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Entscheidung des Bundesrates zur LSV

Eberhard schrieb im zweiten Teil seines Posts von der 2. LSV - also dem Nachfolger der eben in Kraft getretenen.

Allerdings verstehe ich auch nicht wie Eberhard drauf kommt, dass Teslas SuC bei der in Kraft getretenen LSV nun plötzlich doch nicht als öffentlich zugängliche Ladesäulen gelten sollen.

Wir werden sehen wie Tesla das interpretiert falls sie in 3 Monaten dann immer noch SuC ohne CCS bauen. :slight_smile:

Cheers Frank

Das Problem ist doch aber, dass in der LSV „befahren“ und nicht „benutzt“ steht. Befahren werden kann auch der SuC.

Ob ein Parkplatz „befahren“ oder „benutzt“ werden kann, ist ziemlich unerheblich.

Das entscheidene Wort ist „kann“! Also „…sofern der zum Ladepunkt gehörende Parkplatz […] tatsächlich befahren werden kann“.
Meiner Meinung nach sollte dort aber „darf“ stehen! Also: „…sofern der zum Ladepunkt gehörende Parkplatz […] tatsächlich befahren werden darf“.

LSV öffentlicher Ladepunkt.JPG

Das macht mir persönlich nämlich Bauchschmerzen, weil ich auf unseren Mitarbeiter-Parkplätzen Lademöglichkeiten aktuell zur Verfügung stelle und in Zukunft diese noch ausbauen werde.
Dies Parkplätze sind als „Parkplätze für Mitarbeiter“ gekennzeichnet.
Warum darf ich auf meinen eigenen Parkplätzen zukünftig nicht installieren, was ich möchte? Und ich muss die Ladepunkte auch noch melden!

Wie ich weiter oben schon schrieb: einfach ignorieren
Sich mit diesem Unsinn zu beschäftigen ist doch eigentlich Zeitverschwendung. Mach doch auf deinem Grund und Boden was Du für richtig hälst.

Ich zitiere mich mal selber: :unamused:

Ja werde ich auch so machen :slight_smile:

… nicht nur, am Ende (siehe §1 der Verordnung) auch noch für jedweden Ladewilligen eine diskriminierungsfreie Authentifizierung sowie Stromkostenabrechnung für den Ladezugang ermöglichen…

Da allerdings ein Ladepunkt nur dann ein Ladepunkt ist, wenn er zum Aufladen von Elektromobilen geeignet und bestimmt ist (§ 3 Abs. 6), fallen CEE-Außensteckdosen etwa für Campingfahrzeuge oder Kreissägen schonmal nicht unter die Verordnung - Schukos für den Elektro-Laubbläser („Außenföhn“) natürlich gar nicht.

Alle neu gebauten Supercharger sind demnach NICHT für Autos bestimmt, sondern für die Versorgung eines speziellen Reinigungsgeräts, mit dem ein Mitarbeiter von Tesla äusserst selten den Parkplatz reinigt. Dass zwischen den Parkplatzreinigungen einige besonders Freche Teslafahrer dort ihr Auto laden, ist eine Zweckentfremdung dieser Installation und liegt leider ausserhalb der Kontrolle durch Tesla Motors. :mrgreen:

Wenn ich das richtig verstanden habe werden durch die LSV ja auch neue Einnahmequellen für den TÜV und ähnliche Firmen geschaffen. Die werden es schon schaffen mit der Drohgebärde der Gefährdung durch ungeprüfte Ladepunkte letztlich jeden Ladepunkte zu erfassen und zu einer kleinen Gelddruckmaschine zu machen.

Ich lasse in meinem Betrieb die gesamte Elektoinstallation jährlich prüfen. Da gibt es unter Anderem auch eine sehr große Anzahl von Steckdosen. Die Prüfkosten pro Steckdose schätze ich dabei mal <1,-€ ein. Bin mal gespannt was die Prüfung einer Ladestelle für Autos kosten wird. Ich rechne mit viel höheren Preisen.

Nee nee nicht für den TÜV. Da steckt noch viel mehr „Potenzial“ drin!

Jeder Ladepunkt muss doch an die Bundesnetzagentur gemeldet werden und wenn erstmal alle erfasst sind, dann kann man irgendwann auch eine Steuer auf „Fahrstrom“ einführen…

Das funktioniert aber so erst einmal nicht, da man den Strom 1) nicht verkaufen muss, und 2) die ganzen nicht-registrierten Steckdosen aus der Besteuerung fallen würden. Da es Steuergerechtigkeit gibt müssten also auch die 2,7 kW Wandsteckdosen für Fahrzeuge erfasst und besteuert werden. Der Aufwand dürfte etwas größer werden als eine Obu in alle in Deutschland verkauften, in Betrieb genommenen und einfahrenden EVs zu bauen. :wink:

Betrachten wir uns doch mal die beteiligten Stakeholder.
Da ist

  1. die EU, die per Placebo-Verordnung Stimmung für E-Autos machen will,
  2. der deutsche Gesetzgeber, der bei diesem Thema völlig hilflos ist. Nichts verstanden, keine Fragen,
  3. aber der deutsche Gesetzgeber bekommt immer feuchte Träume, wenn er etwas regulieren kann,
  4. die deutsche Automobilindustrie, die langsam merkt, dass sie in 10 Jahren unter den Denkmalschutz fallen wird,
  5. die Energieversorger-Konzerne mit ihren Gewerkschaften, die ihren Strom loswerden wollen,
  6. Tesla, die sich überall auf der Welt den Gesetzen anpassen muss.

