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Elegante Argumente für E-Fahrzeuge

Hallo Miteinander,

sicher geht es vielen von Euch so, dass Ihr immer wieder Gespräche führt, die Euch dazu bringen, die E-Mobilität zu progagieren. Ich habe mir nun ein paar (wie ich hoffe - elegante) Argumente zurecht gelegt, die ich gerne zur Verfügung stelle und auch zur Diskussion, wer es besser kann.

Frage: Elektroautos kosten ja noch immer erheblich mehr als normale Auto?
Antwort: Was meinst du mit Kosten? Anschaffungspreis oder Unterhalt über die Lebensdauer? Das müssen wir nämlich unterscheiden! Der Anschaffungspreis ist noch höher. Das war aber bei vielen neuen Geräten so, z.B. Flachbildfernsehen, Smartphones um nur einige zu nennen. Dennoch hat sich die Technik durchgesetzt, weil sie Spass macht (mehr war es am Anfang dabei auch nicht), und dieser Spass war den frühen Käufern einen deutlichen Mehrpreis wert. zunächst konnten Flachbildfernseher nicht mal bessere Bilder darstellen! Dennoch hat sich die Technik durchgesetzt, weil sie besser geworden ist. Heute wollen viele Menschen nicht mehr auf diese Geräte und smartphones verzichten. Es ist schon zu einer Form des life-style geworden. Die Frage ist also erst einmal: Wie viel darf der Fahrspass, den E-Autos bieten mit der Ruhe und Gelassenheit eigentlich kosten? Was geben wir für Spass ansonsten aus, z.b. Reisen, Motorrad? Diese Frage muss individuell beantwortet werden. Autos werden heute fast nur emotional beworben (Schau mal die TV-Werbung), und so müssen wir uns E-Autos nähern. Alles was die Werbung darstellt, können die auch. Der Plausch der hübschen Damen im life-style-Auto ginge im ruhigeren Fahrzeug sogar noch besser!

Nun mal zu den Unterhaltskosten. Da holen die E-Autos ganz erheblich auf gegenüber Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren, Getriebe, Auspuff, Kühlung, Gemisch- und Zündaufbereitung und und und. Was nicht dran ist, muss nicht gewartet und ersetzt werden! Der Verbrauch ist deutlich geringer, 10 Jahre keine Kfz-Steuer, geringerer Verschleiß der Bremsen - das addiert sich derart, dass in einer Gesamtkostenbetrachtung über einen nenenswerten Zeitraum von fünf bis zehn Jahren vielleicht sogar die Kosten geringer sind. Der Spass bleibt lebenslang umsonst!

Die große Unbekannte ist derzeit der Wiederverkaufspreis - gerade weil die Technik so schnell voranschreitet. Das kann man vielleicht mit einem Leasingvertrag und festgelegten Rücknahmepreis ausgleichen. Das Verkaufsrisiko ist weg. Allerdings ist der Verkaufspreis eines heute angeschafften Verbrenners auch mehr als ungewiß. Wenn man nicht mehr in die Stadt darf oder Benzinpreise weiter steigen, wird die Nachfrage nach gebrauchten deutlich abnehmen und damit der Preis (Sioux-Indianer reiten keine toten Pferde).

F: Die Ladedauer von vier bis 20 Stunden ist viel zu lang!
A: Die Besitzer von E-Fahrzeugen stehen doch nicht neben ihrem Auto und warten auf das Laden! Es ist nicht wie das Benzin-Tanken ein aktiver Vorgang, den der Besitzer die ganze Zeit durchführen muss. E-Autos werden wie Handys geladen - einstöpseln, weitermachen. So geht das. Und so sind die E-Autos über Nacht praktisch immer vollgeladen am Morgen. Das geht vielfach auch unterwegs in Hotels, auf der Arbeit, bei Besuchen und so weiter. Wer ein E-Auto hat, macht sich darüber keine Sorgen. Allerdings braucht man derzeit schon noch eine Garage, Stellplatz oder anderen Platz, wo das Auto über Nacht vollgeladen wird. Hier wird es aber nur wenige Jahre dauern, dann ist das auch nicht mehr wichtig. Heute hat ja auch nicht jeder, der in einer Etagenwohnung wohnt einen eigenen Parkplatz und kaufte doch ein Auto, weil er schon immer einen Parkplatz findet. So ist es dann auch mit E-Ladestellen. Wenn z.B. jede Laterne das Laden anbietet (Installation reicht zumeist), dann findet man halt immer einen Parkplatz in Laternennähe. So einfach ist das.

