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Fahrzeugbatterie als Speicher?

Hat sich jemand mit Fachkenntnissen schon mal überlegt, was es bedeuten würde, die Batterie des Fahrzeugs als Speicher zu verwenden und in die Fotovoltaikanlage des Hauses einzubinden?

Diese Batterie wäre ja eh schon vorhanden und wesentlich grösser als eine Powerwall.

Es ist gerade Wetter, um auf solche Ideen zu kommen :wink:

Gruss
Peter

PS oder schon nur, um Strom mit Nachttarif am Tag zu brauchen…

Als Speicher kannst Du die Batterie natürlich nutzen, verbrauchen musst Du den Strom aber im Auto.

Rückspeisung aus der Batterie ins Netz halten die meisten hier für keine so gute Idee, da die Batterie nicht auf das entsprechende Lastprofil ausgelegt ist und es außerdem blöd wäre, wenn man morgens los will und der gestern geladene Photovoltaik Strom über Nacht wieder ins Netz zurück gespeist wurde.

Such mal hier im Forum nach Rückspeisung, da findest Du sicherlich den einen oder anderen Thread.

Gruß Mathie

Die einfache Antwort ist nein, das ist nicht vorgesehen.

Das könnte ich mir schon vorstellen. Und daran wird ja auch schon gearbeitet!
Es muss eine Win-Win-Situation entstehen. :smiley:
Ich übernehme Überschüsse aus dem Netz (viel Sonne und viel Wind) zu einem guten Preis und erkläre mich bereit, im Gegenzug, meinem Stromlieferanten einen Teil der gespeicherten Energie wieder abzugeben. «Smart metering» ist so die Stossrichtung. Wenn der Autohersteller auch noch mitmacht (zusätzliche Belastung, Garantie etz.) ist das eine mögliche Lösung. Mal überlegen! Wenn nur 30% aller Tesla MS in Europa 20% ihrer Kapazität (etwa von 90% auf 70% Ladung) bei Bedarf und zu Spitzenabdecken wieder zur Verfügung stellen, wäre ein Teil der Probleme, die Solar- und Windstrom heute hat, gelöst.

Geht nicht, ausser, man baut die Batterie aus und bastelt ganz viel:

Und Sinn machts auch nicht.

Eine Akkuzelle ist immer ein Kompromiss verschiedener Eigenschaften, der auf den vorliegenden Anwendungsfall zugeschnitten ist.
Tesla verwendet eine Zellchemie, die eine sehr hohe Energiedichte bietet, dafür aber weniger Zyklen übersteht.
In einem Fahrzeug ist die Energiedichte viel wichtiger als die Lebensdauer, weil wir Reichweite wollen und den Akku nichts ins nächste Auto mitnehmen. So ein Akku muss nicht auf eine Laufleistung von 2’000’000 km ausgelegt werden. Schon gar nicht, wenn dafür andere Parameter leiden müssen.

Speicher für den Netzausgleich hingegen sind nicht auf hohe Energiedichte angewiesen. Wo solche Anlagen installiert werden, kommts weder auf Volumen noch auf Gewicht an. Dafür ist die Lebensdauer entscheidend. Solche Investitionen müssen rentabel sein, was nur bei langer Betriebsdauer möglich ist. Wenn alle paar Jahre die Zellen getauscht werden müssen, hat das keinen Sinn.

Vehicle-to-Grid ist daher keine gute Idee, weder aus ökologischer noch aus ökonomischer Sicht.

Hallo Pesche, das Thema wird von vielen Seiten aus erforscht. Der passende Suchbegriff ist „Vehicle to Grid“.

Ein Teslaakku besitzt rund die 10 bis 20fache Kapazität wie ein durchschnittlicher Hausspeicher. Wenn man also nur die oberen 20% der Akkukapazität nutzt, wird das Fzg. am Morgen nicht leer sein. Wenn man 100% Reichweite benötigt muss man die Entladung an dem Tag halt ausschalten.

Das stimmt im Moment bei Tesla. Als allgemeine Aussage ist es falsch.

„Wie viel“ sind denn „wenige Zyklen“? Im Moment scheint Zyklenalterung beim Tesla nicht so sehr das Problem zu sein. Das Durchschnittsfahrzeug läuft nur 12.000 km/Jahr. Nicht von den Vielfahrern hier im Forum auf den Durchschnitt schließen.