Es gibt nur zwei Autos (‚Volumenmodelle‘), die derzeit mit CCS geladen werden können. Allerdings sind die Schnellladungen nur optional in einem Teil dieser Autos verbaut. Dies sind BMW i3 und VW E-Golf. Wir können also davon ausgehen, dass Lobbyisten dieser beiden Hersteller unseren Politikern die wichtigsten Passagen diktiert haben.

Der CCS-Stecker wurde von der Automobilindustrie als Standard verabschiedet. Ein typisches bürokratisches Riesenteil, das zwei Standards (Typ2 und CHAdeMO) miteinander verheiratet. Wie man es geschafft hat CCS gegen Renault (Nissan) europäisch durchzusetzen, bleibt mir ein Rätsel. Vermutlich hat es hier eine Nebenabrede auf anderen Gebieten gegeben.

Ziel der Energieversorger muss es sein, den Strom möglichst flächendeckend teuer verkaufen zu können. Zugleich müssen Arbeitsplätze geschaffen bzw. gehalten werden, die ohne die Bürokratie entfallen würden. Bestes Beispiel ist die neueste Regulierung der Photovoltaikanlagen. Was ich im vergangenen Jahr an Formularen für Energieversorger und Bundesnetzagentur ausgefüllt hatte, war krass. Der Aufwand hat sich mächtig erhöht. Als neuestes werden jetzt Funktionstest für Abschaltungen gefordert. Das wird irgendwann zur jährlichen Übung werden.

Ähnliches werden wir bei den Ladestationen sehen. Die Bundesnetzagentur und jede Menge Verbände der Elektrowirtschaft haben es in der Vergangenheit geschafft, uns einen superteuren Allstrom-FI völlig mehrwertfrei in die Wallboxen zu verordnen. Sie werden dafür sorgen, dass jede Säule pro Jahr einen Hunderter kosten wird.

Ich halte die LSV für völligen Unsinn. Und eine Verbesserung kann ich nicht erkennen. Vor allem für uns Tesla-Fahrer nicht, die sich eventuell in Zukunft ihre Ladestationen mit Kleinwagen werden teilen müssen.

Allerdings gibt es einen Vorteil für Tesla, den unser weit vorausdenkender Elon etwas versteckt angedeutet hat.

Hier das Gedankenexperiment: Stellen wir uns vor, jeder neu gebaute SuC-Stall wird mit einem CCS 43,1kW Anschluss ausgestattet. i3 und E-Golf-Fahrer können sich für 2.500 EUR Flatrate in das Netz einkaufen. Wir erinnern uns: Elon hatte damals auch Daimler eine Teilhabe am SuC-Grid angeboten. Doch sie wollten für den B250e keine Schnelllademöglichkeit. Im Gedankenexperiment können nun alle CCS-Kleinwagen laden. Und während sie dort mit müden 43,1kW - sinkend mit dem Füllstand auf 27kW - laden, saugen sich rund um diese Fahrzeuge die Teslas ihren Saft rein und sind gleich wieder weg. Was gäbe es für das Model 3 für eine bessere Reklame, als die ständige Überzahl an Teslas um die Autos der Konkurrenz. Die 1.000 EUR Zusatzkosten für den CCS-Anschluss am Stall sind für die damit verbundene Werbung ein Schnäppchen. Eine Kundenwanderung hin zu Tesla wird damit hoch wahrscheinlich.

So, wie Tesla seine Patente als Marktführer frei gegeben hat, war es für Tesla schon immer das erklärte Ziel, seine Ladestationen mit anderen zu sharen. Es wäre schön gewesen, wenn man dazu nicht einen zweiten, deutschen, bürokratischen Stecker benötigt hätte. Aber das bleibt am Ende Peanuts.

Horst hat die Spoiler Warnung! vergessen … :mrgreen:

Na da bin ja schon auf ein ausführliches Resümee zur LSV von Horst auf Youtube gespannt :smiley: :mrgreen:

– > " Hochdosiertes Vitamin B "

Die Pflicht zur Überprüfung ist in der Überarbeitung rausgeflogen.

Ich muß sagen, leider! Und das hätte nicht alleine der TÜV o.ä. machen dürfen, sondern entsprechend geschulte Betriebe.

Nicht durchgeführte Wartungen und Überprüfungen führen doch nur zu mehr Nicht-funktionierenden Ladestationen.
Warum fragt mittlerweile die RWE weitere Service-Partner an, um die Verfügbarkeit und Qualität ihrer Säulen zu verbessern??

