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Idee für Gleichstrom-Ladeparks

Einen schönen Gruss aus Österreich,

ich möchte hier mal eine Frage in den Raum stellen - eine Idee treibt mich schon länger um. Aber da es so nicht gemacht wird, wird schon ein Haken dabei sein. Hier mal meine Überlegungen für einen Gleichstrom-Ladepark, eigentlich inspiriert von den SC mit mehreren Stalls :

Problem 1 - man kommt zu einer Schnellladesäule - die Säule ist belegt. Abhilfe würden hier viele Säulen nebeneinander sein.
ergibt Problem 2 - Viele klassische z.B. Triple-Lader nebeneinander sind sauteuer.
Problem 3 - Manchmal will man Schnellladen - manchmal aber auch länger parken.

Was ist, wenn man

  • eine zentrale Gleichstromeinheit macht (wie Tesla, ordentliches Gehäuse, modular aufgebaut)
    z.B. am Anfang 5 Einschübe mit je 10 kW, bei Bedarf modular erweiterbar auf z.B. 15 Einschüben je 10 kW
  • dann mehrere Parkplätze macht, wo jeder Parkplatz einen eigenen Steckerplatz hat und eine eigene Steuerelektronik
    Diese Säulen können relativ preiswert sein - Steuerelektronik ist nicht so teuer. (Homelader um 1000,- € haben diese drin)
    CSS / CHADEMO / TESLA - es ist wahrscheinlich auch preiswert, hier Triple-Steuerelektroniken zu machen,
    oder man mischt die Parkplätze
  • und verbindet die teure Gleichstromeinheit über Leistungs-Schalt-Relais mit den Steuerelektroniken und Autos.

Dann wird Auto 1 mit der vollen Leistung von z.B. 50 kW geladen. Wenn es dann ans Balancing geht, schalten die Schaltrelais bereits das Auto Nr. 2 dazu, und später wird Auto 3 freigeschaltet.

Meine Vision - ich fahre auf einen Parkplatz, Schranken auf. Es sind viele Parkplätze vorhanden, Stecke an. Bekomme z.B. die Meldung - es sind noch 3 Autos vor Dir dran, du bist derzeit Nr. 4. Da brauche ich noch etwas, aber ca. in 90 min hast du wieder 80% drin, sende Dir dann eine SMS zu.

Mit einem Mischtarif Zeit (pro Stunde Ladezeit 2,- EUR Parkkosten / 10 kW inkludiert) + 0,20 Cent je zusätzlichem kW. Zahle ich dann beim Parkplatzkassenautomat, fahre raus. Habe normal einen Parkplatz, kann schnell laden, kann parken, Verbrenner können reinfahren, würden aber auch bezahlen müssen.

Ganz blöde Idee? Geht das technisch? Ist das ganz weit weg vom klassischen Last-Management?

kann auch die Kosten so nicht ganz abschätzen,
aber mal ein Versuch -

ein TripleLader mit 50 kW kostet ca. 30.000,-
wobei auf Gehäuse, Stromanschluss und Gleichrichter denke ich 25.000,- anfallen,

ein Ladepark mit 10 Parkplätzen käme dann auf
25.000,- (Gehäuse/Stromanschluss/Gleichrichter) + 10 x Steuer/Anschlusssäule (ca. je 5.000,-) = 50.000,- + Schranken/Bezahlsystem 5.000,- = 80.000,-
Ist um einiges günstiger als 10 Triple-Lader, kann man auch realisieren, wenn man nicht 500 kW Anschlussleistung hat,
und für Schnellladen, Langsamladen und wenn’s sein muss auch Zuparken gleichermassen geeignet,

was haltet Ihr davon ?

LG Michi

Wenn ich Dich richtig verstanden habe ist das recht genau das Prinzip eines Tesla SuC. Nachdem man die Batterien der Fahrzeuge nicht parallel schalten kann, werden die einzelnen 11 kW Lader eines „Stacks“ jeweils auf zwei benachbarte Ladesäulen flexibel aufgeschaltet.

Die modularen Konzepte mit Multichannel Lader gibts bei Tesla, EVTECH, ABB z.B. Die Idee ist Leistungselektronik möglichst gut auszunutzen und sie bedarfsabhängig auszubauen. Leider sind die Preise nicht ganz im Wunschbereich von Dir.

Danke für Eure Antworten -

ja, die Technik wäre ähnlich wie Tesla - die machen es so. Ist halt auch so eine Sache, die Tesla besser verstanden hat als andere.

