Erfahrungsbericht Langstrecke TM3 LR

Hallo,
Seit etwa 1/2 Jahr sind wir nun stolze Besitzer eines TM 3 LR (Mod 2021), und nach einigen Mittelstrecken (ca. 300 km) stand nun die erste Langstrecke (Berlin, 600 km) an. Entsprechend gespannt waren wir, wie die Routenplanung funktioniert. Zusammenfassend: ok, aber ein paar Fragen blieben - dazu unten mehr.
Hinfahrt: Das Auto vorher auf 100% geladen, Ziel eingegeben - Geplant wurde 1 Stopp nach 400 km (mit 15% Restladung) - wow. Problemlos (mit ca. 11% Restladung) angekommen; Relativ wenig Autos; nach weniger als 20 min meldete sich das Auto als bereit zur Weiterfahrt. Da wir aber gerade erst unsere Getränke erhalten haben, ließen wir ihn weiter laden und starteten nachher mit etwa 87%. In Berlin waren wir dann bei 40% und hatten das Glück, direkt vor unserem Hotel eine freie (!!) Ladesäule zu finden. Das ist in Berlin nicht selbstverständlich…
Bei der Rückfahrt starteten wir mit 76%, und das Auto plante 2 Stopps, einen nach gut 200km, einen weiteren nach etwa 280 km. Diesmal fuhren wir sofort, nachdem der Wagen “bereit zur Weiterfahrt” signalisierte, auch weiter. Im Laufe der Fahrt stellten wir dann fest, dass unser Auto seine Meinung geändert hatte und davon ausging, ohne weiteren Stopp mit 5% Restladung zu Hause anzukommen. Hmm… ok… Die 5% sanken dann sukzessive. Als das Auto dann noch 20 km Reichweite hatte und es noch etwa 20 km nach Hause nach Hause waren, haben wir die Nerven verloren und bei einem zufällig am Weg liegenden Tesla Supercharger ein paar KWh nachgeladen… Hierzu haben sich ein paar Fragen ergeben - vielleicht haben ja ein paar Leute in dieser Community Erfahrungen & Tipps, die sie gerne teilen:
1.) Kennt Ihr das auch, dass das Auto so knapp plant? Wir hatten letztendlich Sorge, dass das Auto irgendwann sagt - ach sorry, hat doch nicht gereicht, ich bleibe jetzt mal stehen, weil jetzt finde ich auch keine Ladesäule mehr… Was passiert dann? Oder passiert das einfach nicht?
2.) Eine so sportliche Planung mag ja vielleicht noch gehen, wenn man am Zielort direkt laden kann - aber wie geht man an fremden Zielorten damit um, wenn ich keine direkte Lademöglichkeit vor Ort habe und nur noch 2% auf der Uhr?
3.) Kann man dem Tesla irgendwie sagen, dass er doch bitte etwas konservativer planen möge (z.B. Ladestopps bei nicht weniger als 15% und Ladung am Ziel mindestens 20%)?
4.) in diesem Zusammenhang: Ich habe für Routenplanungen (wir wollen im Sommer nach Schweden mit Dachbox) auch gerne die (iOS) App ABRP (A Better Route Planner) benutzt (womit du genau einstellen kannst, mit wie viel Ladung du ankommen & stoppen willst usw.). Eigentlich ganz nett - du kannst sie mit dem Tesla koppeln, so dass sie die echten Ladedaten erhält und sie kann auch die fertige Route an das Auto senden. Aabeer: Die von der App geplanten Ladestopps werden vom Tesla als normale Zwischenstopps (Pause ohne laden) angezeigt, d.h. die Batterie wird nicht vorkonditioniert, es findet keine Vorab-Kommunikation mit den Superchargern zur Kapazitätsplanung statt, das Auto plant demnach (wenn Trip-Planer) aktiviert, davon unabhängige Stopps (so wirkt es zumindest) und die Routenplanung ist dann auch logischerweise statisch, d.h. wenn ich plötzlich (wegen der Dachbox) mehr verbrauche, wird die Ladestrategie nicht automatisch angepasst - auch nicht ideal. Wie sind hier Eure Erfahrungen & Tipps? Zumal, wenn ich die Supercharger-& Ladesäulen-Dichte in Schweden betrachte - das könnte eng werden, oder?
Ich freue mich auf Euer Feedback!

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Das Auto plant schon ab und zu mal knapp.
Auf unter 5% aber eigentlich nicht, aber einen SuC einzufügen wenn keiner geplant war tut es aber meines Wissens nicht.

Da muss man sich vorher auf den bekannten Apps informieren :slight_smile:

Nein, das kannste nur mit ABRP.
Das Tesla Navi ist sowieso noch sehr rudimentär, schlägt ja auch keine Alternativrouten vor und zeigt auch keine Staudauer usw. an.

