Ergibt ein Verzicht auf AC-Ladegeräte in E-Autos Sinn?

Im Thread zum Tesla Model 2 "Redwood" (2025) gab es eine interessante These von @TesDriver dass Tesla (oder auch die gesamte Branche) in Zukunft auf AC-Lader verzichten könnte:

Ich finde die These ehrlich gesagt sehr interessant. Das Argument gibt für mich Sinn, dass es wohl günstiger wäre einen (optionalen) mobilen Adapter zu verkaufen und/oder DC-Wallcharger zu nutzen (wenn es sie später mal günstiger gibt).

Wenn ein Hersteller so eine Veränderung durchsetzen kann, dann wohl Tesla mit einem neuen Massenprodukt, das auch Menschen anspricht, die bisher kein E-Auto haben. Möglicherweise ist das ganze auch in den USA aufgrund des NACS-Standards wahrscheinlicher.

Was meint ihr?

Liebe Moderatoren

Ich hoffe, der Thread hier geht in Ordnung. Im Thread zum „Model 2“ ist das Ganze wohl zu spekulativ, aber hier als Branchen-Trend (oder sagen wir Branchen-Spekulation) müsste es doch passen, oder?

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Solange jeder (besser: nahezu jeder) auf AC-Laden angewiesen ist, werden die meisten Kunden (und auch die Presse) dem Fahrzeug negativ gegenüber eingestellt sein.

Entweder man macht nach dem Kauf ein ganz schön langes Gesicht, weil sich durch das setzen des „DC“-Filters auf einmal nur wenig Lademöglichkeiten und hohe Preise auftun oder man ärgert sich direkt beim Kauf, dass es eine versteckte Preiserhöhung gibt, weil man dieses Extra kaufen muss.

Also: erst muss das DC-Ladenetz im gleichen Umfang (und zu den gleichen Preisen) wie jetzt das AC-Ladenetz vorhanden sein, dann kann der AC-Wandler im Fahrzeug eingespart werden.

wir haben über sowas schon vor ein paar Jahren hier diskutiert.

Heutzutage kosten AC Ladestationen fast genauso viel wie DC (klar, nicht HPC, aber 50ger).
DC Ladegeräte werden halt billiger.

D.h. man könnte wirklich sagen: ok, warum muss ich extra Kilos mir sich rumschleppen und darauf verzichten. Man spart aber auch 1-2k Euro pro Fahrzeug ein
Dann müssen aber sehr günstige heimische DC-Wallboxen geben, am besten mit V2G. Dann wird es wirklich interessant.

Nun, der Killerargument an jeder Steckdose laden wäre damit aber hinfällig. Aber jetzt mal im ernst, wie viele laden wirklich an jeder Steckdose? wenige.
Dafür brauch man schon eh einen „Ladeziegel“, wenn man den nicht gerade bei Lidl für 50 Euro ergattert, dann kosten die um 150-200 Euro und können gerade mal 3kW (Tesla UMC mit Schuko).
Nun könnte man für solche Leute einen mobilen 3kW DC-Lader anbieten, zwar auch schon 1k+ Euro, aber nicht jeder braucht den.
Wallboxen kosten ähnlich viel. Wenn ich über PV Wechselrichter nachdenke, die 10-12kW mit HV 400V Batterie können und dabei um 2-3k Euro kosten, dann ist es wohl gar nicht abwegig, eine DC-Ladestation Zuhause zu haben (anstatt im Auto). Wenn man 2 Autos hat, dann kommt man auch mit einer DC-Wallbox klar. Spart also.

Im Großen und Ganzen… man sieht, es müssen noch einige Voraussetzungen geschaffen werden, und dann kann man auf AC verzichten. Im Jahr 2025-2026 glaube ich daran aber noch nicht.

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Bisher war DAS Argument, dass BEV mehrheitlich nur praktikabel sind, so eine eigene Hauslademögluchkeit vorhanden ist. Und jetzt sollen Wallboxen mit 11kW plötzlich entbehrlich werden?
Oder geht es (mal wieder) um schnöden Mammon, Einspareffekte und Gewinnmaximierung?

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Natürlich macht ein Weglassen des AC onboard Laders Sinn.

Damit werden sämtliche heute in Privathaushalten, bei Firmen und in Tiefgaragen installierte Ladestationen nicht mehr nutzbar. Als Ergebnis sind die BEVs dann sehr viel wenig praxistauglich.