Die Ladedauer stellt heute nur ein Problem dar, wenn ich an den seltenen Tagen im Jahr plane, mehr als die maximale Reichweite zu fahren. In allen anderen Fällen kann ich verbrauchen mit Heizung, Klima was ich will. Ob das Auto mit 10 Prozent oder 50 Prozent abends in der Garage ankommt, ist egal. Morgens ist es voll. Nehmen wir also mal einen längeren Ausflug, z.B. von Berlin an die Ostsee zum Baden. Dann wäre es doch klug (und E-Fahrer handeln so), wenn ich bei Ankunft gleich das Auto an die Ladestelle hänge. Wenn dann Frau und Kinder genug vom Baden haben und auch kein Eis mehr reingeht, sollten wohl rund sechs Stunden vergangen sein. Das wird vielfach genüg Ladung ermöglichen, um bequem nach Hause zu fahren.

F: Die Reichweite ist zu gering
A: Siehe schon mal Antwort zu 2. Aber weiter: Wie groß muss denn die Reichweite sein? Sind die heute üblichen 500 km bei (gemäßigter) Fahrweise denn genug? Reichen 1.000 km erst oder reichen bereits 200 km? Das muss doch jeder für sich beantworten. Es hat sich gezeigt, dass annähernd 100 Prozent der Fahrten eines normalen Haushaltes am Tage die Reichweite von 80 km nicht einmal übersteigen. Wo ist dann das Problem, wenn das Auto 150 bis 200 km Reichweite hat? Will ich wirklich mal mehr fahren, muss ich doch nicht das ganze Jahr ein maximal-großes Auto unterhalten und fahren. Man könnte sich sogar mal eines mieten, oder Bahn fahren (die Kinder freuen sich) oder Autoreisezug. Das Auto, das alles kann, anzuschaffen, ist die unwirtschaftlichste Art in vielen Haushalten. Außerdem können viele Betriebe, die örtlich tätig sind, und deren Fahrzeuge am Tage auf keine 100 km kommen, E-Fahrzeuge sein. Gerade der verschleißstarke Kaltstart und Kurzstrecke ist für E-Autos kein Thema.

F: Hast du keine Angst, dass dir plötzlich der Strom ausgeht, zum Beispiel im Stau oder so?
A: Gegenfrage: Hast du Angst, dass deinem Handy „plötzlich“ der STrom ausgeht? Wohl kaum, denn nach 100 Prozent Ladung muss er ja erst durch die 90 Prozent, dann 80, 70 und so weiter. Mit anderen Worten: Du bemerkst den Verbrauch und kannst dich einstellen. Denkst du denn bei E-Autos ist das anders? Es sind doch keine Spielzeuge sondern mit Computern ausgestatteten Fahrzeuge, die dir den Verbrauch und die Restreichweite genauer anzeigen als im Verbrenner. „Plötzlich“ kann der Strom nicht ausgehen. Ein Stau ist natürlich für niemanden ein Vergnügen, der voran kommen möchte. Während aber bei Verbrennern der Motor oft läuft - sonst gehen Klima und Lüftung nicht mehr lange, ist es bei E-Fahrzeugen anders. Klima und Lüftung gehen. Der Motor steht und verbraucht gerade - nichts! So wird als ein stockender Verkehr, bei dem es noch einigermaßen vorangeht für E-Fahrer quasi zum Reichweitenverlängerer, denn geringere Geschwindigkeit bedeuten bei E-Autos deutlich niedrigeren Verbrauch. So könnte sogar eine lange Periode stockenden oder langsamen Verkehrs den nächsten Ladehalt verkürzen und so Teile der verlorenen Zeit wieder einholen. Bei Verbrennern undenkbar!

