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Erneuerbare können den Planeten nicht retten?

Nun hat mich YouTube so lange mit diesem Videovorschlag genervt, dass ich dann doch mal rein geschaut habe, obwohl ich den Titel etwas übertrieben fand: Why renewables can’t save the planet | Michael Shellenberger | TEDxDanubia
Leider hat mich der Vortrag dann nachdenklich gemacht und irgendwie muss ich dem guten Mann Recht geben. Alles, was er anspricht, trifft zu.

Wo liegt nun der Denkfehler von denen, die behaupten, dass die komplette Energie regenerativ erzeugt werden kann? Oder anders ausgedrückt: was hat Mr. Shellenberger in seinem Vortrag verschwiegen?

Oh man, erst mal TEDx ist wirklich gefährlich… Hier meine Beobachtung. Ich bin Laie, aber der Vortrag ist ja für Laien gemacht!

Er vergleicht z.B. die Preise Deutschland/Frankreich, aber das kannst du natürlich so nicht machen. In Deutschland sind ganz andere Steuern dabei, die EEG-Umlage und natürlich die Geschichte mit dem Atom-Ausstieg, d.h. der Atom-Ausstieg ist in den Preis reingerechnet, den er als Argument gegen die EE anführt. Das ist natürlich bescheuert.

Warum das Diagramm mit den Strompreise in D genau bei 2006 aufhört ist bestimmt kein Zufall. 2000-2006 stiegen die Preise nämlich genauso stark an. 2013-2019 aber nicht, das sieht man so gar im Diagramm im Vortrag selbst, obwohl doch in den letzten Jahren so enorm viel EE ausgebaut wurde. Passt aber nicht in den Narrativ.

Er spricht immer wieder von „unreliable“ EE und das z.B. in California gar nicht genug Wasser für die Pumpspeicher zur Verfügung steht, aufgrund des Klimawandels. Aber interessanterweise mussten auch die ach so „reliable“ KKW in Europa in der Dürre 2018 ihre Leistung reduzieren, weil nicht genug Kühlleistung zur Verfügung steht. Ups.

Ahh… nun ein Schmankerl. Das Bild mit „45 years of swiss nuclear waste“ ist vermutlich einfach eine Fälschung! Und ob auf dem Bild die 5321 Tonnen bei sind, die die Schweiz im Atlantik versenkt hat?
Andere Quellen sprechen übrigens von „combined total volume is around 100,000 cubic metres, of which about 90% is low- and intermediate-level waste.“ Natürlich ist da low und medium waste dabei, aber auch der ist „Abfall“, anders als das Pic suggeriert.

Und jetzt breche ich das mal ab…

Ein informierter Laie offenbar. Danke!

Danke für die Vorlage, MichaMeier. Ich habe das Video auch gesehen und mich dagegen entschieden, es hier zu teilen.

Gleichwohl war ich auch erst mal verunsichert. Ich habe mir dann anschließend ein Video zum Rückbau des Atomkraftwerkes Unterweser angesehen und war geheilt. Was für ein Irrsinn.

Das Video hat mir dennoch wieder eines klargemacht:

Der technische Fortschritt wird uns nicht dabei helfen, den Klimawandel, die biologische Krise und weitere Menschheitsprobleme in den Griff zu bekommen.

Dazu müssen wir nur einmal für selbstverständlich Gehaltenes kritisch hinterfragen.

Weshalb versuchen wir unsere Probleme, die häufig durch Technologie verursacht wurden, wiederum durch neue Technologien zu lösen?

Ich bin mittlerweile der Ansicht, dass Verhaltensänderungen der Gesellschaft viele Probleme wesentlich einfacher lösen würden.

Dazu wird es auch kommen müssen, sonst wird es zum Untergang unserer Zivilisation kommen.

Wie kommt er denn darauf dass Deutschland 580MRD in EEs investiert hätte? Und wer hätte denn in Nuclear investiert? Kein Mensch will sich das noch ans Bein binden. Zudem kann er ja gerne nach Frankreich gehen denn dort ist der Strom so billig und daher alles besser. Viele vergessen die lokale Wertschöpfung.

Ich halte solche Aussagen immer für sehr schwer.