Bisher wurden Säulen im öffentlichen Raum auch gemeldet, dem BDEW zwar und nicht der BNA. Hätte auch so bleiben können. Natürlich nur für wirklich gewollt öffentlich zugängliche!

@Boehm
Eine Überprüfung auf Funktion liegt im Interesse des Betreibers und wird dann auch ohne entsprechende Auflagen erfolgen.

Betreiber, die kein Interesse an der Funktion haben, werden auch durch eine obligate Prüfung nicht motiviert. Dann lautet der Befund halt „Ladepunkt defekt, Reparatur wird beauftragt.“ Dass dadurch etwas verbessert wird, bleibt für mich ein frommer Wunsch.

Da stimme ich Volker zu.
Jeder muss seine Anlagen verantwortlich betreiben. Das schließt zwar regelmäßige Überprüfungen nicht aus, verpflichtet aber auch zu ständiger Kontrolle.

Viel besser noch ist eine technische Kontrolle wo möglich. Mir würde da zum Beispiel ein Überhitzungsschutz an den Steckern einfallen, ähnlich wie an jeder (in Deutschland verkauften) Kabeltrommel. Eine Prüffung alle Jahre, ob denn die Kontakte noch gut aussehen (oder wird sogar ein echter Belastungstest über eine Stunde gemacht?) bringt da wenig.

Wieso sollte eine gesetzlich alle 2 Jahre vorgeschriebene Überprüfung zu besser funktionierenden Ladesäulen führen ?

Ich denke das viele kleine Betreiber gar nicht wissen, das Ihre Säule nicht (richtig) funktioniert, da sie sie selber ja nicht verwenden und die Beschwerden der Ladewilligen nicht an die richtige Stelle durchdringen - hier könnte also eventuell ein positiver Effekt gegeben sein. Wenn es aber sich ohnehin nur um Alibisäulen handelt, die man ja gar nicht in Betrieb haben will, dann würde die Prüfung auch zu nichts führen. :cry:

MfG Rudolf

Doch, die Prüfung führt auf jeden Fall zu was. Zu mehr Kosten und Bürokratie. Und damit leider auch zu weniger Ladesäulen und höheren Ladekosten.
Ob die jedoch auch zu mehr Sicherheit, oder wie hier sogar gehofft zu besserer Verfügbarkeit führt darf doch sehr bezweifelt werden.

Viele der nicht funktionierenden Säulen haben aus meiner Sicht ausschließlich Alibi-Funktion. War vor zwei Tagen auf dem Recyclinghof der Stadt Weilheim und wollte den bei Goingelectric angegebenen Typ2-Charger testen. Aussage des Mitarbeiters: „Da dürfen wir keinen ranlassen …“ ???

Oder die per Mobilfunk zu aktivierenden Säulen, die in Tiefgaragen ohne Empfang aufgestellt werden …

Aus meiner Sicht sind alle AC-Ladesäulen mit Abrechnungssystemen zum Scheitern verurteilt. Vandalensichere Säulen kosten ab 20k€ aufwärts. Bei Ladeleistungen von durchschnittlich 7kW und 25%-Auslastung und einem Preis von 50ct/kWh, kann man pro Jahr 15TkWh zu 7.700€ verkaufen. An einer herkömmlichen kWh zu 28ct verdienen die Versorger maximal 25% (=7ct). An einer teuren kWh an der Säule vielleicht 17ct. Macht 2.500€/Jahr möglicher Gewinn. Mit Zins und Wartung braucht man also 10 Jahre, bis sich die Säule rentiert. Benötigt man noch ein Abrechnungssystem, eine Hotline, regelmäßige Bürokratie und Wartung, dann rechnet sich die Säule nie.

Zum 50ct/kWh werden die wenigsten von uns laden. Denn damit sind wir fast bei den Sprit-Kosten eines Verbrenners. Also werden diese Säulen niemals 25% Auslastung erhalten, weil jeder versucht billiger zu laden. Es wird ein Optimum zwischen Strompreis und Ladebereitschaft geben.

Zur LSV im Speziellen: Jede Aktivität, die eine Säule verteuert und komplizierter macht (Bürokratie = Personalkosten), verhindert deren Aufbau, da sich die Säulen schon jetzt nicht rechnen.
Es geht im Speziellen um den Kampf, dass Energie nicht billiger werden darf, da der Staat über seine Steuern (MwSt.) proportional daran verdient. Also wird man versuchen den Strom so teuer zu halten, dass

  1. der Staat sein Steueraufkommen behält
  2. Verbrennungsmotoren konkurrenzfähig bleiben
  3. Energieanbieter verdienen können

Ein Ansatz, wie ihn Tesla fährt, der die Differenz zwischen Gestehungspreis (ein paar Cent) und Marktpreis (ein paar Zig-Cent) seinen Benutzern weitergibt, hebelt das ganze System aus. Das gilt es zu verhindern.

Am Ende werden sich nur Home- und Destination- und Supercharging rentieren. Alle anderen Ladesäulen werden die E-Fahrer meiden, weil es Strom an anderen Stellen billiger gibt.