Guten Tag! Ich bin die neue!

Hallo Ihr Lieben!

nach einer langen Diskussion haben wir beschlossen, momentan keinen Tesla zu kaufen. Auf der einen Seite finden wir echte Neuheiten spannend und sind auch bereit, dafür mehr Geld auszugeben. Das sinnvollste dürfte es für uns sein, auf das E-Modell zu warten.

  1. Wir wollen keinen Oberklasse-Wagen. Unser Seat (wie gesagt, baugleich mit Audi A4) ist von der Größe optimal. Innen ist er bequem und nimmt viel Gepäck mit. Außen ist es noch verträglich. Supermarktparkplätze sind gerade noch nutzbar, breiter dürfte es nicht sein. Unsere Garage reicht so gerade bequem. Und wir dürfen in den zahlreichen Autobahnbaustellen den linken Fahrstreifen benutzen. Abgesehen davon finden wir, dass Oberklasse-Autos mehr oder weniger protzig aussehen. Wir wollen kein Statussymbol, sondern einen praktischen Gebrauchsgegenstand.

  2. Wir benötigen jetzt keinen neuen Wagen. Unser Seat ist drei Jahre alt und wird sicher noch mehrere Jahre seinen Zweck erfüllen.

  3. Killer-Features für uns sind leiser Betrieb und autonomes Fahren. Das erste gibt es bereits, das zweite kommt. Statt jetzt einen Zwischenschritt zu machen, lieber in drei bis vier Jahren einen Wagen, der zumindest auf der Autobahn vollständig selbsttätig fährt.

  4. Drei oder vier Jahre Wartezeit kann noch andere interessante Dinge bringen. Zum Beispiel selbständiges Fahren in die Garage. Akkus, die so schnell geladen werden, dass auf der Autobahn alle 50 km Kontaktflächen in der Fahrbahn sind, die den Wagen ohne Stopp aufladen. Zu Hause wird man ähnlich laden können. Das Anstöpseln mit Kabel ist archaisch. Mich wundert, dass es bei Verbrennern nicht seit 30 Jahren einen Tankstutzen-Standard gibt, damit man auftanken kann, ohne auszusteigen.

  5. Die Kosten: 95.000 EUR sind uns zu viel Geld. Vor allem für das, was wir bekommen. Aus unserer Sicht ist das Preis-/Leistungsverhältnis schlecht, die Vorteile wiegen den hohen Preis nicht auf. Die Betriebskostenreduzierung wäre gering, weil wir nicht viel fahren, rund 12.000 km/Jahr. Selbst bei 2 EUR pro Liter Benzin sind das „nur“ 1.680 EUR im Jahr für Benzin. Der E-Betrieb würde sich nicht ansatzweise amortisieren. Zumal eine Kraftstoffkosten-Ersparnis durch Verbrauch der Akkus beim Tesla reduziert wird. Sagen wir mal, der Akku hat nach der doppelten Garantiezeit eine inakzeptable Kapazität, also alle 16 Jahre ein neues Akku-Paket. Ich schätze einfach mal 16.000 EUR für einen neuen 80er-Akku, macht 1.000 EUR im Jahr. Das ist nur grob geschätzt, aber irgendwo in der Größenordnung wird es liegen. 7.000 hochwertige Panasonic-Akkuzellen des Typs 18650 kosten den Endverbraucher 63.000 EUR, gerechnet vom Einzelpreis, also ohne Mengenrabatt. Insoweit erscheinen mir 16.000 EUR für das Pack nicht ganz unrealistisch. (An alle, die alle 8 Jahre einen neuen Tesla kaufen und sagen, die Kosten fallen deswegen nicht an: Tun sie leider doch. Der Akkuverschleiß wird sich im Gebrauchtwagenpreis widerspiegeln.)

Die andere Frage ist natürlich, ob es bei autonomen Fahrzeugen überhaupt noch einen Vorteil bringt, einen eigenen Wagen zu besitzen. Es wird jederzeit innerhalb von 1-2 Minuten ein Wagen vor der Tür erscheinen. Man wird sogar nach jeweiligem Bedarf wählen können, wie viel Platz für Gepäckmitnahme man benötigt (Aufpreis) und ob man einverstanden ist, wenn noch andere Leute im Wagen sitzen, die in dieselbe Richtung wollen (Rabatt). Ich glaube, autonomen Fahrzeuge werden nicht nur Taxis und Busse ersetzen, sondern auch weitgehend Pkw in Privatbesitz. Vielleicht sogar die Eisenbahn. Wer will schon umsteigen? :angry:

Auf jeden Fall werden wir die Entwicklung verfolgen und wir wünschen Tesla viel Erfolg. Vielleicht werden wir Erstbesteller des Modell E… :mrgreen:

Liebe Grüße
Andrea

Hallo Andrea, ich lebe im HIER und JETZT! Was Du über die Zukunft berichtest mag vielleicht so kommen, aber Dein Vergleich der Kosten hinkt deutlich. Bitte vergleiche nicht Dein B Klasse Fahrzeug mit einer Oberklasse Limousine, das muss schiefgehen. Vielleicht könnte man auch zu dem Ergebnis kommen, dass für Euch heute die Nutzung von Taxi, Bus und Bahn sogar günstiger wäre als Euer derzeitiges Mobilitätskonzept? Solltest Du in meiner Nähe wohnen, werde ich Dich natürlich gerne und bevorzugt mit unserem neuen Tesla Taxi befördern. :mrgreen:

Liebe Andrea, vielen Dank für dein ausführliches Feedback.
Einige Dinge kann ich nachvollziehen, andere nicht.
Ja das Model S kostet schon sehr viel Geld und wenn man nur finanzielle Aspekte berücksichtigt, dann lohnt sich die Anschaffung nicht.
Warum aber der Restwert eines 16 Jahre alten Autos irgendeine Rolle spielen sollte, verstehe ich nicht!? Nach 16 Jahren ist eigentlich jedes Auto bei einem Restwert, der gegen 0,- Euro geht. Und ein Model S fährt dann noch kostenlos mit Supercharger-Strom :wink:

Hallo ulmerle,

Genau! Wer mit dem Kauf einer Sache wartet, bis sie perfekt ist, wird den Fortschritt niemals selbst erfahren. Trotzdem kann es sich lohnen, bestimmte Entwicklungen abzuwarten.

Da hast Du recht! Ein Elektroauto in der „B-Klasse“ (heißt das so) mit guter Reichweite gibt es leider nicht. Das wäre ein fairer Vergleich.

Wir müssten derzeit beim Kauf eines Langstrecken-Elektrowagens eine Oberklasse kaufen. Und deswegen bleibt uns nur der Vergleich zwischen dem, was wir haben, und dem, was verfügbar ist.

Das ist durchaus möglich. Es geht uns auch nicht um das allerbeste Preis-/Leistungsverhältnis. Wir wissen, dass wir Geld für den Luxus bezahlen, dass uns rund um die Uhr eine Transportmöglichkeit zur Verfügung steht.

Übrigens fahre ich längere Strecken bevorzugt mit der Bahn. Das ist für mich persönlich - trotz Umsteigen - weniger Stress als eine lange Autofahrt. Wenn das Fahrrad dabei ist und ich eine mehrtägige Radtour mache, muss ich vom Ende der Radtour nicht erst zurück zum Auto. Das ist für mich ein großer Vorteil der Bahn. Autonome Elektrofahrzeuge werden alle Vorteile vereinen! Schnell verfügbar, direkt von Punkt A zu Punkt B, leise, preisgünstig.

LG
Andrea

Hallo Yellow,

Klar. Ob man den Akkuverschleiß in die Anschaffungskosten einrechnet oder als Betriebskosten betrachtet ist zweitrangig. Was ich meinte: Wenn man die Kosten pro Kilometer wissen will, dann sollte man nicht so tun, als würden die Akkus ewig halten.

LG
Andrea

Dann musst Du aber im Gegenzug auch beim Verbrenner die kompleten Anschaffungskosten in die Kilometerkosten einrechnen.
Kein Auto wird nach 16 Jahren noch einen nenneswerten Restwert haben.

Aber ich kann Dich insgesamt schon verstehen. Mir ist das Model S auch zu teuer und zu sehr „Oberklasse“, was ich nicht brauche.
Ich hoffe ja auf das Model 3 oder den Chevrolet Bolt … oder oder oder … :wink:
Es wird sich die nächsten Jahre viel tun auf dem Elektroautomarkt.

Auf das echt automatische Fahren auf der Autobahn wirst Du allerdings noch länger warten müssen, denke ich.
Abgesehen davon: was machst Du dann eingezwängt hinter dem Lenkrad, wenn Du es nicht berühren darfst, während der stundenlangen Autobanfahrt?
„In den Speisewagen gehen“ oder „nach hinten gehen und Kaffee kochen“ geht ja wohl nicht.
Ich stell mir das gar nicht bequem und erstrebenswert vor. :confused:

Hallo Elektroniker,

Logisch. Wir haben unseren Wagen mit gutem Rabatt gekauft, fast genau 20.000 EUR (übrigens mit 120 PS-Benzinmotor, Schiebedach, Klimaautomatik und Tempomat ab 23 km/h). Macht bei 10 Jahren Nutzung 2.000 im Jahr Wertverlust.

LG
Andrea