Führerschein: Schaltung war Gestern - Automatik ist Standard

Viele haben es bestimmt gewusst, aber das Thema ist komplett an mir vorbeigegangen:

tl;dr: Ab 01.04. ist die Prüfung grundsätzlich auf Automatik. Schaltung ist einen Zusatzqualifikation.

Der Fortschritt lässt sich nicht aufhalten :slight_smile:

Bye Thomas

BTW: Wenn das meine Frau als alter Schalt-Junkie mitkriegt … :slight_smile:

Hä? Die „neue“ Regel gab es in ähnlicher Form doch schon mal.
Als ich 1996 meinen Führerschein machte, waren mindestens 6 praktische Unterrichtsstunden auf einem Fahrzeug mit Schaltgetriebe erforderlich, damit ich keine Beschränkung auf Automatikgetriebe eingetragen bekomme.
(Das Problem bestand bei mir nicht, da meine Fahrschule nur Schaltgetriebe hatte.)

Auch wenn es immer weniger Fahrzeuge mit Schaltgetriebe in freier Wildbahn gibt, so vertrete ich die Meinung, dass man als Fahrschüler auf jeden Fall seine Ausbildung auf einem Schaltgetriebe absolvieren sollte und nur ab und zu mit einem Automatik fahren sollte.

Unsere große Tochter hat gerade ihren Führerschein gemacht. Ausgebildet wurde sie ausschließlich auf einem Schaltgetriebe.
Jetzt überlegt sie, was für ein Auto sie sich zulegen soll.
Am liebsten hätte sie natürlich ein E-Auto, auf der anderen Seite möchte sie aber aus eigenem Antrieb noch etwas Fahrpraxis auf einem Schaltgetriebe sammeln.
Ich kann sie sehr gut verstehen und finde diese Einstellung vorbildlich.

Vielleicht kann sie sich ja doch ein E-Auto zulegen, denn sie hat die Möglichkeit, in der Firma regelmäßig den Transporter (mit Schaltgetriebe) fahren zu dürfen.
Das dürfte vollkommen ausreichend sein, dass sie genügend Fahrpraxis auf Schaltgetriebe sammelt.
(Abgesehen davon, dass sie dann auch gleich Erfahrung mit größeren Fahrzeugen sammelt.)

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Jupp, so kannte ich das auch. Nun ist es wohl so, dass ein normaler Führerschein immer ein „Automatik-Führerschein“ ist und man einen _Zusatz_eintrag „Schalter“ erhält.

Bye Thomas

Ab 01.04. müssen die Jugendlichen (wenn sie nicht eh schon auf Schaltung geschult hätte) dann nochmal 10 Stunden absolvieren um zu einer „sicheren, verantwortungsvollen und umweltbewussten Führung eines Kraftfahrzeuges der Klasse B mit Schaltgetriebe befähigt zu sein“. Ja - ist klar. Wer hat die Regelung vorgeschlagen? Der Verband der Fahrschulen?
Das ist Geldmacherei - Made in Germany.

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Müssen es 10 Sonderfahrten (wie Überland/Autobahn/Nachtfahrt) sein, oder müssen es 10 Fahrten sein?

Wenn man dann von geplanten 30 Ausbildungsfahrten einfach jede dritte mit dem Schaltwagen absolviert, hat man doch die 10 Fahrten automatisch mit abgedeckt und darf seine Prüfung auf Automatik ablegen.

Wenn es aber 10 Sonderfahrten sein müssen, in denen es ausschließlich darum geht, wie ich mit dem Stock im Getriebe rühre, dann halte ich das auch nur für reine Geldmacherei. Diese Variante glaube ich nicht und hoffe, dass meine erste Variante der Wahrheit entspricht.

Es müssen 10 Fahrten sein und sie können in die Ausbildung integriert werden.
Hier die Automatikregelung.

Das halte ich aber für praxisfern. Man müsste z.B. 15 normale Stunden + Sonderfahrten auf Automatik, dann weitere 10 Stunden mit dem Schalter schulen und dann die die Prüfung auf Automatik abnehmen. Nur dann könnte man gleich alles auf Schalter schulen und prüfen…

Nun,
dank E-Autos, Hybriden und DSG (samt Artverwandschaft anderer Hersteller) gibt es in Zukunft wohl eher amerikanische Verhältnisse.
Da macht eine Anpassung des Regelwerkes Sinn, so können viele Fahrstunden im E-Auto geleistet werden. Ist doch auch etwas Gutes …

Also ich habe 2012 meinen Führerschein gemacht und damals haben wir alle auf Schalter gelernt. Ich wusste bis vor ein paar Monaten nicht mal, dass es einen Automatik Führerschein gibt. Fahren mit einem Schalter zu lernen mag sicherlich immer noch sinnvoll sein, ich muss aber nach einigen Jahren mit Automatik gestehen, dass ich das meiste verlernt habe. Letztes Jahr hatte mein Auto einen Unfall (Reifen geplatzt während der Fahrt) und der ADAC gab mir als Ersatzwagen nur einen Schalter. Ich habe dann diesen (ein Golf Kombi) 15 Minuten lang abgewürgt, da ich mit der Kupplung nicht mehr zurecht kam und musste erstmal mich wieder erinnern wie man in den Rückwärtsgang wechselt. Mir war es dann zu dumm und ich habe den Wagen direkt wieder bei der Werkstatt abgegeben und mir bei Sixt einen mit Automatik geholt.

Da die meisten in Zukunft nur noch Automatik fahren werden, dürfte der Vorteil des Führerscheins auf Schaltung auch immer mehr verschwinden. Ich habe das meiste verlernt, obwohl ich einige Zeit Schalter noch gefahren bin nach meiner Fahrprüfung und muss auch sagen, dass ich mit Automatik mehr auf den Verkehr achte, als ich es mit dem Schalter habe. Man muss sich nicht um abwürgen, schalten etc kümmern, sondern kann sich auf den Verkehr konzentrieren. Meiner Frau ging es ähnlich und mittlerweile würde ich meinem Kind auch daher ein Auto mit Automatik kaufen. Der Gebrauchtmarkt ist hier auch anders als früher.

Ich habe bei einem Bekannten noch einmal nachgehakt. Die Prüfung kann natürlich auch weiterhin auf einem Schalter erfolgen und man erlangt dann automatisch diesen Zusatz (wie immer der dann konkret aussieht). Ich glaube allerdings auch, dass die Jahre der Schalter gezählt sind und die FS werden sich entsprechend einrichten. BEV und §HEV werden schon dafür sorgen :slight_smile:

Bye Thomas

Mein letzter Sohn macht dieses Jahr den Führerschein und bei uns ist es leider schon notwendig den Schalterschein zu machen, weil wir ein Wohnmobil haben das nicht Automatik ist und natürlich ein Schaltgetriebe bleibt…