Das macht wunderbar Sinn für drei Zielgruppen

  • Autohersteller und Experten, die immer noch auf Verbrenner setzen. Da musst du zwangsweise die BEV kaputt machen, wodurch der Verbrenner attraktiver erscheint
  • Hersteller, die DC Ladestationen verkaufen, weil ja alle AC Lader durch DC Lader ersetzt werden
  • Politiker, die einen Job nach der Politik vorbereiten, indem sie obige Firmen mittels Förderungen kräftig unterstützen

Ja, macht Sinn. Halt nicht für alle

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So ein privater DC Lader zu Hause wird ein echter Schnapper … Nach-Luft-Schnapper wenn man den Preis erfährt.

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Man sollte 2 Seiten betrachten:

zum einen die Möglichkeit, ein E-Auto zum möglichst günstigsten Preis anbieten zu können.
Und eventuell (entbehrliche) extra Ausstattung halt per Aufpreis anbieten.

So wie es ja die meisten Hersteller auch machen.

Gerade im Kleinwagensektor werden ja oft ein- oder zweiphasige AC-Charger verbaut und der dreiphasige kostet extra.
Warum also nicht ganz drauf verzichten?

Wer daheim nicht laden kann und in der Nähe einen DC-Charger hat, der könnte sich zurecht fragen, warum er/sie für eine Ausstattung bezahlt, die nicht genutzt wird. Wie das dann beim Weiterverkauf aussieht, ist natürlich eine andere Frage.

Andererseits aber eben auch die Realität auf den Straßen. Selbst wenn ich daheim nicht laden kann, finde ich doch unterwegs mehr 11/22kW AC-Ladestationen, die ich nutzen kann, wenn ich irgendwo parke. Und will da auch nicht drauf verzichten. Je nach Region und meinem privaten Bewegungsprofil kommt DC nicht immer in Frage. Und ich denke, dass das derzeit noch die Mehrheit der potentiellen Käufer betrifft.
Bedenkt man dann noch die Überlegung, dass demnächst vermehrt Laternenladen möglich sein soll, für die Leute, die auf der Straße parken (müssen), dann erledigt sich die Überlegung in meinen Augen von selbst.

Man verkauft ja auch kein Auto mit nur einem Sitz und bietet die anderen als Extra an - obwohl vielfach nur eine Person drin sitzt.
Für mich ist ein AC-Onboard-Lader essentiell für ein E-Auto.

Edit: die Idee, AC-Wallboxen und -Säulen umzurüsten oder gegen DC zu tauschen, dürfte auf nicht wirklich viel Gegenliebe stoßen. Immerhin bedeutet das ein zusätzliches Invest, das keinen wirklichen mehrwert bieten würde.

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An konventionellen AC-Ladesäulen lassen sich die Fahrzeuge dann ja trotzdem laden.

Man benötigt lediglich einen Adapter, in welchen der Gleichrichter eingebaut ist, der jetzt ja auch bereits in jedem Fahrzeug eingebaut ist. Dieses Teil würde einfach aus dem Fahrzeug in das Ladekabel wandern, so dass es nur die Leute kaufen müssen, die es benötigen.

Jetzt wird man vielleicht denken, dass es ja ohnehin jeder braucht. Die zukünftigen Neukunden von Elektroautos haben jedoch größtenteils eben keine Möglichkeit zuhause zu laden. Und das Laden an AC-Ladesäulen ist aus eigener Erfahrung eine extrem nervige und stressige Sache, zumal die Strompreise an AC-Ladesäulen in naher Zukunft teurer werden dürften, als an DC-Ladesäulen (betrachtet man die SUC Preise ist dies bereits der Fall).

Da lad ich als Laternenparker lieber einmal wöchentlich am Supermarkt beim Schnelllader.

Und wenn ich das mache, brauche ich überhaupt kein AC-Ladekabel mehr. Und somit auch die Funktion nicht.

So war der Gedankengang.

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Genau da ist der Punkt.

Viele AC-Ladesäulen besitzen ja einen öffentlich einsehbaren kWh-Zähler. Schaut euch die Zahlen mal an, was dort bisher an kWh ausgegeben wurde. Ich war jedesmal erschrocken, wie wenig es war. Häufig werden die Säulen halt einfach durch Plug-In Hybride den ganzen Tag blockiert.