Nun stelle ich mal eine Gegenfrage: Wann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem du anerkennst, dass die neue Technik heute vieles, bald alles besser kann? Denke mal daran, dass du zu unseren Lebzeiten unwiederbringlich Erdöl oder Erdgas verfeuerst und als Treibhausgase neben vielen Schadstoffen und Lärm an unser aller Umwelt abgibt! Was muss geschehen, damit du umlenkst? Du erlebst heute, dass du im Sommer in der Stadt nicht mal auf dem Balkon sitzen kannst, weil ständig lärmende Fahrzeuge den Spass verderben. Nicht jeder kann hofseitig oder auf dem Lande seinen Liegestuhl aufstellen! Ist es nicht pervers, dass wir das zulassen während wir nachts natürlich Tempo-30-Zonen fordern und Nachtflugverbot? Sind Verbrennerautos mit Abgasen, Resourcenverbrauch und Lärm wirklich „systemisch“, dass wir bis zum Untergang daran festhalten? Ich meine, du wärst gut beraten, dieses Mal in deine Überlegungen einzubeziehen. Nicht ich muss meine Entscheidung für ein E-Auto erklären, sondern DU, warum noch keines hast!

Viele Grüße, viel Spass damit und mehr davon

Sehr hübsch! :mrgreen: Und ich stimme dir in allen Punkten 1000%ig zu.
Versuche aber mal, mich in den Otto-Normalverbraucher hineinzuversetzen und so zu argumentieren, wie es meine (echt konservativen) Eltern tun würden.

Punkt 1:
Stimmt Flachbildfernseher waren früher deutlich teurer und konnten nicht mal bessere Bilder zeigen - drum hab ich mir da ja auch keinen gekauft! Warum sollte ich mir also jetzt ein E-Auto kaufen, mich darauf einstellen und umstellen müssen? Spaß kann ich mit einem entsprechend motorisierten Verbrenner auch haben, obwohl ich ja mein Auto eher nutze um mich von A nach B fortzubewegen. Und was nützt es mir, wenn ich Spaß haben und schnell fahren könnte - überall aber Geschwindigkeitsbegrenzungen sind?

Stimmt, was am Auto nicht dran ist, muß nicht gewartet werden. Aber am E-Auto sind andere Sachen dran, die auch kaputt gehen können. Und davon hab ich keine Ahnung, muß also immer in die Werkstatt fahren. Verbrennungsmotoren kenn ich, da kann ich das eine oder andere selber reparieren.

Punkt 2:
Über Nacht zu Hause laden geht sicher irgendwie. Aber unterwegs? Strom kostet Geld und ich kann mir nicht vorstellen, daß mein Arbeitgeber oder gar ein Hotel, öffentlicher Parkplatz etc. den Ladestrom schenkt, geschweige denn mir freiwillig überhaupt die Möglichkeit einräumt. Das ist mir alles viel zu umständlich. Und sollte ich tatsächlich irgendwo laden dürfen, dann bezahle ich wahrscheinlich auch einen saftigen Strompreis dafür.

Punkt 3:
Ich fühle mich durch die Reichweite begrenzt. Denn Laden muß ich ja dann doch über Nacht oder zumindest mehrere Stunden lang. Tanken dagegen kann ich innerhalb von Minuten und meine Reichweite ist somit nahezu unbegrenzt.
Und mal von den Eltern weg - wir hier in Lappland fahren tatsächlich weitere Strecken. Da erreichst du mit 80km gerade mal den nächsten Ort. Um in eine der größeren Städte zu kommen (um zum Beispiel Fachgeschäfte zu besuchen), sind wir schon gut und gerne 150-200km unterwegs (bis hin). Abends muß und möchte ich schon wieder daheim sein, wegen meiner Kinder. Bei 4-6Stunden Ladezeit wird die Tagesplanung da schon erheblich knapp. Für mich wäre das ne reine Organisationssache, für den noch konservativeren Lappländer aber ein unüberwindbares Hindernis. Einzige Option bleibt da wirklich Tesla mit 500km Reichweite!

Punkt 4:
bleibt ausnahmsweise ohne Fragen. Denn mir kann im Stau auch der Sprit ausgehen. Das mit dem stockenden Verkehr als Reichweitenverlängerer werden meine Eltern aber weder verstehen noch glauben.

Punkt 5:
Mag sein, daß die neue Technik vieles besser kann, aber mir fehlt die flächendeckende Infrastruktur. Tankstellen hab ich überall, Ladestationen leider nicht. Und bis das mal so weit ist, fahre ich sowieso kein Auto mehr. Und Erdöl/-gas verfeuern ja nicht nur Autos sondern auch andere. Und die neueren Autos sind ja alle sehr schadstoffarm und geräuscharm (auch der 2 Jahre alte Golf meiner Eltern). Verbrennungsmotoren haben sich nun mal in der Entwicklung durchgesetzt, da wissen wir was wir haben und was die können. Und sie werden ja auch immer besser und umweltfreundlicher. E-Autos sind aber möglicherweise nur eine vorübergehende Erscheinung.

