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Fragen an Dr. Norbert Verweyen (Leiter E-Mobility innogy)

Im Rahmen der Mitgliederversammlung des TFF e.V. wird Herr Dr. Norbert Verweyen (Leiter E-Mobility innogy) einen Vortrag halten.

Wenn Ihr Fragen an Herr Dr. Verweyen habt, könnt Ihr diese gerne hier reinstellen. Wir werden Eure Fragen dann am Ende des Vortrags stellen und die Antworten hier veröffentlichen.

Mein Frage:

Warum konnte sich das geniale Identifizierungssystem an den RWE-Säulen nicht durchsetzen.
Die Tesla Model S hatten ja Schwierigkeiten, da irrtümlicherweise das Vorhandensein eines SuC angenommen haben.
Warum konnte man sich nicht mit Tesla einigen, dass man das Model S in dieses System integriert hat.
Hätte ja bedeutet, das alle Model S einfach an den RWE-Säulen hätten laden könnten, sofern Sie man dort registriert hätten.

Wie sieht die Ausbauplanung von Innogy für die nächsten 12 Monate aus.

innogy-säulen mit RFID wäre nett. :smiley:

RWE war seiner Zeit voraus und hat das, was inzwischen in der ISO-Norm 15118 standardisiert wurde, in einer proprietären Implementierung vorweg genommen:
golem.de/news/iso-15118-ele … 33958.html

Jetzt geht es ihnen damit, wie Tesla mit den Superchargern: Sie hatten früher als alle Wettbewerber eine elegante und leistungsfähige Lösung, aber auf lange Sicht werden sie ihre proprietäre Implementierung zugunsten des später entwickelten Standards aufgeben müssen. Wann Tesla ISO 15118 unterstützt, ist auch eine sehr interessante Frage, aber dafür ist Herr Verweyen der falsche Adressat.

Dann wäre die Frage: Wird ISO 15118 unterstützt?

Ja, die Frage stelle ich gern, wobei ich die Antwort schon zu kennen glaube: „innogy wird ISO 15118 zeitnah unterstützen.“ :slight_smile: Aber ich bin natürlich auch gespannt, was Herr Verweyen dazu sagt.

Ich würde mal fragen wie Innogy das Geld mit Ladeinfrastruktur verdienen möchte.
Unterfrage - die meisten Autos jetzt und in kommenden 2 Jahren die große Akkus haben und schnell geladen möchten kommen zu 95% von Tesla. Und ausgerechnet diese Autos können an Innogy Ladesäulen nicht schnell geladen werden. Wird sich das ändern? Einen Stecker mehr einbauen und das Geld verdien sollte nicht schwer sein.

Nur dass ich Dich richtig verstehe: Du schlägst vor, dass sie in ihren Schnellladestationen den Tesla Supercharger Stecker einbauen sollen?

Wieso bietet Innogy bei Ihren Ladesäulen keinen Typ 2 kompatiblen Stecker an?

Tun sie doch.
Sowohl an den normalen Stationen als auch an den Triples.
Nur eben kein DC-Mid, aber das macht mit Ausnahme eines schweizer Anbieters, niemand.

und bei den normalen Säulen in den Städten macht das imho auch keinen Sinn. Die werden doch meist als Destination Charger genutzt und da sind 2 oder 3 Stunden laden kein Thema.

Es geht nicht um Typ 2 (AC laden). ExALPINA_B7 schrieb: „[…] Tesla. Und ausgerechnet diese Autos können an Innogy Ladesäulen nicht schnell geladen werden. […] Einen Stecker mehr einbauen […]“ Daraus schlussfolgere ich, dass nur DC gemeint sein kann.

Innogy baut keine tripple Säulen, lediglich die CCS Dinger. Sollte VW etc. wirklich durchstarten, wird sich das Verhältnis umkehren. Aber bis dahin fliesst noch viel Wasser den Rhein runter und wir werden bei dem Thema noch einiges an Popcorn benötigen.

Meine Frage an Dr. Verweyen wäre: die paar Standorte für 2018 war es also für ein Multi Mrd. Euro schweres Konsortium?
Weitere Frage: Wir sichern Sie das avisierte Ziel von 400 Standorten bis max. 2020?

