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Heizungsrohre statt Heizkörper

Ich wohne in einem Altbau, indem die Heizungs- und Wasserrohre überwiegend auf Putz verlegt wurden. Die Rohre befinden sich zumeist in Bodennähe und an den Aussenwänden.
Die Rohre sind im Wohnbereich nicht isoliert, sondern nur lackiert.

Habe heute ein paar Rohrisolierungen aus PE gekauft, um die Energieverschwendung buchstäblich einzudämmen.

Gerade nach ein paar Tipps und Tricks geschaut, da sehe ich dieses Video, indem jemand ein Haus renoviert hat und statt Heizkörper, nur Rohre am Boden und entlang jeder Wand verlegt hat. Im ganzen Haus würden nur 30 Liter Wasser zirkulieren. Die Wärme steigt an den Wänden auf und bildet eine Brücke. Vorteil ist, dass sich keine Feuchtigkeit an den Wänden niederschlägt, also geringe bis keine Schimmelgefahr.

Jetzt bin ich schwer am Grübeln, ob ich mir einen Gefallen tue, wenn ich die Rohre, die am Boden der Außenwände verlaufen, isoliere. Steigere ich damit dann die Schimmelgefahr?!
Schimmel kann ich nicht gebrauchen.

Was haltet ihr von der Idee mit den Rohren, statt der Heizkörper? Bin mir nicht sicher, ob er das hat patentieren lassen, jedenfalls erzählen sie am Ende irgendwas von Lizenzierung.

Hier sind ja viele Energieexperten unterwegs. Meinungen bitte!

Wie sich das mit Rohren statt Heizkörpern verhält, kann ich dir leider nicht genau beantworten.

Was ich aber sagen kann:
Ob das Wasser seine Wärme durch die Leitung oder durch den Heizkörper abgibt, spielt eigentlich keine Rolle.
Es soll ja geheizt werden, dafür ist das Zeug dort. Sobald der Raum warm genug ist, drosselt der Thermostat im Ventil des Heizkörpers den Durchfluss und es fliesst weniger Wasser durch. Dadurch fliesst automatisch auch weniger Wasser durch die Leitungen und auch dort wird weniger Wärme abgegeben.

Wichtig ist die Isolation der Heizungsleitungen nur in kalten Räumen, die nicht beheizt werden (Keller). Dort wäre es in der Tat schade um die Energie.

Praktisch ist auch die Isolation der Warmwasserleitungen (Brauchwasser), weil dort auch im Sommer heisses Wasser drin ist.
Sind diese Leitungen nicht isoliert, muss man länger warten bis das Wasser warm wird und verschwendet im Sommer Energie, weil man den Raum heizt und die Wärme nachher weglüftet.

Falls du zur Miete wohnst, könnte das für dich sogar kontraproduktiv sein. Wenn die Heizkosten über Verdunstungsröhrchen oder digitale Heizkostenverteiler an den Heizkörpern verteilt werden, ist es für deine Nebenkosten besser, wenn die Heizkörper kühl sind und nur das Heizungsrohr warm. :wink: Soll heißen, wenn du die Rohre isolierst, dann heizt du stärker über die Heizkörper als die anderen Mieter und zahlst deswegen dann wohl auch mehr.

In unserer neuen Wohnung gibt es aber einen Wärmemengenzähler an der Stelle, wo das Heizungsrohr die Wohnung „betritt/verlässt“. Da wird dann einfach erfasst, wie viel Wärme generell an die Wohnung abgegeben wurde, egal ob über das Rohr oder über einen Heizkörper.

Aber das nur zur Abrechnung. Solange die Heizungsrohre nur Räume heizen, die sowieso geheizt werden sollen, ist es wie reniswiss gesagt hat relativ egal, wie gut das isoliert ist. Und in unserer alten Altbauwohnung bin ich mir sicher, dass ohne Heizkörper die Wohnung nie auf angenehme Temperaturen gekommen wäre (außer im Sommer). Nur über Rohre heizen wäre da nicht gegangen, selbst wenn man alle Seitenwände verrohrt. Außer natürlich wenn man die Rohre als Fußbodenheizung verlegt.