Man kann sich ja ausrechnen, wie teuer der Strom sein müsste, wenn eine AC-Ladesäule in 5 Jahren gerade einmal 10.000 kWh abgegeben hat. Und es geht ja nicht nur darum, dass es sich amortisieren soll. Da will ja auch jemand Geld mit verdienen.

Diese Spekulation ist aber die Voraussetzung dafür, dass dein Gedankenspiel in der Praxis funktionieren kann… bleibt alles wie es ist, dann wird auch niemand freiwillig DC laden.

Ich bleibe dabei: erst muss die Infrastruktur her ohne das es zur Mehrbelastung der Kunden kommt und dann kann man Sachen am Fahrzeug einsparen.

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AC Lader sind für mich unverzichtbar, da ich eine Wallbox zu Hause habe.

DC Lader sind Hochspannungsgeräte, müssen daher in regelmäßigen Abständen vom TÜV abgenommen werden und sind wesentlich teurer als 11/22 kW AC Lader.

Und wenn ich die Belegung der AC Lader bei uns in der Straße so anschaue, sind diese alles andere als „Subventionsverbrenner“.

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10.000 kWh ist wirklich niedrig. Was mich aber wundert und woanders sicher auch anders aussehen dürfte. Hier würde es dann eher Sinn machen, den Standort zu hinterfragen.

Und: das ist nur der aktuelle Status Quo.
Mit der wachsenden Zahl an BEVs wird auch die Nachfrage nach AC-Ladern im städt. Bereich wachsen. Zudem sehe ich bei unseren Ladesäulen in der Stadt fast nur vollelektrische Fahrzeuge stehen.

Klar, man könnte jetzt sagen, man verbaut ab sofort nur noch DC-Ladestationen und lässt die AC-weiterlaufen, bis sie irgendwann ausgetauscht werden müssen. Neufahrzeuge kommen ohne AC-Lader daher und man nutzt Kabel mit eingebautem AC/DC ( :metal:) Gleichrichter. Am besten über alle Hersteller, denn nur so würden durch Skalierung die entsprechenden Kabel bezahlbar sein. Insellösungen einzelner Hersteller machen das teuer und unattraktiv.

Nur, würde das das Durcheinander beim Laden noch wachsen lassen und nicht einschränken.
Ein Hinderungsgrund für die E-Mobilität ist das in vielen Augen immer noch zu komplizierte Laden.

Hätte man da von Anfang an anders entschieden und konsequent auf DC-Laden gesetzt, wäre das auch ok. Nur würde ein Übergang es jetzt unnötig verkomplizieren.

Der Verzicht auf den 11kW-AC-Lader wäre zugleich der Verzicht auf jegliches Laden per Steckdose. Macht aus meiner Sicht aus mehreren Gründen keinen Sinn:

  • Man verliert die Ad-hoc-Lademöglichkeit
  • Wallboxen mit DC bedeutet, dass die Technik nicht eingespart, sondern vom Auto in die Wallbox verlagert wird, und dort ein vielfaches kostet weil sie dann den ganzen Spezifikationen nach VDE und Co entsprechen muss. Einfach mal schauen was für Preise für DC-Wallboxen aufgerufen werden.

Persönlich würde ich den Teufel tun, und mich für eine Lösung entscheiden die ich nicht im Notfall an einer 230V-Steckdose aufladen kann.

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Die Anfallende Verlustleistung in Form von Restwärme wäre damit im Winter nicht nutzbar.

Mal ganz abgesehen von der Ladungssicherung und dem Aufwand das kiloschwere Ding auszupacken, einzustecken, gegen Diebstahl zu schützen und am Ende des Ladevorgangs das ganze wieder rückwärts…

Und dort wo ich lade kostet AC nicht annähernd so viel wie DC. Derzeit lade ich zu 0,19 € / kWh AC öffentlich, da komme ich mit DC nicht annähernd hin.

Zudem sind DC Säulen dank der deutlich höheren Komplexität definitiv weniger Zuverlässig als AC Säulen, zumindest gefühlt. Klar macht es hier Tesla weiterhin sehr positiv vor, da kann ich mich aber noch an ganz andere regelmäßige Zustände, insbesondere von Tripple-Chargern erinnern. Tesla hat aber eben auch den Vorteil, dass ein oder zwei defekte Säulen idR nicht sonderlich negativ auffallen!