Auch auf die Gefahr hin, daß ihr mich jetzt alle für meine Worte schlagen werdet … So würden meine Eltern und sicher nicht nur die argumentieren. Und ich werde genau diesem Gesprächsgang zu Ostern gegenüberstehen. Also bitte, gebt mir Futter in die Hand, damit ich dann nicht gar so blöd da stehe!!!

@JeanSho: bitte sei nicht böse, ich möchte deine Argumente nicht zerreden. Ich finde die nämlich richtig gut! Aber ich konnte einfach nicht widerstehen und fände es richtig gut, wenn wir uns hier mal mit Argumenten (und Gegenargumenten) rüsten können. Um dann in einer entsprechenden „echten“ Diskussion auch ordentlich gewappnet zu sein.

LG Nicole

zu 5.Wann ist der Zeitpunkt gekommen?

Ich bin gerade in Shanghai und stelle fest:
Die Luftqualität ist so gut wie in einem Raucherzimmer.
In 5km Entfernung ist alles im „Nebel“ verschwunden.
Spritsparen - ich glaube das Wort gibt’s im chinesischen Wortschatz nicht. (Spritpreis derzeit ca 8 RMB = 1€/L)
Das Leitungswasser darf nicht getrunken werden - auch zum Zähneputzen nicht verwenden.
(hat Händewaschen überhaupt noch einen Effekt?)
Mir brennen jeden Tag die Augen und bekomme jetzt nach 7 Tagen Husten.

DAS SOLLTEN MAL ALLE POLITIKER ERLEBT HABEN, BEVOR SIE WIEDER IHRE UMWELTSCHUTZGEDANKEN AUF DIE LANGE BANK SCHIEBEN.
Wieviel Jahre sollte man denn z.B. Erdgas fracken dürfen? Bis das Grundwasser endlich verseucht ist oder bis die Firma die Folgeschäden nicht mehr zahlen kann?

Mit platzt der Hals, wenn ich nur daran denke… hust :astonished:

keiner ist hier böse. Im Gegenteil! Solche Diskussionen brauchen wir. Deine Eltern sind da aber schon ein ganz schön harter Brocken. Es sind ja aber auch ältere Menschen, die nie den Anfang einer technischen Bewegung machen werden. Und eine solche haben wir vor uns. Wenn dann aber alles läuft, sehen die das auch ein. Menschen, die Fahrspass beim Auto nicht haben, müssen tatsächlich entweder über Verbote oder Kosten dazu gebracht werden. Da gehen die Gemeinden, Nationen sicherlich unterschiedliche Wege.

Auf meinen Fahrten wurde ich Hotels nach vorheriger Anfrage fast immer fair behandelt, d.h. die waren tatsächlich noch "Gast"geber und wir einigten uns auf die geringen Kosten für den tatsächlich verbrauchten Strom für mich oder uns als Gast. Es gab aber auch andere Regelungen - auch hier im Forum gelesen - wo der Strom vom Hotelier vergoldet wurde. Das konnte ich vorher dankend ablehnen.

Wenn du häufiger über die Maximalreichweite und in Lappland zudem noch ordentlich heizen musst und gegen Schneewiderstand anfährst, wirst du mit den meisten heutigen Autos sicher kaum zurecht kommen. Dann könnte ein Reichweitenverlängerer-E-Auto das Richtige sein, oder wartest bis Reichweiten und Schnellladen dort zur Verfügung stehen. Wenn Schnellladen erst möglich ist und E-Autos richtig „geile“ Karren sind, die schneller als BMW-5er und Audis und DBs vom Start wegkommen (das tut denen richtig „weh“), dann werden Kinder coole Daddys mit E-Autos haben und andere halt noch die anderen. Coole Daddys laden dann an einer Tesla-Schnellladestation so: Ankommen, stecken, fertig und weitermachen. Der Verbrennerpapa muss an die Tanke, dort selber tanken bis Tank schwappe-Voll ist, dann zur Kasse, dann zum Auto und 100 Meter weiter weg parken. Wenn er dann auch endlich zu McDonalds rein kommt, verspeist der coole Daddy bereits mit den Kindern das Big-Mac-Menü. Da ist es jetzt ein bißchen mit mir durchgegangen. Aber so sollte E-Autowerbung sein: Schneller und cooler an der Ampel, schneller und cooler beim Laden. Life-style oder old-school. Das muss die Werbung herausstellen.

