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Hausspeicher gut oder schlecht für die Energiewende?

Da muss ich leider heftigst widersprechen.
Biogas ist bereits gespeicherte Energie, da braucht es keinen zusätzlichen teuren Speicher, der zudem noch degradiert. Biogas kann verlustfrei über lange Zeiträume gespeichert werden.
Biogas kann zu Hause mittels einer SOFC Brennstoffzelle mit 60% elektrischen Wirkungsgrad gewandelt werden zudem fällt noch ein wenig Wärme fürs Warmwasser an. GuD schaffen auf die 60% aber meist ohne Wärmenutzung.
Biogas hat noch den Vorteil, das landwirtschaftliche Flächen in Produktion gehalten werde, die ansonsten stillgelegt werden müssten. Notfalls läßt sich, falls sich eine weltweite Mißernte abzeichnen sollte, der für die Biogasanlage angebaute Mais als Nahrungsmittel nutzen.

Sicher haben Stirling keinen hohen elektrischen Wirkungsgrad, hier ging es nur darum, dort, wo Gas/Pellets zur Wärmegewinnung verbrannt werden noch etwas Strom für den Haushalt herzustellen, also CoProduktion.

Sicher ist natürlich, das wir die Sektorenkopplung Strom mit dem Wärmemarkt brauchen. Dann darf die Erzeugung von Wärme aus fossilen Brennstoffen nicht länger subventioniert werden. Ich kann nicht verstehen, warum für Heizöl und Erdgas für die kalorische Nutzung eine stark reduzierte Energiesteuer fällig ist, während der Strom mit den vollen Abgaben belastet wird, lediglich das Netzentgelt ist auf Grund der netzdienlichen Eigenschaft als abschaltbare Last um ca. 3ct reduziert.
Auch habe ich noch nicht gehört, das der Bürgermeister von jedem Öltankfahrzeug, das die städtischen Straßen nutzt für jede Fahrt eine Abgabe in ähnlicher Höhe bekommt als der WP-Betreiber für die kWh Strom als Konzessionsabgabe bezahlen muss. Bei 2ct je kWh wären das bei 12t Heizöl ca. € 2.400,-- für jede einzelne Fahrt wohlgemerkt.

Wenn wir jetzt wieder zur Diskussions zurückkommen, was besser ist:
den eigenen Solarstrom zu speichern und damit bis zu 80% des eigenen Verbrauchs abzudecken oder
den Solarstrom einzuspeisen und dafür zu 70% Braunkohle und Atomstrom zu beziehen.

Ich steige auch gerade in die Planung für mein 60+ Hausbau ein. ca. 300qm Dachfläche (Haus und Garage/Nebengebäude) ca. 270qm Pultdach mit 10° und 30qm Südfassade bei 70-80° an der Südseite der Nebengebäude. Das wären bis zu 50kWp PV. An Speicher stehen dann bis zu 150kWh in der Garage und für Haus kann ich mir 30-100kWh vorstellen. Heizung ähnlich wie bei OSE mit Erdwärme oder Luft/Wasser und Kaminofen mit Wassertaschen für Scheitholz (habe genug eigenen Wald). Windrad wäre auch schön, aber die Windhöfigkeit dürfte eher gering sein.


Quelle Vortragsfolien von Herwig Hufnagel: Vergleich PV mit angebauter Biomasse
(ist ein bisschen schwer zu lesen, wenn man den Vortrag nicht kennt)

Da gibt es noch andere Dinge und Gründe:

Ich habe eine Nulleinspeisungs-PV-Anlage mit Speicher mit dem lokalen Netzbetreiber abgeklärt und dann gebaut, weil ich mit dem EEG (und seiner Besteuerung von etwas das nie die Grundstücksgrenze verlassen hat) nichts mehr zu tun haben will.

Ich bin damit klar in der Minderheit der Nutzungsszenarien, aber für mich macht es nur so Sinn.

Cheers Frank

Warum denn? Läuft Deine Heizung auch jeden Tag oder nur dann wenn Du sie brauchst?

Früher haben wir jedes Modul exakt nach Süden aufgeständert um jede kWh raus zu holen. Heute bauen wir die Anlagen Ost West auf Flachdächern und bei Industriedächern Nord Süd je nach Neigung! Es geht darum mit welchen Vlh eine Anlage betrieben werden kann.

