Gerade auf ARTE: Energie aus Thorium

@Dringi

Das Beispiel mit der Raumfahrt ist nicht mein letzter Argumentations-Punkt aber einer, dem man gerade in Zukunft mehr Bedeutung beimessen kann, gerade wenn es an den Rand oder über unser Sonnensystem hinausgehen soll.
Ich denke, wenn wir in keine größere Katastrophe schlittern sollten, werden in den kommenden 50 Jahren sicher wieder mehr Missionen Richtung Mond und Mars losgeschickt werden, die Technologien entwickeln sich zunehmend und die Kosten sinken gleichzeitig. Es wird Zeit für uns, finde ich, die Fühler auszustrecken.

Ich will ja nicht, dass wir auf Atomkraft setzen, aber was mich bislang überzeugt und ich denke auch du wirst zustimmen, dass wir sprichwörtlich und tatsächlich Energie aufbringen müssen, aus dem selbstgeschaffenen Problem des Atommülls, welcher z.T. eine imens hohe Halbwertszeit (100.000 Jahre+) hat und über Transmutation (den Aussagen nach) auf einige hundert Jahre reduziert werden kann.
Das ist ein klassisches Dilemma, entweder forschen wir daran, wie wir den Müll reduzieren können oder wir akzeptieren die jahrtausende dauernde Halbwertszeit, auf der Oberfläche oder in Erdschichten - die Frage ist, was langfristig sicherer ist und wem gegenüber wir Verantwortung zeigen müssen. Meiner Meinung nach müssen wir der Zukunft die Chance lassen, einen möglichst lebenswerten Planeten als Grundlage zu bieten.

Alles Gute!

Es sind doch auch laut Greenpeace 1.500 zusätzliche Kohlekraftwerke geplant - ob das nun besser ist + sicher fast 20 neue Kernkraftwerke in Europa run um Deutschland (allein UK ü Polen sind ja schon 10) - die Hoffnung dass die nicht gebaut werden hat sich bereits in UK zerschlagen. Geld ist billig durch die EZB-Poitik, das wird wohl keines mehr verhindern.

Daher hat doch jeder ein Interesse daran, dass diese Technik möglichst sicher sein muss selbst enn man nicht dafür jubelt.

Stand 2015: Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromversorgung lag im Jahr 2015 weltweit bei 23,7%

Auch ohne Quellenangabe, wie Du es gerne machst :wink:
Quelle kann ich aber auf Wunsch nachliefern …

Stimmt aber beides:
Anteil Atomkraft: ca. 12% seit Jahren fallend. Höchststand war 17%
Anteil erneuerbare: ca. 24%. Beinhaltet Wasserkraft (größter Anteil, Wind, PV (ca. 1%) und andere. Anteil Wasserkraft stagniert, Anteil Wind und PV steigt.

Wenn zu den Zuwächsen der einzelnen Energieträge Interesse besteht, veröffentliche hier gerne ein paar Grafiken.

sind die 23,7% die installierte peak-leistung (GW) oder die tatsächliche erbrachte/genutzte jahres-energiemenge (GWh)?

Wie würdest Du denn „Anteil an der Stromversorgung“ verstehen? :unamused:

Natürlich nur der „gelieferte“ Strom!

Ich weiss :smiley:

Es war nur mal wieder typisch für CheapAndClean, sich nur den Teilbereich PV rauszusuchen und nicht mal eine Quelle anzugeben. :confused:

Zumal, dass die typische Diskussion ist: PV kann ja nichts taugen, weil es nur 1% an der weltweiten Produktion hat. Dass aber die Zubauzahlen formlich skyrocken, wird immer wieder gerne unterschlagen. Das ähnelt der typischen Tesla-/BEV-Diskussion (außerhalb dieses Forums): Kann ja nichts taugen, Tesla hat ja nur 0,01% Marktanteil an der weltweiten Automobilproduktion.
Bei den Erneuerbaren sind die Zuwächse ähnlich wenig bekannt bzw. es wird vom kollabierten PV-Markt in Detld auf den weltweiten Gesamtmarkt geschlossen.

Reale Stromproduktion, nicht Kapazität.

…davon dürfte der löwenanteil wohl wasserkraft sein und nicht etwa PV ,WKA u. biogas zu verdanken.

Das ist extrem wenig.

Dieser erneuerbare Strom besteht größtenteils aus

  • Wasserkraft - nicht mehr übermäßig ausbaubar
  • Windkraft - der Ausbau stößt im manchen Regionen bereits an die Grenzen
  • Solar - hat im Moment den geringsten Anteil, aber das Potential ist gigantisch

Der Weltbedarf an Strom wird extrem steigen weil

Direkte thermische Nutzung muss auf Strom umgestellt werden

  • Der Elektromotor statt dem Verbrennungsmotor
  • Die Wärmepumpe statt die Verbrennungsheizung
  • Später sogar hochtemperatur industrielle Prozesswärme mit Strom

Die vielen extrem armen Menschen
Der Bevölkerungswachstum von 7,4 auf 10 Milliarden
Die Notwendigkeit für ein immer perfekteres Recycling

Verhinderer einer echten Energiewende,
Selbstbeweihräucherer bringen meist so tolle Zahlen,
wie hoch der Anteil der erneuerbaren Energie an der Stromproduktion ist.

Doch wir müssen uns der Tatsache stellen,
dass mit einer Weltproduktion von 9 Watt pro Einwohner und Jahr keine Energiewende zu schaffen ist.
Das reicht gerade aus um mit angenommenen 30 Jahre Lebensdauer 270 Watt pro Einwohner anzuhäufen.

