine Zeit…

Ja richtig! Hat das SeC Europe mit mir Mitten in der Nacht gemacht (2:00). War problemlos! Ich sollte nur das Fenster oder die Tür? aufmachen … meine ich zu mindestens. Das Ausschalten über das Menü ist aber das gleiche was das Auto nach einiger Zeit Ruhe nach dem Verlassen (Abschließen) macht - vermutlich heute Nacht bei Dir. Alle Steuergeräte schalten sich aus (und zusätzlich wohl auch die Steuergeräte, die je nach Einstellung (Energiesparen) noch an bleiben. Probiere das nach Deiner Rückkehr: Wenn man weiß, auf was man achten muss (Relaisclicken), gibt das einem auch Sicherheit, wenn man in einer solchen Situation ist. Ich resette mittlerweile bei Fehlfunkionen (z.B. fehlende Datenverbindung) sogar die Bildschirme während der Fahrt … ist alles kein Problem!
Schön, dass der GPS Fix wieder okay ist!
Gruß
Clemens
P.S.: Anschalten: Bremse betätigen!

Das Problem hatten wir auch,
Fix in Oslo geblieben als wir schon in Frederikshavn angekommen sind.

Wir sind dann „blind“ die Autobahn Richtung Hamburg gefahren, hat nix gebracht, dann auf einen Rastplatz und beide Monitore durchgestartet.

Hat auch nix gebracht. Als wir uns dann wieder vom Rastplatz aufmachen wollten hat sich das GPS ploetzlich wieder gefangen …

Das Problem ist ebenso alt wie blödsinnig. Als ob das Navi nicht wüsste, wo es eine Fähre gibt! An diesen Stellen ist halt mit Bewegung zu rechnen, ohne dass sich die Räder des Autos drehen. Ich würde mich freuen, wenn jeder, das das erlebt hat, Tesla damit auf die Nerven fällt. Vielleicht kriegen sie es ja irgendwann noch richtig hin:
:arrow_right: Hat das MS einen Kompass ?
:arrow_right: Navi off Track
:arrow_right: Erfahrungen mit Fähren?

Gleiches Problem gehabt, Richtung England, hat sich aber selbst wieder bereinigt. AP1. Noch ein Bug: Wenn ich auf Meilen umstelle rechnet das MS die Schilder auf Km/h um. Wenn ich es auf unserer europäischen Maßeinheit belasse zeigt es einfach die Schilder wie sie sind. Sehr unlogisch.

Solche Probleme treten immer wieder auf wenn die Position stark verändert wurde ohne dass es eingeschaltet war.

Wie GalileoHH schon schrieb, dann das Auto so stellen dass es möglichst viele Satelliten sieht und vor allem nicht bewegen. Bis das GPS wieder einen Fix hat kann es je nach Signalqualität auch mehr als eine Stunde dauern.

Interessantes Satelliten-Know-how wird hier offenbart. Kann es sein, dass der Benutzername „GalileoHH“ vom gleichnamigen Satellitenprojekt inspiriert ist? :wink:

Das ist nicht allein Teslas Baustelle, denn das Coarse-Alignment durch Inertialsensorik/GNSS plus einige darüber liegende Schichten wird vom Supplier beigesteuert. Eine Look-Up-Table für Fährterminals zu implementieren halte ich auch nicht unbedingt für zielführend, denn was genau soll da passieren? Und was soll passieren, wenn der Fahrer nur für ein Eis am Fährterminal anhält und dann wieder zurück fährt?

Ich würde diese Möglichkeit nicht vollständig ausschließen :wink:

Wenn mein Smartphone keine Satelliten sieht, versucht es sich über WLANs zu orientieren.

Als völliger Laie auf dem Gebiet der Satellitennavigation frage ich mich ob man nicht etwas ähnliches beim Navigieren im Tesla machen kann.

Bei der Anfahrt zum Fährterminal funktioniert das Navi. Wenn das Auto auf dem Autodeck steht, sieht es keine Satelliten mehr und kann seine Positionsänderung nicht über Radsensoren berechnen. Sieht es nach längerem Parken plötzlich völlig unerwartete Satelliten, könnte es nicht dann wie ein Smartphone versuchen über WLAN eine ungefähre Ortung vorzunehmen um dann für diesen Ort passenden Infos über 3G/LTE herunterzuladen?

Die Internetverbindung ist im Tesla ja vorhanden, da müsste man nicht auf Sat-Übertragung zurückgreifen und müsste doch schnell wieder eine funktionierende Sat-Navigation haben.