Aktuell liegen wir bei der Erzeugung von 4ct/kWh bezogen auf 900Vlh bei Industrieanlagen. Wenn der Preiskampf weiter so geht könnten wir auch bei 4Ct. liegen mit 800 oder 750Vlh ob sich da ein Speicher rechnet kann ich heute noch nicht sagen. Man darf aber einen Fehler nicht machen, immer nur den Blick auf das EFH werfen, damit wird der „Krieg“ Energiewende alleine nicht gewonnen.

Die Sektorenkopplung steht an nächster Stelle bevor wir mit dem Speichern anfangen! Da bieten 40 Mio PKW, und knapp 3 Mio LKW eine regelbare Speicherkapazität hinzu kommt P2H… ich denke um chemische Speicher müssen wir uns vorerst keine Gedanken machen.

Hi

Ich hatte einen Stromverbrauch von 12.000kWh. Mit Tesla sind es jetzt über 16.000kWh.

Hätte ich nichts unternommen, wäre es der Strommix geblieben.

Ich habe aber etwas unternommen und die 22kWp PV-Anlage aufgebaut.
Jetzt habe ich ca. 10.000kWh Strom pro Jahr ins Netz eingespeist.
Mit dem Speicher sind es nur noch 7.000-8.000kWh.
Aber immer noch mehr, als wenn ich nichts unternommen hätte.
Außerdem brauche ich Nachts weniger Strom, wenn Strom im Speicher ist.
Also brauch man weniger Grundlast.

Richtig?

Wenn mein BHKW im März eingebaut wird, werde ich Nacht sogar den Speicher laden, anstatt zu entladen.
Und ich kann wieder 13.000kWh mehr PV-Strom verkaufen.
Außerdem werde ich Nachts autark sein und Tagsüber auch meistens.

Warum soll ich jetzt das Stomnetz nicht entlasten?
Wenn ich keinen Speicher hätte, müsste ich Nachts den überschüssigen Strom des BHKW verkaufen.
Und Tagsüber würde ich ohne Speicher öfters in die Abregelung kommen.
Hat das noch keiner bedacht?

@OSE kann dir nicht ganz folgen, was sind Vlh? Was hat das mit EE-Kraftwerken zu tun?

Dass es nicht um EFH geht ist mir klar, der private Stromverbrauch macht nur 25% vom Gesamtstromverbrauch aus.

Ich produziere ca. 22’000 kwh im Jahr und könnte das auch noch verdoppeln.
Mein Endziel ist Energieunabhängigkeit. Für Dezember und Januar fehlt mir noch ein Langzeitspeicher für die Wärmepumpe.
In einem Pilotprojekt in der Schweiz wurde dazu ein Wasserstoff Brennstoffzellen System installiert.
Das kann aus Stromüberschuss Wasserstoff machen und diesen bei Bedarf wieder verstromen.

Die Zukunft wird wohl den Superkondensatoren gehören, da keine Verluste. Fisker will seinen neuen Wagen ja mit einem sochen Stromspeicher ausstatten …
Der wäre Tesla um welten überlegen. Aber ob die schon so weit sind?

In welchen Speichern willst Du das Biogas verlustfrei speichern?
Wie soll das Biogas unkomprimiert in ein Erdgasnetz eingespeist werden?

Es entstehen hier große Verluste bei Speicherung!

Welche heute kaufbare Anlage kann das heute zu welchem Preis?

Die Brennstoffzelle selbst hat schon einen solchen Wirkungsgrad, aber nur mit reinem Wasserstoff und reinem Sauerstoff.

Biogas muss aber erst über einen Reformer umgewandelt werden und dann kommen am Schluss nur 25-30 % Gesamtwirkungsgrad heraus. Hinzu kommt noch dass heute die Lebensdauer von Brennstoffzellen den Anforderungen eine 20 Jahre langen Betriebs nicht gewachsen sind. Leistungsänderungen mögen sie gar nicht sondern laufen am besten mit konstanter Leistung.

Sie sind aber in Kombination mit der Wärmepumpe viel effizienter.

Was ist schlecht daran die Maismonokulturen durch eine reichhaltige Flora und Fauna zu ersetzen?

Hast Du schon mal Silomais im Vergleich zu für den menschlichen Verzehr geeignetem Zuckermais gegessen?

Niemand will Viehfutter essen.

Schornsteine der Großkraftwerke in der Fläche auf Millionenhäuser zu verteilen ist keine Lösung. Ganz paradox wird es wenn man seine Verbrenenr durch Elektroautos mit lokal Nullemissionen ersetzt und gleichzeitig dann ein Verbrennungskraftwerk in sein Haus einbaut, das dann die lokale Luft wieder mit Abgasen und Feinstaub belastet. Der Smog bei Inversionswetterlagen wie die letzten Wochen kommt nicht nur durch Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, sondern auch die vielen Heizungen.

