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Kaminöfen und Feinstaubbelastung

Deswegen darf man beispielsweise bei uns in Hamburg seit Jahren nur noch maximal 30 Tage im Jahr den Kamin anmachen… (kein Witz!) :unamused:

TFF-User Boris lieh mir letztes Jahr freundlicherweise sein Feinstaubmessgerät. Ich war damit überall. In der Tiefgarage, in der sich nach 3 Tagen immer ein grauer Schleier übers Auto legt. An sehr stark befahrenen Straßen in der City und im Garten beim Büro am Stadtrand. Die mit Faktor 3 Abstand größte Konzentration an Feinststaubteilchen gabs im Garten, weil 1 (in Worten ein) Nachbar gerade den Kamin benutzte.

Dann brauche ich mich nicht mehr ärgern wenn ich auf dem Fahrrad unterwegs bin und neben/vor mir die Verbrenner mich vollgasen? :wink:

Sagen wir mal so: Ich fände es gut, wenn der Gesetzgeber nicht immer erst nach 30 Jahren aktiv würde. Was spräche dagegen, schon jetzt bei einem Luxusartikel wie Kamin Feinstaubfilter vorzuschreiben und jedem die Nutzung zu untersagen, der nicht bis Ende 2017 den Einbau nachweist?

Unser Kaminfeger erlaubt hier im Block keinen Kamin, da bei allen eine Gasheizung vorhanden ist. Juckt uns nicht, da wir keinen Kamin haben wollen und den Schornstein sowieso zurückbauen.

Einige Beiträge aus Tesla Momente sind in diesen neuen Thread gewandert.

Der Kaminofen wurde bei uns auch schon aus dem Haus verbannt, der Schornstein abgemeldet. Eine fixe Idee war mal, auf den Schornstein ein Windrad zu basteln. Ein Kabelkanal wäre dann ja schon da. Geht aber bestimmt aus verschiedensten Gründen nicht. So wird er wohl irgendwann zurückgebaut.

Eine Ölzentralheizung ist in einem Altbau leider auch nicht so leicht durch etwas ohne „Auspuff“ zu ersetzen.

Ich will da in die Diskussion jetzt nicht zu tief einsteigen.
Holz ist komplett CO2 neutral, denn das wurde während des Wachsens vom Holz in genau gleicher Menge gebunden.
Allerdings sollte das Holz natürlich nicht über 100erte km herangekarrt werden sondern im Besten Fall aus dem eigenen Umfeld kommen.
Wir heizen seit 10 Jahren mit Holz aus der Umgebung.
Ein paar Connections zu den Gärtnern in der Umgebung (telefonisch)
und du bekommst selbst in einer Grosstadt mehr Holz geschenkt als man für ein Einfamilienhaus zum Heizen braucht.
(Seit wir gebaut haben nicht 1x Holz gekauft sondern nur aus Verjüngungsschnitten der Stadt bedient).
PS dieses Holz wäre sowieso in die Verheizung gewandert.
Am Kamin nen Partikelfilter installiert.
Kaminofen speist Warmwasser direkt in den Boiler im Keller und über nan Nachheizkasten in die Luft im Haus.
Die Gasheizung läuft bei uns quasi nie (800qm/Jahr) und das ist nur im Sommer für Warmwasser (wenn der Kamin nicht läuft und Solar nicht genug Wasser für Dusche etc produziert).
Hab mir das ausgerechnet gegen eine Wärmepumpe die in unserem Haus ca 10TkWh / Jahr brauchen würde.
Und ich sehe meine Ökobilanz so als besser.

Ein schöner Nebeneffekt ist das man genug Luftumwälzung im Haus hat durch den Kamin um nie Schimmel oder stickige Luft zu haben.
Katze und Hund lieben es vor dem Kamin zu liegen (Frau übrigens auch *ggg)

PV auf dem Dach macht mehr Strom als wir verbrauchen… mal sehen wie es nächstes Jahr mit 1 Jahr tesla fahren aussieht. Aber rein rechnerisch sollte es gerade so klappen.

Nebenbei spare ich mir mit dem Holzhaken das Fitnessstudio :wink:

Mit Holz zu heizen ist klimatechnisch definitiv harmlos, solange das Holz aus der Gegend kommt.
In Deutschland wachsen jährlich etwa 120 Millionen Kubikmeter Holz nach, von denen etwa 70 Millionen eingeschlagen werden. Holz und Öl haben gemeinsam, dass sie zum reinen Verbrennen eigentlich zu schade sind. Gehen wir trotzdem davon aus, dass die gesamten 70 Millionen Kubikmeter verheizt werden könnten, hätte ein Durchschnittshaushalt ca. 1.75 Kubikmeter Holz pro Jahr zur Verfügung. Das entspricht ca. 350 Litern Heizöl, bzw. ca. 3.5 MWh. Ein Niedrigenergiehaus mit Energieeffizienzklasse A darf maximal 25 kWh/m²/Jahr an Heizenergie benötigen. Die Durchschnittliche Wohnfläche pro Haushalt beträgt ca. 90 m², womit also ca. 2.25 MWh benötigt werden. Für Warmwasser kommt noch etwas dazu, aber 1.75 Kubikmeter Holz sollten insgesamt ausreichen.
Wären alle Haushalte in Deutschland auf Effizienzniveau A und könnte alles geschlagene Holz der Verbrennung zugeführt werden, könnten tatsächlich alle mit Holz heizen.
Beides ist nicht der Fall, weshalb das Holz bei weitem nicht für jeden reicht. Zumal auch noch andere Gebäude beheizt werden müssen, denn auch im Büro haben Leute gerne warm.

