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Gewerkschaften ./. Tesla - IGM stellt sich dem Zug der Zeit in den Weg

Hallo!

Heute bin ich auf folgende Aktion der IG-Metall aufmerksam geworden:

Man will vor den Toren von Daimler protestieren, weil ein Mitglied des Managements von Daimler zu Tesla gewechselt ist.

Ich als alter Gewerkschafter musste das zweimal lesen, um zu kapieren, was da eigentlich los ist.

Was ist nur aus unseren Gewerkschaften geworden? Anstatt progressiv in die Zukunft zu blicken, wird gebremst wo es nur geht. Man glaubt offenbar, die Zukunft für die Arbeiter sichern zu können, indem man sich gegen die E-Mobilität stemmt, wie man auch schon bei der Diskussion um die Verbrenner-Kaufprämie im Frühjahr gesehen hat. Auch hier war es die IGM, die gegen jede Vernunft eisern daran festhalten wollte, dass CO₂-Schleudern mit Kaufprämien gefördert werden sollen.
Was ist diesen Leuten zugestoßen? Warum raten sie ihren Mitgliedern nicht, bei Daimler - die den Weg in die Zukunft verschlafen haben - zu kündigen und sich stattdessen bei Tesla für die Giga4 zu bewerben?

Gewerkschafter als Kumpane der ewiggestrigen Konzernbosse. Ich glaube, das war schonmal besser…

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Weil Gewerkschaften bei Tesla sehr wahrscheinlich kaum was zu melden haben werden. Die Gehälter für Betriebsratsvorsitzende werden wahrscheinlich auch angemessener sein. Falls es dort sowas geben wird

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…und sich so weniger Mitglieder und Beiträge generieren lassen. Mal ganz davon abgesehen, dass die Gewerkschaften sich immer gerne im Glanz der Industrie sonnen, die sie offiziell kritisch sehen, aber immer gerne für Posten zu haben sind. Das wird mit Tesla scheinbar etwas anders laufen.

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Tesla Grünheide liegt in Brandenburg, was nicht Berlin ist. Selbst wenn alles gut läuft, sind die Arbeiter dann nicht mehr seine Mitglieder.

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Nein, man will protestieren, weil Daimler 20% der Leute sofort nach Hause schicken will und für den Rest keine langfristige Perspektive anbietet.
Dass der Manager zu Tesla gewechselt ist nur die Kirsche auf dem Kuchen.

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Deshalb zitiert die IG Metall ihren eigenen ersten Bevollmächtigten in Berlin wie folgt:

„Am Donnerstagmittag setzen wir ein erstes Zeichen in Berlin“, so Jan Otto weiter. „Wir werden klarmachen, dass wir den Wechsel des Werksleiters als Verrat empfinden, fraglich ist, ob wir nicht die ganze letzte Zeit belogen wurden.“

Also irgendwie scheint der Wechsel nicht nur ein Nebenaspekt zu sein, sondern zentraler Punkt des Protestes.

Gruß Mathie

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Ich glaube trotzdem, dass das nur ein Nebenschauplatz in dem ganzen Protest ist…

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Ist in den Augen einiger eben Blasphemie, einen Einheimischen Autobauer zu verlassen und etwas anderes vorzuziehen…

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Da werden noch mehr mitgehen, wenn sie klug sind

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Vermutlich weil sie wissen, dass sie bei Tesla nicht den Organisationsgrad werden erreichen können, wie bei Daimler.

So traurig es ist: Junge Menschen, die Innovationen möchten, sehen keinen Sinn mehr darin, in eine Gewerkschaft einzutreten und alte Menschen möchten eher am Bewährten und Bekannten festhalten - wie ihre Gewerkschaften.

Und so gehen mit der Zeit mühsam erkämpfte Privilegien über die Wupper, weil immer weniger Gewerkschaftler da sind, um sie zu verteidigen :frowning:

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Na ja, die Gewerkschaften bevormunden ihre Mitglieder ganz schön. Verdi z.B. hat im öD eine Gehaltsumwandlung für e-bike leasing strikt abgelehnt. Also Raten vom brutto-Gehalt einzubehalten. Mit der Begründung, dass der AN dann ja weniger Rente bekommt. Statt mal ein paar Euro mehr rauszuhandeln. Und als ob AN zu blöd wären, das selbst zu bestimmen.

Tesla muss gar nicht in den Tarif der IGM eintreten. Die können eigene Verträge nach geltendem Recht anbieten. Dazu brauchts keine Gewerkschaft. Den Stress würde ich mir als Arbeitgeber gar nicht antun wollen. Mal davon ab…warum soll ich als AN in einer Gewerkschaft Mitglied sein wenn ich ohne Mitgliedsausweis das gleiche Gehalt bekomme wie jemand der Mitglied ist. Wäre das anders würden die Gewerkschaften auch wieder zurück zur alten Stärke finden.
PS. Ich bin seit Jahren Mitglied in der IGBCE.

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Ich finde es ja auch eigentlich nicht so wichtig, ob der „Verrat“ des Werksleiters der eigentliche Grund ist. Schlimm finde ich das ganze nur deshalb, weil es zeigt, in welchen Bahnen die Gewerkschafter hier denken. Anstatt wirklich etwas für die Menschen zu tun und sich für eine Erneuerung der Wirtschaft einzusetzen, macht man sich zum Genosse der Bosse, und zwar ausgerechnet derjenigen Bosse, die jahrelang die notwendigen Schritte verweigert haben, um des lieben Geldes Willen.

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der IG Metall Chef sitzt in den Aufsichtsräten von VW und Bosch: Da mag man Tesla nicht so sehr

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Hallo,
die Gewerkschaften verkommen doch immer mehr zu einem zahnlosen Tiger. Alle Tarifrunden, die man so sieht, gehen sie vollmundig in die Tarifrunde, was herauskommt ist fast immer das, was sich die AG vorstellen. Zumindest im öD sehe ich das so.

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„Edeka wird noch dumm aus der Wäsche schauen wenn Tesla ihnen die ganzen Mitarbeiter wegschnappt!“
Ola Källenius

So stelle ich mir das vor…

Ich hab das vorhin auf Twitter gefunden und mir fehlen die Worte!
Die können ja gern dagegen protstieren, dass Daimler weniger Antriebsteile braucht, aber das am Wechsel eines Mitarbeiters festzumachen ist völlig neben der Spur.
Die IG Metall sieht sicher ihre Felle davonschwimmen, dass sie so versuchen, in die Schlagzeilen zu kommen.

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Die sehen halt nur, dass ihre aktuellen Jobs den Bach runtergehen und das wollen sie irgendwie verhindern.
Das es vielleicht eine Alternative geben könnte, damit rechnen die gar nicht…

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Je mehr die Gewerkschaft blockiert, desto weiter entfernt sich Mercedes vom Wandel in der
Automobilbranche. Was das für die vielen Arbeitsplätze bedeutet, kann sich jeder selbst ausmalen.

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Ich verstehe auch den „Verrat“ nicht, wer soll da wen verraten haben?

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