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Ich kann mir Verbrenner nicht leisten! Aber eAuto

Anders formuliert: ich habe nicht so viel Geld zum „aus dem Fenster schmeißen“.

Ich versuche in mehrerern Abschnitten zu erzählen warum in meinem Fall ein Verbrenner teurer als eAuto ist und warum ich mir keinen Verbrenner kaufen darf.
Achtung! Viel Text! Hauptaussagen habe ich hervorgehoben.

Vorgeschichte

Mein vorheriges Auto war Skoda Octavia 2.0 TDI 140 PS (mit berühmten VW Euro 5 Diesel). Ich war mit dem Auto bis auf die Wartungskosten zufrieden. Weil ich immer wieder gehört habe, dass Turbolader beim Diesel immer wieder sterben, habe ich mir für teurere 1000 Euro zusätzliche 3 Jahre Garantie zu meinem neuen Auto gekauft (um insg. 5 Jahre zu haben). Was ich nicht bedacht habe, dass dadurch ich mich „verpflichtet“ habe jedes Jahr Wartungen durchzuführen (sonst erlischt die Garantie). Auf Nachfrage hieß es, dass ich nicht bei ATU oder so Service machen darf, sondern nur in VW Servicewerkstätten, sonst verliere ich die Garantieerweiterung (komischer weise die ersten 2 Jahre dürfte ich doch zu ATU)… Evtl. wurde ich veräppelt aber so ist es wenn man VW kauft…

Im Endeffekt habe ich jedes Jahr ca. 200-300 Euro (z.B. Ölwechsel) ausgegeben, damit ich die 1000 Euro nicht umsonst bezahlt habe und Garantie behalten kann. Somit waren es über 1200 Euro (in den ersten 5 Jahren, danach habe ich keine Wartung mehr gemacht) zusätzlich zu 1000 Euro allein an Pflichtwartungen. Nach ca. 6,5 Jahren und 80tkm habe ich das Auto verkauft (wie von Anfang an geplant).

Schon damals wollte ich mir 3er BWM mit xDrive und V6… Damals noch Diesel, aber dank Diesel-Gate würde ich zum Benzin greifen. Und Benzin mag ich. Man braucht viele rpm, bis man überhaupt Power hat, somit viel Lärm, hohen Verbrauch und 0 Power an der Ampel. Beim Diesel durch das Bi-Turbo sollte man auch unten Power haben…

Nun, nach Kostenvergleich, war 330i bzw. 335i mit xDrive teurer (mit Rabatt) als Model 3 (damals 2019 noch mit 2000 Euro BAFA), hatte weniger Ausstattung, war langsamer und nicht so cool.

Wartung

Nach 49.000km mit Model 3 habe ich keinen einzigen Tag meine Entscheidung bereut und habe bis jetzt 0 Euro an Wartungskosten (beim BMW wären es schon mindestens 2, eher 3 Ölwechsel á 250-300 Euro. Eigentlich noch teuer, weil nach 30.000km eine große Inspektion vorgeschrieben ist, die ab ca. 500 Euro kostet)

Treibstoffkosten (Elektrizität treibt ja auch an)

Ich würde mich nicht als sparsamer Autofahrer bezeichnen, aber auch nicht als Heizer.
Ich fahre schon gerne 150 und ab und zu 200, meisten aber eher 130 und die gute Beschleunigung muss immer. :wink:

Laut spritmonitor.de wäre ich mit 335i bei ca. 9 l/100km Benzin. Da der Benzinpreis aktuell sehr hoch ist, rechne ich mal mit einem niedrigerem von 1,4 Euro/l Super.
Somit wäre ich mit 335i BWM bei ca. 12,6 Euro/100km.
Mit Model 3 habe ich folgende Werte aus dem Akku ausgelesen:
AC nachgeladen: 6220 kWh
DC nachgeladen: 4555 kWh

Ich weiß, dass bei AC nicht alles im Akku landet, aber dank SMT weiß ich, dass von 11kW ca. 10,5kW in den Akku gehen: somit 95% Wirkungsgrad. Beim DC wird Akku geheizt, somit nehme auch 5% dazu.