Das ist exakt der Punkt, um den es gehen wird. Klar, man kann noch ne Menge technologisch machen, aber anstatt herauszufinden, wie man z.B. technologisch Plastikmüll aus den Meeren fischt, wäre es einfach nur genial, wenn wir HEUTE damit beginnen würden, den Kram doch da einfach nicht mehr reinzuschmeissen - wäre ja mal etwas…

Wir müssen dringend aufhören, einfach so weiterzumachen, wie wir es kennen - das geht nicht mehr. Man kann ähnlich viel Spass auf diesem Planeten haben, ohne dabei alles kaputtzutrampeln.

viele MERKEN es auch einfach nicht, fahren weiterhin auf die Müllediven in Urlaub und meinen der Tesla wird die Welt retten. IMHO können wir es bestenfalls verzögern, aber spätestens die nächste Generation hat definitiv den Zonk gezogen. Klar sollten wir es probieren, aber wie in so vielen anderen Threads geschrieben, schaufeln wir mit mehr oder weniger kleinen Eimerchen das Wasser aus dem sinkenden Schiff. Die „Zivilisation“ ist viel zu divers um gemeinsam auch nur irgendwas machen zu können. Wir sehen das hier zu oft durch die eigene Brille. Keine 5 Flugstunden (Wortspiel, ja) entfernt ist quasi noch Mittelalter und den Leuten ist garnichts bewusst. Da können wir verbieten und regeln was wir wollen, das kommt nicht an. Da kann man hier Joghurtbecher auch 2x Spülen, das reißt es auch nichtmehr…

Erst mal das Überbevölkerungsproblem angehen, der Rest ist gar nicht so wichtig.

Muss ich Dir Recht geben, aber an der Stelle wirds zum einen ironisch (wir müssen weniger werden um alle zu retten), zum anderen politisch untragbar. Das Thema ist jedem bewusst und jeder weis, daß er was tun könnte was er aber natürlich nicht will.

Videoempfehlung:

Wir alle sind Teil eines Riesen Problems | Felix Ekardt

Oder eben auch technologisch.
In diesem Fall gewisse Materialien verbieten und biologisch abbaubare einsetzen.

Ich sehe da viel mehr Potenzial.

Obwohl absichtlich kinderlos, bin ich der Meinung, dass das ein Trugschluss ist. Außerdem hat das aktuell ein unschöne politische Brisanz. Selbst wenn der Gedanke nachweislich richtig wäre – man müsste ihn mit Samthandschuhen anfassen.

Prinzipiell hat der Planet nämlich ausreichend Ressourcen für auch 10 Milliarden Menschen.

Wenn man als Angehöriger einer westlichen Verschwendungsgesellschaft fordert, in den Gegenden der Erde, die sich gerade aus lebensbedrohlicher Armut in den Zustand eines ärmlichen aber ungefährdeten Lebens entwickeln, mögen sich die Menschen bitte weniger vermehren, dann ist das eine neue Form des guten alten Kolonialismus – mit weißem Chauvinismus als Hintergrund (siehe Neuseeland). Weniger gewalttätig als vor 150 Jahren, aber nicht weniger ekelhaft. Unser Wohlstand basiert nämlich zu einem wesentlichen Teil auf deren Armut.

Ehe wir das Recht erlangen, anderen Vorschläge zur Familienplanung zu machen (uns selbst können wir ja nicht meinen), sollten, nein müssen wir erst mal unseren Verbrauch auf das Maß runterschrauben, das uns rechnerisch zusteht. So lange wir nicht nur das Doppelte sondern eher das Zehnfache von allem verbrauchen, was wir bei gleichmäßiger Verteilung zur Verfügung hätten, müssen wir die Klappe halten und an uns selbst arbeiten.

Nicht die Menschen sind das Problem, sondern der entfesselte Konsum. Unser entfesselter Konsum.

@cer +1000

Anknüpfend an cer’s Beitrag:

Nicht die Kinder sind das Problem, sondern der Lebensstandard, also der Verbrauch pro Kopf. Wenn China, Indien und Co auch insgesamt mehr CO2 erzeugen, als z.B. Europa, so ist der pro Kopf-Einfluss deutlich geringer, als hier z.B. bei uns in Deutschland.

Das heißt kurz zusammengefasst, wir leben in der industriell-zivilisierten Welt weit über dem, was unser Planet uns geben kann, obwohl die Geburtenrate recht weit unten ist. Es sind nicht die Entwicklungsländer „die Schlimmen“, wir sind es.