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Letzten Endes ist die Diskussion eher müßig. Hier diskutieren jetzt die Endkunden, ob man die Fahrzeuge und die Ladeinfrastruktur, die sie weder konstruieren noch bauern, ganz anders machen könnte.

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Wenn es sich rentieren würde, würde ich daheim an der PV sofort DC laden. Bei den aktuellen Preisen einer DC Wallbox kann man das vergessen.

Warum? Weil mir dann verdammte 10-15% Verluste von PV > Wechselrichter > AC / DC Wandler nicht flöten gehen würden.

Weiterer Vorteil, die 20 kWp Anlage läuft nicht ins 12 KW Limit der AC Schiene des WR. Heisst ich könnte sowohl Hausspeicher als auch Auto parallel auf der 18 KW DC Schiene laden, der Überschuß im Hochsommer kann dann über AC ins Netz. Im Moment läuft das über eine Ladesperre bis 13:00, wäre aber als reine DC Überschußmöglichkeit viel eleganter.

Mal sehen was mein Durchschnittsverbrauch über das 1. Jahr mit dem Auto dann ist. Im Moment gehe ich von 280-300kWh Verlust pro Monat von April - September aus, also 1.800 kWh im schlimmsten Falle.

Ich würde ja gern wissen was die 11kW DC WB von Ambibox kostet, aber leider finde ich keinen Preis :confused:

/Tante Edith:

Interner AC/DC Wandler als Sonderzubehör bestellbar. So bleibt die Technik im Auto gegen Aufpreis. Ich bräuchte Sie nicht, weder für Urlaub noch für Pendelweg hätte ich eine DC WB in der Garage.

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0,19 cent?! wo wohnst du? :smiley:
daheim zahle ich 0,29 ohne PV, draußen 48-60 cent/kWh für AC. DC kostet auch schon 55-60 cent/kWh.

Ich habe aber die Preise für die Ladestation selbst und nicht die Strompreise gemeint.

Good point! Nehmen wir mal 93% Wirkungsgrad, bei 3 kW sind es 210 W an Heizleistung. Da muss man schon aktiv kühlen :confused:

ja, das Ding ist nicht leicht. Mit 3-4 Kilo muss man schon rechnen. Mir macht eher CCS-Stecker Gewicht/Größe sorgen (schade dass wir hier kein NACS haben :wink: )

20 kW DC wiegt nur 35 Kilo :rofl:

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Verluste hast du trotzdem, denn die Spannung auf deiner Schiene ist nicht die, die das Auto braucht. mit 3-7% Verlusten musst du trotzdem rechnen.

Aber ja, PV direkt in den Akku wäre an sinnvollsten.

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Äh, korrekt.

Ich habe ein 800 V Hochvoltsystem im Haus… da müsste die Box regeln. Wäre trotzdem besser als über zwei Wechsler. Kostentechnisch aber trotzdem uninteressant, selbst bei der kleinsten 11kW DC Lösung :confused:

In München, durch viel Glück wohne ich dort recht nahe an dem Schmankerl. :smiley: Natürlich nicht der Regelfall.

Die Kosten der Ladestation selbst. Hmm, also das verwirrt mich.

Du meinst zuhause? Ausgehend von einem Tesla WC3 sind es derzeit 535 €. Da kommt doch eine DC-Lademöglichkeit nicht ran, da habe ich bisher nichts gefunden unter 2.000 bis 3.000 €. Auch wenn ich mir auch sicher bin, dass das tendenziell leistbarer wird die nächsten Jahre.

Du meinst unterwegs? Das überrascht mich schon, dass da eine AC Säule in einem ähnlichen Preissegment liegen soll wie eine 50-er DC Säule. Wenn ich mal auf eine Marke setze, welche ich aufgrund von persönlich erlebter Zuverlässigkeit vertraue: Alpitronic. Startet bei 20.000 €

Eichrechtskonforme AC Säulen starten ca. bei 1.000 €.

Eine DC-Säule hat natürlich mehr durchlauf (nicht nur theoretisch), aber die Anschaffungskosten klaffen schon auseinander würde ich sagen. Installationskosten mal ignoriert.

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