Bei dieser Gelegenheit möchte ich nochmal auf den Link zum Vortrag eines Prof. Rainer Klein von der DHBW hinweisen. Der Beitrag wurde im Thread Tesla-Momente gepostet, ich hatte ihn hier in den besser passenden Thread verschoben, vielleicht ist er dadurch etwas untergegangen. Auch er befasst sich mit den Mythen der E-Mobilität und erklärt dies sehr verständlich mit anschaulichen Grafiken (im Vortrag etwas klein), die auch als pdf abgerufen werden können.
Ich habe subjektiv den Eindruck, dass sich die soringer-Presse nach dem golden Lenkrad für das M3 und die Presse allgemein nach der GF 4-Entscheifubg etwas zurückhält. Ausnahmen wie bei SPON gibt es aber natürlich auch.
Ich hab wohl besser nix gesagt, denn Focus online kommt heute mit dem Thema:
Drohende Überlastung der Stromnetze - Ab 2021 könnte Strom für Elektroautos rationiert werden
Kopf -> Tisch -> Bumm
Der Artikel ist aber recht umfangreich und vielseitig. Neben verstreutem FUD steht da auch allerhand (mMn) richtiges drin. Früher oder später werden wir um ein Smartgrid in Bezug auf das netzdienliche Laden von BEVs nicht herumkommen. Da muß dann auch mal ab und zu runtergeregelt werden, was sowieso eigentlich nie ein Problem ist, denn rumstehen tut ein Auto sowieso lang genug pro Tag.
Vielen Dank für den Link ![]()
Der Beitrag war am WE in der Ostseezeitung und wird wohl im ganzen Madsack-Konzern verbreitet, war ich sehr positiv überrascht.
Seit der Bekanntgabe des Standortes der GF4 dreht sich nach meinem Empfinden die Stimmung: H2-Fans haben jetzt wohl auch so oft die Ineffizienz und Abhängigkeit von der Tanke als Gegenargument gehört, daß die Gespräche sich doch sehr verkürzen.
Die Stimmung dürfte hier endgültig kippen, wenn in 2 Jahren neben Berlin 10.000 neue Arbeitsplätze entstanden sind. Dann wird das SuC-Netz im Nordosten von D wohl auch dichter sein.
Jetzt fehlen nur noch positive Berichte aus Wolfsburg.
Cool daß Mario Hergers Botschaften jetzt auch in der üblichen Presse verbreitet werden.
Ich weiß auch nicht was am „rationieren“ des Strom schlecht sein soll. Früher oder später muss der Stromverbrauch so beeinflusst werden, dass er sich gleichmäßig und vor allem an die Erzeugung angelehnt verteilt und nicht sinnlose Spitzen entstehen, die nur für unnötigen Netzausbau sorgen würden.
Nur die Wortwahl ist unglücklich. Wenn man es „Smart Grid“, „netzdienliches Laden“ oder irgendwas mit Blockchain(
) nennen würde, wäre das weitaus positiver.
Rationiert wurden Lebensmittel im und nach dem Krieg. Die Verwendung des Wortes Rationierung ist geschickt gewählt: das erste was ich dachte war, dass es darum geht, dass ich 50 kWh laden will mein Stadtwerk mir aber nur 25 kWh genehmigt. Darum geht es aber garnicht.
Ich sehe auch aus technischer Sicht gar nicht den Punkt. Die Spitzenlasten sind ja mittags und sonntags, dann wenn alle Leute zu Hause sind und kochen. Heißt, wenn das Netz die Last du diesem Zeitpunkt schafft, schafft es diese Leistung auch zu jedem anderen Zeitpunkt.
Und welche Tageszeit ist es, wenn die Pendler mit ihren Elektroautos nach Hause kommen und laden? Ja… abends bzw. nachts.
Genau dann, wenn eine riesen Lücke im Netz ist und sowieso genug Leistung für die paar Elektroautos da sind, die doch ehh nicht alle mit 11 oder 22 kW laden…
Trotzdem muss eine Lastregelung her. Denn wenn 40 Mio Autos auch nur für 5 Minuten gleichzeitig mit je 11 kW Laden, macht es bumm. ![]()
Ja, ich weiß, natürlich wird der Extremfall genauso wenig eintreten wie dass alle gleichzeitig den Fön einschalten und die Erde wie Melmac explodiert. Trotzdem wird es im Endausbau der Elektromobilität eine intelligente Laderegelung geben müssen.
Das wird aber kein Drama wie im Artikel schwarzgemalt, sondern eine simple Regelung der Wallboxen, die am selben Trafo hängen. Manche SuC Standorte machen das ja offensichtlich heute schon, da man dort selbst dann nicht 140 kW bekommt, wenn man alleine an einem Paar hängt.
Ja aber die meisten Pendler stecken direkt, nachdem sie zwischen 17 und 19 Uhr heimkommen, ihr Auto an die Ladestation. Von Okober bis April scheint dann längst nicht mehr ausreichend Sonne auf die eigene Solaranlage. Wenn sie nicht von sich aus eine netzdienliche Ladezeit in ihrem Auto oder der Ladestation hinterlegen, können tatsächlich unnötige Verbrauchsspitzen auftreten. Einerseits ist das Verhalten natürlich nicht netzdienlich, andererseit könnten für die zusätzlichen Lastspitzen in den Abendstunden fossile Kraftwerkskapazitäten benötigt werden. Leider glaube ich, dass sich die wenigsten Nutzer Gedanken um die netzdienlichkeit ihres Ladevorgangs machen. Deshalb ist es auch sinnvoll wenn von übergeordneter Stelle darauf Einfluss genommen werden kann.