Was ich nicht ganz verstehe, ist die Regelung des Stromflusses bei der DC-Ladung. Die Station liefert 400 V - dann muss die Regelung der durchfließenden Ampere z.B. beim Balancing ja eigentlich von der Ladeelektronik des Autos kommen? Oder sehe ich das falsch, und es wird die Spannung der Station angepasst?

Was mir jetzt nicht geläufig ist, dass es die gleichen modularen Konzepte auch von anderen Herstellern gibt, obwohl das Konzept eigentlich auf der Hand liegt. Also ich kenne abgesehen von Tesla keine Ladestationen, die eine Aufteilung der Leistung auf mehrere Zapfstellen unterstützen. Das ich mit den Preisen falsch liege - ja, bin kein Fachmann. Aber ich denke mal, das Prinzip stimmt.

Das Szenario „Urlaubsreisetag - und Hunderte von Autos benötigen eine Schnellladung“ wird von so einem Konzept nicht unterstützt, aber die an anderer Stelle dieses Forums auf vielen Seiten diskutierte Frage „Destinationsladung oder Schnellladung“ wäre nicht mehr notwendig,

LG Michi

Es wird durch ein Steuersignal einfach die Spannung so geregelt dass nur ein bestimmter Strom fließt. Damit kann einfach die Leistung geregelt werden.

Die habe es mit ihren wenigen Ladesäulen an den jeweiligen Standorten gar nicht nötig. Sie legen einfach einen Anschluss mit entsprechender Leistung. Das sit günstiger als für nur zwei Anschlüsse eine Lastreglung einzuführen. Erst wenn man deutlich mehr als 2 Ladeanschlüsse und/oder nur eine begrenzte Anschlussleistung hat, wird das Thema interessant.

Diese Diskussion ist künstlich da man letztlich beides braucht. Es fehlt dabei sogar noch das Home Charging, das für die meisten Nutzer den tägliche Verbrauch abdecken würde. Wäre überall dort wo ein Besitzer sein Fahrzeug am Tag oder in der Nacht sein Fahrzeug mehr als ein paar h parkt eine Lademöglichkeit mit 3,6 kWh, würde sich der Bedarf an Schnellladern in der Stadt deutlich reduzieren.

Ich finde es spannend, wie sich die Ideen wiederholen :slight_smile: Ich darf an Systeme von SMA und Fronius erinnern. Diese haben auch die WR je nach Bedarf zugeschaltet, zwar aus einem etwas anderen Grund aber die Idee war die gleiche. Auch Tesla wird sich irgendwann fragen wie es mit den Kosten je kW etc aussieht und was passiert wenn die Autos immer länger mit höherer Leistung laden können. Mein MX ist so viel besser als mein altes MS das ist echt der Hammer! Bis knapp 70% ballert es da mit 117kW rein. Beim MS ging nach bereits 15-20% Ladung die Leistung weit unter die 100kW. Somit war das „Teilen“ der Leistung relativ schmerzfrei.

Früher gab es auch mal die Idee den Akku zu tauschen und das machte auf den ersten Blick so viel Sinn.

Ich denke in erster Linie wird bei den großen Ladeparks das Lastmanagement und der Puffer das Thema sein.

Hallo egn und OS Electric Drive,

danke für die Antwort - die Spannungsregelung macht die Sache etwas schwieriger. Dann braucht man nicht nur einfach ein Relais, sondern zusätzlich muss jedes einzelne 11-kW Modul spannungsgeregelt sein.

Leider macht ausser Tesla niemand das Konzept der Ladeparks. Meine Vision wäre schon ein Ladeparkplatz, wo halt viele Anschlussmöglichkeiten sind. Und da ist der größte Brocken schon die Ladeleistung und die Gleichrichter.

Bin ein grosser Fan von Leistungsmanagement und Verfechter von intelligenten Stromnetzen. Die Elektromobilität verbraucht zwar Strom - bietet aber gleichzeitig die Chance, durch Lastmanagement den verfügbaren Grünstrom gezielter zu verbrauchen. Weiterführend wäre dann das Thema V2G - also Vehicle to Grid - Lastspitzen im Stromnetz durch das E-Auto-Netz wieder aufzufangen. Zukunftsmusik, die gut klingt in meinen Ohren.

Bin Hotelbetreiber - derzeit habe ich 1 x 22 kW / 1 x 11 kW / 1 x 32A CEE. Das ist für mein Haus im Grenzbereich des derzeit möglichen Anschlusswertes. Meine Überlegungen für die Zukunft gehen schon dahin, einen Parkplatz zumindest zu einem guten Teil mit Typ2 Stationen auszurüsten, und das ganze dann über Lastmanagement zu steuern. In der Früh sind alle Autos voll, und mein Anschluss wurde nicht überlastet. Dies ist mit den heutigen Wallboxen und Steuerungen bereits heute problemlos und mit vertretbaren Kosten machbar. Noch fehlt aber der Bedarf.