Klappt beim Smartphone nach einer Flugreise doch auch. Stelle ich mir das zu einfach vor?

Gruß Mathie

Ja, das Thema ist mal wieder vielschichtiger, als man auf den ersten Blick denkt. Wenn das Auto für eine ganze Nacht im Bauch der Fähre verschwindet, wo es keine Sicht auf die Satelliten hat, wie im Ausgangsbeispiel in diesem Thread, dann kann man wohl wirklich nicht viel machen. Das System muss sich anschließend einen neuen Fix suchen, und das dauert halt ein wenig…

Mein Fall war etwas anderes gelagert: Ich habe hier immer wieder mal kurze Fährüberfahrten auf kleinen, offenen Fähren. Die Sicht auf die Satelliten ist dort nicht beeinträchtigt, und die Strecken sind nicht so groß, dass das Fahrzeug einen ganz neuen Fix suchen müsste, selbst wenn es das GPS-System schlafen legen sollte. In diesem Fall stellt sich das System meines Erachtens selbst ein Bein: Es ist programmiert auf Basis der Annahme, dass „die Räder recht haben“, d.h., wenn die Räder still stehen und der GPS-Fix wandert, unterstellt das System eine Drift in der Messung und korrigiert die eigene Position um den Offset gegenüber dem GPS-Fix. Das ist schlau, so lange die Annahmen stimmen.

Im Fall der Fährüberfahrt stimmen die Annahmen aber nicht: Das Fahrzeug bewegt sich wirklich, obwohl sich die Räder nicht drehen. Ich stelle mir nun vor, dass man an bekannten Fährhäfen den Korrekturmechanismus umdrehen müsste: „Das GPS hat recht“ statt „die Räder haben recht“. Das System müsste nur den Messkorrekturoffset konstant halten, wenn es eine gewisse Wahrscheinlichkeit gibt, dass das Fahrzeug auf einer Fähre steht. Das ist alles.

Moin!
Eigentlich fehlt da nur die Möglichkeit für den User, die Poition gemäß GPS zurückzusetzen.
Die Daten aus dem A-GPS sollten ja noch aktuell sein. Daher ist ein GPS-Fix eine Sache von wenigen Minuten. Da bräuchte man bei groben Abweichungen nur kurz anhalten, die GPS-Position manuell zurücksetzen und weiter geht es.

Das Skyhook System, das von Google dann irgendwann nachgebaut wurde, wurde ursprünglich für Innenstädte konzipiert und funktioniert kooperativ, das heißt es benötigt per SSID/MAC kartierte Hotspots. Das ist für Kfz-Navigationssysteme eher ungeeignet.

Bei einem Navigationssystem geht es im wesentlichen um zwei Dinge:

  1. Eine Menge an einzelnen Sensoren ist algorithmisch zu fusionieren. Es gibt GPS, GLONASS, Galileo, Beidou, Drehratensensoren, B-Messer, el. Kompass, Odometer, Gierratensensor, digitale Karten unterschiedlicher Qualität usw.

  2. Diese Sensoren haben zum Teil ein recht mieses Signal-Rausch-Verhältnis, aus dem das Nutzsignal extrahiert werden muss. Die Block IIF Satelliten (das sind die Standard-Satelliten der Amerikaner) senden mit etwa 20 Watt aus 20.200 km Höhe. Stell Dir vor, Du müsstest aus 20.000 km Entfernung erkennen, ob eine schwache Glühbirne leuchtet. Der andere Teil der Sensoren driftet wie Hölle, das heißt, Du stehst an der Ampel und das Auto denkt nach 60 Sekunden Du stehst im Parkhaus um die Ecke.

Die Aufgabe ist es nun, aus allen Sensordaten bei wechselnder Verfügbarkeit so gut wie möglich das Rauschen zu eliminieren, vor allem Ausreißer zu erkennen, die gefahrene Trajektorie zu glätten und das bitte noch im Echtzeit.

Und die verschiedenen Navigationsfilter müssen so programmiert sein, dass das vollautomatisch in beliebigen Situationen passiert. Gerade bei GPS ist das nicht einfach, da die Genauigkeit und Zuverlässigkeit ständig wechselt.

Eine GPS Position bekommt man über Laufzeitmessung (sogenannte Code-Messung) eigentlich immer hin, auch wenn man in Tiefgaragen fährt. Daran scheitert es definitiv nicht.

Die Kunst besteht darin, den Algorithmus so abzustimmen, dass er selbst die aktuell zuverlässigste Datenquelle verwendet.