Sorry, aber bei manchen Posts kann ich nur milde lächeln und frage mich, ob die Realität mancher Menschen wirklich so völlig anders ist.
Kein kreditfinanziertes Auto: Ist klar, denn jeder hat einfach mal 20k auf der hohen Kante. Viele viele Menschen haben ein Haushaltseinkommen, das keine Ersparnisse zulässt. Und ein alter Gebrauchtwagen ist für die Umwelt sicherlich ebenfalls nicht sinnvoll. Letztlich reden wir hier von Hyundai, etc. Nicht von Mercedes-Schiffen.
Diesel gekauft, selbst schuld: Ich kenne Leute, die wohnen auf dem flachen Nordhessischem Land. Öpnv wurde vor Jahren gestrichen, da unwirtschaftlich. Weg nach Frankfurt, ca. 90km einfach, Jahreslaufleistung ca. 35k-40k km, Diesel daher wirtschaftlicher. Ich erinnere in diesem Zusammenhang nur an Benzinpreise jenseits der 1.50 Eur.
Auch wenn das Einzelfälle sind, diese Schicksale existieren. Diesen Menschen hilft es nichts, zu sagen: Du hilfst der Umwelt, wenn wir dein Auto verbieten und du nun 3 Stunden Fahrweg hast. Alternative sind für diese Menschen unbezahlbar, der Diesel eine wirtschaftliche Entscheidung der geringsten Betriebskosten. Außerdem würden die wahrscheinlich gerne nochmal ihre Kinder sehen und nicht 14 Stunden außer Haus sein…
Nicht falsch verstehen, ich bin für sauberen Transport einen perfekten Öpnv, etc. Aber man kann doch nicht einfach die obigen, existierenden Fälle negieren. Das kann - und wird - nur ein sehr langsamer Prozess sein, und hier rede ich von Jahrzehnten. Ehe es kein Reichweiten-Auto unter 20k gibt, wird es keine echte Alternative geben.
Und als Frankfurter leide ich ebenfalls unter Lärm, Feinstaub und hohen Abgaswerten. Dennoch erkenne ich an, dass sich nicht jeder einfach umstellen kann. Dass man das aus gesundheitlichen Gründen anders sieht: Dann zieh doch aufs flache Land mit Wiesen und Wäldern. Willst du nicht, weil das dein Arbeitsweg nun zuviel Zeit kostet? Kannst du nicht, weil du erst einmal genug Geld bräuchtest, um dort eine Immobilie zu erwerben? Willkommen in der Realität!