Hammer Urteil, Fahrverbot für Diesel kommt.

Das ist ein nicht allzu neues C-Klasse Coupe und ein ziemlich alter A8. Und drei Busse. :wink: Abgesehen davon finde ich es sogar seltsam hier kein wirklich teures neues Fahrzeug zu sehen, am Bahnhof in Stuttgart. Aber es ist halt alles Andere als die Regel, dass man sich mal ganz einfach ein neues Auto kaufen kann.

Und ja, >70% der Fahrzeuge sind Benziner, aber die sind halt auch nur bedingt sauber als Einspritzer.

Hmmm - in einem Satz heißt das doch: Ja, an Gesetze halten sollte man sich schon. Aber wenn man groß genug ist und die Volkswirtschaft beeinflusst wird von eohl und wehe des Großen, dann sind Gesetze gar nicht mehr wichtig.

Nur, dass alle immer nett drumherum schreiben/reden anstatt diese unbequeme Wahrheit mal deutlich genau so auszusprechen.

Cheers Frank

Hat die in drn letzten Jahren in denen das Thema virulebt war gezwungen ihre Fahrzeuge ausschließlich(!) in der Dieselvariante zu kaufen?

Cheers Frank

Nun, statt tausend Leute mit Auto zum Einkaufen loszuschicken, kann auch ein Lieferdienst diese tausend Leute beliefern (mit einem Bruchteil der Fahrzeuge). In Städten kein Problem (auch REWE und andere liefern).

Und auch bei mir auf dem Land habe ich trotz Auto schon ca. eine Dekade mehr keinen „Wicheneinkauf“ mehr gemacht. Auf dem Land heisst die Lösung Biokiste oder Abokiste o.ä. - deren Online Shops haben mittlerweile eigentlich alles.

Cheers Frank

Da das Thema :arrow_right: Fahrradfahrer im Straßenverkehr – fördern und/oder fordern? offenbar Potential für eine kontroverse Diskussion bietet, mit einem Fahrverbot für Diesel-Fahrzeuge aber nur am Rande zu tun hat, habe ich es in einen eigenen Thread ausgelagert.

Nein natürlich nicht. :smiley:
Aber bedenke bitte dass wir hier eine extrem engagierte und gut informierte Personsngruppe sind.
Ich habe genug Handwerker in Verwandtschaft und Bekanntenkreis. Die denken an ihre Rohre, Gerüste, Steine und was noch alles. Der Lieferwagen wird beim Händler am Ort gekauft. Wenn das ein Ford Händler ist wird es halt ein Transit. Sonst auch ein Sprinter oder Ducato oder…
Ausgewählt wir das Auto nach Bedarf (Platz, Zuladung…) und Wirtschaftlichkeit. Der Händler sagt nimm den Diesel, der ist super umweltfreundlich sparsam und hat grüne Plakette. Dann fällt die Kaufentscheidung.
Mehr kann man auch nicht erwarten. Versagt hat hier die Politik, die das betrügerische Vorgehen der Hersteller unterstützt hat. Der normale Autokäufer hat in gutem Glauben gekauft und ist für die ganze Misere nicht verantwortlich.

Nun, da jeder (auch nach zureden durch den Autohändler) selbst für seine Entscheidungen verantwortlich ist, können wir auch den Handwerkern das Denken nicht abnehmen ohne ihnen gleichzeitig die Eigenverantwortung zu nehmen…

Daher: Wer sich (und sei es aus Dummheit oder Ignoranz) falsch entschieden hat muss leider auch mit den Folgen klarkommen.

Cheers Frank

Die Frage die sich für mich stellt ist, ob das Urteil irgend etwas ändern wird.
Gegen die Stadt München so steht es im Bericht, läuft und läuft und läuft…ein Antrag auf Zwangsvollstreckung und läuft und läuft…
Marcus

Na das mit dem niedrigen Dieselanteil im günstigen Preissegment ist ja interessant. Dann könnte man doch tatsächlich ein Dieselverbot einführen. Geringverdiener wären eher weniger betroffen und könnten günstige Benziner kaufen. Betroffen wären die Diesel-Bonzen-Karren, aber das wäre doch egal.

Worauf wartet man noch ??

Zum Thema „Diesel verbieten“, folgender Kommentar aus der Zeit, finde ich recht nachvollziehbar:

Quelle: zeit.de/2016/38/autoindustri … id-9090232

Tja, shit happens. Diesel weiterfahren und nächstes mal besser machen. Und wenn man nicht mehr in die Stadt darf muss man den Diesel halt gegen einen Benziner tauschen. Warum sollte man mit solchen Leuten Mitleid haben? Ich denke einige hier hatten/haben Diesel und haben jetzt daraus gelernt, ich jedenfalls schon.