Du kommst halt einfach weiter, wenn du weniger schnell fährst oder fahren kannst. Der Punkt ist ja auch ein wenig ironisch. Wie das Ganze, dass manchmal von mir ein bißchen Zukunft und ein bißchen locker mit den Fakten umgeht.

zu Punkt 5 einfach noch. E-Autos mit welchem Energieträger an Bord und ob Schnellladen oder Akkuwechseln ist die Zukunft. Wenn hier in Deutschland erst VW und BMW E-Autos verkaufen, geht es sehr schnell mit dem Aufbau der Ladeinfrastruktur, wetten? Die haben eine Marktmacht, die alles bisherige hier in D in den Schatten stellt. Die Ladestellendichte nimmt also sehr bald sehr schnell zu - zwei bis drei Jahre. Außerdem sind im Rahmen der Schaufensterprojekte z.B. hier in Berlin viele Projekte bewilligt nur es fehlen die Förderungszusagen. Kommen die, geht da auch was los.

Und was Saftwerk gerade schrieb, da sitzt er im Smog, den wir hier so nicht erleben wollen. Seine Fenster öffnet er nicht, so bleibt auch der Lärm draußen. Es ist doch so: Ruhe kommt, wenn die Unruhe geht.

Wir werden es erleben: Die Städte werden ernst machen und entweder den Individualverkehr mehr und mehr aus den Städten verdrängen oder verbieten. Oder wir haben vorher genügend preiswerte E-Fahrzeuge, so dass jeder sich eines leisten kann - auch Handwerker - und die E-Autos werden vielfache Fahrvorteile genießen. Dafür gibt es genügend Städte, nicht nur Krankenhausgelände…

Recht oberflächlich, aber sehr hübsch präsentiert:

„Warum sind E-Autos effizienter?“
youtube.com/watch?v=qt0awJ_YczQ

„Woher kommt der Strom für Elektroautos?“
youtube.com/watch?v=2aum0o11IxE

Beide Videos sind von ElectroDrive Salzburg:
electrodrive-salzburg.at/

Ich reiche noch ein Argument aus einem Gespräch nach.

Frage: Die Elektroautos verlagern die Abgase doch lediglich vom Auspuff in den Schornstein eines Kohlekraftwerkes!
Antwort: Ich merke, Sie haben bereits über Elektroautos gelesen, denn das Argument wird gelegentlich noch vorgebracht. Wer dieses Gerücht - mehr ist es nicht - in Umlauf brachte, ist nicht bekannt. Daran ist jedenfalls fast alles falsch!

Erstens. Würden Elektroautos mit dem bundesdeutschen Strommix betrieben, lägen die CO2-Emissionen am Kraftwerksschlot rund 20 - 70 gr CO2 / km. Die Werte differieren stark, weil die Fahrzeugklassen und die Fahrweise stark differieren. Allerdings sind das die tatsächlichen (!) Werte. Die Werte der Verbrenner-Kfz dürften bei rund 100 - über 300 gr CO2 / km liegen - auch je nach Fahrweise. Seien wir nicht zu streng: Die E-Autos emittieren somit rund ein Fünftel der CO2-Werte von Verbrenner-Kfz, wenn diese mit dem bundesdeutschen Strommix betrieben werden.

Zweitens. Die E-Fahrer, die mir bekannt sind, haben aber nicht nur ein Bekenntnis zur Umwelt abgegeben, sondern beziehen den Strom aus regenerativen Quellen wie es jeder heute bereits kann. Nehmen wir an, das geschieht zu mindestens 75%. Dann reduzieren sich die CO2-Emissionen der E-Fahrzeuge auf rund 5 - 20 gr CO2 / km. Insgesamt also deutlich weniger als ein Zehntel der vergleichbaren Kfz mit Verbrennungsmotor. Das ist Fakt und sollten Sie sich merken.

