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Giro-e von der GLS Bank - Strom tanken per Girokarte

Es gibt ein neues System für Ladestationsbetreiber und Elektroautofahrer von der GLS Bank: Giro-e
Im Januar startet der Pilotbetrieb und ich bin während meines Drehs für mein Vlog von der Motorshow Essen zufällig darauf gestoßen.

Giro-e wurde von der GLS Bank entwickelt und ermöglich das Freischaltung der Ladung an Ladestationen per Girokarte (EC-Karte). Auf der Karte muss lediglich ein NFC Chip sein, von dem die IBAN gelesen wird. Die Ladestation schaltet die Ladung sofort frei, auch ohne Mobilempfang, ohne vorherige Registrierung oder sonst etwas.
Einfach hin fahren, Karte anhalten, laden und fertig. Die GLS Bank führt nach dem Laden über die ausgelesene IBAN eine SEPA Lastschrift durch, ohne PIN Eingabe oder sonst etwas. Damit das geht, muss die Station per Software Update dies beigebracht bekommen. Der Betreiber benötigt ein Konto bei der GLS Bank. Man kehrt damit also die Registrierpflicht um. Nicht der Kunde meldet sich vorab bei einem System an an, sondern der Betreiber der Ladestation.

Da im oben genannten Vlog nur ein kleiner Ausschnitt zu Giro-e war, habe ich nun ein separates Video erstellt, welches die gesamte Demonstration inkl. Backend und Vorgehen für Betreiber für Ladestationen enthält. Schaut es euch mal an, ich finde das unfassbar gut von der Idee. Was sagt ihr?

Video Giro-e Demonstration: youtu.be/3J71d5uV-OA

Wie verifiziert die Ladestation die Echtheit der Karte (bzw. der IBAN), da es (temporär) offline ja auch funktionieren soll? Muss die Ladestation ein Kryptographiemodul zur gegenseitigen Schlüsselauthentifikation haben?

Hier der direkte Link zur offiziellen Website. Ich finde das sehr spannend und werde das aufmerksam beobachten!
:arrow_right: giro-e.de

Aus den FAQ: „Für den Stromabnehmer funktioniert jede Girocard einer beliebigen Bank, soweit diese eine Girocard mit Kontaktlos-Funktion zur Verfügung stellt. Nur der Betreiber von Ladeinfrastruktur benötigt zur Gutschrift der Beträge ein Geschäftskonto bei der GLS Bank.“

(Entschuldigung, das hat natürlich nichts mit der Frage von Spürmeise zu tun, aber es beantwortet die erste Frage, die mir durch den Kopf ging.)

super sache!

Hier ein Auszug aus der FAQ von Giro-e:
giro-e.de/info/
Kann man eine fremde / gestohlene / verlorene Girocard davor halten und derjenige muss dann zahlen?“
Ja, grundsätzlich ist damit eine Aufladung möglich. Der fällige Betrag wird vom „falschen“ Konto eingezogen. Der echte Inhaber kann dem selbstverständlich widersprechen. Dadurch wird eine Rücklastschrift ausgelöst und die Karte ist dauerhaft für die weitere Nutzung automatisch gesperrt. Das Risiko für diesen Ausfall trägt nach aktuellen Planungen die GLS Bank, nicht der Betreiber der Ladeinfrastruktur.

wenn dann noch auf den üblichen ladepunkt-suchportalen (app, smartphone) solche ladepunkte gezielt gesucht werden können (im idelafall wird der tarif dabei angegeben), dann könnte die sache sehr schön rund werden!

