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Geplante Gesetzesänderung A1-Führerschein ohne Prüfung

Hallo zusammen,

vorhin hatte ich es u.a. auf tagesschau.de* gelesen, dass Verkehrsminister Andreas Scheuer plant, die Zugänglichkeit zur A1-Fahrberechtigung zu ändern, sodass man als Klasse B-Inhaber (über 25 Jahre, mit 5 Jahren Fahrerfahrung) die Möglichkeit bekommt, über eine 90-minütige Theorieeinheit und fünf Praxis-Fahrstunden, die Führerscheinerweiterung für A1 zu erhalten. Ähnlich wie in Österreich, Schweiz oder Polen.

Auch wenn wir über die Maut und viele andere Vorhaben dieses Verkehrsministers und seines Vorgängers schimpfen, finde ich diese Idee tatsächlich reizvoll, da es einige elektrische Motorräder, Roller oder Bikes gibt, von Zero Motorcycles, BMW, Sur Ron, Greyp und weitere, die damit legal fahrbar wären.
Im Hinblick auf die Verkehrssicherheit gibt es sicher einige Aspekte, die dagegen sprechen, wenn ich jedoch an die Verantwort für sich und seine Umwelt appelliere, sehe ich darin kein Probelm. Die Frage ist dann entsprechend, wie idealistisch man hierbei sein darf?

Was denkt ihr dazu?

Quellen:

Alles Gute!

Denke genauso!
Dann werden E-Roller reizvoll.

Es bringt leider Tote und Verletzte.
Das die Leute nun einfacher E-Moppeds leihen können können fördert Unfälle für die ungeübten.
Nein, das bringt uns alle nicht nach vorn, ganz im Gegenteil.
Ich fahre kein Mopped (habe es mal probiert) und werde nicht verletzt, aber habe keine Lust das noch mehr Anfänger auf meinem Frunk landen.

Vereinfachen ist gut, Papier abbauen noch besser. Aber hier wird keine Selbstverantwortung gefördert, das hat die Gesellschaft schon lange verlernt.

Sehe ich nicht so. Einfach losfahren geht ja nicht. Man muss erst die Theorie- und Praxisstunden nachweisen. Das ist die Hälfte der aktuellen Pflichtfahrstunden für den A1, für Fahrer, die in der Regel schon mindestens 7 Jahre Erfahrung im Straßenverkehr haben (im Gegensatz zu den Fahranfängern).

Einfach eMopeds leihen geht ja schon heute mit dem PKW-Führerschein. Man darf damit Mopeds mit einer max. Geschwindigkeit von 45 km/h fahren. Das ist mit Sicherheit gefährlicher im Stadtverkehr und auf der Landstraße, da man nicht mit dem Verkehr mitschwimmen kann und die PKW einen mit Minimalabstand überholen.

Ich finde diese Regelung besser als die alternativ diskutierte Anhebung auf 80 km/h mit dem normalen PKW-Führerschein, da man die zusätzlichen Fahrstunden braucht. Wem als PKW-Fahrer die 6 Praxisstunden nicht reichen, der fährt sich auch mit 12 tot.

Wer heute 57 Jahre oder älter ist darf schon immer mit dem PKW-Führerschein Mopeds bis 125 ccm (also ca 110 -120 km/h) fahren. Man hat bisher nichts davon gehört, dass die Sterblichkeitsrate überdurchschnittlich wäre.

In anderen EU-Staaten darf man auch schon immer mit dem PKW-Führerschein bis zu 125 ccm Mopeds fahren (z.B. Italien).

Ich finde die neue entbürokratisierte Regelung auch prima. Die Fahrschulausbildung in Deutschland ist sowieso absurd kompliziert und langwierig. Jede Vereinfachung ist zu begrüßen.
Die meisten Verkehrstoten kommen m.E. durch Charakterfehler oder Unaufmerksamkeit des Fahrers zustande und nicht durch mangelhafte Fahrschulausbildung.

Bin da zwiegestalten. Aus Gründen der Verkehrssicherheit halte ich jeden neuen Führerschein für motorisierte Zweiräder für eine Gefahrerhöhung, da es damit viel mehr Verletzte und Tote gibt in Relation zur zurückgelegten Strecke.

Da Motorradfahren mit dem passenden Führerschein aber prinzipiell erlaubt ist sehe ich keinen Nachteil darin, Menschen die fünf Jahre Autoerfahrung haben mit einer fünfstündigen Schulung den Risiken auszusetzen, wo man heute schon Menschen ohne jede Fahrerfahrung nach 20-25 Stunden Schulung mit den gleichen Zweirädern am Verkehr teilnehmen lässt.

Insofern kann ich die Kritik an der verkürzten Ausbildung nicht nachvollziehen, da ich die fünf Jahre motorisierte Verkehrsteilnahme höher gewichte als 15 Fahrstunden.

Mehr Tote und Verletzte Kradfahrer wird es wohl trotzdem geben, einfach weil die Teile gefährlicher sind als Autos.

Ich würde mir für die Berliner Innenstadt wahrscheinlich trotzdem so ein Elektroteil holen, weil man damitim Gegensatz zu den auf 45 beschränkten Rollern gut im Verkehr mitschwimmen kann.