Alles Gute!

Wer sich mit diesem Schmerz intensiver auseinandersetzen möchte:

http://www.stephan-lessenich.de spricht über die Externalisierungsgesellschaft:
youtube.com/watch?v=LnjIoZsmQlE
Das ist etwas langatmig, aber wer googelt, der findet.

Interessant ist insbesondere der Gedanke der »erzwungenen Komplizenschaft«…

Edit erinnert sich: Das hatten wir doch vor 10 Monaten schon mal…

Zum Nachdenken:

Niko Paech über Post-Wachstums-Ökonomie, Barbarei & Nachhaltigkeit

Warum wollt ihr immer den Planeten retten? Der ist schon erledigt. Nich 4 Mrd. Jahre und dann ist fertig. Ob davon während 3.9 Menschen drauf leben oder nicht ist dem Planeten egal…
Das was ihr wollt ist das Lebensklima für uns besser machen. Der Kugel ist das bissel CO2 egal… Stellt euch mal vor da wird gespart was geht und dann gibts ein großes Erdbeben und an einer der Gräben der Kontinentalplatten brechen auf 3000km Länge 50 Vulkane aus… blöd für uns. Der Planet wird in 20 Mio. Jahren anders aussehen aber geben tut es ihn immer noch.

Es geht auch hier wie immer um UNS, unsere Zukuft und auch um unser Geld… nedd um die Kugel auf der wir leben.

Es geht darum Lebensräume in überschaubaren Zeithorizonten zu erhalten. Niemand hat die Idee „auf Ewig“ den Planeten zu erhalten, dennoch ist der Fatalismus mit eines der Übel, an denen wir kranken, neben der bislang noch monetären Übermacht der „alten Wirschaftsunternehmen“.

Alles Gute!

Natürlich geht es in erster Linie um uns Menschen und vor allem um die Generationengerechtigkeit.

Richtig.

Allerdings wird gerne vergessen, dass die Klimaschädlichkeit von CO2 hinsichtlich ihrer tatsächlichen Auswirkungen in der realen Welt immer noch eine reine Hypothese theoretischer Physiker ist. Es gibt in der historischen Rückschau weder bei kurzen, mittleren noch langen Zeiträumen eine Korrelation zwischen CO2-Gehalt der Atmosphäre und den realen klimatischen Lebensbedingungen und Temperaturen auf der Erde. Selbst bei den genauen Messungen der letzten sechzig Jahre gibt es die Korrelation nicht, im Gegenteil. Die stärkste Temperaturerhöhung während der letzten 150 Jahre fand in der Zeit zwischen 1905 und 1940 statt, als menschgemachtes CO2 nur in Kleinstmengen in die Atmosphäre gelangte. Während der letzten sechzig Jahre, also der Zeit der größten menschgemachten CO2-Produktion, gab es überhaupt nur während zwanzig Jahren eine Erhöhung der Durchschnittstemperaturen. Und seit der letzten Eiszeit waren die Temperaturen während langer Zeiträume höher als heute, ohne dass daraus irgendwelche Schäden resultierten.

Wenn es tatsächlich um uns Menschen und um reale Lebensbedingungen geht, sollten wir uns um echten Umweltschutz kümmern, statt um eine Fiktion wie „Klimaschutz“, z.B. die Luftreinheit in den Städten durch Elektromobilität oder um die Verschmutzung der Böden und der Gewässer einschl. der Meere. Jedes Jahr sterben tausende Menschen alleine in Deutschland durch resistente Keime, die überhaupt nur aufgrund der Verseuchung der Gewässer mit Antibiotika aufgrund der Massentierhaltung existieren. Die 40 Mrd. für die Stillegung der Kohlekraftwerke hätten wir besser in den sofortigen Bau von 3,6kW Ladestationen auf jedem öffentlichen städtischen Parkplatz investiert. Wahrscheinlich bräuchte es dafür gar nicht soviel Geld und für den Rest hätten wir noch massenweise Fahrradwege bauen können.

„Klimaschutz“ ist eine Fiktion und den Planet brauchen wir nicht zu retten, die Gesundheit der Menschen, die Umwelt, die Natur und die artenreiche Tierwelt hingegen sehr dringend.