Statt die ABRP Route komplett zu übernehmen einfach den nächsten Stopp in den Tesla eingeben. Manchmal sind die öffentlichen Ladesäulen dann auch im Lademenü auswählbar, dann wird auch vorkonditioniert. Wenn du Supercharger nutzen solltest geht das sowieso.

Quatsch.
Wir sind da Ende 2020 hoch mit einem Model 3 Performance und hatten nie Probleme. Selbst ein StandardRange+ schafft das bei der guten Dichte da oben Problemlos. Ionity und co. ist ja auch noch da. Du solltest dir nur die entsprechenden Ladeapps von dort oben besorgen.

Wo es eher knapp wird ist bei Griechenland unten oder Polen.

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Ich lade immer 5-10 Prozent mehr als das Navi vor gibt. Je nach SoC und wie lange es deshalb noch dauern würde.
Dann kann ich zwischen drin auch mal schneller fahren usw.
Manchmal breche ich die Navigation auch ab und starte während dem laden neu mit dem nächsten geplanten Stop als Ziel.
Dadurch plant er wieder genauer, so meine Beobachtung.
Dauert nur paar Sekunden und man is safe.
Gerade wenns durch die Berge geht…

Super - Danke für die wertvollen Insights. Welche Lade-Apps sind denn für Schweden zu empfehlen?

schaut mal hier, ein Thread mit knapp 2000 Beiträgen zu diesem Thema…

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Wenn es knapp wird, einfach ein bissl langsamer fahren. Spätestens jetzt, wo Tesla auch Gegenwind einplant, sollte die Überraschung zwar zukünftig ausbleiben, trotzdem, wenn du nur noch 50 km hast und die Restreichweite da nah dran liegt, mit 100kmh statt 130 fährst du ein erhebliches Stück weiter und verlierst vielleicht 3-5 min.

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Also aus Erfahrung kann ich sagen, wenn das Tesla Model (LR/P mit 82kWh-Akku) 0% anzeigt, dann fängt der Energybuffer an und dann stehen einem noch exakt 3,2kWh zur Verfügung. Wie weit man damit kommt, hängt stark vom eigenen rechten Fuß ab … aber die Leistung ist da eh schon stark reduziert.
Also spätestens bei 0% sollte man nach ner Ladesäule innerhalb der nächsten 10-15km suchen.

Nach 400 KM 1 Stopp, wow :ok_hand:

Bei mir ist nach 280-310KM Schluss im LR.
Ich fahre in die SUC mit 1-5 % rein.
Bei der letzten langen Fahrt bin ich mit einer Fahrt 869 KM gefahren,
allerdings mit 5 kurzen Stopps. Sieht man bei Test.
Das schleichen auf der Autobahn ist nicht so meins.

Für fast 130 km/h in Schnitt auf 130 km muss man aber auch schon ordentlich Kohle in den Kessel schaufeln. :grinning:

Bin von der Ostsee nach München und hatte absolut keine Lust auf eine lange Fahrt.
Ich wollte auch sehen ob man das im Bereich von
8 Std schaffen kann mit laden.

Ich kann nur aus Erfahrung eines Model S sprechen, aber mit 4% oder 5% kalkuliert das Navi leider seit einem der letzteren Updates.
UND es hat sehr oft Recht behalten!
Wenn man die Geschwindigkeit etwas drosselt und vorausschauend fährt steigt oft die Akkuanzeige.
Wir haben es schon öfter erlebt, das mit 7% Ankunft sein sollte, während der Fahrt es auf 3% herunter ging, wir dann aber trotzdem mit 7% oder mehr ankamen.
Ehrlich gesagt, würde ich auf diese Art Nervenkitzel auch gerne verzichten.
Früher trafen meiner Erfahrung nach die Vorhersagen deutlich exakter zu (ohne solche Schwankungen).
Das Navi habe ich auf 3 oder 5 Minuten herunter gesetzt.
Das heisst, bei einer Fahrtzeitersparnis von den voreingestellten Minuten wird eine alternative Route bei Stau berechnet und meiner Meinung nach auch das nächste SuC-Ziel dementsprechend angepasst.
Du kannst, so wie du es gemacht hast, das Ladelimit jederzeit erhöhen oder wenn du im Navi unten rechts dir die SuCs anzeigen lässt einen weiteren in deinem Umfeld auswählen und dort noch mal etwas „nachlegen“, damit du für dein Ziel noch genug „Saft“ hast!
Im Grunde hast du aber alles richtig gemacht!