Wenn die Karte beim Auslesen an der Ladestation kryptographisch authentifiziert wird, wäre das natürlich auch bei fremden / gestohlenen / verlorenen Girocards der Fall. Meine Frage, ob die Ladestation die Echtheit der Karte auch bei Offline-Betrieb überprüfen kann (und muss - und dafür eine Kryptographiemodul braucht), bezog sich eher darauf, ob basierend auf der (zufällig bekannten) IBAN eines Dritten eine Karte mit der gleichen IBAN hergestellt werden (oder mit einem NFC-Smartphone simuliert werden) könnte, und dann auf dessen Kosten geladen werden könnte. Denn die Ladestation kann ja keine optischen Echtheitsmerkmale einer girocard prüfen wie der Kassierer im Supermarkt.

Evtl. gibt es keine Authentifizierung der giro Karte bzw. der IBAN über die Ladestation. Das dürfte aber nicht weiter schlimm sein. Zum einen hat man bei kontaktloser girocard Zahlung ohne PIN eine Begrenzung auf 25€ pro Transaktion. Und dann steht der E-PKW ziemlich lange mit eindeutiger Halter-Kennzeichnung an so einer Ladestation, so dass der Einsatz einer gefälschten Karte (mit einer fremden IBAN) - falls das möglich wäre - schon extrem risikoreich wäre.

ein solches bezahlsystem wäre die antwort auf so einige aktuelle problemchen:

bei fernfahrt muss sich keiner mehr sorgen machen, dass er gerade die falsche ladekarte mit hat oder sich aus sonstwelchen gründen nicht legitimieren und laden kann. eine funktionierende ec-karte reicht.

die betreiber von privaten ladensäulen haben endlich ein einfaches system, den kunden zahlen zu lassen. eventuell ist es damit möglich, dass aldi & co auspreisen „1. stunde kostenfrei, danach pro 10 minuten 10 EUR …“. damit würden solche ladesäulen genau in die nutzungsart kommen, die sich die aufsteller vorstellen - die (eventuell) einkaufenden kunde soll den vorteil haben, nicht die dauerparker

kämmerern kleiner kommunen wird ein sehr einfacher refinanzierungsweg ihrer örtlichen ladesäulen aufgezeigt (stadtwerken natürlich auch).

ich bin SEHR gespannt und würde mich freuen, wenn sich soetwas gut entwickelt und durchsetzt. die „ladekarten-kleinstaaterei“ gehört in´s mittelalter.

Frage ist halt, wieso man wieder nur ein nationales System aufbaut?
Ausländische Karten dürften ohne Unterstützung von vPay oder Maestro nicht funktionieren und Kreditarten werden auch nicht berücksichtigt.

so, wie ich es verstanden habe, wird die ec-karte (giro) nur dafür benötigt, dass die säule die iban auslesen kann (also praktisch die bankverbindung des ladenden).
dadurch, dass der ladende vorher und einmalig der durchführenden bank erlaubt hat, von seinem konto (s.o iban) den fälligen betrag einzuziehen, erhält die bank die „stromkosten“ und schreibt sie dem bankkonto des ladesäulenbesitzers gut.

ich glaube, dass wäre auf alle möglichen karten erweiterbar, die per NFC eine iban auslesen lassen.

nachtrag: und „iban“ ist europaweit

Die hat eh schon jeder ernsthafter E-Autofahrer in Europa in Form der NewMotion- oder Plugsurfing-Karte dabei. Dazu muss halt das in Deutschland ab 14.12.2017 verpflichtende Roaming aktiv sein. Das dürfte für den jeweiligen Ladesäulebetreiber auch nicht aufwendiger/teurer sein als die Ladesäule für die e-Giro aufzurüsten (Tesla schafft natürlich weder das eine noch das andere).

Wenn sich hingegen ein regionaler Ladesäulenbetreiber für ein kostengünstiges eigenes Abrechnungsverfahren interessiert, und das bei den neuen Ladesäulen vorsieht bzw. seine älteren damit nachrüstet, wäre es ein tolles Verfahren. Aufgrund des hier verwendeten Lastschriftverfahrens etwa kann den Vorgaben der deutschen Eichrechts-Behörden entsprechend nach den verbrauchten Kilowattstunden berechnet werden, nicht etwa wie bei der girogo-Card, für die nur Pauschalpreise pro Ladevorgang abgerechnet werden könnten.

wenn ich es richtig verstanden habe, muss bei diesem system nur die säule die iban akzeptieren. das geht wohl auch offline (prüfnummer?)

also kein abrufen von daten irgendwelcher datenbanken von ladekartenbetreibern.

auch aus datenschutzsicht wohl nicht so schlecht. der ladende bleibt weitestgehen anonym.

Mir dünkt, das wäre mal in den FAQs gestanden. Finde ich jetzt nicht mehr.

Naja, bei den bereits etablierten Ladekarten muss man dafür nicht mit seiner persönlichen IBAN in der Öffentlichkeit herumwedeln.

deine iban und dein klarname liegt aber beim ladekartenherausgeber.

diesen zusätzlichen „speicherort“ kannst du dir sparen.

deine bank kennt dich.

die ladesäule nur eine plausible iban.

die gls-bank erfährt auch nur deine iban.

der ladesäulenbetreiber bekommt nur geld, keine daten.

nachtrag:

und das ganze geschwurgel von ladekartenabrechnungssystemen, roamingsystemen und daraus hervorgehenden, oft nicht sofort erkennbaren tatsächlichen ladekosten vor ort, wird nicht mehr benötigt.

sorry aber entweder man nutzt Kreditkarte, rechnet über Mobilfunk ab oder noch viel besser liest die weltweit eindeutige Fahrzeugnummer aus und lässt den Kunden diese auf der Webseite mit Abrechnungsinfo registrieren.

Meine Wunschlösung:

  • Die Ladesäule erkennt die Fahrzeugidentifikationsnummer
  • Der Anbieter erlaubt die erste Ladung ohne Registrierung
  • Spätestens nach der ersten Ladung muss sich der Fahrer auf einer Internetseite registrieren und seine Fahrzeugident Nummer und seine Kontovverbindung angeben
  • Diese Webseite wird in Englisch angeboten damit sie EU weit nutzbar ist

Jetzt werdet Ihr überschwänglich… Es funktioniert ja leider nicht sofort für alle Ladestationen, sondern nur für solche, die auch an dem System teilnehmen. Dazu bedarf es nicht nur einer vertraglichen Vereinbarung, sondern auch einer technischen Aufrüstung vorhandener Ladestationen. Ich habe mit einem befreundeten Hersteller von Ladestationen für den öffentlichen Raum gesprochen, und es scheint durchaus ein gewisser Aufwand zu entstehen, um bestehende Ladestationen (die bereits mit RFID-Reader, GSM-Modem usw. ausgestattet sind) für das System fit zu machen.

Somit sind wir, bei aller Euphorie, Stand heute noch nicht weiter gekommen als hier:

standards.png
:arrow_right: xkcd.com/927/

Es geht um den Vergleich zu den bereits europaweit etablierten Ladesäulenkarten wie von NewMotion oder Plugsurfing. Die Ladesäulenbetreiber, die solche Stationen haben oder Roaming dazu zulassen (zulassen müssen ab 14.12.2017), bekommen oder sehen keinerlei Kundendaten.

Du hast leider absolut gar keine Ahnung von der Materie!

um bei newmotion eine ladekarte zu bestellen, musst du dich dort anmelden (name, vorname, adresse …)

oder habe ich da komplett etwas falsch verstanden?

p.s.:
ich fände es schön, wenn die ladebezahlerei auf ein bestehendes (europaweites) zahlsystem aufsetzen würde und an der ladesäule ersichtlich wäre (offline!) was der ladevorgang kosten wird.
insofern finde ich die idee dieser bank, auf iban-basierten lastschrifteinzug aufzusetzen begrüßenswert.
als nebeneffekt sehe ich hierbei, dass nicht extra irgendwo meine daten rumliegen.