Drittens. Die Verbrennungsgase von Kfz-Auspuffen enthalten nicht nur CO2. Die von Kraftwerksschloten auch nicht. Dabei hat es der Kraftwerksbetreiber mit seinen riesigen, teuren, schweren, stationären Anlagen aber leichter, vielfältig Abgase nachzubrennen oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Während also Kfz-Auspuffe bekanntermaßen einen „Cocktail“ umweltschädlicher, giftiger, krebserregender Abgase erzeugen und das noch da, wo Menschen sind in unmittelbarer Einatmungshöhe (warum kaufen Mütter gesündeste Produkte für ihr Baby, wenn auf Höhe des Kinderwagens Schadstoffe aus Auspuffen kommen, die Kompanien vergiften könnten?), wird der umweltverachtendste E-Fahrer, der deutschen Strommix fährt, Abgase in Höhen über 100 m emittieren, die deutlich weniger Schadstoffe enthalten und manche gar nicht.

Viertens. Mich wundert, dass gerade der letzte Aspekt von Ihnen dabei so verdrängt wird. Steht nicht an jeder Garage so in etwa: „Vorsicht giftige Gase. Laufen lassen der Motoren polizeilch verboten“?

Wer es übernehmen will - gerne.

Viele Grüße

Hallo zusammen,

so gut und richtig die ganzen Argumente ja sind…

Warum wollen wir eigentlich überhaupt irgendwas argumentieren?
Ich komme mir manchmal vor wie auf einer „Hexenjagd“ nach E-Fahrern.

Sollen sich doch die sogen. Experten erst mal kundig machen, so dass man überhaupt diskutieren kann. So lange aber eine derartige Ignoranz und manchmal sogar Arroganz gemischt mit Unwissenheit mir gegenüberstehen, habe ich überhaupt keine Lust irgend jemandem ein Argument zu geben, warum ich mir so ein Spaßmobil mit Nebeneffekten zugelegt habe oder nicht.
Vorurteile lassen sich eh nie wegdiskutieren.

Die letzte Diskussion hatte ich grade noch vor kurzem. Mein Gegenüber war der Meinung. E-Fahrzeuge taugen nichts und bringen nichts. Solaranlage ebenfalls nicht. Dann habe ich mal einfach in den Raum geworfen, dass ich das E-Fahrzeug mit dem Strom aus der Solaranlage mein E-Fahrzeug füttere. Das war dann plötzlich für Ihn wieder ok.
Unbelievable…

Wenn mich einer fragt, stelle ich dann lieber die Gegenfrage. Wie effizient und ökologisch denn sein Spritvernichter ist… :smiley: Fast immer ist dann schon Ende der Diskussion. :smiley:

Viele Grüße

Michael

@Michael4711:

Viele Wege führen nach Rom, klar.

Passend dazu: " Even when fossil fuels dominance of the UK power mix is taken into account, EVs are calculated to be responsible for 85 grams of CO2 emissions per kilometre, which is 55 grams less than a new gasoline car."
beta.cars21.com/news/view/5436

Noch ein Artikel, den Volker.Berlin ausgegraben hat:

http://www.sueddeutsche.de/auto/mobilitaetsstrategie-der-bundesregierung-schwaches-konzept-zu-alternativen-antrieben-1.1703149

Interessantes Faktum finde ich, dass 70% aller PKW nachts auf Privatgrundstücken abgestellt sind. Das kann man ruhig mal als Entgegnung auf die übliche Einwendung
nehmen, die da lautet „Aber die Laternenparker?“
– „Wenn erst mal 70% der PKW elektrisch fahren, findet sich für die auch eine Lösung.“

Meine Kurz-Meinung zum Artikel: „Der politische Wille fehlt“ = „uns sind die Subventionen zu niedrig“ :smiley:

Ehre wem Ehre gebührt: Ich wurde über den electrive.net Newsletter auf diesen Artikel aufmerksam…

Es gibt noch einen Punkt den ich hier nennen möchte.

Ich bin Berufspendler und fahre täglich ca. 200km mit meinem Roadster. Das sind ca. 1.000km in der Woche.
Abends kommt er an die Steckdose. Der reine Tankvorgang dauert so für mich keine 10sec.
Hochgerechnet aufs Jahr (220 Arbeitstage x 10 sec.) sind das ca. 37 Minuten.