Karthago, verwechselst Du innogy mit IONITY?

Warum heißen die auch so ähnlich xD

Nachfolgend die Antworten von Dr. Verweyen auf die Fragen zur Wirtschaftlichkeit von öffentlichen Ladesäulen:

  • innogy geht davon aus, dass die Nutzungsrate von öffentlichen Ladesäulen zukünftig stark steigen wird. Sie werden dann aber voraussichtlich immer noch nicht wirtschaftlich sein.
  • Ladesäulen an öffentlichen Plätzen sollen als Marketinginstrument für E-Mobility verstanden werden.
  • Lademöglichkeiten bei Supermärkten (bspw. ALDI) führen gemäß ersten Studien dazu, dass die Kunden länger bleiben und mehr ausgeben. D.h. diese Säulen rechnen sich indirekt über höhere Verkaufsumsätze.

Und hier seine Antworten zum Thema Abrechnung von Ladevorgängen:

  • innogy präferiert Plug&Charge. Dabei erfolgt eine automatische Anmeldung an der Ladesäule über einen Chip im PKW.
  • Übergangsweise bietet innogy Kabel mit eingebautem Chip an.
  • Alternativ ist die Abrechnung per App mit hinterlegten Zahlungsinformationen die gängige Lösung.
  • Falls vom Auftraggeber gewünscht, werden auch Kredit-/EC-Kartenleser in die Säulen eingebaut.

Ich hoffe, ich habe diese Punkte richtig wiedergegeben. Falls nicht, korrigiert mich gerne.

Herr Dr. Verweyen hat noch diverse interessante Themen im Umfeld Energieversorgung und E-Mobility in seinem Vortrag angesprochen. Falls jemand davon etwas mitgeschrieben hat, kann er die Punkte gerne hier ergänzen.

An dieser Stelle herzlichen Dank an Herrn Dr. Verweyen für seinen Vortrag und die Teilnahme am Event des TFF e.V. am Nürburgring.

Ist mir auch bereits in mehreren Beiträgen aufgefallen, dass die verwechselt werden. Innogy stellt Triple Lader auf und betreibt Deutschlands größtes AC Ladenetz - nach den Tesla Destination Chargern :wink:

Ionity ist das CCS Netz der deutschen Autohersteller.

Zur Frage von Eberhard: „Plug and charge“, also die Authentifizierung per Ladekabel oder direkt durch das Auto, die ohne Zutun des Users automatisch im Hintergrund abläuft, ist weiterhin aus Sicht von innogy die bevorzugte Option (gegenüber App und RFID-Karten). Das vormals proprietäre Protokoll von vormals RWE war die Grundlage für den inzwischen verabschiedeten Standard 15118, der u.a. auch diese Form der Authentifizierung beschreibt. Alle Ladestationen von innogy unterstützen diesen Standard. Es fehlt allerdings bis auf Weiteres die serienmäßige Integration in die Fahrzeuge.

Die bohrende Nachfrage von Robert, warum die direkte Abrechnung per EC- oder Kreditkarte vermittels eines entsprechenden Lesers an der Ladestation nicht oder nur sehr vereinzelt angeboten wird, hat Herr Dr. Verweyen zunächst ausweichend (nicht) beantwortet. Als dann aber Tesla-Bjørn auf die sehr offen gestellte Frage nach den größten Hemmnissen für die massenhafte Verbreitung der Elektromobilität spontan das Fehlen von allgemein akzeptierten und europaweit etablierten Bezahlmöglichkeiten – konkret, bezahlen direkt per Kreditkarte an der Ladestation, ohne eine zusätzliche App etc. – als einen der wichtigsten Punkte nannte (obwohl er während der vorgenannten Diskussion gar nicht im Raum gewesen war) und dafür tosenden Applaus von der versammelten Gemeinde erntete, kam Herr Verweyen ganz offensichtlich doch ins Grübeln. Ich konnte das Thema später nochmal offline mit ihm persönlich aufgreifen und er schien die klare Botschaft der anwesenden Nutzer durchaus ernst zu nehmen. Das Thema bleibt definitiv spannend!