Dieses vorgestellte Konzept geht ja einen Schritt weiter, weil ich Schnellladung mit gleichzeitiger Parkmöglichkeit will. Ich schau jetzt mal zuversichtlich in die Zukunft. Vielleicht gibt es das ja nur deshalb noch nicht, weil hier auch der Bedarf noch fehlt,

LG Michi

Schnellladung mit Parkmöglichkeit ist meiner Meinung nach wenig sinnvoll, da durch das Parken die knappen und teuren Schnellladeanschlüsse blockiert werden. Die Plätze dürfen nur während des Ladevorgangs belegt sein.

Eine Schnelllademöglichkeit an jedem Parkplatz ist wiederum auch nicht rentabel, weil die Leitungsverlegung und der Anschluss selbst pro Anschluss einfach zu teuer und der Ausnutzungsgrad sinkt.

Wie ich schon schrieb muss man die beiden Szenarien unterscheiden:

  • Schnellladen auf Strecken die die Reichweite übersteigen
  • Laden beim normalen Parken, wobei das Parken im Vordergrund steht

Mit der verfügbaren Gesamtleistung könntest Du ohne Lastmanagement und großen Aufwand sofort 15 Parkplätze mit je 3,6 kW versorgen. Dazu würde auch CEE Campingstecker oder notfalls auch Schuko ausreichen. Mit Typ2 3,6 kW sind wir dann bei 200-300 €/ Anschluss.

Oder man nimmt die Tesla Ladestation für knapp 500 € und macht Load Sharing mit jeweils 4 Ladestationen. Dies sollte für ein Hotel ausreichen.

Ich empfehle, nicht auf den Bedarf zu warten. Sondern voran zu schreiten und das offensiv zu kommunizieren. Die bisherigen Elektro Autofahrer sind zum großen Teil gut vernetzt. Du erreichts sehr viele auf einmal.

Im Hotel sollten 11kW locker ausreichen.

Morgen,

@OSE - ja, hier sind dann im Hotel bei Bedarf 11 kW Stationen geplant, natürlich wären 3,6 kW Anschlüsse wie von egn vorgeschlagen auch möglich, aber ich denke mal, es wird sich bei uns doch Typ2 als Standard etablieren. Man wird in dem Bereich auch einige Notfall-Schukos installieren. Habe derzeit genug Plätze, der Bedarf ist noch nicht da. Aber das Lastmanagement läuft heute schon sehr gut - zu Zeiten, an dem im Hotel großer Stromverbrauch ist, sind die Ladestationen abgeschaltet. (Kann ich manuell übersteuern, bei Bedarf). Aber im Normalfall brauchen die Gäste in der Früh ein volles Auto, und das haben Sie. Kostenlos natürlich.

Aber btt - @egn - deine Argumente Schnellladen versus Langsamladen ist die klassische Denkweise. Mein Ansatz wäre eben, dies alles unter einem Hut zu bringen. Ladeparkplatz neben Autobahn und Einkaufszentrum - hier ist Schnellladen und Einkaufsladen gefragt. Könnte man mit so einem Modell abbilden - Steuerung und Preis erledigen den Rest.

Ich weiss nicht, ob ich der einzige bin, den’s nervt, wenn er auf einen Schnelllader mit einer Triple-Station fährt (als noch nicht Tesla-Besitzer) und die Station belegt ist. Kein Fahrer zu sehen ist, und du nicht weisst, kommt dieser wirklich die nächsten 20 min. Da wäre halt mein Ladeparkplatz richtig entspannend. Ich stecke auf dem freien Parkplatz an, ich sage der Steuerung, ich will Schnellladung (und akzepiere damit einen etwas höheren Preis). Und die Steuerung sagt, na ja, in 15 min ist der eh zu 80% voll, dann starte ich dich durch. Lass dir in den nächsten 35 min deinen Kaffee in Ruhe schmecken, und wenn du länger brauchst, auch kein Problem. Wenn neue Autos kommen, sind ja noch andere Ladeplätze frei.

Bin hier auch überzeugt, dass die installierte Ladeleistung besser genutzt werden kann - würde auch eine bessere Amortisation erwarten.