Somit bin ich bei AC: 6531 kWh und DC: 4783 kWh

Mal angenommen, ich hätte nicht die Möglichkeit Zuhause zum günstigen Tarif zu laden, keine freie SuC Kilometer und würde sonst nicht an günstigen SuC laden, keine kostenlosen Ladungen beim Arbeitgeber, ALDI/LIDL und in Hotels. Also für alles zahlen und nur „draußen“ laden, somit mit EnBW Viellader Tarif. (Mir kostet er nichts, da ich eh seit Jahren ADAC Mitglied bin, aber ansonsten 60 Euro pro Jahr für Viellader Tarif).

Somit wäre ich mit meinen 49.000km bei: 65310,29 + 47830,39 = 3760 Euro, was 7,67 Euro / 100km entspricht. In der Realität eher 1/3 davon, weil ich beim Arbeitgeber kostenlos laden kann (nicht während Pandemie), beim Aldi viel kostenlos geladen habe, viel SuC Guthaben habe (danke an alle die über mich bestellt haben!)… Ich rechne absichtlich mit „Otto Normalo“ Kosten

Übrigens, 1773 kWh habe ich durch die Rekuperation zurückgewonnen, was etwa 500 Euro an Stromkosten gespart hat.

Steuer für eAuto liegt bei 0 Euro, beim 335i BMW wäre ich bei ca. 240 Euro p.A.

Nehmen wir mal die 60 Euro für Viellader Tarif daraus: 180 Euro zahlt man beim BWM und man hat noch keinen einzigen km gefahren.

Mit o.g. AC+DC Werten wäre ich bei 230Wh/km Brutto-Verbrauch (inkl. Phantomdrain und Ladeverlusten).

180 Euro/ 0,39 Euro/kWh = 461,5 kWh ~ 2000 km könnte ich allein durch Steuereinsparung fahren :blush:

Fazit aus technischer/finanzieller Sicht

Pro 100km spare ich ca. 5 Euro -> bei 49.000 km ca. 2450 Euro gespart
Beim Steuer spare ich ca. 180 Euro jährlich (Viellader Tarif Kosten schon abgezogen)
Bei Wartung spare ich ca. 300 Euro jährlich
Und ich habe 1000 Mal mehr Spaß als mit lauter vibrierender Kiste :wink:

Familienaspekt

Ich lebe mitten in der Stadt und habe einen Stellplatz in einer Tiefgarage.

Jedes Mal wenn irgendein Nachbar sein Verbrenner bewegt, stelle ich mich wie in einer Gaskammer vor. Ohne Gasschutzmaske kann man die Tiefgarage nicht betreten.

Und jetzt kommen meine Kinder ins Spiel: Die Parkplätze sind so eng, dass ich mit einer Babyschalle nicht zwischen den Autos durch gehen kann. Somit muss ich zuerst ausparken und erst dann die Kinder ins Auto setzen. Jetzt stellt euch vor, Kinder sind schon in der TG und ich startet einen kalten Verbrenner… Es wird im kalten Katalysator fast nichts gefiltert… und diesen Mist müssen meine Kinder einatmen… nein danke.

So fahre ich geräuschlos und ohne Abgase aus meiner Parklücke raus und kann in Ruhe und ohne giftige Gase meine Kinder ins Auto setzen.

Umweltaspekt

… will ich nicht mal betrachten

Gesamtfazit

  • Ich spare Geld jährlich und pro km
  • Ich vergifte nicht meine Familie
  • Ich habe viel mehr Fahrspaß
44 Like

naja…
wenn man jetzt die Anschaffungspreise mit einrechnet sieht es auch wieder anders aus. Insbesondere wenn schon ein Verbrenner vorhanden ist, bei Neukauf sieht es auch wieder anders aus.
Außerdem ist bei BMW die Inspektion/Ölwechsel dank LongLife Öl erst alle 30.000km notwendig/24Monate, dann hättest du jetzt erst eine Inspektion gehabt.
Habe das auch mal durchgerechnet, jetzigen A6 Competition weiter fahren oder ein M3 anschaffen, in meinem Fall ist es definitiv nicht wirtschaftlicher auf ein M3 umzusteigen. Bis ich da im grünen Bereich bin müsste ich das Elektroauto 10 Jahre fahren und wie ich mich kenne, wird es nach 4-5 Jahren abgestossen, weil die Lust auf was neues zu groß ist.

