GF4 - Wasserbedarf

Und das bezieht sich meines Wissens alles auf die Ausbaustufe 500k Autos im Jahr und da sollten wir noch einige Zeit von entfernt sein. Von daher sehe ich und wenn ich das richtig verstanden habe, auch der WSE keine Probleme mit dem Start.

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Ich versuche mal zusammenzuschreiben, was ich zum Thema Wasserversorgung im Kopf habe, wenn ich mich irgendwo falsch erinnere, bitte korrigieren, wenn ich etwas vergessen habe, bitte ergänzen. Vielleicht bekommen wir dann hier ein klareres Bild, als es die verschiedenen Presseartikel vermitteln, die ja jeweils nur ein Puzzlestück behandeln.

  • Tesla hat einen Vertrag mit dem WSE über die Wasserlieferung für die erste Ausbaustufen des Werks

  • Der WSE hat ausreichend Förderrechte, die genehmigten Fördermengen wurden für zwei Wasserwerke des WSE erhöht

  • Bei einem der beiden Wasserwerke wurde für die Erhöhung der Wassermenge auf eine alte, nicht ausgeschöpfte Wasserrechtliche Genehmigung zurückgegriffen, welche angeblich für ein anderes Wasserwerk erteilt worden ist.

  • Deshalb läuft gegen die Genehmigung für das eine Wasserwerk jetzt eine Klage, weil wegen der angeblichen falschen Zuordnung der alten Genehmigung die Zulassung der erhöhten Fördermenge unwirksam sei, da für einen neue Genehmigung eine Umweltverträglichkeitsprüfung nötig sei.

  • über diese Klage wird derzeit in erster Instanz verhandelt Das Gericht hat die Verhandlung vertagt, damit weitere Unterlagen eingereicht werden können

  • Bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung über die Klage gilt die erteilte Genehmigung, Stand jetzt könnte der WSE Tesla problemlos die zugesagte Menge Wasser liefern

  • Wenn die Klage gegen die Genehmigung für das eine Wasserwerk erfolgreich ist, könnte ich mir drei Ausgänge vorstellen:

  1. Umweltverträglichkeitsprüfung muss durchgeführt werden und die Prüfung ergibt, dass die Erhöhung möglich ist

  2. Erhöhung ist nicht möglich, aber die alte Menge darf weiter gefördert werden. Wäre für den WSE ungünstig, aber die Verpflichtung ggü. Tesla könnte trotzdem eingehalten werden, da ja auch ein weiteres Wasserwerk eine erhöhte Fördermenge genehmigt bekam und diese Erhöhung allein mehr ist, als die vertraglich für Tesla garantierte Menge

  3. Die komplette neue Fördergenehmigung und nicht nur die strittige Erhöhung könnte unzulässig sein und eine Umweltverträglichkeitsprüfung nach aktuellem Recht ergäbe, dass dort überhaupt keine Förderung mehr möglich sei. Dann wäre mit dem Ausfall dieses Wasserwerks tatsächlich die Wasserversorgung für Tesla nicht mehr gesichert. Das halte ich aber für eine eher hypothetische Möglichkeit, so ein Urteil würde sicherlich durch die Instanzen gehen und bis das letztinstanzlich entschieden wäre, hätte man bestimmt eine Lösung gefunden, woher das Wasser alternativ kommen könnte.

Soweit aus dem Kopf, Ergänzungen und Korrekturen willkommen!

Gruß Mathie

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Danke für die Zusammenfassung. :+1:

Wer das gerne auf Deutsch lesen will, findet auch hier etwas darüber:

Ich finde es übrigens extrem genial das man sich hier Springpower „geschnappt“ hat wo andere das als „zu weit von der Realität entfernt“ beschrieben haben, wenn Tesla aka Elon Musk das schafft, dann sind wir dem größten Problem der Elektrifizierung aller Fahrzeuge einen Riesenschritt näher gekommen!

Aus einem Youtube Video entnehme ich dass eine der ersten Fabriken für diese neue Batterien/Akkus in Kanada gebaut werden.

Hier das Video: IT HAPPENED! Canada Is About To Make Tesla & Elon Musk Billions - YouTube

Könnte Tesla nicht auch (zumindest teilweise) statt Trinkwasser einfach Oberflächenwasser aus den umliegenden Seen und Flüssen nutzen? Davon sollte doch genug vorhanden sein, oder?

… das würde dann die ganze Wasserproblematik entschärfen.

Da die Böden in der Gegend (oberhalb des Rupeltons) gut durchlässig sind, dürfte es bilanziell relativ wenig Unterschied machen, ob Grund- oder Obenflächenwasser genutzt wird.

Und ob in den Oberflächengewässern so viel überschüssiges Wasser findet ist die Frage, die Spree fließt bei längerer Trockenheit gelegentlich stromauf…

Gruß Mathie

Dann hätten wir genau das, was hier die BI-Initiatoren schwarz an die Wand malen. Ein Landschaftsschutzgebiet und sogar eingebettet ein Naturschutzgebiet, die massiv beeinträchtigt würden.
Das wäre der Moment, wo ich meine neutrale Haltung verlieren und die BI unterstützen würde.

Gruß aus der grünen Heide :turtle:

Tommy

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Es macht schon einen Riesenunterschied aus, ob ich ein Grundwasserpumpwerk für kontrollierte Trinkwasserqualität errichten und betreiben will oder einfach aus Oberflächengewässern entnehmen kann.

Wie tief sind denn diese ganzen Seen im Umland bzw. Südosten von Berlin? Sind das nur so flache Lacken wie unser Neusiedlersee hier in Ö oder tiefer?

Mal ganz grundsätzlich: In Brandenburg wird massiv Wasser benötigt um die ehemaligen Kohlegruben zu fluten, allein dafür gibt es massive Probleme und das wird noch Jahrzehnte dauern. Seen wie der Elsensee in Grünheide haben jetzt schon Probleme mit dem Nachlauf aus Quellen, teilweise war der See die letzten Jahre 0,5-1m unter dem normalen Niveau, was für diese flachen Seen sehr viel ist. Dort müsste also eher Wasser zugeführt werden, abpumpen ist also ausgeschlossen. Ich sehe die einzige Möglichkeit in den Grundwasserreservoirs auf kurze, mittlere und lange Frist.

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Vom Aufwand schon, aber bei den hydrogeologischen Verhältnissen südöstlich von Berlin in der Wasserbilanz eben nicht.

Da es nicht um die Frage geht, ob das Wasser zu teuer ist, sondern darum, ob die Menge Wasser überhaupt aus dem System entnommen werden kann ohne den Wasserhaushalt negativ zu beeinflussen, ist der Aufwand für die Gewinnung des Wassers bei dieser Frage sekundär.

Die Wasserbilanz ist entscheidend und Aa macht es nach meiner Kenntnis bei dem Sandboden dort eben keinen relevanten Unterscheid, ob ich das Wasser aus einem Oberflächengewässer entnehme oder aus dem Grundwasser.

Gruß Mathie

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Ok, das ist richtig.

Das Wasser wird aber nach der Nutzung zum grössten Teil auch wieder in Oberflächengewässer oder Grundwasser abgeleitet. In einem grösseren Raum ist die Bilanz der Wassermenge dann wieder ausgeglichen.

Genau. Global gesehen, ist das egal. Trocknet das Löcknitztal aus, regnet es vielleicht in Thailand mehr…:thinking:

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Das aber eben ein ganzes Stück flussabwärts, es fehlt deshalb im Entnahmegebiet, wenn es dort keinen Wasserüberschuss gibt.

Ich bin davon überzeugt, dass es genug Wasser auch für die GF4 in der Region gibt, aber man muss schon vernünftig damit wirtschaften, einfach so sagen, dass das Wasser ja nicht verbraucht sondern nur benutzt wird und dann irgendwo entnehmen und woanders einleiten ist halt keine sinnvolle Strategie, wenn man die Unweltschäden möglichst klein halten will.

Gruß Mathie

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Mit „grösserem Raum“ meine ich genau jenes Seengebiet südöstlich von Berlin, und nicht Thailand.

Davon bin ich auch überzeugt.

Das haben wir alles schon (mehrfach) durch.
Geklärtes (nicht für Umlauf geeignetes) Abwasser geht zunächst in Münchehofe in die Spree. Später dann in Freienbrink.
Von der Spree aus geht es z.B. über die Oder in die Ostsee. Wie es dann irgendwo abregnet, weiß ich nicht. Aber es ist weder hier in der Landschaft noch für die anderen Verbraucher noch zu verwenden. Es ist HIER weg.
Vom Regenwasser wird jedoch einiges in den Boden und somit in das Grundwasser gelangen.
Das verdampfte Kühlwasser ist sofort weg.
Es ist nicht ausgeschlossen, dass es tatsächlich irgendwann in Thailand abregnet.

Wenn in Hangelsberg die geschätzten 5.000.000 m³ gefördert werden können, ist das alles kein Problem mehr. Aber wann wird das sein??

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Die Spree mündet [in die Havel, diese] in die Elbe und die in die Nordsee :wink:

Gruß Mathie

PS Da hatte ich doch glatt die Havel unterschlagen :blush: Danke für den Hinweis @eue.boettcher, hab’s oben ergänzt.

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Jetzt aber:
Die Spree mündet in die Havel (bei Spandau). Und die Havel entwässert über die Elbe in die Nordsee.

Gruss
Edgar

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Stimmt. Was ich mit „z.B.“ meinte, ist der Oder-Spree-Kanal. Da gehts dann in die Ostsee.
Was das Mengenmäßig ausmacht, weiß ich nicht.

Ich mache mal im passendem Thema weiter:
zukünftige Ausbaustufen haben überhaupt nichts mit den bisherigen Zahlen zu tun. Es wurde ausschließlich immer über die 1. Ausbaustufe gesprochen. Nur dafür wurden Anträge gestellt und der Vertrag geschlossen. Nur dafür wird die Genehmigung sein. Alles andere steht noch in den Sternen.

Wie schon geschrieben, sind aktuell max. 1,4 Mill. m³ zu erwarten, die wahrscheinlich nie benötigt werden. Wie wir Tesla kennen, werden mögliche Verbesserungen auch in den Prozess einfließen.
Es gibt bereits eingeplante Kreisläufe, aber auch Abwasser, sowie verdunstendes Kühlwasser.

fällt auch den englischsprachigen Seiten auf:

BZ Berlin noted that the LEAG coal mine was only supposed to pump 42 million cubic meters of water last year. Since 2017, however, the coal mine has pumped out a total of 240 million cubic meters too much. This is causing the rivers and lakes to dry up. In comparison, Tesla will only need 1.4 million cubic meters of water.

aber

BZ Berlin reported that, next month, the German courts could actually shut down both the LEAG coal mine and prevent Tesla from starting its operation.

https://www.bz-berlin.de/berlin/umland/tagebau-vor-dem-aus-tesla-start-in-gefahr

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