Tut mir leid, aber Klein-BHKWs haben heute nur in Ausnahmefällen eine Daseinberechtigung, und auch ausschließlich nur dann wenn sie wärmegeführt betrieben werden. Ansonsten sollte man in heute in Häuser keine Heizung die aus Brennstoffen Wärme erzeugt und gleichzeitig über den Kamin die Luft mit Schadstoffen verpestet, mehr einbauen.

Das Problem ist bei dieser Betrachtungsweise doch dass bei Nutzung von Heimspeichern tatsächlich noch mehr Braunkohlestrom genutzt werden muss, weil die Speicherverluste irgendwie gedeckt werden müssen. Wäre der PV-Strom eingespeist worden dann hätte er direkt Braunkohle Strom substituiert.

Es ist ja gut dass Du was übernommen hast und PV Strom direkt einspeist.

Der Stromverbrauch in der Nacht spielt doch kaum eine Rolle, außer man heizt mit Strom.

Das ist energetischer und wirtschaftlicher Unsinn.

Autarkie bringt mit unserer Infrastruktur keinerlei Vorteile, sondern große wirtschaftliche und energetische Nachteile.

Weil es keinen Sinn macht. Das was Du weniger aus dem Netz nimmst, hätte jemand bei PV-Einspeisung jemand anderes verbraucht. Damit wäre dann tatsächlich Kohle substituiert worden.

Du hättest nicht in ein BHKW investieren sollen sondern in eine Wärmepumpe und einem entsprechenden Wärmespeicher. So kann die Wärmepumpe dann laufen wenn die die PV-Erzeugung da ist und die Wärme kannst Du dann verbrauchen wenn Du sie brauchst.

Eventuell hättest Du dann nur einen kleinen Speicher für die Abregelenergie nehmen sollen und dies mit einer Wärmepumpe mit Wärmespeicher ergänzen können. Dies wäre energetisch viel besser als so viel Strom mit hohem Verlust durch den Speicher zu schieben.

Vlh sind Volllaststunden, nichts anderes als der Jahresertrag in kWh / Leistung der PV Anlage in kWp.

Ich habe mal eine Woche im Juli 2016 heraus gegriffen. Die letzten zwei Tage sind Samstag+Sonntag. Wie man sieht, ist der Stromexport in die deutschen Nachbarländer nicht von der Erzeugung der Erneuerbaren bestimmt. Braunkohle- und überraschenderweise auch Gaskraftwerke laufen fast konstant durch. Die Steinkohlekraftwerke passen ihre Erzeugungsleistung an.

Ich bin nicht sicher, was an diesem Bild durch mehr Speicher oder mehr erneuerbare Erzeugungsleistung sich ändern würde. Der Stromexport ist gigantisch - 10 Prozent der Netto-Erzeugung! Man kann die fossilen Energien nur über eine wirksame CO2-Besteuerung aus dem deutschen Strommarkt drängen, vermute ich.

Die CO2-Besteuerung ist mehr oder weniger tot.

Was wirklich helfen würde ist den Exportstrom mit allen Steuern und Abgaben zu belasten wie den im Inland von den nicht privilegierten Verbrauchern verbrauchten Strom.

Was die wenigsten wissen ist dass für Exportstrom keinerlei Netzdurchleitungsgebühren berechnet werden, EEG sowieso nicht. So subventionieren die nicht-privilegierten Verbraucher die Gewinne der Stromexporteure und müssen dazu auch noch die Kosten für den Leitungsbau tragen.

Mehr PV-Erzeugung im Inland erhöht weiter den Druck auf die konventionelle Stromerzeugung, denn der erzielbare Preis sinkt auf die Grenzkosten, was letztlich dazu führt dass die Fixkosten nicht mehr gedeckt werden. Irgendwann müssen die Betreiber der Kohlekraftwerke klein bei geben und die Anlagen wegen Unwirtschaftlichkeit aufgeben.

Stelle Dir einfach mal vor es gibt statt jetzt knapp 40 GW PV-Leisung dann 100 GW.

Die Politik bastelt aber lieber einen Deckel auf Wind und Sonne, als CO2 zu besteuern. Warum nimmst du dann an, dass PV ausgebaut werden kann, der CO2-Preis aber nicht änderbar ist?