Warum? Der Akkutausch beim Model S dauert 15 min. (beim erstmaligen Tausch; Folgetausch ca. 3 min)

Diese pauschale Aussage halte ich für falsch. Zumindest zur Spitzenlastkappung halte ich das für äußerst sinnvoll.

Gruß

Bernhard

Die Jahresfahrleistung hat auf die Zyklenlebensdauer keinen Einfluss. Natürlich ist Zyklenalterung im Tesla kein Problem, weil ein Auto eine geringe Zyklenbelastung erzeugt. Darum wurde bei den Zellen auf Energiedichte und nicht auf Lebensdauer optimiert. Trotzdem reicht die Lebensdauer für den Fahrbetrieb problemlos. Aber durch zusätzliche Zyklen für V2G wird der Akku schneller altern - logisch, oder?

Wow cool, in 3 Minuten einen fünfstelligen Betrag an neuen Zellen verbaut.

Versorgungsspitzen können natürlich mit EVs weggeladen werden. Verbrauchsspitzen aus EVs ausgleichen zu wollen ist tatsächlich weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll. Die Akkus sind viel zu teuer dafür. Eine Powerwall lohnt sich - rein finanziell betrachtet - auch nur in Ländern mit extremen Strompreisen und bei eigener PV. Sobald Netznutzungsgebühren ins Spiel kommen, hat das aktuell keine Chancen auf Rentabilität.
Bei Zellen mit ungeeigneter Chemie erst recht.
Darum verbaut Tesla in der Powerwall auch andere Zellen als in den Fahrzeugen.

Aber darauf ob der Akku innerhalb der durchschnittlichen Lebenszeit eines Fzg. aufgrund der Zyklenanzahl verschlissen wird. Wenn das Fzg. nach 15 Jahren in die Presse wandert einfach weil es alt ist und es sind erst die Hälfte der möglichen Zyklen auf dem Akku ist das halt auch „Verschwendung“.

Ja ist klar. Die Frage ist ob es innerhalb der Fahrzeuglebensdauer zum Problem wird.

Rechenbeispiel für Model S 90kWh:

  • tägliche Entnahme für „Nachtverbrauch“: 5 kWh
  • Fahrzeugnutzungsdauer 15 Jahre / 250.000km (entspricht ca. 700 Vollzyklen)
    => 5 kWh / 90 kWh x 365 Tage x 15 Jahre = 305 Vollzyklen über Fahrzeuglebensdauer

Jetzt ist einfach die Frage ob es wesentlich teuerer ist Zellen mit 1000 Zyklen Lebensdauer zu verbauen oder Zellen mit nur 700 Zyklen Lebensdauer. Ich kenne da keinen konkreten Preis dazu.

Eine 6,4 kWh Powerwall kostet „all incl.“ auch >7000 EUR. Und die hält keine 15 Jahre x 365 Zyklen. Die liefert im Notfall auch keine 90 kWh auf einmal.

Weisst Du welche Preise für die Spitzenkappung gezahlt werden? Da geht es auch in den Eurobereich je kWh. Allerdings ist da die „Strommenge“ nicht so entscheidend - die Leistung muss da sein. Wenn auch nur ein paar Stunden im Jahr.

Müssen unbeding Netznutzungsgebühren anfallen? Ich muss doch nur meinen eigenen Haushalt „vom Netz“ nehmen und mich selbst versorgen. Dadurch wird das Netz entlastet. Ich kann also Regelenergie anbieten ohne dass Netzgebühren anfallen.

Da geht es um Zellen die die 10fache Lebensdauer als die Fahrzeugzellen aufweisen. Diese Zellen sind für ca. 3-5000 Zyklen ausgelegt. Wie oben berechnet ist das bei einem großen Fahrzeugakku nicht nötig.

Gruß

Bernhard

Ich glaube, hier wird aneinander vorbei geredet.
Für seinen eigenen Haushalt ein paar kWh zu nutzen ist für den Akku kein Problem.
V2G ist unsinnig.