Die Argumentation in dem Kommentar kann ich nicht nachvollziehen:
Nur 4,4% der Pendler haben eine Strecke > 50 km zwischen Wohnung um Arbeitsplatz, dagegen ca. 53% von <10 km (Zahlen aus 2012, Quelle de.statista.com/statistik/daten … tsstaette/). Strecken von weniger als 10 km können fast immer mit dem Fahrrad bewältigt werden.
Außerdem gilt: „Pendler sind ein Indiz für die wirtschaftliche Stärke einer Region. Sie sind im Schnitt besser qualifiziert und verdienen mehr Geld als Menschen, die im gleichen Ort wohnen und arbeiten.“ (Quelle: spiegel.de/wirtschaft/servic … 77441.html).
Den Arbeitnehmer, der täglich 200 km mit seinem kreditfinanzierten Diesel fährt für einen Job, der ihn und seine Familie kaum über Wasser hält, halte ich auf Basis dieser Zahlen für ein vorgeschobenes Argument. Den notwendigen zusätzlichen Umweltschutz mit solchen Einzelbeispielen zu verhindern, halte ich nicht für sinnvoll.

Also die letzten Argumente kann ich gut verstehen. Und wenn man so ein Auto kreditfinanziert hat und nicht weiß wie man über die Runden kommt:

Auto verkaufen, ÖPNV benutzen, es geht immer, man muß halt nur mehr Zeit investieren, aber wegen einem Auto sich hoffnungslos zu verschulden, kann ich nicht verstehen. Leider werden Autos als Zeichen für wirtschaftlichen Erfolg gesehen …
Als Privatmann würde ich nie einen Kredit für ein Auto aufnehmen, im gewerblichen Bereich ist das etwas anderes.

«Geht immer» ist ein Wenig übertrieben, wenn man bedenkt, dass es ganze Regionen gibt, wo 2 Mal am Tag ein Bus fährt - im 5 Kilometer entfernten Nachbardorf. Ist dann halt schwer, wenn man vor der Arbeit noch die Kinder abgeben muss. Nicht jeder wohnt in so idealer Lage wie die hier Mitlesenden.

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Stimmt, etwas mehr Zeit investieren ist immer gut. Statt 15 Minuten dann halt einfach 1,5h mehr pro Richtung… wenn man schon 12h geackert hat kommts auf die 3 am Tag mehr auch nicht mehr an… :smiley:

Sorry, aber bei manchen Posts kann ich nur milde lächeln und frage mich, ob die Realität mancher Menschen wirklich so völlig anders ist.

Kein kreditfinanziertes Auto: Ist klar, denn jeder hat einfach mal 20k auf der hohen Kante. Viele viele Menschen haben ein Haushaltseinkommen, das keine Ersparnisse zulässt. Und ein alter Gebrauchtwagen ist für die Umwelt sicherlich ebenfalls nicht sinnvoll. Letztlich reden wir hier von Hyundai, etc. Nicht von Mercedes-Schiffen.

Diesel gekauft, selbst schuld: Ich kenne Leute, die wohnen auf dem flachen Nordhessischem Land. Öpnv wurde vor Jahren gestrichen, da unwirtschaftlich. Weg nach Frankfurt, ca. 90km einfach, Jahreslaufleistung ca. 35k-40k km, Diesel daher wirtschaftlicher. Ich erinnere in diesem Zusammenhang nur an Benzinpreise jenseits der 1.50 Eur.

Auch wenn das Einzelfälle sind, diese Schicksale existieren. Diesen Menschen hilft es nichts, zu sagen: Du hilfst der Umwelt, wenn wir dein Auto verbieten und du nun 3 Stunden Fahrweg hast. Alternative sind für diese Menschen unbezahlbar, der Diesel eine wirtschaftliche Entscheidung der geringsten Betriebskosten. Außerdem würden die wahrscheinlich gerne nochmal ihre Kinder sehen und nicht 14 Stunden außer Haus sein…

Nicht falsch verstehen, ich bin für sauberen Transport einen perfekten Öpnv, etc. Aber man kann doch nicht einfach die obigen, existierenden Fälle negieren. Das kann - und wird - nur ein sehr langsamer Prozess sein, und hier rede ich von Jahrzehnten. Ehe es kein Reichweiten-Auto unter 20k gibt, wird es keine echte Alternative geben.

Und als Frankfurter leide ich ebenfalls unter Lärm, Feinstaub und hohen Abgaswerten. Dennoch erkenne ich an, dass sich nicht jeder einfach umstellen kann. Dass man das aus gesundheitlichen Gründen anders sieht: Dann zieh doch aufs flache Land mit Wiesen und Wäldern. Willst du nicht, weil das dein Arbeitsweg nun zuviel Zeit kostet? Kannst du nicht, weil du erst einmal genug Geld bräuchtest, um dort eine Immobilie zu erwerben? Willkommen in der Realität!

