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Heckmotormodus deaktiviert - Motorschaden

Hallo zusammen,

Nachdem ich am Montag das erste mal „liegen geblieben“ bin (55k km auf der Uhr) möchte ich meine Erfahrungen zum Thema „Heckmotormodus deaktiviert“ berichten und habe einige Fragen. Dieses Thema wurde hier bisher nicht oft angesprochen? Bin ich etwa ein Einzelfall was Motorschäden angeht?

Was ist passiert:

Montag morgen auf dem Weg zur arbeite, alles wie immer. Bis auf einmal beim ausrollen an eine rote Ampel in 200m Entfernung ein gewaltiger Ruck durchs Auto geht. Fühlt sich an wie ein großes Schlagloch, nur nicht vertikal sondern horizontal. Unverzüglich kommen die Meldungen „Heckmotormodus deaktiviert“. „Fahren ok“ „Fahrzeug kann evtl. nicht neu gestartet werden“

Frage: Komische Stelle für einen Motorschaden, oder? Weder hohe Belastungen noch sonstige unmittelbare äußere Einwirkungen. Gehen die Dinger einfach auf offener Strecke kaputt?

Mein erster Gedanke war mal kurz rechts ran zu fahren und ein Neustart zu machen. Gut dass ich es mir dann doch anders überlegt habe und die restlichen 2km bis zu Arbeit gefahren bin. Auto aus, Auto bleibt aus. Will nicht mehr starten. Okay, hatte er auch angekündigt, dass er das so strickt aber durchzieht hatte ich tatsächlich nicht vermutet. Dachte er begrenzt vielleicht die Leistung o.ä. Aber lässt mich mit dem Frontmotor zumindest noch zur Werkstatt rollern.

Tesla Service Hotline kontaktiert:

Nach 4min Warteschlange jemand englischsprachigen am Ohr gehabt. Die wahrscheinlich beruhigendste Stimme die ich in meinem ganzen Leben bisher gehört habe. Sehr positiv aufgefallen, auch wenn wir nur 30sek telefoniert haben. Da ich die technischen Details lieber auf Deutsch besprechen wollte wurde ich auf meinen Wunsch weiter verbunden. Kurze Zeit später dann eine Holländerin, die mich auf Deutsch verstanden hat und ich Sie auf englisch. Wir haben alles möglich versucht, nichts zu machen. Abschlepper muss kommen.

Das blöde dabei, das Fahrzeug steh in einer Tiefgarage, muss erst eine Etage nach oben bis er aufgeladen werden kann. Theorie war klar, Schleppmodus aktivieren, raufziehen. Stapler war vorhanden, daher eigentlich keine große Sache, dachte ich zumindest.

Abschlepporgie Teil 1:

Die erste Aktion des Abschleppdienstes war die 12V abzuklemmen. Ich war von der ersten Minute nicht wirklich begeistert von der Idee. Aber nachdem mir der Kollege als „Tesla Profi“ verkauft wurde vor Ort großspurige betonte „das wäre der erste den ich nicht aus eigner Kraft auf den Abschlepper fahren würde“ habe ich gedacht: na gut dann lass Ihn mal machen, er wird schon wissen was er tut.

Abschlepporgie Teil 2:

Gesagt getan, 12V weg. 5 Minuten gewartet, wieder angeklemmt. Damit sollte wohl ein Hardrest erzwungen werden. Das Resultat war allerdings nur, dass gar nichts mehr ging. Alle Displays schwarz, egal wie ich versucht habe zu starten. Damit beginnt eine Drei-Stunden-Orgie irgend wie das Auto aufzuwecken und den Schleppmodus wieder zu aktivieren. Der Booster den die zwei mitgebracht haben hat keinen Strom abgegeben oder zumindest nicht lange genug, dass sich irgend was im Auto gerührt hat.

Frage: Wieso überhaupt die 12V abklemmen? Ich habe darüber noch nie etwas positives gehört oder gelesen. Hat damit schonmal jemand was erreicht?

Abschlepporgie Teil 3:

Nach drei langen Stunden habe ich schließlich mit einem kleinen Motorrad-Ladegerät wieder so viel Strom in die Batterie bekommen, dass er kurz gestartet hat und ich den Schleppmodus aktivieren konnte. Das Rausziehen mit unserem Stapler und meinem Vater als Staplerfahrer war dann wie erwartet recht einfach. Auch ohne Servolenkung und Bremskraftverstärker. Gibt Muskeln wenn man so längere Strecken fahren müsste.