Deinen Erfahrungsbericht finde ich gut, aber 600km und Langstrecke…? :laughing:
Langstrecke ist erst ab +1000km, wie ich finde! :joy:

Wenn man den Ernergiemonitor im Auge hat, kann man auch während der Fahrt gut reagieren. Ein Ladestopp rein oder auch rausnehmen ist doch schnell gemacht.

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Zudem es mittlerweile Schnelllader teils alle 15km an der Autobahn gibt.

wir fahren Anfang August auch nach Schweden, zuerst an die Ostküste. Tesla hat ja einen Plan, wo neue SC gebaut werden. Und Schweden soll bis in den Juli ein paar dazu bekommen, weiß aber nicht mehr wo die Karte zu finden war. Aber in Textform hier: Tesla Superchargers in sweden | Tesla

Die Karte gibts hier:

Im Gegenteil… als wir in und nach Dänemark unterwegs waren hatte ich das Gefühl eine etwas konservative Planung zu haben. An den SuCs teilweise mit 20+% angekommen.

Wir haben das bisher so gehändelt, dass ich mir angeschaut habe, wo ich als nächstes laden kann, egal ob Schnelllader oder Supercharger und genügend Reserve vorgeladen.
ABRP hilft hier ungemein. Zielort mit 50% eintragen, dann wird automatisch verrechnet was gut ist.

Leider nicht. Wünsch ich mir aber auch… gerade letzteres wäre ein tolles Feature.

Wir haben dieses Jahr den DK Trip gehabt und letztes Jahr in Norwegen mit einem Miet-Tesla rumgetourt.
In DK konnte ich an fast allen nicht-Tesla Ladestationen mit meiner MVV-Ladeapp laden und an sehr vielen mit ENBW Mobility Plus. Letztes Jahr in Norwegen konnten wir eigentlich 100% Tesla fahren. Da haben wir, da erster Kontakt mit Elektrofahrzeugen und gewisse Reichweitenängste, viel mit ABRP geplant und an jedem Zielort quasi einen 150km „Rumfahrpuffer“ geplant, also quasi +20% Extraladung. Damit sind wir erstaunlich gut gefahren, würde ich heute aber nicht mehr machen. Heute lade ich am letzten Supercharger einfach wesentlich mehr als benötigt, wenn ich am Ziel überhaupt nicht laden kann… wenn aber in der näheren Umgebung ein Schnelllader steht der mit meinen Karten funktioniert, dann mach ich nur etwas mehr in den Akku als geplant…
Ladeapp wäre z.b. Fortum Drive&Charge… die wird in Schweden und Norwegen unterstützt. Damit kommst recht weit.
Mit sowas wie Chargeprice oder Chargeplug siehst du auch wo welche Lader stehen, Chargeprice sagt dir dann die vermutlich unterstützten Karten. Kann auch Ladeleistung filtern…

Dein 600km Trip hätte jedoch mit 2 Ladungen klappen müssen. Beim Teslanavi ist man „leider“ darauf angewiesen am Zielort zu laden, es plant keine Zielreserve ein… ein Workaround wäre den Zielort als Zwischenziel einzutragen und den Rückweg als Hauptziel.
Oder am letzten Lader lädt man einfach mehr auf um am Zielort mit 40+ anzukommen…
35% reichen dann für 150km, je nach Fahrweise und Wetter und die restlichen paar % kann man verballern für innerstädtisches fahren.

Wie war denn deine Fahrweise? Ladestopps waren bei KM-200 und KM-480 wenn ich recht verstehe? Die restlichen 120km sollten locker mit 35% machbar sein… Außer du fährst schnell und mit Stromfuß

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ich meinte die, wo Tesla die für 2022 geplanten eingezeichnet hat

Die sind dort als grau eingezeichnet. Draufdrücken und du siehst das geplante Quartal für die Fertigstellung.

ah, genau. Danke!

  1. Ja, schade dass man keinen Wunschpuffer eingeben kann. Ich würd auch gerne sagen, je nach Reise und Plan, „bring mich mit 40% Restakku ins Ziel“ oder eben, es geht in die heimische Garage „bring mich mit 5% ins Ziel“.
    DAS wäre eine wirklich gute, nützliche Erweiterung der Navifunktionalität

  2. Ansonsten finde ich, kalkuliert das Navi sehr gut und zuverlässig, wenn man 130 auf der Bahn fährt und sich an Begrenzungen hält.
    Sind mit der Dachbox im Urlaub gewesen. Klar, beim losfahren weiß der das nicht und gibt zu viel Restakku an. Aber nach 15 bis 20 Minuten Fahrt korrigiert der den Verbrauch und passt die Prognose sehr gut an. Nach dem initialen Einpendeln in besagten 15 bis 20 Minuten lag der Verbrauch bis ins Ziel (230km weiter) in der Energie/Tripanzeige Deckungsgleich übereinander.

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