Präambel: Das wird einer der längsten Threads dieses Forums. Kompliment für die Wahl des Themas. :smiley:

Konkret: Sagt dir der Begriff „hydraulischer Abgleich“ etwas? Diese Frage ist nicht ironisch gemeint.

@ihaire: Auf was man nicht alles achten muss! :laughing: Wohne aber nicht zur Miete, daher spielt das bei mir keine Rolle. Merke ich mir aber!

Ich kann mir auch kaum vorstellen, dass das über so ein paar Rohre anständig warm wird. Ich habe gerade mal die Temperatur der Wände mit einem digitalen Infrarotthermometer gemessen. Der Unterschied beträgt etwa 0,5 bis 0,8°C im Vergleich zu derselben Wand ohne Rohr, gemessen etwa 15 cm über dem Rohr und etwa 25 cm über dem Boden. Nach oben nimmt die Temperatur aber schnell ab und ist im oberen Bereich wieder nahezu identisch, teilweise ist sie sogar dort höher, wo unten kein Rohr liegt. :smiley:

Kann mir aber gut vorstellen, dass durch die aufsteigende Warmluft etwaige Feuchtigkeit von der Wand abgetragen bzw. ferngehalten wird.

Die Schimmelgefahr kann doch auch eigentlich nicht größer sein als an einer Aussenwand, an der kein warmes Rohr verläuft.

Macht vielleicht sogar eher Sinn die Kaltwasserrohre zu dämmen, damit der Taupunkt? im Sommer nicht an den kalten Rohren entsteht. :smiley: Oder?

@Wassermann: Danke für das Kompliment. Ich hoffe auch auf rege Beteiligung. :smiley: Hydraulischer Abgleich sagt mir noch nichts, wikipediere ich aber gleich mal!

Fühlst du dich denn wohl in der Hütte oder eher nicht?

Ich fühl mich wohl. Damals war der „Stand der Technik“ halt noch ein ganz anderer bzw. war vor und nach dem Krieg keine Kohle da, um die Sachen fachgerecht zu machen. Heute würde man Pfusch sagen, das wäre meinen Vorfahren gegenüber aber unfair und despektierlich. Ich bin da aber auch ein anderer Schlag, leider oft etwas zu perfektionistisch. :unamused:

Bei mir sieht es ähnlich aus. Ein Haus aus den 30er Jahren des letzten Jahrhundert. Es gibt ziemlich gute Möglichkeiten, die Heiz-Situation nachhaltig zu verbessern. Ich liege derzeit nach Ausführung aller (ziemlich preiswerten) Möglichkeiten relativ nah am Niedrigenergiehaus. Wie gesagt: Meine Hütte wurde im Jahr 1932 gebaut.

Solange die Rohre durch beheizte Räume führen verlierst du doch keine Wärme. Würde ich daher nicht isolieren. Es sei denn, die Rohre führen zu einer anderen Wohnung und du deine Wohnung wird selbst mit geschlossenen Thermostaten zu warm.

+100

Unser Haus dürfte um die Jahrhundertwende gebaut/ausgebaut worden sein. Es gibt dazu nicht mal Aufzeichnungen, keine Baupläne, nix. Dorf halt.

Jein, das Haus ist von aussen ja nicht isoliert. Insofern dürfte da schon ein Teil der Wärme verloren gehen…

Ja, aber nicht von den Aufputz installierten Rohren.

Vielleicht solltest du deine Heizkörper auch noch in Styropor einpacken, damit nicht so viel Wärme verloren geht!? :wink:

Fotos wie das aussieht wäre fürs Thema schon förderlich.

Servus,
wir haben ein Haus fast nur mit Rohren in den (meist Ziegel 30cm) Außenwänden gebaut. In den Bädern und vor Großen Fensterflächen am Rand ist jeweils noch Fußbodenheizung.
Das ganze soll wie ein umgedrehter Kachelofen funktionieren, Es wird dort geheizt, wo die Kälte herkommt. Dadurch werden kalte Stellen und potentielle Kondensationen vermieden und die Konvektion auch deutlich verringert, da die Wärme durch Strahlung übertragen wird. Angeblich soll es auch den Effekt einer Wärmelinse geben. Bei größeren Räumen wurde beobachtet, dass bei einer Heizleitung an den Außen rändern die Temperatur in der Mitte des Raumes deutlich ansteigt… Insgesamt funktioniert es ganz gut, wobei es meiner Frau meist zu kalt, mir und meinen Söhnen oft zu warm ist. Das ganze reagiert auch relativ träge.