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Gut, dann würde ich ein mal 300 Euro sparen…
Beim Neupreis war es schon 2019 so, dass BMW in einer einigermaßen ähnlichen Ausstattung wie Model 3 LR gleich teuer war (alle Rabatte mit eingerechnet)… jetzt sollte Model 3 sogar noch besser da stehen durch höhere Prämie.
Dass es evtl. andere Autos günstiger sind, klar, kann sein, ich wollte aber 335i xDrive
Wirtschaftlich ist ein neues Auto nie gut…

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Glaub ich sofort.
Mein alter Verbrenner war auch ein katastrophales Geldgrab. Sicher nicht die Regel aber mein Auto war nunmal so. Und dabei sind nichtmal die richtig teuren Sachen (Turbo, DSG, etc.) kaputt gegangen. Nur das „normale“ eben. ZMS hier, Bremsen da, kaputter Schlauch dort… Sprit dazu… Versicherung… Hallo Model 3!

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Ja, da schiebe ich mich dreisterweise auch mal rein.

Mit meiner Giulietta (136 PS) habe ich 215.000 Kilometer runter. Seit 60.000 Kilometer schreibe ich die Kosten genau auf.

7,81 Liter Gas-Verbrauch = 4,71 Euro/100km + 0,30 Liter Super-Verbrauch = 0,42 Euro/100km = 5,13 Euro/100km.

Model 3 (400 irgendwas PS bisher aber nur 15.000 km) = 3,83 Euro/100km.

Wenn ich mit meinem Model 3 250.000 km runter habe, dann kommt der große Kassensturz mit allen Kosten samt Anschaffung. Mal schauen wer besser performt :sunglasses:

Interessant wird halt der Wertverlust des Model 3 in 5 Jahren.

Wobei ich der Meinung bin dass sollte besser dastehen als ein Verbrenner.

Was bringt mir ein Auto, dass ich gut Verkaufen kann aber kein Spaß am Fahren habe? :wink:
Deswegen ist es mir egal ob Verbrenner oder Tesla mehr Wertverlust habe. Ich lebe jetzt und will jetzt das Auto genießen… Schließlich kaufe ich es für mich und nicht zum Weiterverkauf…

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Du vergleichst doch nicht im ernst 136 PS Benziner, den du mit Gas fütterst, also weniger als 100 PS übrig bleiben mit dem Fahrzeug was über 400 PS hat? :wink:

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Ich glaube Du hast keine Ahnung von Gas/LPG Autos und der Leistung.

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ja, das kann sein. 136 PS Benziner ist immer noch lahmer als Model 3 mit über 400 PS… somit nicht vergleichbar.
Auch Giulietta vom Platz her (und vor allem Kofferraum) kann man nicht mit Model 3 vergleichen. Und hier weiß ich wo von ich rede, da mein Kumpel von Giulietta auf Model 3 umgestiegen ist…

Und wie oben schon geschrieben habe: Es kann ja sein, dass bestimmte Autos besser abschneiden als Model 3. 335i BMW nicht…

Super Thema!
Vor dem Model S hatte ich einen T5 PanAmericana. Bis zum Motorschaden hatte er 117 tKM runter. Um ihn zu verkaufen, habe ich trotz Kulanz mal locker 5.000 € reinstecken müssen. Verkaufen war dann ok, die Kiste ist ja hip. Beim Allroad von Audi mußte ich den Motor für rd 3.500 € in einer freien Werkstatt (hier keine Kulanz wg Konstruktionsfehler!) ertüchtigen. Das waren die größten Klopper neben dem normalen Service-Wahnsinn.
Das Model S kostet da irgendwie nichts. Hab mir schon über das Forum einen neuen Arachnid Rädersatz besorgt, um mal Geld auszugeben…

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Das Kinderargument in der Tiefgarage erzähle ich auch immer und gern und Tiefgaragen gibt es auch bei vielen Supermärkten oder Malls…

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Ich habe vorher einen Chrysler 300C HEMI AWD als Kombi mit LPG Einspritzanlage gehabt.
8 Zylinder und an die 400PS waren schon gut. Nur: Im Vergleich zum Tesla nicht annähernd soviel Spaß und vom Kofferraum war dank 80l Gastank nur die Hälfte noch vorhanden. Und trotzdem hatte ich ca 100km weniger Reichweite als mit dem Model S.