Als allgemeine Heizlösung kann Holz also offenbar nicht dienen. Der Bautrend geht ja allgemein in Richtung Passivhaus, was den Einbau von Kaminen zusätzlich verkompliziert. Wenn man noch jährliche Kosten von 70 € für den Schornsteinfeger annimmt und die Kosten für den Bau des Kamins berücksichtigt, ist es billiger mit einem Rudel Haarföhnen zu heizen. Mal ganz abgesehen davon, dass Brennholz geschleppt werden will und staubig ist, muss so ein Kamin auch ständig befeuert werden. Für mich bleibt als Grund für einen Kamin eigentlich nur das gemütliche Ambiente, das von ihm ausgeht. Zu Heizzwecken würde ich mir Holz in einem Neubau mit anständiger Isolation niemals antun wollen.

Die Ölheizung als weitere Emissionsmaschine verliert auch ständig Marktanteile und wird in den nächsten Jahrzehnten komplett verschwinden. Wer baut schon heute noch neue Ölheizungen? Und wenn eine vorhandene Ölheizung endlich kaputt geht, wird oft die Gelegenheit ergriffen und etwas modernes verbaut. Dann kann auch der doofe Tank weg und man hat ein Kellerabteil mehr.

Über kurz oder lang werden Verbrennerheizungen auf diese Anwendungen zusammenschrumpfen:

  • Gasheizungen (auch in Haushalten)
  • Grosse Zentralheizungen mit Pellets oder Schnitzeln
  • Nah- und Fernwärme aus Pellets oder Schnitzeln
    Mit allem anderen tut man sich keinen Gefallen, verbrennen ist out.
    Von daher wird sich im Laufe der Zeit auch die Schadstoffproblematik von selber entschärfen.

Für diese sportliche Aussage hätte ich dann doch gerne mal einen offiziellen Beleg!

Bye Thomas

Wenn ich nur wenig Wohnraum hätte, würde ich mir einfach in jeden Raum einen Dyson AM 09 stellen (smart gesteuert) und Warmwasser über einen Durchlauferhitzer oder Boiler erzeugen. Kombithermen gibt es ja auch noch. Ich will lokal gar nichts mehr verbrennen, auch kein Gas oder Pellets.

Feinstaub durch Verkehr ist deutlich gefährlicher für die Atemwege und Herzinfarktgefahr als der von Kaminen. Grund ist, dass grobe Partikel durch die menschlichen Atemwege gefiltert werden - Partikel unter 0,1 mikrometer aber bis in die Lungenbläschen vordringen. Irgendwo habe ich dazu eine Studie gelesen - finde sie aber gerade nicht. Ein Teil steht auch bei Wikipedia unter Feinstaub.
Wenn man sich gern einen Kamin zulegen möchte, kann man sich mal mit schwedischen Kachelöfen beschäftigen. Da geht der Kaminzug schon im Ofen hoch und runter und die kleinen Schwebstoffe gelangen nicht raus. Weiterhin hält ein Großteil der Wärme über 24h. Sie sind auch von der aktuellen Feinstaubverordnung befreit und benötigen keinen Filter. Und nahezu CO2 neutral sind alle Kamine - Gas-Oligarchen wird kein Geld in den Rachen geworfen. Ich finde Kamine gut.

Edit: zumindest eine Studie gefunden, dass Feinstaub nicht gleich Feinstaub ist:
m.aerzteblatt.de/print/49958.htm

Ich finde einen Kamin sehr behaglich und werde da nicht drauf verzichten.

Ist es nicht seit Jahren so, daß bei Neubauten Filter vorgeschrieben sind? Ich meine unserer (5 Jahre alt) hat so einen. Vom Prinzip ist das ohnehin eher ein Ofen, denn einen offenen Kamin im ursprünglichen Sinne bekommt man gar nicht mehr zugelassen.

Zum Feinstaub, sind die Partikel aus Holzfeuerung lungengängig? Ich glaube nicht. Und CO2 neutral ist es obendrein.

Wir können natürlich anfangen und alles verbieten. Statt Elektroauto kann ich auch ein Pferdegespann nehmen, der gesparte PV-Strom kann dann ins Netz eingespeist werden. :unamused:

Lassen wir doch die Kirche im Dorf und den Kamin im Wohnzimmer.

Mit der Argumentation ist auch jeder Verbrenner CO2 neutral :wink:

Feinstaub durch Verkehr ist deutlich gefährlicher für die Atemwege und Herzinfarktgefahr als der von Kaminen. Grund ist, dass grobe Partikel durch die menschlichen Atemwege gefiltert werden - Partikel unter 0,1 mikrometer aber bis in die Lungenbläschen vordringen. Irgendwo habe ich dazu eine Studie gelesen - finde sie aber gerade nicht. Ein Teil steht auch bei Wikipedia unter Feinstaub.

Der Feinstaub aus Holzfeuerungen ist leider zu etwa 90% der sehr feine Staub <1 Mikrometer, also besonders schädlich.
Feinstaub ist ein sehr ernstes Problem, die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland sinkt durch die Emissionen von heute 125.000 Tonnen Feinstaub pro Jahr um mehr als ein halbes Jahr, d.h. es sterben tausende von Menschen vorzeitig. Holzheizungen haben einen sehr bedeutenden und leider sogar immer noch steigenden Anteil daran. Die Holzheizer wollen das immer nicht hören, aber es ist eine Tatsache dass Holzheizungen sehr viele Menschen umbringen durch ihre Emissionen.

Grüße
Frank

Nur, weil etwas nicht lungengängig ist, ist es doch nicht einfach ungefährlich. Die Lungengängigkeit ist extrem gefährlich.

Verbrennungsprozesse lassen Feinstaub in allen Kategorien pm10 bis pm0,1 (up0,1) anfallen. Dazu zählen auch Feuerungsanlagen.

Wir legen gerade unseren Pelltekaminofen still. Der ist aus 2008 und auch von allem befreit - auch dem Einbau eines Filters. Dazu sage ich mal nix. Die Heizungsindustrie hat eine sehr im Verborgenen arbeitende Lobby !

Thema Filter bei Kaminöfen: Was filtern den die Filter ? Bestimmt maximal pm10 (Dreck) - oder ?

Anbei ne kleine Grafik. Quelle: Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie.

Zum CO2: Ja - ist korrekt - aber man muß ja das mühsam gebundene CO2 auch ggf. gar nicht wieder freisetzen, oder viel langsamer - ginge ja auch…oder ?

:confused:

Das würde ja bedeuten, dass die Waldfläche zunimmt oder wir müssen Holz vermoderungssicher endlagern.

:wink:

Oder als Baustoff verwenden ? Ggf. mal Holzspielzeug nachfragen und nicht immer alles bei Toys 'R us aus Erdöl kaufen ?

Und ja - mehr Naturschutzgebiete, in denen man Wälder sich selbst überläßt sind tatsächlich sehr gute Ideen. Dafür gibt es eine Menge tolle Beispiele.

Mir geht es darum, dass eine Endverwendung von Holz nicht immer in großen Teilen mit dessen Verfeuerung gleich gesetzt werden sollte. Ein wenig mehr Augenmaß würde schon eine Menge bringen…

Ich kann im Garten Holz sammeln und zu bestimmten Zeiten Verbrennen, oder ich jage es durch den Häcksler und kompostiere es oder gebe es in die Bete. Eine Wahl hat man immer.

Es ist beim CO2 auch eine Frage, in welcher Zeit man dieses Gas in die Atmosphäre entläßt. Und verbrennen hat neben der Freisetzung von CO2 immer auch den negativen Effekt der Freisetzung von Schadstoffen, die nur bei der Verbrennung entstehen…

:wink:

Eben das wundert mich auch, dass man bei Holzfeuer nur das CO2 nennt.

Dabei sind die Probleme vor allem die gleichen wie bei Öl und Ölderivaten - Stickoxide, Dioxine und vor allem die PAHs und der Micro Feinstaub - den man praktisch kaum filtern kann. Denn Holz Kohle und Öl sind nunmal bedingt durch die Enstehung chemisch recht nah verwandt.

Der Vergleich PAH aus Verkehr und aus Holzheizung/Holzkamine in San Francisco - also einem Land der ersten Welt
burningissues.org/car-www/images/concen.gif

Da sieht man dann mal deutlich, was das für extreme Dreckschleudern sind - Nur 10% der Holzheizungen/Kamine verbieten hätte bei den gefährlichen PAHs den gleichen Effekt wie den gesamten Verkehr zu verbieten…

Ich finde das gut dass weltweit zunehmend Regierungen dieses Problem erkennen und dem dann auch einen Riegel vorschieben - Zeit wird es.

hallo,

Wir haben hier eine lokale Firma die Filter für Kaminöfen anbietet:

oekotube.ch/joomla/oekosolve/index.php/en/

Ein Kollege von mir hat geholfen das aufzubauen, habe selber aber weder viel ahnung davon noch irgendweleche Finanziellen Interessen in der Firma.

Gruss
Chris