Ich denke die E-Industrie (Autobauer und Stromerzeuger) wird sich über kurz oder lang auf eine gemeinsame Strategie einigen müssen. Eine davon wäre die Nutzung der Batterien als «Spitzenbrecher». Wenn wir die „Dreckschleudern“ auf beiden Seiten wegkriegen möchten (Energiewende!!!) kann es nur gemeinsam gehen. Sich nur den «Heiligenschein» aufzusetzen und zu sagen «wir bauen E-Autos, jetzt bringt ihr nur schön den notwendigen Strom» ist nicht genug. Wenn fossiler Brennstoff durch erneuerbare Energie ersetzt werden soll müssen alle am gleichen Strick ziehen. Und zwar in die gleiche Richtung. So - das war`s. :wink:

Und ein Grund speziell bei TESLA ist: Ich könnte mir am Supercharger kostenlos Strom holen (ca. 60kWh) und daheim gemütlich 6 Tage lang verbrauchen… (Wir haben ca. 3500 kWh Verbrauch p.a.)…

Nein, das ist ganz einfach über Software zu verhindern.
Es darf nur soviel entnommen werden wie vorher ohne SuC geladen wurde.
Ein Grund für Tesla ist sicher die 8 jährige Akku Garantie.
Man könnte in 8 Jahren theoretisch 2900 Zyklen zusätzlich damit machen.

In der Praxis siehts aber ganz anders aus.
Solarstromanlagen mit Speicher schaffen etwa 250 Speicherzyklen/Jahr (nicht 365).
In einem Durchschnitts-EFH beträgt ein nächtliche Akkuentladung etwa 5 kWh. (Das ist schon viel.)
In 8 Jahren kommen dadurch also nicht 2900 sondern etwa 117 zusätzliche Vollzyklen zustande (= 8 x 250 x 5kWh / 85 kWh).
Das juckt den Akku wenig, zumal die Entladeleistung gering ist.
Ein zu hohe Belastung des Fahrakkus im Einsatz als Hausstrompuffer könnte natürlich auch per Software verhindert (oder auch extra berechnet) werden.

Ich bin mir nicht sicher, ob bei Nissan sich die Meinung geändert hat, immer noch hinter V2G zu stehen:

Nissan’s battery electric vehicle “warranty doesn’t prohibit V2G” and the “impact [of V2G] on the battery is insignificant”.

Ferner:
evobsession.com/6-nissan-leafs-p … ing-japan/

Nun nich gabz am Thema aber dennoch: ich habe von meinem Solarteur gesagt bekommen, dass Nissan nun ein System mit alten Nissan Fahrzeugbatterien als Solarspeicher anbietet; ohne Garantie auf den Batterieteil des Solarspeicher Systems…

Cheers Frank

Die Amsterdam-Arena erhält als Notstromaggregat ausgediente Leaf-Batterien:
nzz.ch/mobilitaet/auto-mobil … -ld.138270

An der Intersolar 2017 in München wurde der Mitsubishi Outlander offiziell vorgestellt als V2G Hausspeicher mit 10kWh und zwar serienmässig eingebaut. Weitere Hersteller werden mit Sicherheit folgen. Ich denke dabei mal an den neuen Leaf.

Clean energy stored in electric vehicles to power buildings

Hm… :wink:

Honda hat bei der IAA eine Elektro-Studie vorgestellt und erwähnt dort explizit, dass dieses Model für V2G vorgesehen ist:

Aber zum Wagen gibt es dort ein paar interessante Zusatzinformationen:

Honda stellte auch sein Honda Power Manager Concept auf der Messe vor, ein integriertes Energieübertragungssystem, das Strom zum und vom Hauptnetz verteilen kann, sowie den Stromfluss aus erneuerbaren Quellen zu steuern und eine mit dem Haus verbundene Elektrofahrzeugbatterie zu verwalten.

Philip Ross, Senior VP für Honda Europe, sagte: "Wenn nötig, kann Power Manager auf Energie aus der EV-Batterie zurückgreifen, um das Haus zu versorgen und die Nachfrage vom Hauptnetz zu minimieren. Es erlaubt sogar, dass die in der EV gespeicherte Energie wieder ans Netz verkauft wird, um ein Einkommen für den Besitzer zu generieren. "

Die Technologie befindet sich in Westfrankreich, im Rahmen der Entwicklung eines regionalen „Smart Grid“, das im Jahr 2020 abgeschlossen sein soll.

Die Japaner sind einfach noch etwas entwicklungsfreudiger…^