Deswegen mache ich in Österreich gerade die parlamentarische Bürgerinitiative
Investitionslawine lostreten - Wirtschaftsboom auslösen

Und für alle Gegner der Kernkraft:

Ein radikaler Ausbau der Kernkraft, dafür ist nach heutigen Kenntnisstand nur Thorium geeignet,
weil die Uranvorkommen völlig unzureichend sind, ist nur mit einem sehr schnellen
Ausbau der Photovoltaik- und Akkuindustrie zu verhindern.

Nöö, dass schafft die Atomkraft schon selber. Jeder AKW-Neubau in der westlichen Welt (West-Europa, USA, Japan) wird aktuell zu einem technischen und ökonomische Desaster. Und selbst China hat die Baubeginne massiv gesenkt (letztes Jahr 4 neubaubeginne, dieses Jahr aktuell einer). Die Fertigstellungen aktuell sind Pre-Fukushima-Neubauten.

Stimmt. Noch. Aber ich werde heute Abend mal ein paar Grafiken einstellen, die die Ausbautätigkeit und den Zuwachs im Ausbau im Bereich WKA und PV zeigen.

bei allem respekt, aber das liest sich schon ganz anders als dein pauschale u. tendentiöse ansage mit den 23,7%…

Warum? Er hat doch Recht, es wird etwa doppelt so viel Strom erneuerbar erzeugt als in Kernkraftwerken.
Erneuerbar ist halt nicht nur Sonne und Wind, sondern in erster Linie Wasserkraft. Was ist da nun tendenziös?

Nun, die 23,7% kamen zuerst von @Yellow, nicht von mir. Ich habe sie mal ungeprüft übernommen. Quellen dafür findet man z.B. hier. Aber die Aussage war weder pauschal noch tendenziös.

Ich hänge mal hier ein PDF mit ein paar Graphen an, die den weltweiten Stromverbrauch nach Energieträger bis 2014 zeigen.
Bei meinen Zahlen (habe ich Anfang 2016 aus diversen Quellen selber zusammengestellt) komme ich bis 2014 auf knapp 19% (Wasser: 15%, Wind: 2,9%; PV: 0,9%), allerdings fehlt auch die Biomasse.

Was man dort ganz deutlich sieht ist, dass Wind & PV noch ganz am Anfang sind. Schaut man sich aber den Zubau nach Energieträger an, sieht man auch, dass beide Erzeugungsarten halt stark im kommen sind, während aktuell Atomkraft maximal stagniert und zukünftig in die Knie gehen wird.

Wenn Interesse besteht, können wir beim Zubau auch gerne ins Detail gehen.Interessant ist z.B. die angebliche „chinesische Renaissance der Atomkraft“. So wirklich nachhaltig ist der aktuelle Zubau-Boom nämlich nicht.

Die Frage ist nicht, ob die Erneuerbaren gegen die Atomkraft gewinnt, weil Atomkraft seit Mitte der 80er ihren Höhepunkt erreicht und überschritten hat. Die Frage ist vielmehr ob und wie lange die Erneuerbaren brauchen die Kohle platt zu machen. Beim „ob“ bin ich mir 100%ig sicher, beim „wie lang“ würde ich mir mehr Geschwindigkeit und Konsequenz wünschen.

Bezüglich Atomkraft empfehle ich The World Nuclear Industry Status Report

Ich weiss, dass die Zahlen dem widersprechen was man gemeinhin so über Atomkraft und Erneuerbare hört. Aber auch dass, was man meist über die eMobilität hört ist i.d.R. deutlich anders als dass was man selber erlebt.
Kurzdoku Stromverbrauch, EEs und Atomkraft.pdf (399 KB)

Spannende Übersicht, vielen Dank.
Besonders die letzte Grafik über die „Kapazitätsentwicklung Atomkraft 2015-2061“ ist sehr eindrücklich.
Es werden definitiv erheblich mehr Reaktoren vom Netz gehen als neue dazukommen. Das alleine zeigt eigentlich den bevorstehenden Untergang der Kernenergie.

Auffällig ist auf die Form der Kurve der Erneuerbaren in der Grafik „Zubauentwicklung 2012 bis 2014 nach Erzeugungsart“.
Sie zeigt ganz eindeutig ein stark nichtlineares Wachstum. Jetzt ist der Anteil noch klein, aber plötzlich gehts dann schnell. Jedenfalls unter der Annahme, dass die Entwicklung weiterhin so verläuft.

Thorium bietet neben der Verfügbarkeit den unbestreitbaren Vorteil der höchsten kritischen Masse aller energietechnisch nutzbaren Spaltmaterialien, aber ich denke, die nächsten Jahrzehnte geht es primär darum, die Altlasten der Leichtwasser-Ära und hoffentlich auch die einer weiteren atomaren Abrüstung zu verwerten?

Im Zusammenhang mit dem weiteren, forcierten Ausbau der PV und Akkuspeichern sollte die Verfügbarkeit von Rohstoffen wie z.B. Indium oder Kobalt hinterfragt werden.

Äh, mal blöd gefragt: Was hat Dünnschicht Solar Modul mit dem Thoriumreaktor zutun? Könnte das ein Mod bitte mal abtrennen. Danke

[Mod Note: Es wurden zwei Themen ausgelagert:
Zukunftsaussichten Dünnschicht-PV
Meldepflicht von Nulleinspeisungsanlagen]

Eine gute Zusammenfassung von Harald Lesch, zum Thema Flüssigsalzreaktor:

youtube.com/watch?v=qA05k9Tsxyo

Alles Gute!

P.S. Gibts ne Möglichkeit youtube-Videos ins Forum hier einzubinden?