Mit einem Verbrenner müsste ich zwei mal in der Woche tanken.
Das wäre für mich ein Umweg und würde incl. Tankvorgang und Bezahlen in etwa 10 Minuten dauern.
Hochgerechnet aufs Jahr (ca. 90 x Tanken je 10 Min.) sind das ca. 15 Stunden

Ziehe ich nun die Tankzeit des E-Autos von der Tankzeit des Verbrenners ab, bleiben ca. 14 Stunden Zeitguthaben
beim E-Auto.
Damit habe ich doch die Ladezeiten für zwei Urlaubsfahrten pro Jahr kompensiert oder :smiley:

Im Gespräch kommt sehr oft und schnell die Frage nach der Reichweite. Ich habe mir folgende in-etwa-Antwort bereit gelegt:

„Sieht das Auto wie ein Reiseauto aus?
Ist das ein Viersitzer mit viel Kofferraum?
Nein, es ist ein Sportgerät, das Porsche, BMW und alles jagen kann was GTI, GTE, GT* heißt, ein Tiefflieger, eine Jagdmaschine, ein Kurvenräuber. Dazu ein Stealthjäger in schwarz ohne Auspuff und ohne Wärmesignatur! Sie sollten fragen, was der kann und nicht was der nicht kann…
Lieber 100 km mit Spass unterwegs als 400 km langweilig dahingezuckelt. Ich darf aber versichern, DER kann beides!“

Dann kommt man meist auf Höchstgeschwindigkeit und Beschleunigung. Bei letzteres frage ich zuerst: „Was wäre den ein guter Wert von 0 - 100 km/h?“

Seit dem habe ich viel mehr Spass beim Reden mit den Leuten. Auch dieser Spass muss sein.

Viele Grüße

Gerade zu Punkt 5 habe ich heute eine witzige Antwort gelesen:

Q: Dass das Öl knapp wird und in 10 Jahren zuende ist wird uns ja schon seit den 70er Jahren gesagt. Und heute gibt es trotzdem noch genug.
A: Die Steinzeit ist nicht aus Mangel an Steinen zu Ende gegangen… Das Ölzeitalter…
:laughing:

Vollständigkeitshalber noch:

Q: Es gibt zu wenig Lithium um alle Autos damit zu betreiben.
A: Lithium kommt sogar öfters vor als Zinn und Blei. Es ist nur sehr reaktiv und dadurch breiter verteilt. Genau wie beim Erdöl sind bisher nur die Stellen interessant, die viel davon abbauen lassen. Technisch ist es sogar möglich, Lithium aus dem Ozean zu filtern - es lohnt sich nur noch nicht. Aber anders als Erdöl kann man es auch recyclen und danach neuwertig verbauen. Und derzeit brauchen Akkus von Generation zu Generation weniger Lithium. :nerd:
Ausserdem: Lithiumabbau ist derzeit in Salzwüsten interessant. Ölsandabbau hingegen…

Prima. Merke ich mir!

Ich sag dazu: Blei ist billiger, weil es giftig ist und deshalb keiner haben will. Habe Sie noch Bleiwasserrohre im Haus?

Lithium Akkus sind nur in der Anschaffung teurer - sie halten aber länger und sind dadurch billiger.(und natürlich auch leichter)

Habe gerade via GoingElectric noch eine Seite gefunden, die Schlagwortartig eine lange Liste von Pro-E-Argumenten aufführt:
umweltbrief.de/neu/html/Elek … ahren.html

Laut einem neuen OECD-Bericht fordern die Abgase aus Haushalt, Industrie und Verkehr jährlich 3 Millionen Menschenleben, und kosten die 34 OECD-Mitgliedsländer sowie China insgesamt 3,5 Milliarden US$. Auf die Abgase aus dem Straßenverkehr entfallen dabei 1,7 Mrd US$, also rund die Hälfte.

Die Kosten berechnet der Bericht aus Verlust von Leben sowie Produktionsausfall und Heilungskosten wegen Erkrankungen durch Abgase.

http://www.oecd-ilibrary.org/environment/the-cost-of-air-pollution_9789264210448-en

Mit dem Argument solltest du an keinen Toxikologen geraten:

LD50 Li-Hydrat: 210 mg/kg oral Ratte

LD50 Bleichlorid: 1950 mg/kg oral Ratte

Gruß SRAM

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