Aber der Markt wird es richten - ich bin nur verwundert, dass es diese gesteuerten Ladeparkplätze von Tesla abgesehen noch nicht gibt. Und auch diese sind rein zum Schnellladen gedacht. ABB ist z.B. einer der grössten Anbieter. Habe mal reingesurft - Modularität in dem Sinne, dass bestehende/skalierbare Anschlussleistung/Gleichrichterleistung auf viele und einfach erweiterbare Anschlussstellen intelligent aufgeteilt werden, ist hier nicht angeboten.

LG Michi

Hallo Walchi,

ja so ähnlich wird das kommen. Mit einer geteilten Leistungseinheit wird Ladeinfrastruktur extrem kostengünstig werden.
In einer Tiefgarage oder einem Mitarbeiterparkhaus in dem 20 EVs stehen reicht eine 20kW-DC-Station von der 20 dumme Kabel weggehen locker aus um alle Fzg. zu versorgen. Das ganze softwaregesteuert und dann hilft die Statistik dazu das ganze sehr gut auszulasten.
Im Augenblick fehlt nur die Nachfrage - bei 0,1% Marktdurchdringung ergibt das kein Geschäftsmodell.

Im zweiten Schritt fliegt dann die AC-Ladung komplett aus dem Fzg. raus.

Gruß

Bernhard

Ist auf jeden Fall ein geiler Ansatz. Dass das Kabel entweder 3 oder 150kW transportiert je nach Kundenwunsch. Früher musste man ja auch zu speziellen Diesel Zapfsäulen fahren heute hat jede Säule jeden Kraftstoff. Könnte mir das echt gut vorstellen weil es einfach nur ein Kabel zu einem Parkplatz benötigt und keine Hardware die dann zugeparkt ist.

Tesla macht das ja gerade schon in einer etwas anderern Form mit den 70kW Ladern in Tiefgaragen. Das passt zu der Zeit zum Einkaufen. Wegen 3kWh holt keiner das Kabel aus dem Kofferraum.

Die Idee Gleichstrom auf viel mehr als 2 Stalls (wie bis jetzt beim Supercharger) zu verteilen ist ja nicht neu. Hatten wir früher schon diskutiert.
So logisch sich das anhört, scheint es wohl sich doch nicht durchzusetzen.
Ich meine ein sehr starkes Kontraindiz sind die neuen Tesla Citysupercharger. Da gibt es nur einen Anschluss pro Ladeeinheit.
insideevs.com/tesla-urban-super … y-centers/
Ich bin mir sicher Tesla hat die Kosten, Nutzen und die technische Entwicklung genau kalkuliert.
Vermutlich sind größere Ladeeinheiten doch nicht so teuer, dass es sich lohnen würde auf gute Auslastung durch Mehrfachverteilung zu setzen.

Es ist noch viel zu früh um beurteilen zu können was sich durchsetzen wird und was nicht. Elektromobilität ist bei ca. 1%.

Ich kenne bis jetzt keine technischen Details dazu. Nur die Pressemitteilung von Tesla. Das ist für mich noch nicht sicher dass einfach eine Leistungseinheit mit einer Zapfsäule verdrahtet ist. Kann doch keiner sagen was Tesla da intern macht. Oder hast Du genauere Infos?

Gruß

Bernhard

Ob sich das nun Aufteilt oder auch nicht spielt keine wirkliche Rolle. Wichtig ist, dass es mehrere Kabel zu einem Lader gibt, sodass es egal ist ob einer zugeparkt wurde oder nicht. So bekommt man an einem Kabel immer Strom.

Auf der anderen Seite könnte Helmut Recht haben denn die DC Kosten fallen rapide und so wäre ein 50-70kW Lader vermutlich bald günstiger als das Umschalten zwischen Kabeln.

Bei Dir soll noch mal jemand mitkommen :confused:
Seit gefühlten Monaten diskutierst Du dass AC-Stationen sich nicht rentieren weil angeblich das Abrechnen, Eichen und Warten so teuer ist. Und jetzt ist plötzlich ein stinkeinfacher Umschalter auf die einzelnen Kabel teuerer als doch wieder einzelne Einheiten aufzustellen? Ich bin verwirrt.

Gruß

Bernhard

Was ist denn nun daran so schwer ? Es geht um Gleichstrom Ladung und ob nun die Kabel verteilt werden über einen Schalter oder ein weiteres DC Teil.

Ich würde es sehr komisch finden, wenn die CitySuperchager an sich normale Supercharger wären und nur quasi softwaremäsig ihrer Aufteilfähigkeit beraubt wären. Aber ok. ausschließen kann man es nicht.
Es bleibt spannend wie sich alles entwickeln wird! :wink: