GF 4 - Genehmigungsverfahren

Ja, aber die Sachen landen ja trotzdem in der Fabrik, egal ob das Teil selber produziert wird oder man es einkauft…

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Ganz genau so ist es und das wird gemacht. Mehr erwarte ich auch nicht, aber auch nicht weniger :wink:

und natürlich muss die Vermeidung einbezogen werden. Schon poplige Lagerung von Reinigungsmitteln kann Auffangwannen erfordern…

Das ist meiner Meinung nach nicht ganz richtig.

Hier ein Beispiel dazu…. frei erfunden meinerseits, mit fällt gerade nichts besseres ein :wink:

Wenn Tesla die Innenausstattung im eigenen Werk herstellt, dann liegen die möglichen Risiken der Produktion im eigenen Einflussbereich und sind damit Teil der Betrachtung des gesamten Ablaufs.
Kommt die gleiche Ausstattung von einem Zulieferer besteht bei der Anlieferung keine Gefahr mehr, weil schon fertig.
Die Gefahr liegt dann am Produktionsstandort des Zulieferers.

Oder übersehe ich hier etwas?

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Ja, bei wenn sie mit gefährlichen Stoffen, z.B. Akkuzellen arbeiten, ist es imho egal ob die im anderen Gebäude produziert werden oder ob die aus China angeliefert werden. Das Risiko vor Ort bleibt gleich und es in beiden Fällen Vorsorge dafür getragen werden, dass im Fall des Falles nichts passiert.
Und das Risiko muss entsprechend bewertet und Pläne gefasst werden.

Das Risiko ist nicht gleich.
Wenn ein potentiell gefährlicher Stoff zur Produktion verwendet wird, der aber im Endprodukt gebunden, verbraucht, chemisch umgewandelt ist dann spielt das schon eine Rolle wo produziert wird.

Ganz banales Beispiel - wird niemand so produzieren, aber es verdeutlicht es denke ich.

Gefahrstoff 1: Wasserstoff - brennt, hoher Druck beim Lagern und so weiter

analog Gefahrstoff 2: Sauerstoff, Brandfördernd, hoher Druck blablabla

Zusammen:
Wasser, ziemlich gefahrlos zu lagern und transportieren

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Was die Arbeit mit fertigen Akkuzellen angeht stimmt das natürlich, aber die Zellfertigung hat ja nochmal eigene Risiken über die Arbeit mit den fertigen Zellen hinaus.

Auch kommt es bei BImSchG-Verfahren oft auf die Menge der verwendeten Stoffe an, da kann es von Schwellenwerten anhängen ob das „große“ Genehmigungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung oder das vereinfachte Verfahren ohne Öffentlichkeitsbeteiligung durchzuführen ist. Da kann es auch nochmal einen Unterschied machen, ob man alles in einer Integrierten Anlage macht oder Sachen die in einer anderen Anlage produziert wurden nur weiterverarbeitet werden.

Gruß Mathie

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The delays are starting to worry those who see Germany as a potential leader in the future automotive industry, which over the past ten years has changed more than it did in the previous ninety

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Die Kommentare sind mal wieder so, dass es sich nicht lohnt sie zu lesen.
Bei anderen Firmen würde zum heutigen Zeitpunkt noch nicht mal ein Baum gefällt worden sein.

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was jetzt nicht unbedingt an den anderen Firmen liegt, sondern allein daran, dass die ganzen Genehmigungen so EWIG brauchen und Tesla deswegen primär auf eigenes Risiko hin und auf Basis von mündlichen Zusagen sowie Vorabgenehmigungen (die zwar MEISTENS gleich ausfallen, wie die eigentliche Genehmigung - aber ein Restrisiko bleibt) hin gebaut hat.

Folglich muss man die Argumentation von dir sogar rumdrehen, dann wird da nämlich nen Schuh draus. Und DANN passen die Kommentare auch wieder - so weh es auch tun mag.

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Nein, sie haben nicht auf Grund von mündlichen Zusagen angefangen, sondern mit behördlicher Genehmigung!
Wieso ist es so schwer zu verstehen, dass solche Vorabgenehmigungen nur erteilt werden dürfen, wenn davon auszugehen ist, dass die Gesamtgenehmigung erteilt wird.
Das Restrisiko ist minimal. Alleine nachdem schon versucht wurde, gegen mehrere zu klagen, was auch nicht funktioniert hat.
Wenn deutsche Unternehmen nicht so handeln, dann sind sie selber Schuld!
Nochmal, es liegt nicht an den Behörden!

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Davon bin ich bisher auch ausgegangen. Alle 20 Vorabgenehmigungen zusammen mit den Gutachten und Zertifikaten ergeben die Gesamtgenehmigung.
Dem ist nun offenkundig nicht so. Jetzt müssen nochmal neu mehrere hundert Seiten Genehmigung geschrieben werden und nochmals 13000 Seiten Gutachten und Zertifikate ausgewertet werden.
Mir unklar warum das nun noch ein zweites mal passieren muss?

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Weil am Anfang keine Batteriezellenfertigung auf
dem Gelände geplant war. Das ist ein ganz anderes Kaliber als die Automobilproduktion.
Parallel dazu hat Tesla relevante Leute aus der Planung während der ersten Bauphase verloren/gefeuert und permanent die Pläne geändert.

Bei der Genehmigung geht es ja auch um den Betrieb und die Auflagen dafür. Die Vorabgenehmigungen bezogen sich ja weitgehend nur auf die Errichtung. Da ist für mich schon plausibel, dass da nochmal einiges zusätzlich kommt.

So wie ich das aus dem Baugenehmigungsverfahren kenne, werden die Teilbaugenehmigungen in die Baugenehmigung einbezogen und nicht nochmal neu bearbeitet. Würde mich überraschen, wenn das im BImSchG-Verfahren grundsätzlich anders wäre.

Ich vermute deshalb, dass da nicht allzuviel Doppelarbeit anfällt.

Gruß Mathie

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Inzwischen ist wohl Jemand aktiv geworden. Mir fiel heute an einer Laterne etwas auf. Direkt an einer stark befahrenen Straße. Ein Passivsammler:

Gruß aus der grünen Heide :turtle:

Tommy

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Komplett Unabhängig davon ob Tesla Grünheide jetzt mit BASF verglichen wird, Tesla wird ein Betriebsbereich im Sinne der Störfallverordnung sein. Da gibt es einfach weitreichende Anforderungen. Das gilt eben nicht nur für Tesla, sondern auch für ca. 3500 andere Betriebe in Deutschland.

Welche Stoffe als gefährlich gelten, lässt sich Anhang den H-Sätzen des Stoffes nach CLP-Verordnung bestimmen. Z.B. H225: Extrem entzündbares Gas.

Was ich eher denke, was Probleme macht, ist die Angabe der Mengen von gefährlichen Stoffen, die bei außer Kontrolle geratenen Prozessen entstehen können. Das ist eine Anforderung, die aus der Störfall-Verordnung kommt.
Hier muss also noch betrachtet werden, was z.B. bei Bränden mit dem Elektrolyt entstehen kann. So war z.B. beim SEVESO-Unglück kein gefährlicher Stoff vorhanden aber es hat sich beim Unglück extrem toxisches Dioxin gebildet (was zum Tod von vielen Menschen geführt hat). Daher möchte der Gesetzgeber, dass eben auch betrachtet wird, was bei außer Kontrolle geratenen Prozessen passieren kann.

Und bei Bränden mit den Inhaltsstoffen der Batterie kann sich Fluorwasserstoff (extrem toxisch) bilden. Und es gibt noch unzählige weitere Reaktionen. Und weil eine Batteriefertigung angestrebt wird, sind eben auch große Mengen an den Einsatzstoffen vorhanden. Die Abschätzung nur für das Beispiel ist extrem schwierig und benötigt Expertenwissen.

Nein, du hast vollkommen recht.

Nein das stimmt nicht. Wenn du eine Batteriezelle hast, in dem z.B. der Elektrolyt in der Batterie gebunden ist, hat das eine ganz andere Gefahr, als wenn du die Batterie selbst herstellst und dazu große Mengen des Elektrolyten vorhalten musst. Stichwort zum weiterlesen: „Erzeugnis“ und „Stoff/Gemisch“ nach REACH.

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Kernschmelze ist (mit Ausnahme von TommyP) so ziemlich der erste Beitrag seit Wochen in diesem Thread, der nicht wie der überwiegende Teil der Beiträge aus Spekulation, eigenen Theorien und schimpfen auf Bürokratie in Deutschland besteht (und das von Leuten, die wohl noch nie an einer BimSchG-Genehmigung beteiligt waren). Ist es so schwer, zu akzeptieren (ich erwarte nicht, dass das jemand versteht), dass es bei uns Störfallrecht gibt (und das ist gut so) und wenn man da nicht von Anfang an ALLE erforderlichen Unterlagen eingereicht hat (wie offenbar eine Gefahrenanalyse; Spekulation meinerseits), die dann eben nachreichen darf und man damit einen Großteil der Schuld für die Verzögerung selber übernehmen sollte. Solche Betrachtungen gibt es übrigens auch in USA und das Vorgehen ist grundsätzlich vergleichbar.

Wobei HF (Fluorwasserstoff) in dem Kontext fast noch eine etwas harmlosere Chemikalie ist - und davon abgesehen, braucht es da keine Batteriezellfertigung. Abbrennendes R134a reicht schon, um da eine Menge giftige organische Fluorverbindung zu bilden (laut einem Bericht über BEV Abbrandversuche stammt wohl mind. 50% dieser Verbindungen eines brennenden BEV aus der Klimaanlage, während die Zellen langfristig (langsam) an deren Freisetzung teilnehmen.

Im Werk, wo diese Chemikalien in größeren Mengen gelagert werden, muß das sicherlich durch einen Ziviltechniker beurteilt werden.

Im Werk Fremont gab es bereits zwei grössere (Gigapress und Papierlager) und einen kleineren Feuerausbruch. Aehnliche Ereignisse sind m.E. auch in der GF 4 möglich vor allem in der Hochlauf-Phase.
Im Unterschied zu Fremont befindet sich die Gigapress in der GF4 jedoch in der Werkshalle statt in einem Aussen-Unterstand.

Kurzer Ausflug zur Genehmigung anderer „Verkehrsprojekte“. Aus einem Interview der FAZ mit Hauptverbandspräsident Bauindustrie Peter Hübner:

  • Brücke bauen: 2 Jahre
  • Brücke genehmigen: 5 Jahre

Wie lange hat man für den Bau der GF Grünheide gebraucht :slight_smile:

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wie war das noch mit dem Witz:

Deutscher und Ami wollen Fußballstadien um die Wette bauen. Bei beiden geht es los.

9 Monate später - Fax aus den USA an den Deutschen: „Noch 3 Wochen und wir sind fertig.“
Fax zurück in die USA: „Noch 3 Formulare und wir fangen an.“

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