Was ich ökologisch von der Sache halte, weiß ich nicht. Wenn Leute von Verbrennerautos auf Elektroroller bzw. -leichtkrafträder umsteigen super. Wenn dadurch mehr knatternde, stinkende Teile ohne vernünftige Abgasreinigung auf die Straße kommen, dann hätte man auch ökologisch mit Zitronen gehandelt.

Gruß Mathie

Kritisch, habe selbst Klasse 1 und früher Motorrad gefahren, es gibt zuviele Unfälle auch mit dem bisher aufwendigen Führerschein. Die Vereinfachung macht es ganz sicher nicht besser. :frowning:

Die aktuelle Regelung ist für einen 125er Führerschein absurd. So werden 16 Theorie- und 12 Praxisstunden als Sonderfahrten vorgeschrieben, was sowohl für den 16jährigen Fahranfänger, wie für jeden mit X Jahren Fahrpraxis gilt. Warum sollten also Leute mit Erfahrung nicht besser gestellt werden als Teenager ohne jegliche Fahrpraxis?

Allein die Tatsache, dass man für so kleine Mopeds einen Führerschein braucht, ist schon lächerlich und reine Geldschneiderei. Früher war es natürlich im Führerschein inkludiert, wie auch das LKW fahren. Und heute braucht man sogar schon einen zusätzlichen Führerschein, um Anhänger ziehen zu dürfen. :slight_smile: Es gibt so unglaublich viele Regeln und Gesetze, die dringend abgeschafft gehören, damit wir endlich wieder richtig durchatmen können, die Wirtschaft sich wieder gesund entwickeln kann und der Gründer und Forschergeist neu erwacht. Leider ist das Gegenteil der Fall. Fast täglich gibt es neue Regeln und Verbote. Verrückte Zeit…

Sehe ich positiv. Diese kleinen Dinger sind sehr leicht und so auch von schwächlichen E-Automobilsten zu halten :slight_smile:. Die 90min Theorie (idealerweise keine 200 tollen Verkehrsregeln sondern die gänzlich andere Fahrphysik und besonderen Gefährdungspotentiale) sehe ich als ausreichend an. Allerdings sollten die möglichen Fahrzeuge angesichts der popeligen 5 Fahrstunden a 45min (eine Fahrstunde geht schon für das Handling im Stand drauf) zwingend ein ABS nebst einem kombinierten Bremssystem (Vorder-/Hinterrad) ausgerüstet sein. Mglw. wäre auch eine Automatik sinnvoll (bzw. eine E-Version zwingend :slight_smile:)

Sollte dieses Angebot gut angenommen und dann im Anschluss auch genutzt werden, kommt es natürlich in absoluten Zahlen zu mehr Unfällen und Toten. Statistik lässt sich eben nur schwer schlagen :slight_smile:

Diese Dinger als E-Version sind insbesondere in Großstädten eine tolle Sache: Leise und minimaler Platzbedarf. Leider wird man nass, wenn es regnet :slight_smile:

Bye Thomas

Edit: Muss ich wohl nach dem Lesen des Artikels doch relativieren:

„Aus dem Entwurf geht auch hervor, dass in den 90 Minuten theoretischen Fahrunterrichts keine Inhalte wie „Schutz des Fahrers“, „Besondere Gefahren“ und „Fahrtechnik und Fahrphysik“ mehr vermittelt werden sollen.“

Kurz: Hohlbirnen!

Finde ich auch super. Dann könnte meine Frau meinen Niu GT fahren.

Also der Bundesrat hat die Vereinfachung für den A1-Führerschein beschlossen und die Regelung durchgewunken.

Auszugsweise von der ADAC-Homepage, mit grundsätzlichem:
adac.de/verkehr/rund-um-den … ad-fahren/

Hier noch von einer Fahrschule, mit genauerer Beschreibung:
motorrad-fahrschule-koeln.d … in-fahren/

Das mag für Deutschland stimmen. Selbstverantwortung ist oft besser als haufenweise Vorschriften die nur halbherzig bis gar nicht umgesetzt werden.

Seitens des ADAC und des Statistischen Landesamtes BW gibt es zwei Berichte, zu Unfallarten und welche Häufigkeit auf die Größen von Motorrädern zutrifft.

ADAC Bericht (2015):
Man sieht, dass die Leistungsfähigkeit des Motorrades wohl eine Rolle spielt und dies wird im Text auch weiter aufgeführt, dass hohe Leistung und mangelnde Praxis zu diesen Zahlen führen.


Quelle: adac.de/_mmm/pdf/28415_234711.pdf [Seite 15]

Statistischen Landesamtes BW (2018):
Tendenziell nehmen die Anzahl der Verunglückten in BW ab, jedoch wird auch hier auf die Geschwindigkeit mit als größten Unfallfaktor eingegangen.



Quelle: statistik-bw.de/Service/Ver … 818005.pdf [Seite 7, 9]

Also im Groben zusammengefasst, tendenziell kann eine größere Anzahl an Verkehrsteilnehmern auch die Unfallzahlen erhöhen, aber der größte Gefahrenfaktor beim Motorrad ist die Geschwindigkeit und Leistung des Rades und hierzu benötigt man einen vollen A/A2-Führerschein, der eine umfangreichere Ausbildung benötigt.
Damit will ich sagen, es ist nicht unbedingt die Ausbildung, als die eigene Übung und zum Teil Selbstüberschätzung, die zu einer sicheren Fahrt beitragen oder eben nicht.