15min Fahrzeit, dann kann man auch mit dem Rad fahren oder sich einen Elektroroller kaufen. Klar gibt es einzelne Fälle, bei denen wird es sehr schwierig werden, aber für 98% der Fälle gibt es bestimmt eine Lösung.

Und es ist ja zur Zeit kein Fahrverbot ausserhalb der Städte geplant, also von der Pampa an die Peripherie fahren und an P-R Parkplatzen parken und mit der S-Bahn in die Stadt fahren. Und wenn man jeden Tag 90km fahren muß, dann frage ich mich einfach ob man vielleicht nicht seinen Lebensmittelpunkt nicht verlegen kann, da sind ja im Schnitt 60-90min Fahrzeit jeden Tag und das ohne Staus. Ich bin 7 Jahre 60km einfach gependelt und vor 10 Jahren waren die Straßen deutlich leerer, aber bei den heutigen Verkehrsverhältnissen… Und vor allem die Kosten für diese Fahren, da kann man ja bald schon ein möbliertes Zimmer am Arbeitsplatz mieten.

Ich will niemanden sein Auto nehmen, ganz klar, aber viele sind viel zu bequem, um sich eine andere Strategie zu überlegen. Aber das trifft für vielen Dinge des Lebens auch zu, es gibt immer eine Ausrede für keinen Sport, selber kochen, sich weiterbilden.

Ich bin ganz bei dir… leider sind Städte wie Frankfurt, München, Düsseldorf, etc. derzeit am Boomen, die Preise ebenfalls. Wenn man hier die Entwicklung der Städte ansieht, wird es inzwischen schwer, angemessenen Raum zu finden, v.a. für Familien. 5k und mehr pro qm bzw. 14 EUR pro qm Miete (kalt, warm durchaus 35% höher) sind inzwischen eigentlich Standard geworden, das können sich viele leider nicht mehr leisten. Mir ist bewusst, dass das hier im Forum vielleicht kein Problem darstellt, aber für viele Menschen ist ein Ortswechsel (v.a. Richtung Stadt) nicht mehr bezahlbar. Hinzu kommen Dinge wie gewachsene Verbindungen der Kinder, etc.

Noch einmal: ich gehe hier nicht von mir aus, ich wohne mitten in der Innenstadt, wir sind junge DINKS mit guten (jedenfalls gutbezahlten) Jobs. Ich würde Tempo 30 in der ganzen Stadt, Fahrverbote für „Stinker“ und Verbannung von Schwerlastverkehr in der Stadt (v.a. diese elenden Stinkerdieselbusse der Reiseunternehmen) absolut befürworten. Aber das kann ich mir leisten, ich könnte im Notfall überall sogar hinlaufen (dauert etwas, aber es geht).

Wenn der Weg ist: Leute, wir sagen ab 2025 sind Diesel in den Städten verboten, bis dahin lassen wir langsam die Steuervergünstigungen auslaufen, etc. - dann sage ich: Okay, das ist sozial verträglich. Ein „plötzliches“ Verbot (und das wäre es, egal wie lange man um die Dieselproblematiken wusste - die Versprechen waren andere!) ist allerdings m.E. einfach eine Enteignung und Benachteiligung derer, die sich eben einen plötzlichen Wechsel nicht leisten können. Wer sich dann immer noch verweigert, weil er mit seinem Diesel-Mercedes-Schiff noch in die Stadt möchte: In der Tat, Pech gehabt.

Aber dafür braucht es klare Vorgaben, die offensiv in die Öffentlichkeit gebracht werden. Ich tue meinen Teil dazu, in dem ich mein Umfeld mit „E-Mobility“ nerve, aber eben auch aufkläre. Und wenn mein zukünftiges Model 3 auf dem Parkplatz den ein oder anderen Kollegen dazu bewegt, es auch auszuprobieren, umso besser.

Natürlich muss es sozialverträglich sein auf der einen Seite und es ist immer einfach auf der „Sonnenseite“ zu sitzen und sich zu fragen warum es nicht alle so sonnig haben… Auf der anderen Seite darf man die Belastungen seines Handeln für andere natürlich nicht vergessen egal wie viel Geld jemand hat. Viele sind aufs Land gezogen und pendeln in die Stadt weil ein billiges Auto halt einfacher ist mit vielen Abgasen.

Solche Diskussionen sind immer sehr sehr schwer

Solange den Interessen Einzelner (mögen sie auch noch so nachvollziehbar sein) stets Priorität vor dem Umwelt- und Gesundheitsschutz für alle eingeräumt wird, können die letztgenannten Ziele kaum erreicht bzw. verbessert werden.