Abschlepporgie Teil 4:

Als wir das Auto dann an der Einfahrt haben beginnt (fast) Drama Nummer vier. Die 12V war mittlerweile wieder leer, kein Saft mehr im Auto. Ich habe bereits befürchtet, dass ich die Türen ohne Strom nicht mehr von außen öffnen kann wenn Sie einmal zu sind. Fensterheber konnten zu der Zeit auch keine mehr bedient werden. Naja egal. Rampe vom Abschlepper runter, Auto hochgezogen. Nachdem wir uns nochmal kurz besprochen hatten ob noch irgend was aus dem Fahrzeug benötigt wird habe ich dann die Tür zu gemacht. Wie erwartet, geht nicht mehr auf. Als der Kollege die Rampe des Abschleppers dann hochziehen will bleibt das Model X stabil am Boden und das Führerhaus des Abschleppers (5,5t zul. Gesamtgewicht) schnuppert Höhenluft. Da haben wir mal alle blöd geguckt. Ins Fahrzeug kommt keiner mehr rein, Bremsen und langsam wieder runter geht also nicht. Mit ach und krach und einigen Keilen haben wir dann den X noch einen halben Meter weiter nach vorne ziehen können. Auf der letzten Rille hat er damit die Rampe dann schließlich hoch bekommen.

Frage: Ist es wirklich so schwierig ein Model X abzuschleppen, oder war der Abschlepper mit seinen 5,5 to einfach unterdimmensioniert?

Ich hoffe doch die Türen gehen von Innen mit dem „Hebel“ jederzeit auf, auch ohne Storm, oder? Was passiert dann mit dem Fenster das nicht mehr runterfahren kann?

Befestigung auf dem Abschlapper war in meinen Augen mittelmäßig. Die Gurte wurden nur an der Felge durchgezogen. Um einmal um das Rad rumzukommen waren sie einfach zu kurz bei den breiten Schlappen. Lehrbuch geht glaube ich anders, ich hoffe den Felgen hat das nichts gemacht. Ein bisschen Angst vor Ermüdungsbrüchen habe ich aber irgend wie schon. Was meint Ihr?

Nach zwei Tagen in der Werkstatt habe ich mein Auto nun wieder holen dürfen. Heckmotor wurde getauscht. Ich hoffe mit dem neuen Motor komme ich weiter als 55k km.

Fazit: Tesla Service top. Alles organisiert, von Abschlepper bis Leihwagen, innerhalb 2h. Kann mich wirklich nicht beschweren.

Abschleppunternehmen: Naja, sagen wir es mal so: wenn ich es nicht selbst gemacht hätte, würde ich wohl immernoch in der Garage stehen. Die zwei Helden hätten das Auto nie alleine da raus bekommen. Die 12V Aktion hat unnötig viel Zeit gekostet. Position des Abschlepphakens habe ich auch noch googeln müssen, das wusste der Kollege auch nicht mehr so genau.

Gruß,
Sebastian



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Es freut mich, dass es schlussendlich ein Happy End für Dich gab. Aber das Bild mit dem abgehobenen Abschlepper gehört wohl eher in die Kategorie Pleiten, Pech, Pannen und Inkompetenz (des Abschleppunternehmens).

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Das Stimmt. Im Nachgang ganz amüsant. Das blöde war nur, dass der Schlepper die komplette Straße blockiert hat. Aus „kurz mal hochziehen“ wurden dann 20min und ein mega Stau in der Straße :smile:

Boah alter Schwede, sowas braucht echt niemand. Ich hoffe, damit ist jetzt Dein Pensum an Pech aufgebraucht und Du kannst die nächsten paar 100.000km mit dem typischen Teslagrinsen durch die Gegend fahren :grinning:

Erstmal: Ende gut, alles gut. Danke für‘s Teilen, ich fühle mit Dir!

Ich kann nur für‘s Model S sprechen: Vorn geht die Tür am Türhebel normalerweise elektrisch auf, aber wenn man den Hebel einfach noch ein Stück weiter zieht, greift eine Mechanik. Hinten ist die Konstruktion anders: Ohne Strom machen die Türhebel gar nichts mehr, aber es gibt eine Notentriegelung per Seilzug im Fußraum. Letztere funktioniert natürlich auch, wenn für die hinteren Türen die Kindersicherung aktiv ist. Ist im Handbuch beschrieben und ich habe die Bedienung mit meinen Kindern hin und wieder geübt, so lange sie klein waren.