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Das hat einiges miteinander zu tun.
Du beleuchtest selbst fein aufgedröselt die Unterschiede in den laufenden Kosten im Vergleich und freust dich über die 300€ bei Ölwechsel oder beim gesparten Kraftstoff. Aber gleichzeitig ist der Wertverlust eines 45k€ Autos egal?
Aus meiner Sicht ist das inkonsequent.
Am Ende sind TCO das was zählt. Und da ist der Wertverlust in dieser Preisklasse eine sehr relevante Größe.
Ob du in 5 Jahren 10k oder 25k bekommst…

Ich erwarte Elektromobilität wird sich weiter ausbreiten, die wenigsten wechseln zurück, die meisten sind glücklich. Jetzt noch mehr Ladesäulen öffentlich, ein paar Emissionsregeln/ -Gebühren und die Verbrenner Neuwagen von heute sind die Ladenhüter von morgen. Das wird den Restwert zu unseren Gunsten drehen.

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Frag mal die ganzen Model 3 Fahrer, die das Auto nach Skandinavien verkauft haben, ob das mit dem Wertverlust ok ist.
Wie bei Verbrennern habe ich auch bei den BEV einen bunten Strauß von Geldvernichtern bis kostet kaum.

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genau so!!! ich kann fast alles rechnen - geht wie bei einigen Themen - und im Einzelfall ist es dann auch immer noch anders

also bleibt mir für mich im Wesentlichen, dass ich mich auf Grundüberlegungen fokussiere, die Geld und nicht-Geld-Aspekte abdecken. Und zudem schließe ich bei mir :thinking::wink: ein confirmation bias nicht aus - ich will mir einen Verbrenner nicht mehr leisten (auch wenn ich mich gerne an den einen oder anderen erinnere … my favorit war ein Audi Cabrio, noch mit Holzlenkrad etc), seit ich mein TM3 habe

Das finde ich falsch sorry… mag sein, dass du ähnlich viel sparst, ich bin aber der Ansicht, daran sollte man nicht sparen, sondern den wenigstens alle zwei Jahre unabhängig vom TÜV checken lassen, das ist meine persönliche Meinung, weil das ein Sicherheitsaspekt ist, beim TÜV wird zwar gecheckt ob deine Bremsen noch tun, nicht aber ob sie noch 1 oder zwei Jahre lang tun!

Bei meinen Fahrzeugen waren das immer Milchmädchenrechnungen, da die Zweijahresinspektion dafür immer doppelt so teuer war…

Hmm das nehme ich dir irgendwie nicht ab… mein Ram hat mit Gas und Benzin und dem gleichen Hemi 1000-1200 km Reichweite, da willst du weniger haben als ein Model S?! Du meinst vermutlich nur im reinen Gasbetrieb?! Da musst du halt nen gscheiten Tank verbauen :grin: ich habe Netto 100 l Gastank OHNE dass ein Liter Ladevolumen entfällt… :wink: allerdings kein Ersatzrad mehr dabei… :stuck_out_tongue_winking_eye:

Ja, weiß du warum? Weil ich mir Traumauto gekauft habe. Manche kaufen sich Porsche, manche Tesla. Frag mal Porsche Fahrer ob die bei dem Traumauto auf TCO achten :wink:
Eigentlich bin auf die Idee die Stromkostenberechnubg durchzuführen gekommen, weil mich die Tage mein Vater gefragt hat was es so alles anfällt und wie viel es kostet. Und das wollte ich mit euch teilen. Das es andere Meinungen und andere Berechnungen geben kann, mag ja sein. Für mich passt es.
Ich wollte BMW kaufen, obwohl ich wusste, dass es so teuer ist. Und jetzt sparre ich mit besserem und stärkerem Auto nicht nur Treibstoffkosten sondern auch Wartungskosten. Also win win :slight_smile:

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das wird in nächster Zeit mit Sicherheit unterbunden werden.

Du machst also einen Thread auf mit dem Titel „Ich kann mir Verbrenner nicht leisten! Aber eAuto“ und unterbindest eine Diskussion diesbezüglich mit Totschlagargumenten?

Für mich ist das M3 ein ökologisch und ökonomischvertretbarer, familientauglicher Sportwagen der unglaublich Laune macht. Ich glaube wir sind in unserer Position gar nicht so weit voneinander entfernt. Für mich wäre die Alternative ein gebrauchter Oktavia gewesen. Weniger Auto und weniger Spaß für ähnlich viel Geld auf ein paar Jahre gesehen. Nur das Geld für 2 entsprechende Oktavias vorzuschießen hat etwas Überwindung gebraucht.

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