Gruß Andreas

Ich könnte mir vorstellen, dass eine Heizsituation der meinen sehr ähnlich ist. Mein Haus ist von 1941 und hatte ursprünglich einer Holzzentralheizung. Diese wurde dann im Verlauf der Zeit durch eine Ölheizung getauscht. Sämtliche Heizungsrohre sind auf Putz. Die Heizkörper befinden sich allesamt im Zentrum des Hauses. Soll heißen, die Heizkörper sind nicht vor den Fenstern an der Außenwand. Vom Keller gehen viele Rohre nach oben durch die Stockwerke. Im Keller selbst sind die Woche ebenfalls nicht isoliert. Das liegt daran, dass der Keller selbst vollständig beheizt ist. Ein Teil des Kellers könnte man als Wohnraum bezeichnen. Die Wände sind aus Stein und mit Holz und Eternit verkleidet. Das Fazit eines Heizungsexperten: Wenn man was an den Heizkörpern verändern möchte, sollte man überlegen das ganze System komplett auszutauschen. Kleine Veränderungen bringen unterm Strich kaum Verbesserungen.

Ich kann mich noch an Ölöfen erinnern, die in den Zimmern meiner Großmutter standen. In der Küche war ein „Holzherd“. Die Öfen sind irgendwann rausgeflogen und durch eine Ölzentralheizung ersetzt worden. So ist das sicher in vielen Altbauten gemacht worden.

Ich habe mal etwas nach diesem Uwe Klaus gegoogelt und hierzu nicht viel gefunden. Hier seine Anschrift:
razyboard.com/system/morethr … 634-0.html

Und hier seine Patentschrift:
google.com/patents/DE202011002100U1?cl=de

Daraus: Das Delta zwischen Vor- und Rücklauf der alle Wände des zu beheizenden Raumes umlaufenden Heizrohrschlange beträgt üblich < 5°C, was ich sehr bemerkenswert finde, weil das bedeutet, dass so gut wie keine Wärmeabgabe erfolgt ist. Über die Vorlauftemperatur wird dort leider nichts gesagt. Ich vermute, sie beträgt 60°. Das Wärmeempfinden könnte sich durchaus über die Strahlungswärme ergeben, ähnlich wie das auch bei Infrarotheizungen der Fall ist. Hierzu gibt es jedoch höchst unterschiedliche Meinungen.

Wenn die Lösung von Uwe Klaus so bahnbrechend gut ist, warum findet man darüber so gut wie nichts?

Klingt nach Hokuspokus.
Ein Haus verliert (abhängig von der Isolation) bei einem gegebenen Temperaturunterschied (innen zu aussen) eine bestimmte Menge Energie.
Werden Heizrohre in die Wand verbaut, muss die Wärme weniger Wand durchdringen, um nach draussen zu gelangen.
Wenn die Vorlauftemperatur dieser Wunderheizung nur 5 Kelvin über der Rücklauftemperatur liegt, ist dieses Rohr entweder sehr kurz oder isoliert.
Über den Durchfluss liesse sich die abgegebene Wärme berechnen. Gehen wir davon aus, dass es sich um eine normale Grössenordnung von Leitung handelt, dürfte es in der Bude relativ schnell sehr kalt werden, oder die Wände sich extrem isoliert.

Warum man Heizungen in die Wand integrieren sollte, erschliesst sich mir aber sowieso nicht.
Die Wand berühre ich normalerweise nicht, den Boden hingegen sehr häufig. Da profitiere ich von einer warmen Fläche also viel mehr.
Zudem ist die Wärme, welche von der Fussbodenheizung „in die Falsche Richtung wandert“, nicht verloren. Sie heizt einfach den Raum darunter, während bei einer Wandheizung die Fassade beheizt wird, was schade ist.

Strahlungswärme von einer schlecht beheizten Wand würde ich in die Märchenschublade ablegen.