Für die PV gibt es zumindest das EEG, das den Ausbau in gewissem Rahmen steuert, und das läuft einfach so weiter.

Bei CO2 gibt es dagegen überhaupt keinen Willen zum Eingreifen. Die Preise sind total im Keller, weil eben eine fixe Menge an Zertifikaten auf eine immer geringer werdende Erzeugungsmenge treffen. Das mit dem CO2 würde nur funktionieren wenn jährlich immer automatisch ein bestimmter Prozentsatz an Zertifikaten aus dem Markt genommen würden.

Ich ziehe, wegen meinem Koiteich aber auch Nachts 700W im Winter und 1.300W im Sommer.
Von daher spielt es schon eine Rolle.

Stimmt nicht.
Denn ich nutze die gesamte Energie, sowohl Wärme als auch Strom vollständig selbst.
Wirtschaftlich rechnet es sich nach knapp 7 Jahren.

Warum erklärt mir niemand, warum?
Ich brauche weniger Strom.
Ich verkaufe sogar Strom.
Warm soll das keinen Vorteil haben? Sowohl für mich, als auch fürs Netz?

Ich nutze die PV-Anargie aber doch auch, nur später.
Somit habe ich über den Tag gesehen, einen gleichmäßigeren Verbrauch.
Keine Spitzen beim kauf und keine Spitzen beim Verkauf.

Und was bringt mir das jetzt in der trüben Jahreszeit?
Ich ziehe noch mehr Strom, Kohlestrom.
Sehe da keinen Sinn drin.

Was bringt mir ein kleiner Speicher, der in einer halben Nacht leergesaugt ist und dann ziehe ich doch wieder Kohlestrom und zusätzlich mehr für die Wärmepumpe.

Durch den immer niedriger werdenden Vergütungssatz, werden auch nur noch kleine Anlagen rentabel. Quasi 100% Eigenverbrauch.
ggf. sogar als Inselsystem.

So stimmt das nicht - man kann vielleicht sagen es ist derzeit tot. Ab 2022, wenn die Wirtschaft wieder ordentlich in Gange ist, wird es funktionieren. Kein Politiker schneidet sich in seiner eigenen Legislaturperiode ins eigene Fleisch. Es wurden leider viel zu viel Zertifikate ausgegeben und dann kam auch noch die Wirtschaftskrise und es wurden deutlich weniger Zertifikate benötigt. Leider hat dann Herr Rösler damals die sinnvolle Entnahme von Zertifikaten in Europa verhindert.

Ich sehe Speicher Erzeugernah auch als sinnvoll an - denn auch Netze haben ordentliche Stromverluste.

OSE hat insofern Recht, dass man erst einmal das Dach vollpackt.

Wenn dann wie bei uns alle Dächer mit jetzt 46kWp und im März mit 51kWp voll sind bis zum Anschlag kommt der Speicher in´s Spiel.

Was ist das, wenn ich statt der 40kW-Mittagsspitze diese verkleinere auf 20kW, weil der Rest in den Speicher und die WP geht:
netzdienlich ja/nein.

Was ist das, wenn ich abends von 19:00 bis 24:00 Uhr das Auto lade und anstelle 22kW nur 8kW aus dem Netz ziehe, weil der Rest aus dem Speicher kommt:
netzdienlich ja/nein.

Ich denke gerade bei der Glättung der Einspeise/Bezugsströme kann der Speicher auch seine Vorteile ausspielen.
Bei vorhandenen EV´s um so mehr.

Unsere volle 3-phasige Notstrommöglichkeit ist zwar ein Nebenprodukt aber mit war es das Wert, kam seit dem 15.Oktober auch schon einmal zum Einsatz.

Grüße SuCseeker

Edit: Ein Einwand noch der nicht unerheblich ist. Ich hätte keinen Speicher gekauft. Durch den Eigenbau kam aber der 41kWh-Speicher in eine sehr attraktive Preisregion.

Du kannst ja an der oberen Kurve sehen dass selbst im Hochsommer noch zu wenig EEs in der Mittagszeit im Netz sind. Wenn nun „JEDER“ seine Leistung ohne vorherige Meldung reduziert, hat der Netzbetreiber keine Möglichkeit mehr Prognosen zu machen.

Die Vermarktung von Solarstrom ist gerade voll im Trend und auch Pflicht bei Anlagen >100kWp. Da muss der Vermarkter für den nächsten Tag verbindlich zu jeder Zeit eine Leistung anbieten! Das ist die Zukunft!