Vor diesem Hintergrund bin ich sicher, dass auch das Model X auch ohne Strom von innen aufgeht. Die Scheiben fluppen einfach unter den Dichtungen durch. Wenn man es nicht zu oft macht, tut das weder den Scheiben noch den Dichtungen weh. Das größere Problem ist, die Türen richtig zu zu kriegen, wenn die Fenster nicht runter können. Das ist praktisch unmöglich.

Natürlich ist man hinterher immer schlauer, aber hier nochmal für alle zusammengefasst: Im Zweifelsfall nicht in eine Tiefgarage fahren, in der Nähe einer Steckdose parken, und als letzte Handlung vor dem Aussteigen den Chargeport öffnen! Das Sahnehäubchen ist es dann noch, daran zu denken, den Abschleppmodus zu aktivieren (und das Fahrzeug mit Keilen zu sichern).

Ich hab das beim Lesen für eine Übertreibung gehalten, dann hab ich das Bild gesehen :smile:

Ohje, da bist du ja an „Experten“ geraten. Freut mich, dass es ein rasches Happy End gab.

Naja rechnet den hebel mal der an dem Schlepper wirkt 2,5t sind nicht zu unterschätzen, der Schläpper wird selbst nur um die 2,8t-3t selbst haben :joy:

Das ist richtig. Deswegen haben die wenigen cm weiter nach vorne auch den gewünschten Erfolg gebracht.

Und das ist ja oft so im Leben :wink:

Sorry, aber der Ball lag da so schön vor dem Tor.

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Oh, das waren ja echte ‚Experten‘ - sollen halt nächstes Mal besser den großen Bruder schicken

Cooler Bericht, liest sich funny… auch wenn man drin steckt es nicht so empfindet, aber beim Rückblick bestimmt auch… :laughing:

Warnen möchte ich vor der Felgenbefestigung: Ein Ram wurde in München so mal unsachgemäß angehoben, lt. Abschlepper alles im grünen bereich, darf man so machen… nur da sind die Felgen gebrochen (googeln: Dodge fällt vom Abschlepper)… was der Besitzer sagt, dürft ihr nicht ernst nehmen, das ist ein Depp, aber der Abschleppdienst hat da trotzdem versagt…

daher würde ich mal mit einem Felgenspezialist darüber reden?! Naja anheben und verzurren können zwei verschiedene Dinge sein, oder eben auch nicht :roll_eyes:

Ja gut, ich hoffe mal das ist nicht ganz so vergleichbar. Das ratschen bringt zwar auch ordentlich Zugkraft, aber immernoch keine 2,5to die am Haken hängen (hoffe ich zumindest). :smiley:

Auf dem Heimweg habe ich auf Autobahn und Zubringer mal kurz die Sau raus gelassen. Mit fast 1000nm Drehmoment hoffe ich eine Art Belastungsprobe damit erreicht zu haben. Sollte wirklich was defekt sein, wäre es mir sicher da bereits um die Ohren geflogen. Ist aber alles heil geblieben. Bis auf die Defekten Querlenker die Tesla nicht reparieren wollte waren auch keine beängstigenden Nebengeräusche zu hören. Im Normalfall bin ich (mit Hund an Board) auch eher wie mit 80ps statt 800 unterwegs.

Naja bei dem Ram hingen an einem Gurt „nur“ 750 kg, du hast bei Ratschengurten oft deutlich über eine „Tonne“ die da an Zugkraft aufgebaut wird, von daher würde ich das nicht so sehen…

Ich frag demnächst mal in unserem Verein im Allgäu, da ist einer der 20 Jahre lang Abschlepper gefahren ist… jetzt baut er Elektroautos und fährt einen Tesla… :laughing:

Ja, da gebe ich dir grundsätzlich recht. Die Gurte bei mir habe ich selbst nochmal kontrolliert, die waren nicht übertrieben fest.

Gerne berichten, bin gespannt was der dazu meint.

Es gibt drei Punkte warum ich bei der Sache ganz entspannt bleiben konnte:

  1. Ich war zu Hause bzw. Im Geschäft, wo auch mein Elternhaus ist. Im Urlaub, Ausland oder auf der Autobahn wäre das sicher nicht so entspannt gewesen. Hier habe ich alles um mich herum, Kollegen, Maschinen und Werkzeug jeglicher Art und vor allem kein Zeitdruck.

  2. Wir haben einen recht großen Firmenfuhrpark, daher auch kein Problem zur Not ohne Ersatzwagen vom Fleck zu kommen. Auch mit Hund und recht großer Hundekiste.

  3. Mein X läuft noch auf Garantie. Wäre das nicht der Fall wären mir beim Gedanken an die wohl folgende Rechnung sicher die Tränen gekommen :joy:

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