Ich will gar nicht wissen, wie viel Massen an Überschuss wir hätten, wenn das ganze Öl aus den Verbrennungsmotoren in Großkraftwerke verbrannt werden würde. Dann hätten wir Strom ohne Ende.
Wenn überhaupt, ist es ein Problem der Verteilung und keines der Masse.
Wie gesagt, um ein Smartgrid bzw. automatisiertes netzdienliches Laden kommen wir in Zukunft nicht herum, auch um irgendwann die 100% EE zu erreichen bzw. auch ganz gerade deshalb.
Ich würde mir wünschen, wenn es so bald wie möglich einen gut durchdachten Standard geben wird.
An der Ladestation schaltet man dann um zwischen netzdienlichem Laden und schnellstmöglichem Laden (teurer). Im Alltag wählen dann abends 99% der Leute ersteres, und alles wird gut.
„Netzdienlich“ kann dann sogar bedeuten, dass man Geld verdient, wenn das Auto schon voll ist und das Netz der Wallbox signalisiert, dass zusätzliche Leistung benötigt wird.
Dann kann man billig über Nacht überschüssigen Windstrom laden und hilft zu Spitzenzeiten das Netz zu stabilisieren und wird auch noch reich damit.
Das ist das wovon der Artikel sprechen sollte und nicht vom Rationieren. Denn so klingt es nach einer erstrebenswerten, sauberen, kohlekraftwerkfreien Zukunft und nicht nach Untergang des Abendlands.
Ja, der große Bruder, der muß es richten. Wenn Dein Pendler dann ins Haus geht, die Waschmaschine und den Trockner startet, Backofen anwirft und sich die Haare fönt, dann bricht schließlich alles zusammen, liest man jeden Tag in der Zeitung… Oder doch nicht?
Oder, hat diese komische Amiklitsche nicht gerade eben ein Feature in die Autos ausgerollt, daß es reicht, einmal zu sagen, „ich brauch morgens um 5 70%, nimm aber max. 12 A Ladestrom“ und das Auto macht den Rest? Was beim typischen Pendler heißt, die Ladung fängt irgendwann um 2:30 an…
Oder, wir kriegen eh’ alle per Ordre di Mufti Smartmeter. So, wie etwa aWattar das benutzt, um dem Auto auch noch mitzuteilen, wann es günstig wäre, zu laden?
Man kann sich die Probleme auch herbeireden:mrgreen: .
@FFF Du bringst es auf den Punkt… Aber noch viel schlimmer ist doch, dass die ganzen WP alle zur gleichen Zeit anlaufen, denn es wird halt überall zur gleichen Zeit kalt … WP brauchen in vielen Häusern mehr Strom als das E-Auto aber dafür 70% davon in wenigen Monaten.
Ich kann das echt nicht mehr länger ertragen dieses „ahhhh das Stromnetz bricht zusammen“…
Die Zusammenfassung des Artikels aus dem Fokus mag etwas überspitzt formuliert sein, trotzdem wird ein Problem angesprochen, für das es aktuell noch keine Lösung gibt, da sie noch nicht aufteten.
Die Überlastung des Niederspannungsnetzes wird erst bei steigender Elektromobilitätsquote von über 30% ein konketes Problem, welches sich aber problemlos lösen lässt. Die von dir genannten Verbraucher haben eine Leistung von maximal 2kW und selbst Durchlauferhitzer mit bis zu 20kW sind nur wenige Minuten im Einsatz. Im Gegensatz zu Wämepumpen und Stromheizungen gibt es keine Möglichkeit der Netzbetreiber auf den Ladevorgang Einfluss zu nehmen um ihn möglichst netzdienlich gestalten. Entweder man baut die Netze in Wohngebieten mit steigender Elektromobilitätsquote aus, oder man koordiniert die Ladevorgänge untereinander. Die Nutzer alleine werden es nicht koordinieren können.
Ich hab jetzt den Artikel gelesen und bis auf die Überschrift ist er gar nicht so reißerisch.
Weiter unten schreiben sie sogar vom netzdienlichen Laden. Es wurde Mitarbeiter der Verteilnetzbetreiber interviewt und die reden auch nicht von Panik, sondern wollen eher auf einen europaweiten Standard hinarbeiten, um den Autos mitteilen zu können wann sie wieviel laden können.
Also alles mal wieder halb so wild. Die notwendigen Schritte werden also gesetzt lange bevor es überhaupt so viele Elektroautos geben wird, bevor es ein Problem werden könnte.
Das wird es sicher nicht! Denn auch wir haben aktuell unsere Autos nicht eingesteckt und sobald die Akkus >70kWh haben wird es auch nicht nötig sein alle Autos immer einzustecken. Das kann man auch damit regeln dass man dem Laden eine Zufallskomponente gibt, ist bei unseren WR im Hoch laufen auch so, dass nicht alle zur gleichen Zeit vollgas los laden.
Das ist doch mit Software alles entspannt zu machen… Ladeleistung geht langsam hoch und das Auto schaut, wie das Netz reagiert… Hier werden Probleme gesehen die wirklich absolut machbar sind. Zudem kann man ja an jede Ladestaion einen FRSE einbauen wie man es auch bei WP hat oder PV Anlagen und der dann die Autos auf 60 - 30 - 0 % Regeln kann. Alles mit uralter Funktechnik machbar und längst im Einsatz…
Unsere Autos sind alle online. Problemlos könnten wir einen Anbieter damit betrauen, unsere Ladung zu koordinieren und über die damit verbundene Regelenergie einen hübschen kickback bekommen. Zuviele Leute sind mit dem Probleme suchen beschäftigt anstatt mit neuen Ideen…